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Die neue Welt · 1936-05-29 · Heft 565 (29.5.1936) · page 2

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 565 (29.5.1936)
Date
1936-05-29
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 DIB NEUE WEVt Nr. 565 vom 20. Mai 1936 j Ha Ks 1 Hallo-Hallo! j Nicht vergessen, im I das Nachtmahl zu essen. | Vis-a-vis dem Schweden Kino I Reichhaltige Auswahl in Hlttsg. und Ab«rKf*Men'Js u. kfttt« | Spelten tri» 1 Uhr nacht* - Bier und Wein vom F*fi - i Inhaber RtMolf Sti(Mn, U, Taborstruße 4 Das englische Kriegsschiff, das am Mittwoch den Hafen von Jaffa verlassen hatte, ist am Freitag Morgen zurückgekehrt. Die Zeitung „A Difaa" ist wieder erschienen. Dagegen hat die Regierung die „El Liwaa", daa Organ des Großmuf ti, eingestellt. Auch die für den 23. Mai einberufene Konferenz der arabischen Sürgermeteter ist verboten worden. * In Nablus ist am 22. Mai der Ausmahmszustand verkündet worden. Die Bestimmungen des Ausnahmezustandes in Jerusalem wurden durch Vorverlegung der Polizeistunde von 7 Uhr auf 6 Uhr 30 abends neuerlich verschärft. Zum ersten Male seit 1929 haben infolge des Ausnahmszustandes die Juden am Freitagabend in Jerusalem dem Gottesdienst nicht beigewohnt. Von Samstag mittags angefangen stehen alle Straßen in Mittel- und Südpalästina faktisch unter Kriegsrecht. Dank dieser Verordnung werden künftighin die Straße J e r u s a 1 e m—T e 1 - A v i v und andere Straßen besser gegen Ueberfäile geschützt seih. In den späteren Nachmittagsstunden kam es 2u kleineren arabischen Kundgebungen in Jaffa, Gaza und Dschennin. Sie wurden ohne Schwierigkeit aufgelöst. Polizeibaracken in Jaffa wurden mit Bomben angegriffen, wobei die Fensterscheiben zertrümmert wurden. Der bekannte Streikführer Rechtsanwalt Sidky Bey Dajani wurde für ein Jahr nach einem kleinen Ort bei Hebron verbannt. Weiter wurden der Araberführer Saleh Abdo nach Khan Yunis in der Wüste und der Berichterstatter der arabischen Zeitung „AI Ahram" nach Jericho verschickt. Das in dem gegenwartigen Streik sehr aktive Mitglied der auf politischem Gebiete führenden Nashashibi-Familie, Fakhri Nashashibi, wurde angewiesen, sich ein Jahr lang täglich dreimal bei der Jerusalemer Polizei zu melden. Der High Commissiöner hat die arabischen Bürgermeister von Jerusalem, Nablus und Hebron abgesetzt und aa ihrer Stelle jüdische Stellvertreter ernannt. In Jerusalem wurden fünf junge arabische Führer verhaftet. In Nablus verbarrikadierten die Manifestanten eine Straße. Als Polizei und britisches Militär den Versuch linternahmen, diese Barrikaden zu beseitigen, wurden sie mit einem Steinhagel empfan- Een. Aus diesem Grunde sah sich die Polizei genötigt, eine alve. in die Demonstranten abzufeuern. * Die hebräische Tageszeitung „Döar Hajom" ist wegen eines Artikels ihre» Hauptschriftleiters Peesach Ginsburg, in dem an der Laxheit der Regierung Kritik geübt wird, für fünf Tage verboten worden. Die Zeitung wird unter anderem Namen erscheinen. Reuter meidet aus Jerusalem, 25. Mai: „B e w a f U nete Banden arabischer Terroristen tauchen überall im ganzen Lande und in den Bergen auf und eröffnen, sobald sie Polizei oder MMtär erblicken, unverzüglich das Feuer. Sie haben nicht einmal vor Panzerautomobilen Furcht, vernichten das Getreide auf den Feldern, zerstören die Telephonleitungen und werfen mit ungewöhnlicher Kühnheit Bomben. Es ist daher sehr schwierig, über die einzelnen Vorfälle zu berichten. Die bewaffnete Macht hat ständig kleine Gefechte mit den Aufständischen zu bestehen. Arabische Frauen haben die Polizei, als diese in einem Dorfe bei Nazareth eine Hausdurchsuchung vornahm, mit einem Steinhagel empfangen. Bin britischer Polizist und eine Araberin wurden verletzt. ♦ Der Berichterstatter des Deutschen Nachrichtenbüros meldet aus Jerusalem, daß die arabischen Führer jetzt den Schwerpunkt ihrer Tätigkeit offensichtlich auf den Hafen Haifa verlegten. Prager Zeitungen weisen auf die besonders heftige Aufruhrtätigkeit in Nablus, wo gestern der High CoromJesioner weilte, hin und verzeichnen Gerüchte von einem bevorstehenden Anschlag auf das Leben Wauchopes. (J. T. A.) NHEIN TB?