Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 10 (1936)
- Issue
- Heft 565 (29.5.1936)
- Date
- 1936-05-29
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Preis 20 Groschen ffeitag/ den 2** Mal f #3* 1#* Jahrgang Nf ♦ 565 Zeitung vom Verleger versende« „Journal expediö par l'Adlteur" DIE NEUEl Mtl. Universitätsbibliothek Wien, f. REVUE HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER BEZUGSBEDINGUNGEN: Oesterreich monatlich S 1.40, vierteljährig 8 4.—. ganzjährig S 16.—; Polen monatlich Zloty 1.S0, vierteljährig Zloty 4.50; Tschechoslowakei monatlich Kc fl.~, vierteljährig Kc 15.—; Jugoslawien monatlich Dinar 14.—, viertel« jährig Dinar 40.—; Bnm&nlen monatlich Lei 40.—. vierteljahrig Lei 120.—; Dentschland monatlich Mark 1.—, vierteljährig Mark 3.—; Bnlearlen monatlich Lewa 30.--, vierteljährig Lewa 80l—; Italien monatlich Lire 6.—, vierteljährig Lire 14.—s "-*■■ ' * '■" ------- natüch Schwelier Franc« 1.80. vierteljährig Schweizer Franca 4.80. * Schweix und die Übrigen Länder monatli Mit E bezeichnete Anzeigen alnd entgeltlich. Redaktion U.Verwaltung: IX, Universitätsair. 8, lel.A-20-2-78 — Erscheint Dienstag u. Freitag Sir Arthur Wauchope, der englische Oberkommissär in Palästina Wegen der Pfingstfeiertage erscheint die nächste Ausgabe unseres Blattes Freitag, den 5. Juni. Lasset die Juden den Staat aufbauen! England verurteilt die Politik der Palästina-Regierung Das verbreitetste und einflußreichste Londoner Blatt, die in einer Millionenauflage erscheinende „Suriday- Times", veröffehtUcht^ü^er dem .:^t&4BÄta&.a n d & e? V e r h e i ßuri g" einen leitenden: Artikel über , die. Zustände in Palästina. Der Artikel betont das Recht jedes fuden auf das jüdische Nationalheim in Palästina und gipfelt in einer Verurteilung der bisherigen Politik der englischen Palästina-Regierung, welche bisher alles getan hat,' um den " jüdischen Aufbau zu hemmen. Er schließt mit der Aufforderung, die Juden den Staat i n P a 1 ä s t i n a aufbauen zu lassen, zum Heile der Jüdenschaft, des englischen Imperiums und der Araber. * rßIisiniier in^tn.^D-°^c-j'1-' ^rDfierien' Soüciötünn öctenSmlttctficfdjofteH unb OJaftfiattcncrpItad) Palästina, erklärte der Verfasser, sei zu klein, um allen verfolgten Juden eine Heimstätte zu bieten; aber es sei ihre einzige Hoffnung und es sei für Engl an d kein geringer Vorzug, daß es zu dem Werkzeug d«r Wiedergutmachung eines alten rassischen Unrechtes . ausersehen wurde. Dieser Vorzug sei vielleicht der einzige bleibende Wert, der sich aus dem Kriege ergeben habe. Nach dem Mandat sei jeder Jude Teilhaber an dem Recht, in Palästina ein Nationalheim zu haben, unter der Voraussetzung, daß der Treuhänder entscheidet, was ^jeweils klug und praktisch ist, und unter der Verpflichtung, die bürgerlichen und religiösen Rechte der Araber nicht zu verletzen. Der Verfasser stellt fest, daß die Gründe für die gegenwärtigen Unruhen nichtin Palästina selbst liegen. Antisemitismus. gebe es dort nicht, denn die Araber seien selbst Semiten und hätten stets mit den Juden gut zusammengelebt. Auch religiöse Reibungsflächen gebe es nicht und auf wirtschaftlichem. Gebiet würden Beschwerden nicht einmal vorgeschützt. Der Araber habe als guter Palästinenser alle Ursache, dafür dankbar zu sejn, was die Juden für das Land tun. Ohne die Juden wäro Palästina eine ehrwürdige, heilige, aber verstaubte Reliquie. Nur wenige Männer bestehen aus selbstsüchtigem oder nationalem Ehrgeiz darauf, daß die palästinensische Nation eine arabische und nicht eine jüdische oder gemischt arabisch-jüdische sein, müsse. Bei ihrer Forderung nach Einstellung der jüdi- Persertepplche zu staunend billigen Nachsaisonpreisen; Herrliche Qualitätsware zu jedem annehmbaren Preis! PERSER- UND ORIENTTEPPICHE o.K.nmi«.An |f P AR|CR|llG 12 Itnsan^Welhburgsciis« .