Mannheim
Compact Memory

Die neue Welt · 1936-05-22 · Heft 563 (22.5.1936) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 563 (22.5.1936)
Date
1936-05-22
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2711613-2712150-2712188--5796-2719462
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

»eile 2 ME NEUE WELT Nr. 563 v6m 22. Mai 1936 aOfll *MENIBK t«fT* PQELMftMSS ~ HE S S A RT JOSEF SC HM I DT - OTTO" WA LLßT Kd7 FTllX" T SS'ÄRT LI E S L KIN AST HANS HOLT Ueut fat «Cefc &ck&H4pte M meinem &e&ess, Ii II tfH * » 1 . * II * U . I» . U A V b^Nl - V» - tt Q L ö 3g ' 6 U AA «IX arabischen Massen in ihrem Kampf werden Zusammenstoße vermieden werden!" Das sind sie: Kämpfer für soziale Gerechtigkeit,, Mensehen, welche vor der „Befreiungsbewegung" eines Krimidalverbrechers und religiösen Hetzers, vor dem Jerusalemer Mufti, auf dem Bauch liegen, „Erbauer der neuen Weltordnung", welche nicht erlauben wollen, daß auf diesen Repräsentanten von all dem Finsteren und Verlogenen und Veralteten der Verdacht des „Faschismus" falle! Gegner des Grundeigentums, welche mit Schäum vor dem Mund die Zugehörigkeit des Sodens zum Araber verteidigen, weil er schon seit hunderten Jahren ihnen gehöre. „Rufer zum Barrikadenkampf", welche ..Hilfe für die arabischen Massen" predigen und Resignation vor dem schändlichen Blutdurst der arabi- *f?ie.n Pogromlsten als dem einzigen Mittel, Ruhe und Ordnung im Lande wiederherzustellen! Schließlich: „Vertreter der jüdischen Not", die es für berechtigt halten, daß die Türen Palästinas vor diesem jüdischen Notangriff geschlossen werden, die kein Wort des Tadels für die Mörder unschuldiger jüdischer Werktätiger Anden, die. offen die niedrigsten Hitler-Parolen predigen! Wo in der Welt findet man mehr Ruchlosigkeit, Hemmungslosigkeit., Herzlosigkeit, Sadismus Und Niederträchtigkeit? Wo gibt es einen Spiegel, der diesen jüdischen Sclbsthaß, diese traurige Erbschaft der langjährigen ftolus-Wirkung, krasser reflektiert? Nicht umsonst hat solch ein Freund der zionistischen „Linksrichtung", wie der Histadruthführer Bert- Katzenelson, in einer Rede, die er am 1. Mai hielt, die jüdischen Kommunisten» in Palästina als „Amalekiter" Stina-Unruhen von der Palästina-Regierung selbst organisiert werden. Diese soll je tat damit beschäftigt sein, eine große, panarabische Föderation als; Gegengewicht gegen den wachsenden italienischen Einfluß im Orient zu schaffe.". Die Balfour-Deklaratiöh und das Palästina,- Mandat stehen diesem Plan im Wege., Darum sollen die Palästina-Unruhen von englischen Agenten provoziert worden sein, und zwar zu dem Zweck, um dem Völkerbund und der jüdischen Welt zu beweisen, daß man auf dem zionistischen Weg uicht weitergehen könne und daß bloß, die eine Möglichkeit bleibe, Palästina in den Rahm e n. ei n.e r. -ar.a b i s c h e n Föderation miteinzuschließen. Laut dieser Version sollen auch die vorjährigen Unruhen in Syrien ein Resultat der englischen Intrigen gewesen sein, mit denen man die Syrier ermutigen wollte, sich gegen Frankreich zu erhoben und sich der im Werden befindlichen englisch-arabischen Föderation zu verbünden. Es gibt noch eine andere Version, die. lautet; Die. Unruhen sind tatsächlich von englischer Seite organisiert Worden, aber nicht mit der Absicht, eine arabische Föderation Zu schaffen, sondern um unter der Auerede, von Unruhen ins Landunbemerkt größere .Truppenmengen, zu bringen und die. antiitalienische Kriegsbasis im Mittelmeer zu verstärken. Mit weiteren Versionen wird der Jischuw ^tagtäglich'gespeist. Ein Beweis, welche Krisis das Vertrauen zur Politik der Mandatsregierung mitmacht. .