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Die neue Welt · 1936-06-12 · Heft 568 (12.6.1936) · page 5

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 568 (12.6.1936)
Date
1936-06-12
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 368 vom 12. Juni 1936 DIE NEUE WELT Seite 5 VERBAND DER JUDENSTAATSZIONISTEN OESTERREICHS SEKTION VI VII Samstag, den 13. Juni 1936, um halb 9 Uhr abends im S e k t i o n s h e i m, VII, Kaiserstraße Nr. 30 (Bialik-Heim). Vortrag Oberbaurat Robert Stricker Thema: Die jüdische Lage SEKTION IXX VIII XIX Samstag, den 13. Juni 1936, um halb 9 Uhr abends im S e k t i o n s h e i m, XVIII, Semperstraße Nr. 19, im Hofe. Vortrag des soeben aus Palästina zurückgekehrten Theodor Grubner Palästina-Einwanderung!♦ Quartal 1936 Tel« Aviv (Palnews); Im März erhöhte sich die Einwanderung auf 4195 Personen (gegenüber durchschnittlich rund 2700 in den beiden ersten Monaten dieses Kategorie Jahres), darunter 303 nachträglich registrierte Touristen. Es ergeben sich folgende Eihwanderungsziffern: 1. Quartal 1936 1. Quartal 1935 Personen mit päl. Pfund 1000 Mindestkapital ...... Deren Angehörige............. Freie Berufe mit pal. Pfund 500 Mindestkapital . . . . Deren Angehörige............. Handwerker mit pal. Pfund 250 Mindestkapital..... Deren Angehörige............ . Personen mit pal. Pfund 4 Monatarente....... Personen mit pal. Pfund 500 Mindestkapital..... Deren Angehörige............. Waisen.................... Geistliche . . ,................ Deren Angehörige............. Studenten................... Arbeiter...........,....... Deren Angehörige............. Angehörige palästinensischer Einwohner....... Von den Bestimmungen der Immigration Ordinance befreit 1.252 1.296 79 136 47 1 5 9 129 266 377 1.46S 971 3.452 157 1.597 1.499 5 1 30 194 28 8 5 266 509 272 4.684 4.372 3.559 73 Insgesamt .....................9.605 17.202 Gegenüber dem Vorjahr fällt besonders der starke Rückgang der Einwanderung von Arbeitern und deren Angehörigen ins Gewicht, die sich im Vorjahr auf 9056 Personen stellte und im ersten Quartal dieses Jahres auf nur 2439 vermindert hat. Die Einwanderung von Kapitalisten mit 1000 pal. Pf. Mindestkapital ist um 22 Prozent zurückgegangen, diejenige von Angehörigen palästinensischer Einwohner hat sich dagegen kaum verringert und macht mehr als ein Drittel der gesamten Einwanderung aus. B>as BodenprobEem in Palästina Aus London: Auf der Jahreskonferenz der englischen Zionisten führte der Nationalfondsreferent L. Scheu u. a. aus: „Die ernsten Vorfälle der letzten Wochen zeigen die Gefahr, welche in der unzureichenden Zahl jüdischer Landwirte in Palästina liegt, auf. Die Araber versuchen, die jüdischen Zentren von der Nahrungsmittelzufuhr abzuschneiden. Dieser Versuch hätte zu einer ernsten Bedrohung des Jischuw werden können, da nur ein Drittel unseres Nahrungsmittelbedarfs von den, jüdischen Siedlungen geliefert wird. Wir sind gezwungen, Nahrungsmittel zum größeren Teil von Arabern zu kaufen oder aus den Nachbarländern zu importieren. Drei Millionen Pfund wurden im letzten Jahre für Nahrungsmittelimporte ausgegeben. Wären diese drei Millionen in Palästina ausgegeben worden, so hätten Zehntausende Juden Beschäftigung gefunden. Wir haben zweifellos die nötigen Arbeitskräfte, es mangelt aber an Boden. Von den Arabern sind 80 Prozent, von den Juden nur 14 Prozent in der Landwirtschaft tätig. Die Regierung könne eine arabisch-jüdische Kooperation eher dadurch fördern, daß sie jüdischen Bodenkauf erleichtert, als dadurch, daß sie ihn ersenwert. Sollte die Regierung ihre geplante Bodengesetagebung durchführen, so werde damit eine dauernde Verschiedenheit der wirtschaftlichen Interessen vou Juden und Arabern geschaffen werden. Von den Landwirten in Palästina sei heute nur jeder zehnte ein Jude. In Erkenntnis der hierin liegenden Gefahr sei es Aufgabe der Zionisten, zur Vermehrung des jüdischen Landbesitzes und des Wachstums der jüdischen landwirtschaftlichen Siedlung beizutragen. (J. T. A.) Mehrjährige Kcrkenstrai'en gegen