Öa*t«ntawi«»!0*je kt e. G W! B.R. KANZAH Die PalästfmaffRegi'erung ist schuldig Ein Brief der Zionistischen Exekutive an Sir Wauchope — Palästina-Regierung gegen den Willen England« "! Die Palästina-Regierung ist für die Blutopfer verantwortlich! Sie hat nichts getan, um dem Morden Einhat zu tun! Was sie tut, wirkt auf die Mordhetze ermutigend!... Diese Anklagen werden heute nicht allein vom radikal-zionistischen Flügel her in die Welt gerufen. Die Exekutive der Zionistischen Weltorganisation hat sie in einem am 17. Mai dem Hochkommissär übergebenen Schreiben niedergelegt. Ermutigung aller Mordhetzer und Bruch des Mandates, Erchütterung jedes Rechtsbewußtseins wird darin der Regierung zur Last gelegt. Die offiziöse Korrespondenz der Exekutive „Paleor" meldet über dieses Schreiben: „Im Briefe werden die mündlichen und schriftlichen Vorstellungen, die die Exekutive seit Beginn der Unruhen bei der Regierung erhob, zusammengefaßt, und zwar ihre Forderungen betreffend Sicherheit, Schutz des Wirtschaftslebens ebenso wie aü&h ihre Warnung vor den ernsteren Folgen, die sich aus dem Mangel energischen Handelns der Regierung ergeben müssen. Die Exekutive.stellt fest, daß die Regierung davon Abstand genommen hat, gegen diejenigen vorzugehen, welche offen zu Rechts brücken aufhetzen und daß sie es unterlassen hat, alle Maßnahmen zu treffen, die nötig sind, um O r dnung und Ruhe herzustellen. Laut Auffassung der Exekutive hat das Verhalten, der Regierung zur Erhöhung der S pan n u n;g, Uns i c her he i t und f ort ge s et z t e n Verhetzung und 'Gesetz 1 o s i g k e 1-t b e I g etragen. Die jüdische Bevölkerung hat den fortwähren* den Angriffen und Provokationen in Stadt und; Dort ^gegenüber ein^^ an deri 'Täg gelegt, und zwar sowohl> aus .der tiefen'vmöraiischen Abscheu gegen Gewalt und Racheakte, \vie' äüch aus der Ueberzeugung heraus, daß für d|e Aufrechterhaltung des Gesetzes und der Ruhe die Behörden verantwortlich sind und daß es ihre Pflicht ist, Gewalt und Verhetzung zu verhüten. Die Exekutive spricht ihre Ueberzeugung aus, daß obwohl in den letzten Wochen das Vertrauen in die Regierung wegen ihres; Mangels an fester Haltung geschwunden Ist,.die jüdische. Gemeinschaft weiterhin Selbstbeherrschung üben und Provokationen widerstehen wird. Abschließend fordert die Exekutive kraftvolle Maßnahmen, die keinen Zweifel darüber lassen, daß die Regierung entschlossen ist, Rechtsbrüche nicht zu dulden.und sich durch Drohungen oder politische Erpressung von der Erfüllung ihrer Verpflichtungen und der aus dem Mandat fließenden Verantwortung nicht abschrecken zu lassen. Nur eine derartige Aktion kann die ernsten Gefahren abwenden, welche den Frieden des Landes und die Grundlage seiner Konstitution bedrohen." Das Verhalten der pflichtvergessenen Verwaltung kann nicht schärfer gekennzeichnet werden, als durch diesen Brief einer Exekutive, die jahrelang eine Politik betrieben hat, der,en Um und Auf Loyalität gegenüber der, Palästina-Regierung war. Loyalität bis zur Preisgabe wichtigster nationaler Interessen in Palästina. Und das Verhalten der englischen Palästina-Regierung wirkt um so krasser, als es in striktem Gegensatz zum Willen des englischen Volkes, der führenden Politiker und der gesamten Presse in-London steht. Die Meinung, in London steht heute einheitlich zum zionistischen Aufbauwerke; Herr Wauchope, der Beauftragte Londons, tut aber