Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 10 (1936)
- Issue
- Heft 568 (12.6.1936)
- Date
- 1936-06-12
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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ivr. 568 vom 12. Juni I93w DIE NEÜß WEL1 Seite 3 iKfatkeksfüe^ä Eine britische Stimme ,Jch gehöre der sogenannten ,Tory'-Partei an. An jedem 19. April, dem Primerose~Tag, wattfahren ich und meine Freunde zum Denkmal desjenigen, der unsere Partei vine ganze Generation lang führte, und legen Primeln nieder. Ich sprechen von Benjamin DisraeU, Earl of Beaconsfield, der dreimal Premier von England war. Er stammte von spanischen Juden ab und war ein hingebungsvoller und patriotischer Engländer. Seiner Religion nach war er Baptist und Mitglied der Church of England. Aber privat wie öffentlich, als Schriftsteller wie als Staatsmann, nannte er sich mit Stolz einen.Juden, einen Hebräer unter Hebräern, wie der Heilige Paulus einer war. Seine Bücher sind voll Anerkennung für die Rasse, der anzugehören er wegen der Kultur, der Religion, Kunst und Wissenschaft, die sie der Menschheit gegeben hat, stolz war. Ich möchte zum Schluß bemerken, daß die Juden in ihrer Zerstreuung einen Sinn für ihre geschichtliche Kontinuierlichkeit bewahrt haben, und daß sie eine rasttische Minderheit bilden, die in jeder Beziehung die gleiche Behandlung wie die Minderheiten in allen Ländern beanspruchen muß. Wie soll diese Behandlung beschaffen sein? Vor allem gleiche Bürgerrechte und gleich faire Behandlung wie alle Bürger des Volkes, dem sie angeschlossen sind." Kolonienminister Ormsby-Gore (Genf 1933). Der jüdische Umweg ,J>er arabische Kampf wird vor allem von einer gewissen Oberschicht geführt, die weniger um wirtschaftliche Interessen kämpft als um ihr eigenes politisches Prestige. Diese Schicht ist im Grunde den Engländern feindlicher gesinnt als den Juden. Aber sie führt ihren Kampf gegen die Engländer sozusagen auf dem jüdischen Umweg." M. M. Ussischkin, Jerusalem, Juni 1936. Es gibt noch Fairneß Der Kongreß der Vereinigten Staaten schloß sich der von seinen beiden Kammern, dem Repräsentantenhaus und dem Senat, bereits angenommenen Resolution einmütig an, auf einem öffentlichen Platz in Washington dem polnischen Juden öhaim Salomon, der in den amerikanischen Befreiungskriegen Ende des 18. Jahrhunderts eine führende Rolle gespielt hat, ein Denkmal zu setzen. In der Resolution wird auf die Verdienste Ch'aim Solomons'-bei der Finanzierung der Freiheitsbewegung und der Aufstellung der Freiheitslegionen hingewiesen und erklärt, Salomon habe den Vereinigten Staaten in den schwersten Zeiten ihrer Befreiungsrevolution unvergängliche Dienste geleistet. J.-T.-A.-Meldung aus Washington, Juni 1936. Für den jüdischen Weltkongreß ,JDer Weltkongreß kann zu einem Erwecker, Verkünder und Kämpfer in einer Sache werden, die die Sache der Hoffnung des Menschengeschlechtes ist. Seine praktischen Ziele werden zugleich ideale Ziele sein. Sein oberstes Ziel wird darin bestehen, zur Welt über das jüdische Wölk in dessen Namen und Auftrag zu sprechen, der Welt nicht zu gestatten, uns zu ignorieren, nicht zuzulassen, daß die Menschen guten Willens uns vergessen, unablässig unsere Sache zu verbinden mit der Sache der geknechteten Freiheiten der Menschheit. So kann und wird der Weltkongreß uns wieder zu einem Volk machen, zu einem Volk, und nicht zu wehrlosen, zersplitterten und unzusammenhängenden Gruppen, zu einem Volk in der Landschaft der Geschichte." f Der jüdisch-amerikanische Schriftsteller Ludwig Lewisohn, 1936. Nicht gegen das Nationale ,J}ie heutige Lage der Juden ist auf einem episodischen Grunde. Durch ihr Schicksal sind die Juden in der Lage, über die jetzige Epoche hinüberzusehen in Zeiten, die günstiger für sie sein werden als die Gegenwart. Wenn ich auch gegen das Nationalistische bin, bin ich doch nicht gegen das Nationale, und deswegen hat der Aufbau Palästinas durch die Juden meine Sympathie." Thomas Mann, Juni 1936. Ein Prophet Eine gewisse Psychoanalyse ist die Beschäftigung geiler Rationalisten, die alles in der Welt auf sexuelle Ursachen zurückführen, mit Ausnahme ihrer Besotbäftigung. Psychoanalyse ist die Krankheit, deren Symptome sie heilen will. Psychologen sind Durchschauer der Leere und Schwindler der