ür 3- bis 14jähr. SCHIOSS GINSELBERG . NEUSTIFT BEI SCHEIBBS . H.-ö. Herrliche lige Vorzügliche Kost Arzt Im Heim Mäßige Preise Montmorile'hS'n LORE REINIGER lu'lIrX S«MW|WM 5 Spannung an Jerusalem und Öaia In der Anglo-Palestine Bank in Jerusalem vurde eine Bombe geworfen, die explodierte. Das Bezirksbüro der Regierung in Gaza wurde von Arabern überfallen und bombardiert. Die Polizei konnte die Menge erst nach Eröffnung eines Feuers vertreiben. Ein Araber wurde getötet. Nach einer Reuter-Meldung nahm die Spannung in der Stadt Gaza so ernste. Formen an, daß die Regierang alle britischen Familien aus ihren Wohnungen in die zentralen Polizeikasernen überführen ließ. Hierbei wurde ein Soldat durch einen Schuß verletzt, Eine Anzahl von Arabern hatte an einigen Stellen in den Straßen Barrikaden errichtet, bewarf die Polzeiabteilungen mit Steinen und versuchte, die teleggraphischen, telephonischen und Eisenbahnverbindungen zu stören. Die Polizisten gaben eine Salve gegen die Exzedenten ab, wobei ein Araber getötet wurde. Es wurden Polizeiverstärkungen mit Panzerautos entsandt. GuertttasKrieg Au« Jerusalem meldet „United Press": Nicht i,M' in Jerusalem herrscht regelrechter Guerilla-Krieg. Auch in Nablus und Jaffa ist die Lage außerordentlich ernst und die Behörden geben fleh eile Mühe, Herr «er Lage zu bleiben. Ein Jude, der ais Lektor der Bücherei der hebräischen Universität bezeichnet wird, wurde auf dem Berge Scopus tot aufgefunden. Es wird angenommen, daß er zu Tode gesteinigt wurde, als er sich Sonntag abends auf deoi Heimweg nach Jerusalem befand. <J, T. A.) Emir Abdullah «1$ Vetmittler Aus Jerusalem (26. Mai). In Jerusalem hat sich die sensationelle, aber bisher nicht nachprüfbare Nachricht verbreitet, daß Emir Abdullah von Transjordanien den jüdischen Führern ein neues Angebot in der Frage der Einwanderung gemacht habe. Danach soll sich der Emir bereit erklärt haben, die Einwanderung von Juden nach Tranejordanien drei Jahre lang zu gestatten, falls andererseits für dieselbe Zeit die jüdische ^Einwanderung nach Palastina eingestellt wird. Die Zustimmung der Araber zu diesem Plan wolle er selbst herbeiführen, während es andererseits Aufgabe der Juden wäre, die Zustimmung der englischen Behörden zu erlangen. (J. T. A.) Eine franxdsfedie Stimme Aus Pari* wird gemeldet: Der „Temps" widmet der Lage in Palästina einen Leitartikel, worin es unter anderem heißt: „Die Existenz einer nationalen jüdischen Heimstätte in Palästina, wie sie durch die Balfour-Erklärung geschaffen wurde, ist eine vollzogene Tatsache, die für unabänderlich gelten muß. Die Ausdehnung und Entwicklung der jüdischen Kolonisation sind nicht mehr aufzuhalten. Die Einwanderung der Juden ist in konstantem Anwachsen begriffen. Die arabischen Großgrundbesitzer haben ihr Land den jüdischen Organisationen verkauft und viele unter ihnen, die reichsten und einflußreichsten, haben Palästina verlassen, um sich iri Aegypten niederzulassen. Die Kleinbauern, Handwerker und arabischen Lohnempfänger sind zurückgeblieben. Sie werden durch eine nationalistische Mystik aufgehetzt und organisieren einen Widerstand gegen die jüdische Siedlung, die sich logischerweise ausdehnt; denn es darf nicht über* »gÄÄ t«rii.Mia.