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Die neue Welt · 1936-06-12 · Heft 568 (12.6.1936) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 568 (12.6.1936)
Date
1936-06-12
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 DIE NEUE WELT Nr. 368 vom 12. Juni 1936 5? Erholungsheim Aue AUSKUNFT: EISENBEftG, WIEN II, Semmeringgebiet, 600 m, 30 Joch Park, vorzügliche Küche, günstige Fatnilienarrangements, Badegelegenheit, Arzt GROSSE PFARRGASSE 8, TELEPHON A.43*4-92 gation in Paris kennt sehr gut die Forderungen, welche die Zionistische Organisation gestern dem Kongreß vorgelegt hat, und ist der Ueberzeugung, daß diese Forderungen sehr mäßig und gerecht sind. Wir werden alle Anstrengungen machen, diesen Forderungen, so weit es von uns abhängt, Nachdruck zu verleihen. Mit einem herzlichen Willkommen aus tiefstem Herzen empfangen wir die Juden, welche in ihr Vaterland zurückkehren. Wir arbeiten gemeinsam daran, den Nahen Orient wieder zu beleben, unsere Bestrebungen decken sich vielfach. Ich glaube nicht an einen Erfolg dieser Bestrebungen ohne gegenseitige Unterstützung." (Schlußartikel folgt.) Die Zi'onisf en im IL J* F« In der Ausgabe der „Neuen Welt" vom 5. Juni 1936 war ein vom früheren Präsidenten des Verbandes der Alten Herren der zionistisch-akademischen Verbindungen, Herrn Dr. Eugen Felix, an die Führung des Bundes jüdischer Frontsoldaten (B, J. F.) gerichteter Brief wiedergegeben, in welchem Herr Dr. Felix die Gründe bekanntgibt, welche ihn zum Austritt aus dem B. J. F., dem er seit der Gründung angehörte, veranlaßten. Im wesentlichen wies Herr Dr. Felix darauf hin, daß die Führung des B. J. F., welcher als unpolitische Vereinigung gegründet wurde, nur unter. Hervorkehrung dieses Umstandes Mitglieder aller jüdischen Gruppen sammeln konnte, nunmehr unter Verletzung des ursprünglichen Programms darangeht, jüdische Politik zu betreiben, und zwar eine solche, die es auch in sachlicher Hinsicht einem Zionisten unmöglich macht, der Führung des B. J. F. weitere Gefolgschaft zu leisten. Dieser Brief war auch in der „Stimme", dem offiziellen Organ der „Allgemeinen Zionisten" (Zionistischer Landesverband) veröffentlicht, welches an ihn die Nachricht knüpfte, daß das Mitglied der Führung des B. J. F. Herr Kultusvorsteher Ing. Eugen Buchbinder (Judenetaatszionist) in Konsequenz der von Herrn Dr. Felix geschilderten Vorgänge bereits seine Stelle in der Bundesführung zurückgelegt hat, und die Erwartung ausdrückte, daß nunmehr auch die anderen Zionisten in der Bundesführung in Erfüllung ihrer zionistischen Pflicht diesem Beispiele folgen werden. Nunmehr erhielt die „Neue Welt" einen von den „Zionisten ha der Bundesführung" gefertigten, gegen Herrn Dr. Felix und die „Stimme" gerichteten Brief, dessen Veröffentlichung sie unter Berufung auf die seitens der „Neuen Welt" immer wieder bewiesene Loyalität fordern. Wir kommen diesem Ersuchen nach, allerdings mit der betonter jüdischer Grundlage" Folge leisten und die Aufforderung ihrer zionistischen Führung, dieser Folge zu leisten, ablehnen. Wir erklären gleich vorweg, daß den Herren Unterzeichnern zu dieser Behauptung das moralische und organisatorische Recht fehlt. Zionisten haben nicht das Recht, unter der billigen, jedes faktischen Inhalts entbehrenden, jedem Bekenntnis ausweichenden Phrase vom „bewußten und betonten" Judentum an Aktionen teilzunehmen, welche in Wirklichkeit die Zionistische Organisation und das nationale Judentum bedrohen und ihnen die nach jahrzehntelangem Ringen erlangte Führung im österreichischen Judentum nehmen sollen. Darauf läuft das hinaus, was heute die Führung des B. J. F. tut. Sie redet von „Einigkeit", stellt sich aber abseits, wenn die jüdische Solidarität aufs schwerste bedroht wird. Um nur auf einige Punkte zu verweisen: Wo war die Führung des B. J. F. und was hatte sie getan, aiä die assimilatorische Gruppe im Vorstand vor der Regierung und der Aufsichtsbehörde die Vaterlandstreue der zionistischen Majorität im Vorstand der Judengemeinde verdächtigte, die hinter ihr stehende Wählerschaft als „fremdes Element" ohne da9 richtige Gefühl für Oesterreich darstellte? Was sagt die Führung des B. J. F. zur Forderung dieser Gruppe an die Regierung, die freigewählte Leitung der Judengemeinde zu beseitigen und damit auch die Autonomie der Judengemeinde? Nicht ein Wort! Dafür hat sie die Zionisten beleidigt, indem sie in ihren Reden und Artikeln, allerdings unter Vermeidung jeder Parteibezeichnung, die Sache so darstellte, als hätten auch die Zionisten andere Juden bei den Behörden und der nichtjüdischen Oeffentlichkeit denunziert. Ist das jüdische Solidarität? Und was sagten die auf ihre „zionistische Pflicht" pochenden Herren Unterzeichner des obenstehenden Briefes? Nichts! Sie sagen auch nichts darüber, daß dieselbe Gruppe, welche den Zionismus im österreichischen Judenpunkt bekämpft, ihre Genugtuung nicht verhehlen kann, daß die Araber über das zionistische Aufbauwerk in Palästina herfallen und das Bollwerk des gepeinigten Judentums bedrohen. Darüber und Uber andere lebenswichtige Probleme schweigen die „zionistischen" Mitglieder der Bundesführung und haben nur eine Sorge: „Einigkeit". Mit wem? Dafür reden sie von „Einigkeit auf betont jüdischer Grundlage". Das Bekenntnis zum jüdischen Volk wird durch nichtssagende, aus dem alten Lexikon der Assimilation geholte, hohle Worte ersetzt. Eine sonderbare Art zionistischer Pflichterfüllung. Ueber.den hier aufgezeigten.Konflikt und das neue politische Programm der Führung des B. J. F. wird noch manches zu sagen sein, aber eine Feststellung muß schon Aus aller Welt „Blau-weißer Tag" auf der Levante-Messe Im Rahmen der Levante-Messe wurde ein „Blauweißer Tag" abgehalten, an dem auch der aschkenasische Oberrabbiner von Tel-Aviv, Rabbi Avigdor Amiel, eine Ansprache hielt. Oberrabbiner Amiel richtete eine scharfe Warnung an die arabischen Terroristen. Er sagte: „Ueberspannt nicht unsere Geduld, alles hat seine Grenzen. Auch unsere Jugend versteht, mit Waffen umzugehen. Sie wird vielleicht bald von ihnen Gebrauch machen müssen." Der jüdischen Presse wurde verboten, Berichte Uber die Rede Rabbi Amieis zu bringen. Diese« Verbot hat besonders in den religiösen Kreisen Tel-Avivs Verstimmung hervorgerufen. Es wird darauf hingewiesen, daß die Veröffentlichung selbst der heftigsten Reden des Großmufti nicht verboten worden ist Sämtliche Redner an dem „Blau-weißen Tag" wurden am. folgenden Morgen zum Distriktsbeamten berufen, um sich wegen Teilnahme an einer unerlaubten Versammlung zu verantworten. Amerikanische Protestanten für das jüdische Palästina Eine vom protestantischen Episkopalbischof von Washington, Dr. James Edward Freeman, geleitete christliche Delegation Uberreichte dem briti- Itikdetkem Steiia-Adm für Fortbildung und Erholung in Abbazia (Italien) Unter persönlicher Leitung des Rabbiners Alessandro Stern, nebst Mitwirkung geschulter Pädagogen. Unmittelbar am Meere gelegen. Herrlicher Ausblick aufs Meer und Gebtrge. Moderne, luftige Räume. Gewissenhafteste, individuelle Behandlung. Für Knaben und Mäochen von 10 bis 18 Jahren. Eigener Spiel- und Sportplatz. Eigenes Seebad. Aerztliche Aufsicht. ■> onatstaxen von 450 bis 6C0 Lire. Auch Auslandszaniüngen möglich. Ganzjährige Funktion. Religiöse Meata itäf Teleuramme: „Stelladria" Abbazia_ sehen Botschafter Sir Ronald Lindsay eine Petition, in der im Namen der christlichen Führung in Amerika die Durchführung der Bestimmungen des Mandats Palästinas Im Sinne einer Stärkung der jüdischen Einwanderung und Arbeit zwecks Behebung der jüdischen Not gefordert wird. 160.000 Juden in Berlin Die Gliederung der Bevölkerung der Reichshauptstadt nach ihrer Religionszugehörigkeit auf Grund der letzten Volkszählung hat ergeben, daß mehr als drei Millionen Berliner evangelisch sind. 440.000 bekennen sich zum römisch-katholischen Glauben, 160.000 zur jüdischen Religion und 22.000 zu anderen Religionsgemeinschaften. Mehr als 600.000. Einwohner haben sich zu keiner Religionsgemeinschaft bekannt. Weizmann bei Leon Blum Der Präsident der Zionistischen Organisation, Doktor Chaini Weizmann, hatte eine längere Zusammenkunft mit dem französischen Ministerpräsidenten Leon Blum, wobei die Situation in Palästina erörtert wurde. Antisemitische Straßendemonstrationen gegen Blum Am Samstag, den 6. Juni, veranstalteten royalistische und nationalistische Jugendliche im Quartier Latin Manifestationen gegen die Regierung und gegen lAon RABENSTEIG 3 Reinseiden-Herrenjj hemdßn, be8te Paßform O nur Reinseiden-Kniehose nur S 3.90 Pyjamas a. Bademäntel Viele Sorten ij,)-Aermel-Hemden ete. gebotenen Einschränkung, daß wir gegen Herrn Dr. Felix und die „Stimme" gerichtete beleidigende Stellen weglassen. In dem Schreiben heißt es: „Es ist uns unverständlich, daß der Ruf nach einer jüdischen Einheitsfront auf bewußter und betont jüdischer Grundlage als ein Politikum ersten Ranges aufgefaßt wird, das nun um jeden Preis bekämpft werden muß. Durchkreuzt vielleicht jüdische Einigkeit die zionistische Politik oder kann das Streben nach Einigkeit als Gegensatz zur zionistischen Ideologie aufgefaßt werden? Die Statutenänderung bezweckt nichts anderes, als die Uebernahme dieses ethisch heute wohl höchsten Gedankens im Judentum aus dem schon seit Jahren bestehenden Programm in die Statuten, weil dies als zweckmäßig erachtet wurde. Die zionistischen Mitglieder der Bundesführung haben keinerlei Veranlassung, ihre Funktionen im B. J. F. niederzulegen, sehen es im Gegenteil als ihre jüdische, bezw. zionistische Pflicht an, die Bestrebungen des Bundes tatkräftigst zu unterstützen." Gezeichnet ist der Brief von den Herren: Oskar Burian, Dr. Leo Kurzberg, Salomon Saphier, Dipl.-Kaufm. Ernst Stiaßny, Eduard Weininger, Benno Deutsch, Alfred May, Otto Schaffer, Dr., Ing. Erwin Strauß, Alfred Winzer, Julius Zellnik, Richard Gaensler, Robert Politzer, Dr. Heinrich Sokal, Dir. Gerson Wittlin. * Wir halten es für notwendig, auf diesen zwischen der Zionistischen Organisation und der Führung des B. J. F. entstandenen Konflikt, vor allem aber auf die Bemerkung der Unterzeichner einzugehen, daß sie in „Erfüllung ihrer zionistischen Pflicht" der Führung des B. J. F. auf dem Wege zur „Einigung auf bewußter und Zionistische Bezirks-Sektion Leo poldsta d t Club Erez Israel, II, PraterstraBe 13, Telephon R-42-407 Oos wesen Regen verschobene SOMMER-FEST findet Samstag, den 13. Juni 1936, um 9 Uhr abends irn Cafe Retaurant Conitantlnhügel, Prater Hauptallee Nr. 17 statt. Reichhaltiges Programm! jetzt gemacht werden. Sie betrifft die Haltung der Zionisten im B. J. F. Die ihren „Zionismus" betonenden Unterzeichner des Briefes, in welchem der Zionistischen Organisation und dem nationalen Programm die Gefolgschaft gekündigt wird, haben sich damit außerhalb des Rahmens der Zionistischen Organisation gestellt. Sie haben sie in schwerer Zeit im Stiche gelassen und leisten der Assimilation beim Kampfe um die Führung des Judentums Beistand. Es ist gut, daß sie es in so unzweideutiger Art getan haben. Sie haben damit den wirklichen Zionisten im B. J. F. die Augen geöffnet und zu erkennen gegeben, wohin der Weg führt, den man jetzt gehen will. ICaflfjP ßlll^limAVW «CKB KOIBNOASSI ~ I g*/affe TCuanniayr ubchtensteinstrasse) ■ E>KELLN£R-SYSTEM BILLIGE PREISE Aktion* Hütet die Jugend Zeiiungskelle des „Oiar Hanoar" (Schatz der Jugend) Walter und Otto Schwarz antworten Glanemann, Epstein & C. mit S 5.