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Die neue Welt · 1936-05-26 · Heft 564 (26.5.1936) · page 2

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 564 (26.5.1936)
Date
1936-05-26
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 DIE NEUE WELT Nr. 564 vom 26. Mai 1936 Lage in Palästina weiterhin gespannt lieber die palästinensischen Ereignisse der fetzten •*fcge liegen folgende Nachrichten vor: Aus Jerusalem (22. Mai): Der Ausnahme 2 u s t a n d ist nun auch auf alle Eisenbahnlinien im Lande ausgedehnt worden. Die Ueberwachung der wich tigsten Eisenhahnstrecke Haifa—Jerusalem ist Truppen, und zwar Cameron-Hochländern übertragen worden Jedem, der sich der Bahn nähert, wird mit Erschießen gedroht.. In der Stadt Jerusalem ist die Bewachung der .öffentlichen Gebäude regulären Truppen übertragen worden. Es wird angenommen, daß, falls die Unruhe andauert, der Ausnahmezustand Uber ganz Palästina verhängt werden wird. Am 21. Mai abends ging ein weiteres Bataillon britischer Infanterie aus Aegypten nach Palästina ab An Sonntagen „F R A N C 0 P 0 L" - Sonderfahrten POLEN u. Czernowitz nach Nächste Abfahrt: 7. Juni, Rückfahrt: 7. Juli „Francopol", III, Schwarzenbergplatz 7, Tel.U-16-4-90 „Ccdok'V 1. Kärntnerstraße 32, Telephon R-23-4-88 Gern9roß, VII, Mariahilferstraße 42, Tel. B-38-2-68 Die Telephonverbindung zwischen Jerusalem und Jaffa ist durch einen Sabotage-Akt unterbrochen worden. Deshalb gibt es auch keine. Telephonverbindüng' zwischen Jerusalem und Kairo. Am 21. Mai abends: unternahmen Araber auf einen mit Juden besetzten,cAutobus einen Ueberfall, es wurden etwa -zehn; Schüsse abgegeben und zwei Juden verwundet. Zwei Araber wurden unter der Beschuldigung, mit; der dreifachen Mordtat beim Edispn-Kino in Verbindung; zu stehen, verhaftet. Arabische Terroristen setzten die Ernte auf, 120 Dunam Feldern der jüdischen Kolonie Petach Tikwah in Brand und gaben auf sie verfolgende Polizisten Schüsse ab. Die Verhältnisse in lerusaVem .. Charakteristisch für die augenblicklichen Verhältnisse in J e r u s a 1 e m ist die Tatsache, daß es dem Vorstand . der Jüdischen Gemeinde' nicht möglich war, den Diqtriktskommissar Campbell zu einer vorher vereinbarten Unterredung zu besuchen, da sich kein Taxi fand, da3 bereit " gewesen wäre, die Mitglieder der Abordnung in die A 11 s t a d t zu bringen, wo sich das Büro des Distriktskommissars befindet. Nunmehr bereitet der Distriktskommissar die Eröffnung einer Zweigstelle seines Amtes in der Neustadt vor, um den Juden das Betreten der Altstadt zu ersparen. Inzwischen wird die Evakuierung der Juden aus 'der Altstadt fortgesetzt. Nur noch 200 jüdische Familien befinden sich in der Altstadt, die mit Nahrungsmitteln versorgt werden müssen. Die Regierung läßt durch die Altstadt regelmäßig alle zwei Stunden von Militär bewachte Autobusse verkehren, die der jüdischen und auch . einem Teil der christlichen Bevölkerung Nahrungsmittel bringen. Aus dem Musrara-Viertel und anderen gemischten Vierteln in Jerusalem, die bereits von den Juden verlassen sind, werden nun auch die christlichen Familien evakuiert. Die, jüdischen Beamten im Jerusalemer Department für öffentliche Arbeiten haben um besonderen Schutz angesucht. Es wurde ihnen der Rat erteilt, einen Urlaub zu nehmen. Am 21. Mai abends traten zum erstenmal in Jerusalem . e .n g; 1 i s c n e Truppen in. Tätigkeit. Eine. Maschinengewehrstreife forderte eine Grüppe von Arabern auf, stehenzubleiben. Als Antwort gab die Gruppe auf die' Soldaten Schüsse ab, die Soldaten erwiderten das Feuer. Im Kugelwechsel wurden drei englische Soldaten schwer verletzt. Als militärische Demonstration kreisten später vier Bombenflugzeuge über Jerusalem. Bit anderen Sftädten Ein Regierungskommunique meldet über