alles; um dieses Aufbauwerk zu zerstören und seine Feinde zu ermuntern. Wie lange noch? billige Helsen nach A b f a h r t : 7. Juni./,;.; . : '•'A'n "m 'e l d u n g e n' : ' :-: Reisebüro „O R B I S" l. Karntnerstraflc 41, R-st-s-78 Oesterreichisches Verkehrs-Bür* h Friedrichstrane 7. B.27.300, 1. Graben 20, u-29-o-ai Lage noch immer ernst Wieder liegt eine Reihe von Nachrichten über weitere arabische Angriffe, Morde, , Branfls^friiHRwa, Ueberfälle und Sabotage-Akte vor. In verschiedenen Teilen des Landes sind die arabischen Hooligans zu offenem Aufruhr gegen die englische Exekutive geschritten. Aus den zahlreichen Nachrichten, die zum Teil verwirrend wirken und kein deutliches Bild der Lage geben, geben wir im nachstehenden die wichtigsten wieder: Aus Jerusalem (25. Mai). Im Hinblick auf die für Freitag, den 22. Mai, nach dem Gottesdienst in den Moscheen angekündigten großen Kundgebungen, die insbesondere von Jaffa aus als Protest gegen die Eröffnung eines Nothafens in Tel-Aviv geplant waren, sind von den Behörden umfassende Vorkehrungen getroffen worden, um Ruhe und Ordnung zu sichern. In Tel-Aviv wurde die gesamte Polizei mobilisiert, mit Maschinengewehren ausgerüstet und in Alarmbereitschaft gehalten. Bombenflugzeuge kreisten in geringer Höhe über Jaffa. Aus Aegypten war eine Abteilung berittener Artillerei eingetroffen. In Jaffa hüteten achthundert mit Stahlhelmen ausgerüstete Soldaten die Ordnung. Außerhalb der großen Städte, wurden die Gewalt- und Sabotageakte fortgesetzt. Aus Nordpaiästina wurden vielfach Sprengstoffanschläge, Brandstiftungen und Beschädigungen der Telephonleitungen gemeldet. In einem Kommunique hat die Regierung bekanntgegeben, daß neue Truppen, unter ihnen eine Abteilung der Eisenbähntruppe, aus Aegypten eingetroffen sind* II An Sonntagen - Sonderfahrten mit FRANC0P0L" nach POLEN und Czernowitz Nächste Abfahrt: 7. Juni, Rückfahrt: 7. Juli . „Francopol", III, Schwarzenbergplatz 7, Tel.U-16-4-90 „Cedok", l, Kärntnerstraße 32, Telephon R-23-4-88 Gerngroß, VII, Mariahilferstraße 42. Tel. B-38-2-68 sehen Einwanderung übersehen sie, dafr ohne diese jede Aussicht auf Palästinas Größe schwinden würde*. , Die englische Palästina-Regierung habe sich damit begnügt, die aktive Arbeit für das Nationalheim vollständig den Zionisten zu Uberlassen, deren Enthusiasmus zu bremsen und die Interessen der 'Araber zum Gegenstand ihrer besonderen Sorge zu machen. Das Ergebnis der englischen Verwaltung in Palästina wäre besser, wenn man sich darauf beschränkt .hätte, die Ordnung aufrechtzuerhalten, und die Bildung der neuen Nation d e n j e n i g e n ü b e r 1 a s s e n h ä t't e, die beweisen konnten, daß sie die meiste Liebe zu dem L an d' haben;und zu seinem Fortschritt am meiste« beitragen können. Jetzt sei die Zeit gekommen, die Aufgabe Englands in Palästina nicht darin zu sehen, das Gleichgewicht zwischen Arabern und Juden zu halten, sondern in dem großen Versuch eines gesunden Staatsaufbaues In einem Imperialismus, den das Gewissen der Welt von Selbstsucht befreit und dem es die Gloriole der Wiedergutmachung des Unrechtes an einem großen Volk gegeben hat. Nach einem Hinweis auf die strategische Bedeutung Palästinas für das britische Reich wird zum Schluß betont, daß die weite mohammedanische Welt aus ihrer Vernachlässigung nur durch die in den Juden Palästinas wirkende Hefe des Westens befreit und der alte Ruhm des arabischen Volkes nur in enger Verbindung mit den Juden erneuert werden kann. QU MMI STRÜMP FE Owunderbar leichte Sorte „Paradruit*- Lastex für Empfindliche FACHFIRMA Bandnoen-mTholflsch Wien, Taborstr.28