•>''..: Judische Einigkeit Es ist kein Wunder, daß unter dem . Einfluß der Geschehnisse ein gewisser Stimmungsumschwung in den jüdischen politischen Kreisen eingetreten ist. kauft man für Jahrzehntel Ihre Möbel müssen daher nicht nur schön und modern, sondern auch gut und dauerhaft sein. Viele, die mir vertraut haben, sind;besterts zufrieden, da meine Möbel trotz hoher Qualität auch zeitgemäß billig sind. «aroße Auswahl! Möbelhaus Edelmann, « bezeichnet und ihnen von ganzem Herzen des „Amalek Ende" gewünscht. Ich glaube, daß sich diesem Wunsch des Histadruthführers der ganze jüdische Jischuw ohne Unterschied der Partei und Weltanschauung anschließen wird. Man braucht im übrigen nicht zu erzählen, welchen Schaden diese Amalekiter, die über große Geldmittel verfügen, der jüdischen Position im Land bringen. Es wäre nur zu wünschen, daß bei der Verteilung von Zertifikaten an jüdische Kommunisten und Halbkommunisten die Palästina-Aemter das gleiche MitleidsgefUhl' bekunden wie s i e, die Kommunisten, gegenüber den ermordeten und geschändeten jüdischen Märtyrern in Palästina... Die Kommunisten sind vielleicht nicht der gefährlichste Teil des jüdischen Kampfes in Palästina; aber sie sind der unangenehmste, weil sie vor der ganzen Welt den innerlichen Bazillus repräsentieren, der den jüdischen Volkskörper zerstört, die eigene Schande bloßlegt. Geld aus dem Ausland Zu den äußeren Faktoren, welche mit den Kommunisten unter einer Decke spielen, zählen die Italiener und die Deutschen, Es ist heute so viel wie sicher, daß im palästinensischen Wirbel eine Menge deutsches und italienisches Geld steckt. Das Propagandabüro für Nordafrika in Palästina, das in Berlin unter der Leitung von Alfred Rosenberg und Dr. Goebbels unter aktiver Mitarbeit des Emir' Arslan (gleichzeitig italienischer Agent) steht, hat eine enge Beziehung zu den Ereignissen. Arslan ist ein Abenteurer ganz großen Stils, mit viel Verständnia für Geld und leichten Verdienst. In dieser Eigenschaft versteht er daa Bestreben Deutschlands, England und Frankreich koloniale Schwierigkeiten zu machen, und den Wunsch Italiens, der Judaisierung Palästinas entgegenzuarbeiten — zu exploitieren. Große Summen. Geldes wurden in der letzten Woche an die streikenden Araber in Jaffa verteilt. Man weiß genau, daß dieses Geld nicht aus arabischen Quellen stammt. Die Geldquelle ist sehr, durchsichtig. Es gibt genügend materielle Beweise für diese Behauptung. * ' Es gibt Pessimisten, welche die Sache anders ansehen. Laut, ihrer Meinung kommt zutage, daß die Palä- . '"• ""r Nieimafs ist der Kämpf des jüdischen Jischuws mit wicher'Einheitlichkeit und Entschlossenheit geführt worden wie diesmal. Und man muß sagen: nicht ohne Erfolg. r Aus erster' Quelle erfahre ich, daß sich vor zwei iWocheh der Oberkommissär an eine führende jüdische