Schießereien in Akko, Dajan, Jenin und anderen Städten. Gegen die Jäffaer Polizeistation wurde neuerdings eine Bombe geschleudert, die explodierte. In Safed wurde der' Jude Ben Dov durch Araber angegriffen und verletzt, als er in seinem Auto mit zwei Polizeiinspektoren saß. Die Polizeibeamten wurden ebenfalls durch Steinwürfe ' erheblich verletz^. Bei H e r z 1 i a wurden zwei Araber, bei denen man Waffen fand, verhaftet. Bei Mikwe Jisrael explodierte eine Bombe, wodurch drei Kühe verletzt wurden. In Bet Alpha besetzten arabische Hirten jüdische Felder. Polizei und jüdische Wächter verjagten sie. Von beiden Seiten wurden Schüsse abgegeben, schließlich ergriffen die Araber die Flucht. In Tel-Adaschim wurden arabische Brandotlfter dreimal in der Nacht durch Benützung des neuinstallierten Scheinwerfers verjagt. Die Regierung hat weitere 100 jüdische Polizisten eingestellt und auf verschiedene Punkte des Landes verteilt; 25 sind in Jerusalem. Manifestation arabisch-jüdischer Freundschaft In der jüdischen Kolonie Nathania kam ea bei Eröffnung des neuerbauten Theaters „Bet-Esther" zu einer Manifestation arabisch-jüdischer Freundschaft. Zur Aufführung kam „H'ajehudl hanlzchi" (der ewige Jud*) durch das Habima-Ensemble. Der Featvor? Stellung wohnten mehrere arabische Scheichs der Nacün j bardörfer, der stellvertretende" Distriktskommissar Poot, der jüdische Distriktsoffizier Czishik und andere Staatsbeamte des nördlichen Scharon bei. Der Vorsitzende des Kolonienrates Owed Ben-Ami hielt Nahum Sokolow und den Opfern der letzten Unruhen in Palästina eine Gedenkrede. Sämtliche 800 Anwesenden ehrten das Andenken der Toten durch zwei Minuten Schweigen. Der stellvertretende Distriktskommissar Poot kennzeichnete die Veranstaltung in seiher Ansprache als eine Manifestation der jüdisch-arabiachen Freundschaft. Wegen des Tel»Avi'ver Hafens Die arabischen Hafenarbeiter in Jaffa sandten eine Abordnung nach Jerusalem, die bei der Regierung die Forderung vertreten soll, daß mit dem Bau des neuen Hafens in Tel-Aviv und der Löschung von Schiffsladungen ,an der Mündung des Jaffa-Flusses sofort aufgehön werde, sonst seien neue Unruhen in Jaffa z.j befürchten. Die Regierung werde für alle Folgen, die sich aus dieser neuen Verwicklung ergeben werden, verantwortlich sein. Die englische llnfevsuchungskonintissioifl Aus London (22. Mai): Lord Snell erklärte dem J. T. A.-Vertreter, die Gerüchte, daß er zum Vorsitzenden der nach Palästina zu entsendenden Königlichen Untersuchungskommission ausersehen sei, entsprechen nicht der Wirklichkeit (Lord Snell gehörte bekanntlich 1930 der -Shaw-Hominission an und nahm im Gegensatz zu seinen Kollegen eine zionistcnfreundliche Haltung ein). „Time s" bezweifeln die Nützlichkeit der Entsendung einer Untersuchungskommission nach Palästina, wo doch die englische Mandatspolitik eine klare und unverrückbare ist und durch Proteste nicht aus Ihrer Linie gebracht werden kann. Auch „Man ehester Guardian" ist mit dem Beschluß, eine Untersuchungskommission nach Palästina zu senden, unzufrieden und meint, auf die arabische Forderung nach Einstellung der jüdischen Einwanderung gäbe es nichts als ein k a t e g o r lsches Nein. salcm aufgefordert, die Arbeitskontrakte mit sämtlichen arabischen Firmen, die sich dem Streik angeschlossen haben, zu lösen. Der Mufti von Jerusalem hat den High Commissioner Sir Arthur Wauchope besucht, um gegep den Bau eines Hafens in Tel-Aviv zu protestieren. (J. T. A.) Tel Aviver Hafenbaugesellsdiaft gegründet Aus Tel-Aviv, 24. Mai (J. T. A.): Am 21. Mai nachmittags ist in Tel-Aviv eine Hafenbau gesellschaft mit einem Kapital von 150.000 Pfund gegründet worden. Die Aktien haben ein Nominale von 15 Pfund und sollen in Palästina selbst abgesetzt werden. Inzwischen