Tiefe. Das Wiener Sexualleben spielt sich ab zwischen dem Sigi Ei*nst und dem Sige Freud. Sie haben die Pi-esse, sie haben die Börse, jetzt haben sie a\tch das Unterbewußtsein! Karl Kraus, Pro domo et mundo, 1919. SA. Rosenfeld: Arabische Politik und arabische Parteien qenernlvertreter polnischer KoiilenMe vergibt Alleinverkauf auf fixe Rechnung mit Kontingent für Oesterreich Offerte unter „Seltenheit" an die Administration dieses Blattes Sooft der „arabische Volkszorn" gegen die Zionisten und gegen das zionistische Ideal „losbricht", erscheinen unsere Gegner auf der politischen Tribüne und weisen den „Adelsbrief" der Araber vor, welcher den „Volkszorn" berechtigt und begründet. Es heißt, die Araber leben in Erez Israel länger als die Juden, daher haben sie mehr Recht auf dieses Land, mehr als die Juden — und das ist die Ursache des Zornes! ... Dazu nun einige historische Daten: Die Juden besiedelten das Land im Jahre 1271 vor der gewöhnlichen Zeitrechnung und verloren die Herrschaft im Jahre 68 nach Christi — also 1339 Jahre war das jüdische Volk Herr in Erez Israel. Die Araber haben das Land im Jahre 634 n. Chr. erobert und die Herrschaft 1099 während der Kreuzzüge verloren; also insgesamt 465 Jahre — 465 Jahre! — haben die Araber in Palästina geherrscht! Seit 1099 wechselt die Herrschaft, kam aber niemals wieder zu den Arabern zurück. 837 Jahre wird nun dieses Land von fremden Mächten übernommen — die Araber ha/ben es für gut und in Ordnung befunden. Weiters: Das jüdische Volk ist das einzige auf der Erde, welches in Erez Israel seinen Staat begründet hat — und Erez Israel ist das einzige Land, in welchem das jüdische Volk einen Staat hatte. Aue Vervielfältigungsarbeiten hei W H r o f s k y. Wien, II., Rembrandtstraße Nr. 36 Telephon A-43-7-63 * Die Araber haben in verschiedenen Ländern Staaten gegründet, nur nicht in Erez Israel. Sie betrachteten daher Erez Israel niemals als ihr nationales Vaterland. Kurios, nicht einmal einen eigenen Namen, einen arabischen, haben sie für dieses Land ... Die Tatsache, daß die Araber ohne jede geistige Verbindung das Land bewohnt haben, ohne in diesem Land eine nationale Zivilisation entwickelt zu haben, berechtigt sie nicht, besondere national-politische Eigentumsrechte auf dieses Land geltend zu machen, auf ein Land, das vom historischen, juridischen und kulturellen Standpunkte den Juden gehört. Noch etwas: Die ursprüngliche, eigenartige jüdische Kultur wird in diesem Lande geschaffen in innigster Verbindung mit dem Lande. Und eben diese Kultur finden wir im Tehach, ^'unserer Mischhahin der gesamten talmudischen Literatur, in der Kabbala, im Chassidismus usw. — bis auf den heutigen Tag. Und wenn die Weltgeschichte eine Beziehung zu Erez Israel hat, so gilt diese nur für die jüdische Epoche. In der Weltliteratur — auch in der arabischen — wird Erez Israel als jüdisches Land bezeichnet. Diese Tatsachen waren der Grund, weshalb viele bedeutende Gelehrte und maßgebende Persönlichkeiten die zionistische Idee unterstützten — sie hatten die Ueberzeugung, daß die Rückkehr des jüdischen Volkes in sein Land die Abstattung einer alten Schuld der Menschheit an das jüdische Volk bedeute. Betrachtet man die arabische Kultur, so kann man objektiv konstatieren, daß Erez Israel nicht ihre Geburtsstätte ist, daß sie keine Beziehung zu diesem Lande hat, daß die Muselmanen bloß einige heilige Punkte in Palästina haben (ebenso wie die Christen), Regelmäßiger Reisedienst nach POLEN billig und bequem wie Immer. Nächste Reise: 27. Juni 1936 Ferien-Reisen ab 5. Jüii Besondere Gelegenheit: am 14.Juni nach KRAKAU tour-retour, mit Visum, S 53.— i„ j»„ in_iiK Auskünfte: Dr. S.TOCKER, Reisebüro „I (W. M. Renner) IX, llecht«nst«lnstraae 2 Telephon A-14-504 Auskünfte und Prospekte über Reisen nach Bulgarien, England, Itallan' Jugoslawien, Palästina, Ungarn u. andere Länder u. Uber Autobus-Reisen daß viele dieser heiligen Orte mit Namen der jüdischen Geschichte (Stammväter, Propheten) verbunden sind. Niemand — man soll das zur Kenntnis nehmen — niemand tastet die religiösen Rechte der Araber Auf diese Orte an. Wir beziehen uns zu ihnen mit größtem Respekt und größter Gewissenhaftigkeit! Die Weltgeschichte selbst hat gar keine Beziehung zur arabischen Epoche, die ihrerseits keine wesentlichen