Kapitaiistengruppe mit dem Anliegen gewendet habe, ihm im Verlauf von drei Tagen einen genauen Plan für den Bau eines provisorischen Hafens am Jarkon vorzulegen. Dieser Plan, der von einem erstklassigen Fachmann;in Aegypten begutachtet'worden war, wurde dem Ober- .kommissär rechtzeitig übergeben und wird jetzt in Jerusalem behandelt. Gewisse Regierungsämter wurden (für 'eine bestimmte Zeit) nach Tel-Aviv verlegt. Man hofft aber, daß diese „Zeitweiligkeit" eine dauernde sein wird.. Das beweist, daß eine unbedingte und stählerne Geschlossenheit des Jischuws nach außen wirkliche Erfolge zu erzielen vermag. Dies führt auch zu dem Gedanken, die Basis der jüdischen Einigkeit auf der ganzen Welt zu verbreiten, zumal Einigkeit, wenn sie in Palästina ein Faktum ist, ein um so größeres Faktum in London und in Genf wäre. Man spricht hier davon, daß We dg wo od und Lord Snell sich an die Zionistische Exekutive mit der Anregung gewendet hätten, die außenpolitische jüdische Einigkeit durch Aufnahme der •jeden Samstag, 7 Uhr früh. f| Fahrpreis tour—retour w Vorteilhaft Arrangements fUr eine oder mehrere Wochen — sowie andere bill gi PNngstrelsen. R Inbtnnlümirf'' Automobil-Reise-u. Betriebsgeselltchaftm.b.H. ,f yygCTer lg WS» », tturprlng 1. A-35-S-43. A-33-Q-3S! Agudaa Jisroel und anderer, noch außenstehender jüdischer Gruppen In die Jewish Agency zu verj stärken. Die Realisierung dieser Idee wäre zweifellos : von Nutzen für die zionistisch-politischen Aspekte, ' '/.umal' gerade heute, unter'den gegenwärtige« Vcr- , hä'Hnisscn. < .'..<'. < . Es verlautet, daß Dr. Weizmann von der Exekutive'die Vollmächt erhalten habe, der Verständtgungsfragc seine Aufmerksamkeit' 'während .seines nächsten Aufenthaltes in London zu widmen. In den Exekutivekreisen allerdings will man diese Nachricht nicht bestätigen! Ob die Depesche -Wedgwooda und Snells die Frucht ihrer eigenen Initiative ist oder ob sie von gewissen abgespalteten jüdischen Kreisen inspiriert wurde, welche Umkehr halten wollen, ist uns unbekannt. Wir wissen bloß das eine, daß in jenen jüdischen Kreisen, welche außerhalb der Zionistischen Organisation, stehen, heute Verständnis für den Wiederaufbau einer außenpolitischen jüdischen Einheit besteht. Es wird behauptet, daß die Reise des Herrn Dow Hos (des linken Vizebürgermeisters von Tel-Aviv) nach London auf Veranlassung des Maipai-Flügels (Unke Arbeitergewerkschaft in Palästina) unternommen wurde, der kein Einvernehmen mit den erwähnten außenstehenden jüdischen Kreisen wünscht. Dieser Flügel ist der Ansicht, daß sich die abgespalteten Schichten A?r jüdischen Nationalbewegung (Ahm. der Red.; Hier sind wohl die Revisionisten gemeint) im Verlauf ihrer selbständigen Existenz als kraftlos erwiesen haben —sowohl polltisch wie organisatorisch — und daß daher ihre Wiedervereinigung mit der Zionistischen Organisation nicht viel Nutzen bringen würde. Die Aufgabe "von Dow Hos soll nun darin bestehen, den Herren Wedgwood und Snell, den Freunden der Arbeiterpartei, diesen Standpunkt bekanntzumachen und darauf hinzuweisen, daß ihre Intervenienz bloß die Stärkung der faschistisch angehauchten Kreise bedeute : Ich : habe gehört, daß Angehörige dieser abgespalteten jüdischen Kreise in. Palästina, die