geht das Auslade n der vor Tel-Aviv ankernden Dampfer rullig welter. " In Begleitung -seiner Aerzte hat Bürgermeister Dizerigoff abermals:';de« Strand besucht, um die Löschungsarbeiten zu beobachten» Die angesammelte Menge bereitete dem Bürgermeister herzliche Ovationen. Der Distriktskommissar für den Süddistrikt R. E. H. Crossbie, hat der Stadtverwaltung von Tel-Aviv;. einen- Besuch abgestattet und offlziejl mitgeteilt, daß, der. High Commissioner die Verlegung der Regie rungsämtervon Jaffa nach Tel-Aviv genehmigt habe. Die Streiklage Aus den Kreisen der arabischen Kaufmannschaft und der Landwirte mehren sich die Stimmen, die darauf hinweisen, daß die Araber unmöglich den Streik und den passiven Widerstand noch .längere Zeit Werden durchhalten . können. Den .Kaufleuten verdirbt die Ware in den Magazinen und auch den Fellachen, die die landwirtschaftlichen Produkte nicht aus der Stadt' bringen können, verfaulen das Gemüse und die Früchte in den Speichern. In den arabischen Plantagen in der Gegend von Jericho verfaulen die Orangen auf . den Bäumen, weil der Absatzmarkt für die Früchte abgeschnitten ■ ist. Die arabische ' Kaufmannschaft und die Beamten in den Städten leiden auch schon unter der Lebensmittelnot, weil die Kommunikationen vom Land in die Stadt unterbrochen sind. Gewiß sind auch'die jüdischen'Schäden infolge des arabischen Streiks und des Terrors sehr hoch, aber noch lange nicht so empfindlich, wie die der Araber, Nobel kauft man für Jahrzehntel Ihre Möbel müssen daher nicht nur schön und modern, sondern auch gut und dauerhaft sein. Viele, die mir vertraut haben, sind bestens zufrieden, da meine Möbel trotz hoher Qualität auch zeitgemäß billig sind. Edelmann Große Auswahl! Teilzahlungen! Möbelhaus Edelmann, VIII, Lerchenfelderstr. 12 Weitere Terrorakte Aus London (24. Mai): Der Jerusalemer Korrespondent der „Time s" stellt fest, daß die Lage sich von Tag zu Tag verschlimmert/Der Beschluß der Entsendung einer U n t e r s u ch u n g s ko mm i^ssib n ' komme zu spät. Die Unruhe werde anhalten, entweder bis es zu einem Waffenstillstand kommt, weil beide Seiten vom Kampf genug haben, oder bis ihr durch Ständrecht ein Ende gemacht wird. Die bisherigen Notverordnungen dürften nicht ausreichen, um diesen Guerillakrieg zu beenden. Reuter meldet aus Jerusalem (22. Mai): Im Gebiet von Jaffa und an der Peripherie von Tel-Aviv sind weitere acht Bomben geworfen worden; eine aus einem Zug, als er Tel-Aviv passierte, und drei gegen Häuser der Tel-Aviver Vorstadt Newej Schalom, in denen Militär einquartiert ist. Keiner der Anschläge stiftete Schaden an. Auch zwei Bombenanschläge in Kfar Nachman bei Raanana mißglückten. Die Telcphonverb i n d u n g zwischen Jerusalem und Kairo sowie Jerusalem und Beirut ist wieder hergestellt worden. Die leitenden arabischen Beamten im Jerusalemer Hauptpostamt sind durch englische Beamte ersetzt worden. In Palästina selbst sind aber noch viele Ortschaften ohne telegraphische und telephonische Verbindung mit Jerusalem. Die Elektrizitätsstation am Jarkon-Fluß wurde, in Brand gesteckt, doch konnte der Brand sofort gelöscht werden. In den Orangenpflanzungen bei Raanana und H e r z 1 i a wurden 830 Bäume ausgerodet. Der Leiter der Jordan-Kraftwerke Ing. Pinchas Ruthenberg hat mit dem High Commissioner Sir Arthur Wauchope in einer zweistündigen Unterredung die Sicherheitsfrage erörtert. Die Feuerwehrleute in Tel - A v l v wurden bewaffnet und haben clen Dienst der Verkehrspolizisten übernommen. Gleichzeitig wurden die jüdischen Polizisten aus den Vierteln zwischen Tel-Aviv und Jaffa zurückgezogen und durch englische Polizisten ersetzt. Etwa 20 Meilen von Tel-Aviv entfernt ist es zu einem Zusammenstoß zwischen arabischen Wegelagerern und englischem Militär gekommen. Drei englische Soldaten wurden hiebei erheblich verletzt. Ein überfüllter jüdischer Autobus und drei Privatautos waren von Arabern aus einem Hinterhalt angegriffen worden. Von den jüdischen Insassen des Autobuses wurden zwei verletzt, und zwar Jesaja Fischmann schwer und Frau Ljuba P e s 1 s leicht. Auf den jüdischen Polizeihauptmann A. S i 1 v e r In Jerusalem sind drei Schüsse abgegeben worden, die ihr Ziel verfehlten. Ein Araber wurde in Jerusalem-von einem Engländer bei der Durchsuchung nach Waffen schwer verwundet. 