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Die neue Welt · 1936-07-03 · Heft 573 (3.7.1936) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 573 (3.7.1936)
Date
1936-07-03
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 573 vom 3. Juli 1936 Seite 7 AUS PALÄSTINA Der gefährlichste Feind Um zu erkennen, wo der gefährlichste Feind des jüdischen Aufbauwerkes zu suchen ist, braucht man nur die Londoner Zeitschrift „Great Britain and the Bast", das offiziöse Blatt der englischen Kolonialbürokratie, insbesondere der Palästina-Regierung, zu studieren. Beharrlich wird nicht nur gegen: den Zionismus, sondern wegen ihrer zionistenfreundlichen Haltung auch gegen die englische Zentralregierung und das Londoner Parlament gehetzt. Aus London wird berichtet: Die Zeitschrift „Great Britain and the East", die in letzter Zelt wiederholt einen feindlichen Standpunkt gegenüber dem jüdischen Nationalheim in Palastina eingenommen hat, übt im Leitartikel ihrer letzten Nummer abermals Kritik an der Haltung des englischen Parlaments, die dem Blatt als einseitig zionistenfreundlich. erscheint. Die Palä- Hfcdeqmsito„Auskia" OLGA KADItCH, BAD VBtLAU Für Kinder von 3 Jahren aufwärts. Beste Erfolge aueh bei schlecht essenden u. schwerer eiziehbaren Kindern. Erstklassige Verpflegung. Von Aerzten empfohlen. 8port, Spiel, Unterricht Ganzjährig geöffnet jetzt SCHUBERTPLATZ 3 IN NEU ADAPTIERTER VILLA stlna-Debatte der vorigen Woche, so wird in dem Artikel ausgeführt, habe den „Anhängern des Ideals verantwortlicher Demokratie" wenig Trost geboten. Ein Redner nach dem andern habe die prozionistischen Argumente wiederholt, die bereits jedem, der das Problem studiert, bekannt, aber — wie groß immer ihre theoretische GenauigrlKw ss3f möge — höchst u nwesentlich seien für die Hauptfrage. Entscheidend sei die Befürchtung der Araber, daß sie, die das Land seit über tausend Jahren bewohnen, in die Minderheit geraten werden und daß die. jüdischen Einwanderer sie beherrschen werden. Der Kolonienminister habe versichert, er glaube, daß diese Furcht grundlos sei; bezeichnenderweise aber habe" ejr' hinzugefügt? daß die Grundlosigkeit dieser Befürchtung auch dargetan, werden müsse. Wie solle dies geschehen? Dies sei eine außerordentlich wichtige Fragen die sich nicht nur äüf * den gegenwärtigen Streit', sondern auch auf alle möglichen künftigen Streitigkeiten und auf die Spannung in den außerpalästinensischen mohammedanischen Ländern erstrecke. Die Redner in der Debatte hätten von italienischen dunklen Machenschaften und der Unruhe infolge der abessinischen Situation gesprochen, keiner aber habe den wahren Grund erwähnt, nämlich daß die Araber den „Glauben an die Ehrlichkeit Englands" verlieren. Die Araber haben nicht das Vertrauen, daß die Mandatarmacht den Teil des Mandats durchführt, der die arabischen Interessen schützt. Sie wollen etwas Konkretes, das ihre Furcht beschwichtigen könnte, etwa das Versprechen, daß die jüdische Bevölkerung niemals so sehr vergrößert werden wird, daß sie 50 Prozent der Gesamtbevölkerung übersteigt. Die Araber seien bereit, die bereits eingewanderten Juden als Mitbürger anzuerkennen und sogar einer bestimmten begrenzten Vergrößerung ihrer Zahl zuzustimmen. Treffe man eine solche Maßnahme nicht, dann werde es immer wieder zu Unruhenkommen. In den Nachbarländern Palästinas gebe es niemand, dessen