heute einer Wiedervereinigung mit der Zionistischen Organisation absolut nicht abgeneigt sind, eine Alarmdepesche nach London geschickt haben, worin sie Wcgdwood und Snell vor der moralisch zweifelhaften Mission von Dow Hos gewarnt hätten. Aktion der Judehstaatler Die Weltexekutive der Judenstaatspartei hat die Zionistische Exekutive und den Präsidenten dea Aktionskomitees dringendst aufgefordert, noch im Monat Mai eine außerordentliche Session des A. C. einzuberufen, damit über die Lage beraten und Beschlüsse gefaßt werden, welche die Situation erfordert. Außerdem verlangen die Judenstaatler eine separate Beratung jener A.-C- Mitgiieder, welche zurzeit in Palästina sind. Wir erfahren, daß diese Forderungen die Unterstützung, des Misrachi und der Allgemeinen Zionisteri gefunden haben. Inzwischen versucht man, sich vorzustellen, wie di« kommenden Zertifikaten-Schedulc aussehen wird. Heute, ist das vornehmlich eine politische Frage. (Ueber die neuen Zertifikate berichten wir an anderer Stelle. Anm. der Red.) Wir werden Gelegenheit haben, zu, beurteilen, ob die Regierurig dem arabischen Terror weichen oder ob sie stark bleiben wird. Neu renoviert I _____«I ff II» Negerlegasse 2 strengorthodox "itfo . Reichhaltige Menüs S —.90 bis S 2.30 i Gute Küche / Billigste Preise I Begräbnfe der jüdischen Opfer in Jerusalem Aus Jerusalem: Das Begräbuis der drei. jüdischen Todesopfer des heimtückischen arabischen Angriffs vor dem Kino „Edison" im Jerusalemer Stadtteil Sichron Mosche gestaltete sich zu einer spontanen Kundgebung der Trauer und des Zornes der Jerusalemer Judeniieit. Obwohl der Zeitpunkt der Bestattung nicht bekanntgegeben war und die Polizei besh'ebt war, Ansammlungen sowie überhaupt jede größere Bewegung in den Straßen zu verhindern, versammelten sich viele tausende Juden vor dem Hadassa-Hospital, wo die drei Toten, der 26jährige Alexander Polonsky, Student der Hebräischen Universität, der 27jährige Isaak Jalowsky und der erst vor drei Monaten aus Grotino;in Polen eingewanderte 35jährige Dr. Zwi Schabc ho ws kl, aufgebahrt waren. Die Bestattungsfeier begann am Sonntag, 10 Uhr vormittags. Als die' Särge herausgetragen wurden, hielt der Vorsitzende des' Waarl' Leumi, J. Ben-Zwi, vor dem Hospitalgebäude den Opfern einen tiefempfundenen Nachruf. Immer wieder, sagte er, wird unschuldiges j Ü d i s c h e s' B 1 u t vergossen; wo sind die Hüter der Ordnung? Aber die Feinde des jüdischen Aufbaues sind sehr Im Irrtum, wenn sie glauben, daß es irgendein Mittel in der Welt gibt, durchdas das jüdische Volk davon abgeschreckt werden könnte, seine nationale Heimstätte in Palästina aufzubauen. Vom Gebäude des Hadassa-Hospitals, von dem blau-weiße Fahnen auf Halbmast wehten, bewegte sich der Trauerzug zum jüdischen Friedhof auf dem Oelberg. Der Traueraug be- ■'wegte 3ich unter starker Polizeibedeckung. In der'.ganzen ■ Stadt waren die jüdischen Geschäfte, ohne daß eine Aufforderung an sie erging, zum Zeichen der Trauer geschlossen. Verband der Judenstaatszionisten Oesterreichs _ " halb 9 Uhr abends, im Heim, 11, Erlafstraße 5 Gedenkrede: Rabbiner Prof« Dir« Armand Kaimaika Kantotale Funktion: Kam«oe« H«setf Feuer

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.