nationalradikalo Pogromleute in Wilna Wilna, 8. Juni. (J. T. A.) Vor dem Bezirksgericht in Wilna fand ein Prozeß gegen sieben Mitglieder des illegalen „radikal-nationalsozialistischen Lagers" statt, die der VerÜbung mehrerer Bombenanschläge gegen jüdische Geschäfte und Wohnhäuser in Wilna angeklagt sind. Vier Angeklagte wurden zu schweren Kerkerstrafen in der Dauer von 2 bis 5 Jahren verurteilt, die übrigen drei wurden freigesprochen. Jifdfscfies Kinder-Ferienheim if ift in Spital am SEMMERING (820m) (Ur 6b. 16 Jähr. (pädagogischer Leiter A.Tagllcht) Modernes, gepflegtes Heim, ständige ärztliche Aufsicht, Sport, Gymnastik. Schwimmen, eigene Bibliothek, Helmkino, vorzügliche rituelle Verpflegung, Mast- und Diätkuren. Fremdsprachige Konversationsgruppen. Anmeldung, Prospekte, Photos usw. im Wiener Sekretariate, IX, Schwarzspanierstraße 12 (Mezzanin), Telephon A-26-3-73 3<rf)ttbelag ift ebenfo l)äfjlid) toie gef äljtftdj* ©er mifjfar&ige ßaljnbelag, ber nad) unb nad) ben 3Qf)n" fdjmelj angreift, fann auf bie cinfadjfte 2Irt entfernt toerben. Morgens als Erstes btc 3ä't)tte grünblid) mit ©jtorobont bitten. (Stjlorobont, bie r)errltd) erfrifdjenbe Sßfeffertninäßaljntoafte, madjt buref) itjre ftarte, aoer unfd)ablid)e Steint» gung§fraft bie Qöfyne Blenbenb loeifj unb baburd) jebe§ SIntlifc anfbredjenb unb fdjön. Abends als Letztes öor bent ©djlafengefjen unbebingt bie ©peiferefte au§ ben ß^nsroifäenrauinen burd) nochmalige grunbltdje Reinigung mit ^lorobont^ötjn^afte entfernen. ©r)torobont, f djäumenb ober nid)tfd)äumenb, beibe Dualitäten finb gteidj gut. £ube S —.90. Defierretdjifdjeä (Srgeugniä. 3 Spritzer Chlorodont-Mundwasser in das Mundspülglas erhöhen die erfrischende Wirkung der regelmäßigen Zahn- und Mundpflege mit Chlorodont. die Juden im hak Von Dr. R. D. (Bagdad) Das Königreich Irak, in dem über 100.000 Juden wohnen, ist ein unabhängiger und souveräner Staat, der seit Oktober 1932 dem Völkerbund angehört. Da zahlreiche unfundierte Nachrichten über das Leben der irakischen Juden verbreitet werden, dürfte der nachstehende Aufsatz, der von einem Kenner des Landes stammt, von besonderem Interesse sein. Das Königreich Irak umfaßt das Gebiet, das man geogmphisch Mesopotamien (das Land zwischen Euphrat und Tigiis) nennt, und befindet sich auf dem Boden der alten Reiche der Babylonier, Assyrer und Chaldäer. Bis zum Weltkrieg eine Provinz des Ottomanischen Reiches, wurde es mit den anderen arabischen Gebieten nach dem Weltkrieg von der Türkei abgetrennt, Irak tourde am 23. August 1921 ein unabhängiger Staat mit einer monarchisch konstitutionellen Verfassung, blieb aber unter britischem Mandat bis zum Oktober 1932,"in welchem Zeitpunkt es ein souveräner Staat und Mitglied des Völkerbundes geworden ist. Das Königreich Irak hat eine Flächenausdehnung von etwa 375.000 Quadratkilometern, sein« Bevölkerung belauft sich auf etxoa vier Millionen Seelen. Die Hauptstadt ist Bagdad mit JfOO.OOO Einwohnern. Alle Bürger des Königreiches Irak haben grundsätzlich gleiche Rechte und gleiche Pflichten, ohne Rücksicht, auf Religion und Rasse. Bagdad und die anderen großen Städte im Irak •sind Sitz uralter bedeutender Judengemeinden, icahrscheinlich der ältesten, welche die Geschichte des jüdischen Volkes kennt. Ihr Ursprung geht direkt auf die Diaspora zurück, sie stehen also im zweiten Jahrtausend ihrer Geschichte. Davon haben sie viele Jahrhunderte unter muselmanischer Herrschaft verbracht, die im großen ud ganzen eine tolerante war. Infolge der geographischen Verhältnisse haben die Juden des Irak, abgesehen von regen geistigen Beziehungen, ziemlich abgeschlossen von den Juden der übrigen Welt gelebt, und e* ist nur eine minimale Zuvmndernng spaniolischer Juden festzustellen. In unserer schnellebigen Zeit, wo eine Reise von der Mitteimeeküste bis Bagdad eineinhalb bis zwei Tage dauert, beginnt man zu vergessen, daß no>'h vor zwanzig Jahren eine mühlselige und kostspielige Karawanenreise von vier bis fünf Wochen oder eine ebensolange Seereise notwendig war, um Bagdad zu erreichen, das damals ganz abseits vom Weltverkehr lag, heute allerdings einen wichtigen Verkehrspunkt darstellt. Seil etwa zwei Generationen beginnt, nun ein außerordentlicher Aufstieg dieser Judengemeinden auf allen Gebieten des materiellen, geistigen und sozialen Lebens, eine Entwicklung, zu der die Alliance Israelite Universelle sehr viel beigetragen Jiat. Was die Schulen Sftern'sche Lehru. Erziehungsanstalt I, Werderlorgasse 12 Tel. U-28-1-97 Volksschule für Knaben und Mädchen. 