*«ita«e1 »■* Polen uimi Czernowitz I ik«.h,t. 7 InMi tA3A ■ ) Abfahrt: 7. Juüi 1*3« Anmeldungen * t c * 11 4> 11 I « h' ttHarienbrücke*, i. Retentunnitr. ae, R-24-2-86,87 Reltebttro sehen werden, daß eine jüdische Heimstätte nutzlos und unvernünftig wäre, wenn sie der jüdischen Gemeinschaft in Palästina nicht die Gewißheit einer autonomen Existenz und weite Möglichkeiten für die Zukunft gewähren würde. Die Araber, die wohl dazu bereit waren, den zionistischen Organisationen gegen hohe Preise Länder zu verkaufen, können -sich nicht mit der schrittweisen Verminderung ihrer Position abfinden. Hier liegt die Schwierigkeit der Lösung. Die Zusammenarbeit der beiden Rassen wurde ins Auge gefaßt, sie erscheint aber deshalb tinmöglich, weil die Ueberlegenheit und Initiative der Juden, die moralischen und geistigen sowie zivilisatoruiehett Kräfte der Eingewanderten ausschlaggebend sind. Dia Araber wollen durch ihre zahlenmäßige Stärke wirken, sie geben ihren kriegerischen Instinkten nach und bedienen sich der Gewalt. Das ist Bürgerkrieg." Restaurantstefanie Hugo u. Juli« Herlinger geb. Zollner \WJ ll, Taborstralie 12 Bekannt gute Küche, gepflegte Getränke, aufmerksamste Bedienung, zeitgemäße Preise, reichhaltige Menüs, sowie alle Spezialitäten, schöner schattiger Garten Ein erschossener Student Der in, Jerusalem erschossene Jude, von dem es hieß, daß er Bibliothekar an der Jerusalemer Universität War, ist ein Student namens Jakob Rasieli. Ben tiution m London Aus Jerusalem wird u. d. 27. Mai gemeldet: Das Mitglied der zionistischen Exekutive in Palästina David Ben Gurion hat sich im Flugzeug nach London begeben. Nobel kauft mein für Jahrzehnfel Ihre Möbel müssen daher nichf nur schön und modern, sondern auch gut und dauerhaft sein, Edelmann Viele, die mir vertraut haben, sind bestens zufrieden, da meine Möbel trotz hoher Qualität auch zeitgemäß billig sind. (LI Große Auswahl! Teilzahlungen! Möbelhaus Edelmann, VIII, Lerchenfelderstr. 12 Zum judisdien Weltkongreß Von Lfon Feuehtwonger. (London) Vom TExelf&trvnkoxaitee des Jüdischen Weltkongresses erlhielten wir nachstehenden Artikel. Lion Feuohtwanger, der bekannte Autor der großen Romane „Jud Süß", „Der jüdische Krieg", „Die Geschwister Oppenmann" usw., mußte wegen seines Hitler- Romanes „Der Erfolg" Deutschland verlassen und wurde als einer der ersten ausgebürgert. Er war vor dem Umsturz in Deutschland assimilatorisch orientiert. Daß ein Märchen wie das von den „Protokollen der Weisen von Zion" im Herzen Europas Glauben finden und als Hauptargument für die scheußliche Verfolgung einer zivilisierten Gemeinschaft dienen kann, ist eine der erstaunlichsten Tatsachen aus der Geschichte der menschlichen Dummheit. Diese Tatsache wird aber weniger erstaunlich, wenn man bedenkt, daß die Gruppe, gegen die das läppische Lügenmärchen sich kehrt, die einzige Gruppe dfer Welt ist, die, Obwohl sichtbar und jedermann erkennbar vorhanden, keine sichtbare" und erkennbare Leitung und Repräsentanz hat. Es ist dem gemeinen Menschenverstand schwer begreiflich, wie eine Gemeinschaft, mag sie nun ein Volk oder eine ideologische Bindung oder was immer sein, sich so lange hat erhalten können ohne einheitliche Leitung und Vertretung. So kommt es dahin, daß man an eine Organisation glaubt, die die Gruppe aus dem Verborgenen regiert. Wir kennen die Gründe, aus denen es nicht dazu kam, daß sich die Diaspora eine einheitliche Vertretung geschaffen hat. Der übersteigerte Individualismus der Juden, ihre Scheu vor Dogmen, dazu ihre übernüancierte Geistigkeit, hat sie