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Die neue Welt · 1936-07-03 · Heft 573 (3.7.1936) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 573 (3.7.1936)
Date
1936-07-03
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 DIE NEUE \VEIA Nr. 573 vom 3. Juli 1936 l ^S^!i^LL^m I . HIMMELPF0RT8. S U KÖLLNERHOFGASSE 1 EIH21G 1H W1EH111 Reinseiden-HerrenfkM hemden, be8te Paßf°™ Re/nsc/rfen - Kn/erioit nur S 3.90 GROSSTE AUSWAHL in Pyjamas u Jademäntel Viele Sorten1 -Aermel-Hemden *" •*<. .Weltkrieg eröffnet habe. So stark ist ein religiös gesinnter Engländer davon überzeugt, daß ein Wort der Psalmen zu einem Fingerzeig der Vorsehung werden kann, warum sollen es nicht die Hunderte von Psalmen und Propheten« stellen werden, die ganz deutlich von der Wiederherstellung eines befreiten Israel in seinem Lande sprechen? Was Ist nun unsere Pflicht in diesem Augenblick? Zunächst fühlen wir uns gedrängt, unseren heldenmütigen Brüdern in den Städten und Dörfern Palästinas, die Tag und Nacht in ihrem Leben bedroht, fortfahren, unverdrossen ihr Werk zu verrichten und allen barbarischen Herausforderungen gegenüber ihren brennenden Zorn meistern, unsere innige Sympathie laut auszusprechen. Im Talmud wird erzählt, daß der Exilfürst Huna bar Nathan beim Lesen der topographischen Listen im Buch Josua Raw Aschi gefragt habe, was die Worte „Kina", „Dimona", „Adada" (Josua 5, 22) bedeuten. Das seien Namen von Ortschaften, erwiderte dieser. Huna bar Nathan sagte hierauf: „Ich weiß wohl, daß es Namen von Ortschaften sind, aber sie fordern geradezu heraus, einen Sinn in ihnen zu finden, und diesen hat mir ein gelehrter Mann mitgeteilt: Wer von Erregung (kin'a) über zugefik Weekend wtd Meise die bestrenommierten UM Feinwurst Selchwaren FSeisenkonserven Ea Qualität Auph Postversand fügte Unbill erfüllt ist, aber schweigend (dimona) seinen Grimm meistert, dem wird Gott der Ewige (adada) sein Recht verschaffen." Alle Orte Palästinas können jetzt Kina, Dimona und Adada genannt werden. Die hunderttausend junger, kräftiger, jüdischer Arbeiter, die zweifellos ebenfalls über Waffen verfügen, könnten jede Stunde den blutigen Kampf mit ihren Bedrängern aufnehmen; aber sie zeigen ein größeres Heldentum, indem sie, um den Weg für den Frieden und die Versöhnung zu erleichtern, sich Zurückhaltung auferlegen. Wir müssen es ferner in die Welt hinausrufen, was beim Leichenbegängnis einzelner aus dem Hinterhalt ermordeter Juden von Trauerrednern offen gesagt wurde: Die Regierung des Landes hat nicht das Recht, sich unschuldig zu stellen und zu sagen: „Unsere Hände haben dieses Blut nicht vergossen". Sie wurde vom ersten Tag an von den Zionisten gewarnt. Sie hat nicht die genügende Energie entfaltet, um Leben und Eigentum zu schützen, und hat sich zu der wahren, zielbewußten Energie der Tat, welche wesentlich anders ist als die der Radioankündigungen, bis auf den heutigen Tag nur langsam aufgerafft. Wir müssen eine Delegation von Juden aus allen Ländern an die führenden Staatsmänner, nicht nur in London, sondern auch in Paris, Rom und Washington, senden, welche mit Nachdruck unsere historische Forderung zur Geltung bringen soll, daß Erez Israel ein von der ganzen Welt anerkanntes hebräisch-nationales Land wird und nicht zugelassen werde, daß In diesem Land irregeleitete, unverantwortliche Freischärler das Werk der heldenmütigen Pioniere verwüsten und ihr Leben bedrohen. Wenn nicht endlich ein tatsächlicher und vollkommen ausreichender Schutz für