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Die neue Welt · 1936-06-26 · Heft 572 (26.6.1936) · page 3

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 572 (26.6.1936)
Date
1936-06-26
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 572 vom 26. Juni 1936 DIE NEUE WELT Seite 3 Regelmäßiger Mi||| Hfl! Eil Reisedienst llaCll rllLEN billig und bequem wie immer. Nächste Reise: 27. Juni 1936 Ferien-Reisen ab 5. Juli tattfh: or^<b,SBr?,ln die WeU4 tw.i.i» IX, Liechtanstelnstrafle 2 Telephon A-14-504 Auskünfte und Prospekte Aber Reisen nach Bulgarien, England, Hallen, Jugotlawian, Palästina, Ungarn und andere Länder und über Autobus-Reisen fhaum fctki gestatten Mit den Werken „Nachtasyl", „Mutter", „Onkel Wdnja" ist Maxim Gorki in die Weltliteratur eingetreten- Aus ärmlichsten VerhältnissenHammend, viele Jahre hindurch in den erbärmlichsten Berufen tätig, ein „Barfüßler", immer aber den Elenden - und Bedrückten zugewandt, hat Gorki erst in späten Jahren mit den Führern des Sowjetstaates Frieden gemacht und für das proletarische Rußland auch als Dichter geworben. Gorki ist oft in seinem arbeitsreichen, entbehrungsschweren, heroischen Leben als Verteidiger von Juden und jüdischem Recht aufgetreten. Gemeinsam mit anderen russischen Schriftstellern hat er sich an der Protestbewegung gegen Pogrome in der zaristischen Zeit beteiligt, gegen die Schande des Dreyfus-Prozesses, gegen die Verratsbeschuldigungen während des Weltkrieges und gegen den Antisemitismus bei verschiedenen Gelegenheiten seine Stimme erhoben. Auch in der ersten Epoche der russischen Revolution hat Gorki seine jüdischen Freunde nicht im Stich gelassen und die Schändlichkeiten der ersten Bolschexoiken an den Pranger gestellt. Bekannt ist, daß durch seine Intervention der hebräische Dichter Ch. N. Bialik die Erlaubnis bekam, das sowjetische Rußland zu verlassen und nach Palästina zu gehen. In seiner Selbstbiographie erzählt Gorki, daß er als junger Mann, während er durch zahllose Berufe ging, einmal auch als „Schabbesgoi" in einem kleinen Städtchen tätig war und daß er seit jener Zeit tiefste Sympathie für die Juden als Menschen empfunden habe. In seinen Schriften begegnen wir hie und da jüdischen Figuren und jüdischen Schicksalen. Charakteristisch für seine Art ist unter anderem die Erzählung „Ein kleiner Held", worin der Mut, die Zähigkeit ■ und Charakterstärke eines jüdischen Knaben geschildert werden. Gereditigkeif und Vernunft §iegen Das Hakenkreuz wird kaschiert Olympia-Komödie Der „Manchester Guardian" schreibt zu den Vorbereitungen, welche jetzt in Hitler-Deutschland für die Olympiade betrieben werden: „Die verdächtigsten und leicht entfernbaren Auslagen, Plakate und Zeichen sind beseitigt worden, so daß die Besucher und Teilnehmer der Olympischen Spiele keinen ungünstigen Eindruck von Deutschland bekommen werden. Das Interesse der Regierung an den Spielen ist sehr groß, teils weil sie eine Reklame für das .Neue Deutschland' sind (was andererseits dazu benutzt werden kann, propagandistisch das deutsche Volk mit der offensichtlichen Freundschaft des Auslandes für das .Neue Deutschland* zu beeindrucken), hauptsächlichst .aber, weil sie fremdes Geld ins Land bringen. Darum enthalten die ,Stürmer'-Kästen nicht mehr den .Stürmer4, sondern den .Völkischen Beobachter' oder das .Schwarze Korps'. Unter der Oberfläche geht die Verfolgung der Juden weiter. Tagaus tagein wird der Jude als die Verkörperung jedes Uebels dargestellt; nicht an der Verfolgung teilzunehmen oder passiv zu bleiben, wenn sich eine Gelegenheit zu ihr ergibt, bedeutetj sich als .schlechter Deutscher' zu erweisen. Auf diese Weise ist ein unsichtbares Ghetto geschaffen worden. Gerade .weil es unsichtbar ist, erfordert es keinen