verhindert, sich wirkungsvoll zu organisieren. Wenn man von der Notwendigkeit einer solchen Organisation spricht, dann weisen viele darauf hin, daß es doch bis jetzt ohne eine solche Leitung gegangen sei, und daß die Stärke der Judenheit gerade in dieser ihrer Weichheit und Schmiegsamkeit liege. Auch darauf weisen diese Vielen hin, daß, wenn die Not es erfordere, der Zusammenhält unter den Juden ohnedies überaus stark sei, eine Tatsache, die gerade die Gegner betonten und f ü.f c bt e t e n. Diese Argumente sind nicht stichhältig. Gewiß, es beweist die Kraft der jüdischen Idee, daß sie die Juden bisher auch Ohne Organisation zusammenhielt. Aber wie viele sind abgesplittert infolge des Mangels einer solchen Organisation, welch ungheuern leiblichen und geistigen Schaden hat die Judenheit durch diesen Mangel erlitten. Ereignisse, wie diejenigen, die wir mit ungläubigem Schrecken In Deutschland erleben mußten, die wütigen Angriffe eines Vielmillionen-Haufens auf die winzige hochkultiviert« jüdische Minorität wäre unmöglich gewesen, wenn es eine aktiönsfäh ige jüdische Organisation gegeben hätte. im Zeltalter einer organisatorischen, Technik, die jede kleinste Gemeinschaft erfaßt, kann ein© Gruppe,^ welcher Art immer sie sein mag, nicht fortbestehen, wenn, sie darauf verzichtet, sieh eine Erscheinung zu schaffen, ein Gesicht; eine Stimme, eine zuständige: Adresse. Der Verzicht auf eine autoritative Organisation beweist einen erstaunlichen Mangel gerade an dem, was die Gegnef gerne als die Haupteigenichaft der Juden anführen, nämlich an Wirklichkeitssihn, an gesundem Materialismus. Wenn die Gruppe der Jud6n nicht rettungslos atomisiert werden will, muß sie sich eine legitime, von der Welt anerkannte Gesamtvertretung schaffen. Wirksamstes Mittel dazu ist der Jüdische Weltkongreß. Uettssm ttkstem - Smuteemp Kommunisten und jüdischer Weltkongreß Die J. T. A. meldet aus Paris: Im französischen Comite für den Jüdischen Weltkongreß wurde nach heftiger Debatte der Beschluß gefaßt, daß der Präsident des Komitees, Israel B. Jeffroykin, im Namen der Versammelten an den American Jewish Cöngress dett Wunsch zu richten hat, den „A rbe 11 er rin g" der U. S. A. und andere Arbeiterorganisationen, welche vön der Beteiligung an den Wahlen der Delegierten zuni Jüdischen Weltkongreß ausgeschlossen wurden, einzuladen, ihre Vertreter zum Jüdischen Weltkongreß zu entsenden. Das französische Komitee 6teht auf dem Standpunkt, daß allen Teilen des jüdischen Volkes, die am Jüdischen Weltkongreß teilzunehmen wünschen, die Gelegenheit hierzu gegeben werden sollte, per Jüdische Weltkongreß soll das wahre Verhältnis der Kräfte und Richtuniren, der jüdischen Massen widerspiegeln. * Anm. der Red.: Diese Kundgebung bezieht sich offenbar auf den Beschluß des amerikanisch-jüdischen Kongresses, jüdischen Kommunisten die Teilnahme am Weltkongreß zu versagen. Begründet wurde dieser Beschluß damit, daß der jüdische Kommunismus „Kräfte und.Richtungen" beinhaltet, die nicht auf die Erhaltung, sondern auf die Z e r s t ö ru n g des Judentums gerichtet sind. Als Bewela hlefür wurde die Haltung der jüdischen Kommunisten in Palästina angeführt, wo sie sich auf die Seite arabischer Judenmörder geschlagen haben und mit diesen gemeinsam für die V e r t r e i b u n g der Juden', als Mittel zur „Rettung des arabischen Proletariats", wirken. Guter Bat M nicht immer teuer. Berichtiget* Sie A\t jrööe Auiwa.nl M6d*rj)iw\ Wöbei in meinen Ausstellungeräumen. pi«sO ftind trota höher Qualität verblüffend bim«, M»b«l-sdelm«ftZ VIIL, Urehenfeideretraß« U Qre0« AumUI TeUstttuaeteTlrf

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