Leben und Eigentum seitens der Mandatsregierung gesichert wird, müssen von der gesamten Judenheit der Welt Mittel aufgebracht werden, um das Aufblühen des Landes, den Schutz der gegenwärtig dort wohnenden 400.000 Juden und die weitere Einwanderung vollkommen zu sichern. II* Weltkongreß der jiidi§<hen Frontsoldaten Am 27. Juni wurde in Wien unter Teilnahme von über 100 Delegierten aus 16 Ländern der II. Weltkongreß der jüdischen Frontsoldaten eröffnet. Den Auftakt bildete ein Festgottesdienat im Leopoldstädter Tempel. Der Eröffnungssitzung im Großen Musikvereinssaal wohnten Über 2000 Personen bei. Die programmatische Rede hielt der Präsident des Kongresses, Bundesführer Hptm. a. D. Edler v. F r i e d m a n n. Er sprach über die gegenwärtige Lage der Judenheit, die antisemitische Flut, der ein gemeinsamer Abwehrdamm entgegengestellt werden müsse. Es sei Aufgabe der jüdischen Frontsoldaten, die Verteidigung zu organisieren. Ansprachen hielten Feldmarschalleutnant Weiß v. Tin an y, Kadettmajor Karo (England), Oberst a.D. Tagger (Bulgarien), Bregmann (Polen), schließlich Oblt. i. d. R. Stiaßny (Oesterreich). * Sonntag, den 28., fand zunächst eine Kranzniederlegung am Sarge des verblichenen Bundeskanzlers Doktor Dollfuß und in der EhrenhaUe des österreichischen Heldendenkraals statt, am Montag ein Empfang in Baden durch Bürgermeister Kollmann, Dienstag, den 30„ Empfänge bei verschiedenen Gesandtschaften, beim Wiener Bürgermeister, Mittwoch, den 1. Juli, ein Festkonzert mit Jaromir Wednberger als Dirigenten. Gleichzeitig arbeiten Kommissionen an Berichten und Referaten. Zum jüdischen Weltkongreß Aus London wird gemeldet: Auf einer Konferenz von 260 Vertretern englischjüdischer Organisationen und Synagogengemeinden wurde beschlossen, der Einladung der Exekutive für den Jüdischen Weltkongreß Folge zu leisten und 16 Vertreter der englischen Judenheit zum Kongreß zu entsenden. Hauptredner auf der Konferenz war der Präsident des -American Jewish Congress, Dr. Stephen S. W i s e. Er setzte sich mit den Gegnern der Kongreß-Idee auseinander und erklärte, die öffentliche Erörterung der Judenfrage sei notwendig und nützlich. Die Juden haben vor der Welt nichts zu verbergen. Es wäre gut, wenn die Welt auch vor den Juden nichts zu verbergen hätte! Der jüdische Weltkongreß soll ein Tribunal sein, vor welchem alle Tatsachen des jüdischen Lebens vor den Augen und den Ohren der Menschheit registriert werden. Er soll der Ausdruck des Willens dr Juden aller Länder sein. Die Gegner des Jüdischen Weltkongresses sind ideell die gleichen, die schon vor 40 Jahren Theodor H e r z 1 und den Zionismus bekämpften, die vor 20 Jahren gegen Louis D. Brandeis und den American Jewish Congress auftraten, und die vor drei Jahren sich einem öffentlichen energischen Protest gegen die Verbrechen des Naziregimes widersetzten. Sie lehnen eine der stärksten Waffen gegen den Naziterror, nämlich den Boykott deutscher Waren und Dienste ab, obwohl der Boykott nichts anderes ist als die Anwendung der wirtschaftlichen Waffen gegen ein Verbrechen. Der Kongreß wird stattfinden, er. wird der jüdischen Sache dienen, wie dies der Zionistenkongreß tut. Der Jüdische Weltkongreß bedeutet die Organisation der jüdischen Selbstachtung und des jüdischen Gewissens. P. Horowitz, der die Sitzung leitete, tadelte den Board of Deputier der es abgelehnt hat, an dem Kdngreß teilzunehmen. Für diese Ablehnung, sagte Horowitz, waren nur zwei Gründe maßgebend: Furcht und Snobismus. Rev. M. L. Perlzweig, der die Re Solution über die Beschickung des Kongresses begründete, erklärte, der Kongreß werde eine Bewegung unter der Judenheit zur Wahrnehmung ihrer Ehre und ihrer Rechte einleiten. (J. T. A.) Aktion t Hütet die lugend Zeitungskeffe des „Oxar Hanoar" (Sehatz der Jugend) Ch. Ederer antwortet Dr. Sal. Wolf mit S 5.