— und rufen zu Spenden auf: Emanuel Schreck. III., Neulinggasse 18, Wolf Nl w e s, II,, Obere Donaustraße 85. Fanny K a d i s c h, Graz, antwortet Dr. K. Braun, Graz, mit S 5.-. Israel G r a b e r antwortet Israel Same! mit S 2.--. Ing. Arnold W e 1 1 i s c h antwortet Alois Grünwald mit S 3.—. Isidor Leben söhn antwortet Dr. Moritz Taub mit einer Spende. Ing. Hans Lustig antwortet Dr. David Lunenfeld mit S 2.—. M. Kunstadt antwortet Reinharz & Co. mit S 2.—. Heinrich Klinger antwortet Relnbarz & Co. mit R 5.—. Erwin Weiß nra n n antwortet Benno Kleinfeld mit S 2.—. Erna L e d e r e r antwortet Max Neger mit S 3.— und ruft zu Spenden auf: Liese G r a t 8 c h, IX.. Clusluagasse 8, Elly L ö w, XX., Karajangasse 27. Ozar Hanoar Anfragen, Schachtelaustausch ausschließlich in der Sprechstunde, die jeden Dienstag zwischen Vs8 und i/a9 Uhr abends im Sekretariat des Verbandes der Judenstaatszionisten, Wien, I., Werdertorgasse 12, Tür 4 (Telephon U-23-8-31) von Herrn Edmund St ekel abgehalten wird. Guter Hat ist nicht Immer teuer. Besichtigen Sie die große Auswahl moderner Möbel in meinen Ausstellungsräumen. Diese Hind trotz hoher Qualität verblüffend billig. Möbel-Edelmann. VIII., Lerchenfelderstraße 12. Große Auswahl! Teilzahlungen! 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Im Generalrat des Seine-Depärtements hat der antisemitische Rat Darquier de Pellepoix den Antrag eingebracht, alle Einbürgerungen von Juden seit dem Waffenstillstand zu widerrufen und den Juden das aktive und passive Wahlrecht sowie die Amtsfähigkeit für öffentliche Aemter zu nehmen. Palästina-Pavillon auf der Pariser Ausstellung 1987 In Paris wurde unter dem Vorsitz des Präsidenten des Comite France-Palestine, Senator Justin Godart, ein Komitee für Schaffung eines Palästina-Pavillons auf der Pariser Ausstellung von 1937 gebildet. Dem Komitee gehören auch Louis Asscher und Guy Rothschild an. Gouverneur Lehman will demissionieren Aus New York (J, T. A.): Große Sensation in politischen Kreisen erregte die Erklärung des jüdischen Gouverneure des Staates New York Herbert H. Lehman, sich nach acht Jahren Amtstätigkeit in Albany nicht wieder wählen zu lassen, sondern ins Privatleben zurückkehren zu wollen. Eine Bitte Präsident Roosevelts an Lehman, seinen Entschluß zu ändern, "blieb erfolglos. Neu renoviert* _________61 ff II, Negerlagasae 2 streng orthodox "HJO Reichhaltige Menüs S —.90 bis S 2.30 Gute Küche / Billigste Preise Ferien ll)3fi In Polen für -luden. Wie alljährlich werden auch in diesem Jahre unzählige jüdische Familien ihre Ferien in Polen verbringen, teils um ihre Angehörigen zu besuchen, teils um in don billigen polnische» Sommerfrischen Erholung und Vergnügen zu spottbilligen Preisen v.n finden. Wenn mau bedenkt, daß man in polnischen Sommerfrischen ab S 3.— täglich gut leben kann, so wundert man sich nicht, daß Ferienreisen na'I» Polen beim jüdischen Publikum beliebt sind. Mb ist uns gelungen, sehr günstige Arrangements mit einer Reihe von jüdischen Häusern in,,Kr£J?,c*' Zukopane, Jwouicz, Trunkawiec usw. abzuschließen. Alle näheren Auskünfte über diese Reisen erhalten Sie bei Doktor S. 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