Schutz, wie die Gitter des mittelalterlichen Ghettos. Die unsichtbaren Mauern schließen die Juden ein, treiben sie aus den kleineren Städten in die Großstädte. Gegenwärtig besteht die Judenverfolgung in unzähligen unsichtbaren und indirekten Aktionen. Es ereignet sich nichts Dramatisches, niohts, was die Olympischen Spiele stören könnte, nichts, was die ausländischen Besucher und Ferienreisenden auf den Verdacht bringen könnte, daß sich um sie herum ein Albdruck der Verfolgung befindet, die nichts ähnliches in irgend einem anderen Lande der Welt hat." Die Ausführungen des großen englischen Blattes seien der Aufmerksamkeit aller jener empfohlen, die noch darüber diskutieren, ob jüdische Sportler an einer Olympiade in Berlin teilnehmen sollen oder nicht, In der vorwöchentlichen Ausgabe der „Neuen Welt" wurde über den Konflikt berichtet, welcher zwischen dem tschechoslowakischen Schwimmverband und den jüdischen Schwimmern ausgebrochen ist. Der Verband will die jüdischen Schwimmer unter Androhung lebenslänglicher Disqualifikation zwingen, an der Olympiade in Berlin teilzunehmen, das heißt die jüdische Würde mit Füßen zu treten, ins Land der Hakenkreuzler zu fahren und Adolf Hitler als Gastherrn die Reverenz zu erweisen. Im Artikel der „Neuen Welt" war der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß die Gerechtigkeit und Vernunft siegen und die zuständigen Stellen in der Tschechoslowakei dem Schwimmverband, welcher Juden zu ehrloser Handlung zwingen will, Einhalt gebieten werden. Die Erwartung wird jetzt gerechtfertigt. Aus Prag wird gemeldet: „Am Montag, den 22. Juni, lief das Ultimatum des Tschechoslowakischen Schwimmverbandes an die Hagibor-Schwimraer, das diesen mit Disqualifikation drohte, falls sie es ablehnen, zu den Olympischen Spielen nach Berlin zu gehen, ab. Die jüdischen Schwimmvereinc gaben die d efinitive Antwort, daß sie nicht nach Berlin gehen werden, wobei mit Nachdruck auch darauf hingewiesen wurde, daß sich die jüdischen Schwimmer in Berlin nicht in einer seelischen Verfassung befinden können, die Höchstleistungen zulassen würde. In ihrer Sitzung am Montag befaßte sich die Sportkommission des Tschechoslowakischen Olympischen Komitees abermals mit dem Ersuchen der jüdischen Schwimmer, von ihrer Entsendung nach Berlin Abstand zu nehmen. Die Kommission beschloß, auf ihrem bisherigen Standpunkt zu beharren und niemanden zu einer Teilnahme an den Olympischen Spielen zu zwingen. Im Hinblick auf diesen Beschluß des Olympischen Komitees wird erwartet, daß der Tschechoslowakische Schwimmverband seine Disqualifiaktionsandrohung gegen die Hagibor-Schwimmer nicht verwirklichen wird." WA ILA C E 100% SATION 1 oort WALiLACE BEERy, OPE R.N.. STA FA vh.VOTI VPARK «J Der arabische Angriff auf London In Palästina vergießt man Blut und hier — Tränen Von Meir Groß mann (z. Z. London) Man muß gestehen: Wir haben die Energie, das Organisationstalent und die Entschlossenheit der palästinensischen Araber nicht genügend eingeschätzt. Es ist wohl möglich, daß ihre jetzige außergewöhnliche Tätigkeit von fremden Kräften dirigiert wird, aber es bleibt doch die überraschende Tatsache, daß sie eine ungeheure Aktivität entwickeln, die sich weit über die Grenzen Palästinas erstreckt. WirkliclicBi der Haut ist die schnelle, sanft-scharfe JV*MSMäHSEä=U.vaKB. ja; Während im Land selbst die Gewalttätigkeiten fortgesetzt werden, bereisen arabische Emissäre die Nachbarländer, um sie gegen die Juden aufzuhetzen. Es handelt sich nicht nur um Geldsammlungen für die „Streikenden", sondern um die Schaffung einer günstigen Stimmung mit der letzten Absicht, einen Druck auf England auszuüben. Aus Aegypten und dem Irak, aus Indien und Hedschas kommen Bitten nach London, man möchte die arabischen