Denkmäler hinterlassen hat, die keinen wesentlichen Einfluß auf das Land ausgeübt hat. Nirgendwo, nirgendwo wird dieses Land genannt: „Das Land der Araber". Und sogar juridisch: „Das Bewohnen eines Landes stellt nur In dem Falle ein Eigentumsrecht dar, wenn der unwiderlegliche Beweis erbracht wird, daß der frühere Eigentümer dieses Land aus freiem Willen, durch eigenen Willensentschluß verlassen und aufgegeben hat! Wenn der frühere Eigentümer eines Landes dieses nicht mehr als sein Eigen haben will, das Land bewußt vernachlässigt, offenkundig diesen Willen zur Schau trägt — dann wird dieses Objekt herrenlos, res nullius, dann kann es ersessen werden. Solange aber der frühere Eigentümer gar nicht.daran denkt, das Eigentum aufzugeben, solange im früiieren Eigentümer der „anijöus domini" lebt und' wirkt, bleibt er unter allen Umständen Eigentümer des Landes! Es ist für jeden Menschen klar, daß, wenn man ein Land einem Volke mit Gewalt entreißt — wie uns. —, dieses Volk niemals sein Eigentumsrecht an diesem Lande verliert, auch dann nicht, wenn inzwischen ein anderes Volk dieses Land besetzt und bewohnt. Jean Harlow, Lee Tracy Iii Hjii. ,_..„,.„...,. T„ Eine entzückende Komödie um eine entzückende Frau Burg-Kino Im gleichen Programm ABESSINIEN die interessantesten Ausschnitte aus dem italienischen Feldzug „Juridisch" — so urteilen berufene Fachleute — „haben nur die Juden ein Recht, dieses Land als ihr eigenes zu betrachten." 2. Das Problem von einer anderen Seite gesehen: Unsere Gegner behaupten, wir hätten uns in das Land „eingeschlichen" ... Einige unwiderlegliche historische Fakten: Nach der Besetzung Erez Israels durch England waren die Beziehungen zwischen Juden und Arabern vollkommen normal. Als am 18. April 1918 die Jüdische Delegation unter Weizmanns Führung nach Erez Israel kam, wurde sie von der englischen Verwaltung und de? arabischen Bevölkerung mit großer Ehrerbietung empfang gen. Vertreter aller Klassen und Stände kamen, um die Delegation zu begrüßen. Bei der Grundsteinlegung zur Hebräischen Universität waren beteiligt: der damalige Muselmanische Mufti, der anglikanische Bischof sowie der Erzbischof vom Berge Sinai, Porphiri der Zweite* der in seinem Begrüßungsschreiben u. a. folgendes schrieb: „... wir griechisch-orthodoxe Christen haben die Anspruchsvoll Starkbärtige, Empfindliche, Eilige nehmen nur die sanft-scharfe tiefe Ueberzeugung, daß es keine gerechtere Sache gibt* als das Zurückführen der Juden nach Erez Israel. Die Juden, Träger der modernen Zivilisation und eines der klügsten Völker der Welt, werden nicht nur alle Ener«< gien und Fähigkeiten mobil machen, um das Niveau des Landes in jeder Hinsicht zu heben, eines Landes, das unter türkischer Herrschaft so sehr litt, sondern werden, auch den Eifer der armen Bevölkerung aufleben lassen* die Schaffensfreude, ihnen, den Juden, nachzuahmen, und so wird dieses Land wieder zu dem gesegneten Lande werden, in welchem Milch und Honig fließt! ... Als Grieche, Christ und Erzbischof vom Berge Sinai, dem Berge der .Zehn Gebote" begrüße und unterstütze ich von ganzem Herzen die jüdischen Bestrebungen: Schließlich haben die Juden ein unveräußerliches Recht, sich im Lande ihrer Ahnen wieder anzusiedeln! Dieses Land soll von jetzt an ihr Vaterland sein — dank der Initiative und der Protektion Englands. Wir Christen schulden viel dem Judentum, dessen Tenach unsere Bibel ist. Wir müssen endlich die gegenseitigen Beschuldigungen vergessen und vertilgen, die der Haß und der Neid im menschlichen Herzen hervorruft. In der Stadt Jerusalem sollen Christen, Muselmanen und Juden in vollster Harmonie miteinander leben. Alle sind wir Brüder, alle müssen der Lehre zugetan sein: .Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!' ..." Das wurde in ehrlicher Ueberzeugung im April 1918 geschrieben. Ein Jahr später, im März 1919, schreibt der arabische König Faisal an Professor Frankfurter in Amerika, welcher sich an der Friedenskonferenz beteiligt: „... Wir stellen uns, insbesondere unsere Intelligenz, zur zionistischen Bewegung mit größter Sympathie. Unsere Dele- Inuu ausländische Hausbesitzer verwalten ihre WIENER HÄUSER durch behördlich konz. Realitätenkanzlei | Dr. MAIR PA1S |H Wien I, Franz'Josefs *Kai 1( Tel. R-2V5J30 H Erstklassige Referenzen! M