Sympathie nicht vollständig den Arabern Palästinas gehörte. Dort verstehe man die Bedeutung dieses „Streiks" in Palästina, während dies in England bedauerlicherweise nicht der Fall sei. Zum Schluß warnt der Artikel vor der Anwendung von „Methoden vonBlutundEisen" zur Unterdrückung der Revolte. Erklärung des Mufti Palästina Ist ein mohammedanisches Land Aus Jerusalem (Palcor): Die arabische Presse veröffentlicht die Antwort des Mufti (namens des Obersten Komitees) auf die Erklärung des Kolonienministers Ormsby-Gore im englischen Ünterhause. De,r Mufti befaßt sich in seiner Antwort hauptsächlich mit religiösen Standpunkten und weist besonders darauf hin, daß in der gegenwärtigen Regierungspolitik eine Gefahr für die mohammedanische Religion und die heiligen Stätten liege, da das Hauptziel der Juden in Palästina die Erfüllung ihrer religiösen Hoffnungen sei, an Stelle der Omar-Moschee den Tempel wieder aufzubauen. Der Mufti zählt' ferner die bekannten arabischen Forderungen auf; er unterstreicht besonders, daß das jüdische Nationalheim in Palästina nicht errichtet werden dürfe. Palästina sei ein mohammedanisches Land, an dem sämtliche mohammedanischen Völker ein Interesse haben. * Wie erinnerlich, hat der Mufti bereits im Jahre jl'929 mit der Lüge von Aspirationen der Juden auf die Omar-Moschee zum Pogrom gehetzt. Er ließ damals im ganzen Orient Ansichtskarten verbreiten, auf welchen die in einen jüdischen Tempel umgewandelte Omar- Moschee abgebildet war. Auch diesmal erweisen sich alle Argumente politischer und wirtschaftlicher Natur, welche gegen den Zionismus vorgebracht werden, als unwirksam, und man greift wieder zur alten Lüge, die nicht mit dem Verstand, sondern mit dem Fanatismus rechnet. Das Vorgehen des Mufti könnte auch gewissen christlichen Kreisen, welche mit den arabischen Hetzern liebäugeln, Stoff zur Ueberlegung geben. Rom und die heiligen Stätten in Palästina Aus Wien: Unter der Ueberschrift „Um den Schutz der heiligen Stätten in Palästina" bringt die „Reichspost" einen Artikel ihres römischen Korrespondenten, der sich über die Behandlung beklagt, die der Frage der christlichen heiligen Stätten in Palästina sowohl seitens der Mandatsregierung, als auch seitens der Juden, schließlich auch seitens der Moslems zuteil wird. Das Blatt schreibt dann: „Die Kirche nimmt keinerlei Stellung zu den palästinensischen Machtkämpfen"; die „Judenfrage" und die „Araberfrage", die „Mandatsfrage" und das „Mittelmeerproblem" sind ihr weder Fragen noch Aufgaben. Aufgabe der Kirche ist es, überall in der Welt zum Schutze des Christentums wirksam zu sein, besonders aber in Palästina, das in einem höheren und ganz unpolitischen Sinne weder englisch noch jüdisch noch arabisch, sondern — heilig ist!" (J. T. A.) 1800 jüdische Hiif§poIizBSden Palcor meldet aus Jerusalem u. d. 25. Juni: Die Ereignisse der vergangenen Woche lassen eine Aenderuhg in der von der Regierung angewandten Taktik den Terroristenbanden gegenüber erkennen, die die arabische Landbevölkerung terrorisieren, die jüdischen Kolonien und. Verkehrsverbindungen gefährden und die Hauptgefahr für die Aufrechterhaltung der Sicherheit darstellen. Wäh-., rend die Militärpatrouillen sich bisher lediglich auf die Abwehr von Angriffen beschränkten, habensie in dieser . Woche zum ersten. Mal bei der Verfolgung von . Banden , selbst die Öff'ensiye