— und ruft zu Spenden auf: Nathan Glaser, XX., Karl-Melßl-Straße 3, Sam. S u ß m a n n, XX., Rafaelgasse 1, Salo Kahane, II., Am Tabor 22, Salomon Andermann, IX., Rotenlöwengasae 5, Toblas Brecher, VIII., Josefstädterstraße 93, Efraim Elfenbein, XX., Wallenstelnplatz 7, L. F ri e d, IX., Grünetorgasse 41, I. Freudmann, III., Dapontegasse 3, Adolf Ginsi b e r g, IX., Bleicnergasse 8, Gerson Ginsberg, IX., MUIlnergasse 35/8. I. M. Jttgendorf, I., Gonzagagasse 21, Alexander Kanfer, XX., Karl-Melßl-Straße 5, Michael Schapira, I., Franz-Josefs-Kai 39. Max T o r t o n, III., Hetzgasse 13. Joachim Bleieher antwortet Olanimonn, Epstein & Co. mit S 3.— und ruft zu Spenden auf: Wilhelm Gröschler, II., Odeongasse 3/7, Hermann Silberstein, II., Untere Augartenstraße 4, David Horowitz, II., Taborstraße 18a, Jakob Leist, I., Vorlaufstraße 5, Samuel Hausmann, IV., Schleifmühlgasse 15. David Kofler antwortet Glanemann, Epstein & Co. mit 9 2.— und ruft zu Spenden auf: Siegfried Stiaßny, XX., Dresdnerstraße 132, Dr. E. Broczyner, XX., Engerthstr. 99, Moses Koppelmann, XXI., Pragerstraße 67, Julius Ber- 1 a d, XX., Allerheillgenplatz 6. Johann Worthelmcr antwortet S. Friod mit S 4.—. Adolf Reiter antwortet Josef Gmbner mit S 2.—. Else Pater antwortet Oberk. Feuer mit einer Spende. Leo Bäcker antwortet Max Neger mit 8 2.—, Dr. Helene Adolf antwortet Dr. Ilona Löwy mit S 3.—<t Oxar Hanoar Anfragen, Schachtelaustausch ausschließlich in der Sprechstunde, die jeden Dienstag zwischen halb 8 \infl, halb 9 Uhr abds. Im Sekretariat des Verbandes dor Judenstaatszlonisten, Wien, I., Werdertorgasse 12, Tür 4 (Telephon U-23-8-31) von Herrn Edmund S t e c k e 1 abgehalten wird. Monteuori - lommerheim pi..„. für 3-bis I6jahrige. Kurort Sauerbrunn, öueng -jeo schloßartige Villa, herrlicher Park. Bad, Brause, 5 reichl. Mahlzeiten. Fremdsprachen, Mittelschulnachhilfe. Schwimmunterricht. II Bereit» eröffnet II Leitung: Alice Freistadt-Lederer, Edith Torten. Anmeldungen: Mo ntessorl-Kindergarten, Wien I, Esellngg. 13, Tel. U-28-3-39 10-12, 4-6 Uhr. Sonntag, S. Juli gemeinsame Abfahrt der Schulkinder Gedächtnisfeier für Theodor Herzl und Ch. N. Bialik. Die Gedächtnisfeier für Theodor Herzl und Ch. N. Bialik s. A. wird im Stadttempel, I., Seitenstettengasse Nr. 4, am Donnerstag, den 9. Juli d. J., anschließend an den um 7 Uhr stattfindenden Abendgottesdienst abgehalten werden. Die Gedenkrede wird Se. Ehrwürden Herr Oberrabbiner Dr. David Feuchtwang halten. kauft man für Jahrzehnlei Ihre Möbel müssen daher nicht nur schön und modern, sondern auch gut und dauerhaft sein. Viele, die mir vertraut haben, sind bestens zufrieden, da meine Möbel trotz hoher Qualität auch zeitgemäß billig sind. Große Auswahl! Tel Ixah lungen! Möbelhaus Edelmann, VIII, Lerchenfelderstr. 