1 Die Ausnahme Verfügungen für die Aufreehtcrhaltung der Ruhe und Ordnung in Palästina sind erneut verschärft worden. Von Samstag mittag an ist der Autoverkehr auf den meisten Straßen des Landes nur mit besonderer Bewilligung gestattet. Die 'Behörden haben die Stadtgemeißde von Jeru« weil den Judjen doch die Äee-Kommunikation, offen steht. Auch in britischen Kreisen hofft man, daß es bald zu einer wirtschaftlichen Erschöpfung der Streikfront und somit zu einer Abkühlung der politischen Leidenschaften kommen wird. Tn den Kreisen, die den, arabischen Parteiführern.-.!nahe, stieben,t spricht, ^an. vön,. einer „p s y cholog.isehen K r i si s" .'im„'s>a)>ijs^$jhy Lager, die insbesondere durch zwei energische Maßnäh"-' men der Regierung entstanden ist: durch die Ausgabeder neuen Schedule und durch die Erlaubnis zur Anlegung einer Ausladestelle, für Dampfer bei.. Tel- Aviv. .... „Audi die jüdische Geduld hat eine Grenxel" Aus Jerusalem: Die . hebräische Presse Pätä> stinas weist darauf hin, daß den scharfen Ankündigungen der Regierung gegen, die Mörder und Saboteure bisher keine entsprechenden Taten .gefolgt sind, wodurch sich die Regierung selbst zum. Gespött ..der Araber mache. Es sei ein Verbrechen, wenn die Regierung mit den Hetzern, die für das unschuldig vergossene jüdische- Blut verantwortlich sind, verhandelt; Solange" die Regie.«, rung nicht strikte erklärt, daß sie den Terror nicht ber lohnen wird, werden die Gewalttaten nicht aufhören.. Der gesamte Jischuw, erklärt die Presse, weiter, stehe hinter der Forderung der Jewish Agency nach Einsetzung aller Kräfte zur endlichen Schaffung der Ordnung- Die wachsende Zahl. der ' Verbrechen und der Drohungen könne auch den Jischuw, der eine unvergleichliche Disziplin und Selbstbeherrschung an den Tag legt, aus dem Gleichgewicht bringen. Auch die Geduld einer. «■•«■■■■■■■■■■■■■■■■■^■■■■■■■■eÄ Üettsi&H ttksUm - $enmem$, vmmmmmmm0mtmmmmmmmmmanmmmmmm*^^m^m^mma*mm^mm^m^^mmmmmmm^^m*m zivilisierten und friedliebenden Bevö 1 Körung ist nicht grenzen 1 os. Der Jischuw werde die britische Regierungskommission, sobald sie nach Palästina kommt, unterstützen, dabei aber auch nicht um Haaresbreite vom Anspruch der Juden, nach Palästina zu kommen und das Land aufzubauen, abweichen. Das jüdische Volk wird sich mit allen Kräften jedem Schacher entgegenstellen, der auf seine Kosten eingefädelt wird. Wir stehen Angesicht zu Angesicht einer verzweifelten jüdischen Not in vielön. Ländern gegenüber und wissen, welche Verantwortung. auf. uns. ruht. Die englisch geschriebene jüdische Zeitung „Palest ine Post" erklärt, falls die Regierung nicht durchgreift, werde bald das Leben nicht nur eines Juden, sondern auch eines Engländers und jedes Europäers nicht mehr sicher sein. Verband der Judenstaaf szionfaien Sektion P rater, II., Er laf Straße 5. Donnerstag, den 28. d. M., %9 Uhr' abends, Sokolow-Gedenkfeier. Gedenkrede: Prof. Dr. Armand Kaminka. Kantorale Funktion: Kantor Josef F e u e r. Das Sekretariat der Judenstaatszlonistea befind«! sich während der Ferienmonate in der Werdertorgasse 18 (nicht 14), Tür 4 (Telephon U-23-8-81). Amtsstunde» nur in der Zeit von IQ bis »1 Uhr»

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