ergriffen, wobei s.ie von. Flugzeugen," die' ebehfalls neu in Erscheinung getreten . sind, wirkungsvoll . .unterstützt wurden. . Maßgebende Kreise des Jischuw weisen auf die Verzögerung in der^ Anwendung dieser Mittel hin, die den Arabern. Gelegen-, heit zur Organisierung von Banden gegeben habe.. Es wird ferner betont, daß selbst jetzt die Regierung die. In-itia-" tive zur Aufdeckung dieser Banden'..nicht ergreife/. Die auf Grund eines Abkommens zwiac^eA ^e'r Re§leri^g\ und der Jewish Agency in erweitertem Mäße durchgeführte Anwerbung von jüdischen Hilfspolizisten, deren Zahl sich jetzt schon fast auf 1800 be- > läuft, werde sicherlich zur Verstärkung der Verteidigungsposition beitragen und es den Siedlungen ermöglichen, die Gefahr der noch' imhier drohenden Ueberfälle abzuwenden. im Martinschlößl, XVI11, Martinstraße 18 (bei Jörgerstraße), Samstag, den 4. Juli, 1&9 Uhr abends Entree S 1.50 0 Jazzkapelle Fuks Heitm tHMtoHückts-Akadetode Es wirken mit: Walter Feldmann, Fritz Fuchs iConference), Paul Thiemdnn (Tenor), Lilly Holpern, Fritz Baum (Gesang u Klaviervortrag), Joachim Latz (Jüd. Kulturtheater: Heitere Vorträge) Karten an der Abendkassa Bei Regen findet die Veranstaltung Samstag, den 11. Ju'i, statt ma Italien und Palästina Im „Haare z" wird ein Interview mit dem i t alieniachen Generalkonsul, Commendatore de Angelis, veröffentlicht, In dem er die Behauptungen, daß Italien den arabischen Streik finanziere, energisch dementiert. Er betonte, daß Italien Frieden mit der Welt und Insbesondere mit den Mittelmeer-Ländern wünsche und an der Wiederherstellung normaler Zustände in Palästina interessiert sei. Der Generalkonsul erklärte ferner, daß nach seinen Instruktionen er sich von jeder Tätigkeit, die zu einer Spannung der Beziehungen mit Palästina führen könnte, fernzuhalten habe. Ferner wird gemeldet, daß die italienische Regierung sich um die Ansiedlung von Fellachen in Abessinien bemühe. Comm. de Angelis dementierte ferner die Behauptung, daß Italien dem Zionismus feindlich gegenüberstehe; er unterstrich vieljmehr Italiens Interesse an dem jüdisohen Aufbauwerk in Palästina, (Palcor.), Billigste, angenehmste Erholung am Plattensee für Erwachsene, besonders aber für Kinder. Erstlkassige ungarische «. Wiener Küche. Orthodox •yff^ Pensionspreis ab S 5.—, bei größerer Familie ermäßigt. Seeaussicht. Eisen, Pension Bristol, Balaton-Szartzo Waffen im Kloster Bei einer Durchsuchung Im griechischen Kloster bei Bethlehem wurden zwei Gewehre, Sprengstoffe, 500 Patronen und eine primitive Kugelform gefunden. Eine Person wurde verhaftet. Die Durchsuchung wurde durch britische und jüdische Polizisten durchgeführt, die gänzlich unerwartet im Kloster erschienen. Der Abt wurde verhaftet. Seine Bitte uhi Freilassung gegen Kaution wurde abgeschlagen. (Palcor.) 2261 jüdische Palästina-Einwanderer im Mai Aus Jerusalem (26. Juni): Amtlich wird bekanntgegeben, daß im Monat Mal 2261 Juden nach Palästina eingewandert sind. Jüdische Bodenkäufe während der letzten drei Jahre Jerusalem (Palnews): Im 'Verlaufe des Jahres 1935 wurden von Juden aus nicht jüdischen Händen 72.905 Dunam Boden erworben, unter denen sich ein. Block von 24.550 Dunam im Beersheba-Distrikt und ein Block von 6066 Dunam im Tiberias-Dlstrlkt' befinden. Der Wert dieser Bodenkäufe beläüft sich auf 1,699.121 pal. Pf. Die gesamten Bodentransaktionen beziffern