12 Aus Bukarest wird gemeldet: Zwischen der antisemitischen Zeitung „Universul" und den demokratischen Blättern „Adeverul" und „Dimineatza" ist ein Streit entbrannt, weil die letzteren die Feststellung machten, daß der Leiter des „Universul" von Hitler-Deutschland subventioniert wird. Die Fehde hat auf das ganze Land übergegriffen und der „Universul" hetzt zum Pogrom. (HmBEl<BQpNT8ll lUr Gelegenheitskäufe Wien VIII, Stadtbahnviadukt 23 bei Lerchenfelderstraße Telephon: A-21-5-31 Es kam außer in Bukarest auch in der bessarabischen Hauptstadt Kiachinew und in anderen Städten Rumäniens zu judenfeindlichen Ausschreitungen, die damit begannen, daß demokratische Zeitungen in den Hauptstraßen öffentlich verbrannt wurden. Einen schweren antisemitischen Exzeß gab es im Bukarester Justizpalast, wo zahlreiche jüdische Rechtsanwälte von Antisemiten überfallen und verprügelt wurden. Einige der Angegriffenen bluteten schwer. Auch der Präsident der Union rumänischer Juden und geschäftsführende Exekutivpräsident des Zentralrates der Juden Rumäniens, Dr. Wilhelm Fildermann, wurde angegriffen und verletzt. Er mußte in die Wohnung des Präsidenten des Kassationshofes flüchten. Im Schnellzug Cernauti—Bukarest überfielen cuzistische Studenten, bevor der Zug Cernauti verließ, die jüdischen Reisenden und warfen deren Gepäck aus den Wagen. Der Jticische Reisende Rittberg und einige andere jüdische Reisende wurden schwer verletzt. In Kischlnew, wo sich die Juden gegen die Angreifer geschlossen zur Wehr setzten, gab es bei einem Zusammenstoß zahlreiche Verletzte. Drei Juden wurden ins Krankenhaus gebracht, der Zustand eines von ihnen, K. Poljakow, ist bedenklich. Auch der antisemitische Rädelsführer Anton Zurkin wurde erheblich verletzt. In Balti, Bessarabien, wurden zwei Juden, Israel Joncu und Motel Faisman, schwerverletzt ins Krankenhaus gebracht. Jancu wurde der Schädel zertrümmert, Faisman der Brustkorb eingedrückt. Der Präsident des Reichsausschusses der Juden Rumäniens, Dr. Wilhelm Fildermann, der selbst bei dem antijüdischen Exzeß im Bukarester Justizpalast angegriffen und verletzt wurde, erklärte der J. T. A.: „Die rumänische Regierung, und nur sie allein, hat die Macht, die jetzige Welle des antijüdischen Terrors zum Stillstand zu bringen. Aber Tag für Tag werden die Gesetze des Landes vor den Augen der Regierung vergewaltigt; diese Toleranz der Regierung ermutigt zu immer neuen antijüdischen Aktionen. Das Gesetz z. B. verbietet Zivilpersonen das Tragen von Uniformen, trotzdem spazieren die Cuzisten in ihren Uniformen durch die Straßen und haben in der Hauptstadt ihr „Blauses Haus". Auf vielen Gebäuden flattern Hakenkreuzfahnen. Ueber die Presse ist die Zensur verhängt worden. Die antisemitische Presse aber darf ungestört zu Pogromen aufreizen. Die Behörden tolerierten die Verbrennung der Zeitungen in den Straßen. Somit ist niemand a ndereralsdie Regierung selbst für das Ueberhandnehmen der antijüdischen Ausschreitungen und deren Konsequenzen verantwortlich zu machen. Anti-Blum-Propaganda Der französische Gesandte in Bukarest lud Vertreter der rumänischen Presse zu sich und äußerte sich im Verlauf des Gespräches mit ihnen sehr indigniert über die Haltung der antisemitischen Presse, die auch die Person des französischen Ministerpräsidenten L6on Blum nicht schont und anti jüdische mit antifranzösischer Propaganda verquickt. Mitglieder der rumänischen Faschistenorganisationen pfeifen in den Kinos, wenn Leon Blum auf der Leinwand gezeigt wird. Schöne weiße Zähne üben eine starke Anziehungskraft aus. Sie sind der schönste natürliche Schmuck. Es ist so leicht, schöne weiße Zähne zu haben, wenn man morgens und abends die bekannte Qualitäts-Zahnpaste Chlorodont benutzt. Wählen Sie Chlorodont, schäumend oder nichtschäumend, nach Ihrem persönlich« Q*- •chmaok.

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