9 Uhr Schulbeginn, öffentlichkeitsrecht, Haupt- und Fortbildungsschule, Tagesheim, Internat, Fremdsprachen, Sport, Musik. und sozialen Institutionen dieses Werkes für das unter ottomanischer Heirschaft vernachlässigte Vorderasien bedeutet haben, kann nur derjenige beurteilen, der die Zustände selbst in den Jahren vor dem Weltkrieg an Ort und Steile gesehen hat. Heute steht das junge Irakische Königreich mit seiner (mit Hilfe englisclier Faeltleute entsandenen) modernen, und nach streng demokratischen Prinzipien geleiteten Regierung a,m Beginn einer vielverspreche7iden Entivicklung. Dieses alte, an Naturschätzen so reiche Land macht in die Augen springende Fortschritte, um eine jahrhundertalte Vernachlässigung mit Riesenschritten aufzuholen. Als erbeingesessene, freie und gleichberechtigte Bürger ihrer Heimat nehmen die Juden im Irak an der Entwicklung ihres Landes den gebührenden Anteil. In einer Zahl von etwa 100.000 Seelen leben sie in den großen Städten Iraks, wobei die größte Gemeinide mit ungefähr 70.000 Seelen naturgemäß die der Hauptstadt. Bagdad ist. In der Volksvertretung des Landes sind die Juden in der Deputiertenkammer sowie im Senat ent-. sprechend vertreten. Sie sitzen in den Gemeindestuben, Ivaben Zutritt zu den Staatsämtern und beteiligen, sich an dem geistigen und materiellen Leben der Nation in,. hervorragender Weise. — Wiederlvolt hatten Juden Ministerposten inne. Die jüdischen Gemeinden des Iraks, an deren Spitz* ein Großrabbiner steht, genießen wie alle anderen religiösen Gemeinden im Irak volle Glaubens- und Gewissensfreiheit und Feiheit in der Ausübung ihrer Religion. Sie verfügen über eine eigene, gesetzlich verankerte Konstitution für ihre Gemcindeangelegenheiten, wie etwa Bildung von Gemeinderäten für die Verwaltung der religiösen Stiftungen, Schulen, Spitäler und. sonstigen Gemeindeangelegenheiten. Die Bagdader Juden, welche als unternehmende 'und tüchtige Kaufleute in der Welt bekannt sind., haben seit Jahren ihre Söhne auf die großen Handelsplätze der Welt gescMckt; viele von Urnen liaben es in der Welt zu Wohlhabenheit und Ansehen gebracht. Es dürfte nicht -TO für 3- bis 14jähr. SCHLOSS GINSELBERG NEUSTIFT BEI SCHEIBE* N.-D. Herrliche Lage Vorzügliche Kost Ant im Heim Mäßige Prelso Leitung: Dipl. Montessorllehrerin LORE REINB6ER N°!eQroBe Schiffgasss 5 allgemein bekannt sein, daß die englischen Sassoons aus Bagdad stammen und ihre Heimat nicht vergessen haben. Die hervorragenden sozialen Einrichtungen, die vorbildlichen Schulen der Bagdader Judengemeinden erfreuen sich nebst der werktätigen Unterstützung der bodenständigen Gemeinden auch der ihrer Söhne, welche in die Welt hillausgegangen sind. Im übrigen waren die Juden von Bagdad stets von ihren arabischen und christlichen Mitbürgern geschätzt und geachtet. Irakische Patnoten sehen ihr Land, das in der Geschichte der Menschheit schon wiederholt eine hervorragende Rolle gespielt hat, einer neuen Blüte, entgegengcJien, und alles spricht dafür, daß ihre Hoffnungen Erfüllung finden werden. Besonders billige Ferienreisen narli Tolon veranstaltet „Francopol". Zu den Krakauer Festtagen: Fahrt Wien—Krakau- Wien inkl. polnisches Visum nur S 52.—. Nähere Auskünfte: „Francopol", III., Schwarzenbergplatz 7, Tel. U-16-4-90, ..Cedok", I.. Kärntnerstraße 32, Tel. R-23-4-88 und „Gerngroß", VII., Mariahllferstraße 43. Tel. B-38-2-68. E Für Weekend u. Reise tassn^ *it&o EICBM FEINWURSTWAREN und KIswElTO SELCH WARENSPEZIALITÄTEN sowie Fleischkonserven in bester Qualität * Auch Postversand

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