sich im Jahre 1935 auf 49.133, die Einnahmen der Lan<Jregistration betragen 455.146 pal. Pf. Da die Landregistrierungsgebühr in Höhe von 3 Prozent des Bodenwertes erhoben wird, beläuft sich der Wert der gesamten Bodentrancaktionen also auf rund 15 Millionen pal. Pf. Die Parzerlierungen größerer Komplexe zu Bauzwecken haben im Jahre 1935 einen starken Umfang angenommen. Im Verlaufe der letzten drei Jahre halben die. jüdischen Bodenkäufe folgenden Umfang angenommen: ' 1933 1934 1935 Jüd. Bodenkäufe von Nicht,lud an Dunam Wert in-pal. Pf. 36.911 854.796 ' i 62.114 ■■ l,647.837v .72.905 . 1,699.121. , . - Aus London: Der Sonderkorrespondent < des ,jNews Chronicle", der in den lettzten -Tagen in A m m a n, der; Hauptstadt Transjordaniens, wellte;und von dort aus seinem-Blatt die ..S'e^sa.ti-pi'sm^lü'Un g s a n d t e, d a ß e t w äv' 6 0.0 0 0 B e d u i n e.n' biß* e i t se i en, jäe:n;-j^p^.d^n zu üjser s eh rei t en .und sich den arabischen Aufständischen in Palästina anzuschließen, gibt über; die Position des Emirs A b d u 11 a h 'tollende Mitteilung: Emir Abdullah Ihn Hussein, der zweite Sohn des verstorbenen Hedschas-Königs Feisal, ist in einer prekären Situation. Einerseits ist er mit seinen Sympathien bei den palästinensischen Arabern, anderseits aber weiß der Emir, daß er sich nicht gegen die britische Regierung erheben kann, die jährlich seinem Lande einen Zuschuß von 60.000 Pfund und ihm persönlich 12.000 Pfund 'gewährt, ferner für den Unterhalt der Paläste, seines persönlichen Stabes, seiner Ratgeber und seiner Wagen sorgt. Eines' Abends spach der Emir zu mir in seiner einige Meilen von Amman entfernt liegenden Sommerresidenz die folgenden Worte: „Ich habe mein Volk während der letzten zwei Monate von einer Einmischung in die Unruhen zurückgehalten, aber diese Aufgabe wird mir Immer schwerer und schwerer gemacht." * Aus Jerusalem: Im Gegensatz zu den letzten Sensationsmeldungen über Pläne transjordanischer Beduinen, in Palästina einzufallen, wird von amtlicher englischer Seite mitgeteilt, daß sich die Lage in Transjordanien im Gegenteil beruhigt hat und daß man in amtlichen britischen Kreisen volles Vertrauen hegt, daß es dem Emir Abdullah gelingen werde, seine Untertanen von jeder Unruhe fernzuhalten. Der Korrespondent der „United Press" meldet, Emir Abdullah habe sich bereit erklärt, eine Friedenskonferenz arabischer Führer zu leiten. Im Verlaufe einer Unterredung mit der „United Press" lehnte der Ernir.. jede Verantwortung für die Aufstandsbewegung in Palästina ab und fügte sogar hinzu, daß er gern bereit sei, jüdischen Flüchtlingen, die ihn um SchuU bäten, seinen Beistand zu gewähren. * Aus Jerusalem: Der Führer der englischen „Friends* Mission", Rev. Daniel Oliver, ist von einem Besuch bei E m 1 r A b d u 11 a h in Amman nach Jerusalem zurückgekehrt und hat dem High Commissioner eine Botschaft des Emirs überbracht, in der dieser ersucht, einer Delegation arabischer Führer aus dem Konzentrationslager Sarafend eine Rücksprache mit ihm über die Wege zu einer Befriedung Palästinas zu ermöglichen. Der Emir ist von dem dringenden Wunsch erfüllt, daß die Unruhen beendet werden. „Jawneh"-Schule für Bibel und Talmud, Wien, IV., Panlglgasae 5. Die Einschreibungen für das Schuljahr 1986/37finden jeden Montag zwischen 8 und 9 Uhr abends statt. i

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