Forderungen bewilligen. Man teilt mir mit, daß auch der englische Oberkommissär in Aegypten seine Regierung aufmerksam gemacht habe, daß die pa- -Methode und -P r ä p a r a i e (Modellieren am lebenden Körper) M">o Emmy Fürholzer, geb. Schieß, Erfinderin der neuen Mona-Lisa-Massagemethode, einer Sensation der Händetechnik. Durch vollkommene Kenninisse der Anatomie und jahrelang erprobte Präparate wird für tieferstehead angeführte Leiden vollständige Behebung schriftlich garantiert Sämtliche Stauungen und Störungen, benannt: Verfettungen. Verkalkungen, Wassersucht, Diabetes, Muskelschrumpfungen, Muskelsenkungen (auch bei zu großen oder Hängebusen), Lähmungen, Rheuma aller Arten können durch die Mona-Lisa - Methode und «Präparate gänzlich herausgearbeitet werden. Der Körper wird wieder jung In kurzer Zeit und für wenig Geld. Ohne Diät, Packungen, Bäder und Apparate. 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Bin Teil dieser Kräfte sind die gewesenen englischen Beamten in Palästina, welche Gegner von uns geworden sind; ein Teil — alle Arten Publizität, die man für klingende Münze bekommen kann; ein Teil — Freunde der arabischen Exekutive und Antisemiten, welche erfühlt haben, daß man hier den Juden Böses antun kann* Hiezu gesellten sich — einfach „Freiheitskämpfer", „Ge* rechtigkeitskämpfer". Zu dieser antisemitischen Armee haben sich zwei berühmte Zeibungsmagnaten geschlagen— Lord R o t h e r-t m e r e mit seinem „Daily Mail'' und „Evening News" und eine Menge Provinzblätter, und Lord Beaverbroock mit dem gelben „Daily Expreß" und „Evening Standard"* Politisch ist zwar der Einfluß sehr gering, ernste Kreise berücksichtigen sie nicht, aber diese Blätter haben eine Auflage von rund 5 Millionen Exemplaren. Sie verbreiten Lügen und Verleumdungen und, was die Hauptsache ist< ermutigen die Araber. Sie behaupten, sie seien — Gott bewahre — nicht antisemitisch, sie seien nur anti« zionistisch, was sie in die sonderbare Formel kleiden! „Laßt uns die Juden vom Zionismus retten!" Zu dieser feinen Gesellschaft antizionistischer Kämpfer ist letztens die englische kommunisti« sehe Partei hinzugetreten. Ihr einziger Vertreter int Parlament läßt keine Gelegenheit vorübergehen, um den „zionistischen Imperialismus" anzugreifen. Natürlich ist auch er ein „Freund der Juden". Er kann gemeinsam mit den edlen reaktionären Lords die zionistisehe Ausbeutung nicht vertragen. Er will, man möge dies jüdische Einwanderung abstellen, das Mandat zurücklegen und ein demokratisches Regime einführen. Besonders der letzte Wunsch nimmt sich, aus dem Mund eines Kommunisten kommend, geradezu pikant aus. Wahrlich, eine schöne Armee von Feinden in dem projüdischen und prozionistischen London! # Solange die arabischen Rädelsführer mit Schießen* Brandlegen, Bombenwerfen und ähnlichen feinen Dingen beschäftigt waren, haben sie sich damit begnügt, Tele* gramme nach London zu schicken und ihre Freunde über die Drangsalierungen seitens der Palästina-Regierung zu informieren. Der Haupbkaiwpfplatz war Palästina selbst. Man war so eisenfest, daß man alles durchsetzen werde, daß man sogar die Einladung, nach London zu Verhandlungen zu kommen, nicht angenommen hat. Jetzt nach zwei Monaten des Kampfes hat sich herausgestellt, daß der Sieg garnicht so nah und garnicht so einfach ist. Die Juden verhalten sich ruhig. Die Regierung wird strenger. In London herrscht eine prozionistische Stimmung. Darum hat man beschlossen, einen Angriff auf London zu machen. Nachdem die Freunde In« u« ausländische Hausbesitzer verwalten ihre «r| durch behördlich konz. Realitätenkanzlei 1 Dr. MAIR PAIS §=§ Wien I, Franz «Josefs «Kai 1, Tel. R-21-5-30 H Erstklassige Referenzen!

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