Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 10 (1936)
- Issue
- Heft 563 (22.5.1936)
- Date
- 1936-05-22
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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TTr; Preis 20 Groschen Freitag, den 28* Mal 1*36 iu 563 V. &♦ b* Zeitung vom Verleger versendet „Journal e*f>6di6 par r&ilteut" DIE NEUE WELT REVUE HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER BEZUGSBEDINGUNGEN; Oesterreich monatlich 8 1.40» vierteljährig 3 4.—, ganzjährig S IS.—; Polen monatlich Zloty 1.50. vierteljährig Zloty 4.50: Tschechoslowakei monatlich Kc 6.—, vierteljährig Ko 15.—; Jugoslawien monatlich Dinar 14.—, vierteljährig Dinar 40.-^; Bmnänien monatlich Lei 40.—. vierteljährig Lei 120.—; Deutschland monatlich Mark 1.—, vierteljährig Mark 3.—; Balgarien monatlich Lewa 30.—, vierteljährig Lewa 80.—J Italien monatlich Lire 5.—, vierteljährig Lire 14.—; Schweix und die übrigen Länder monatlich Schweizer Franca 1.60, vierteljährig Schweizer Francs 4.50. Mit E bezeichnete Anzeigen sind entgeltlieh, Redaktion U.Verwaltung: IX,Universitätsstr.8,7eLA-20-2-78 — Erscheint Dienstag u.Freitag Unsere nächste Ausgabe erscheint aus Anlass des Sphewuoth-Festes Dienstag, den 26. Mai, in vergrößertem Umfang. Beisetzung Sokolows in London Aus London (20. Mai):.Die Beisetzung Nahum Sokolows fand am Mittwoch, den 20. Mai, statt und gestaltete sich zu einer ungemein eindrucksvollen Trauermanifestation der britischen Judenheit für den dahingegangenen Führer. Die Trauerfeierlichkeiten begannen gegen Mittag im Hause Sokolows. Von dort bewegte sich der Trauerzug nach dem Willesden-Friedhof, wo der Chief Rabbi des britischen Reiches, Dr. J. H. Hertz, die Trauerrede hielt. Am Mittwoch abend wurde in der Großen Synagoge eine Trauerfeier für Nahum Sokolow abgehalten. (J. T. A.) Efliie enqlisdie ISnter§udiung§? . h&mmission für Palästina . . Aus London (20. Mai): Die Ankündigung des Ministers für die Kolonien, daß eine Königliche Kommission zur Untersuchung der Ausschreitungen und Unruhen nach Palästina entsandt werden, soll, erfolgte in der Unterhaussitzung vom .18. Mai bei der Beantwortung einer Anfrage des Abgeordneten Gordon McDonald. Fragen anderer. Unterhausr|jj,t^feder, die im Anschluß an diese ArifragebeantwortungVlfestellt wurden, gaben dem Minister Gelegenheit, zu erklären, daß der Empfang ei'ri'e'r arabischen' Delegation in London nacii.it mehr in Fra-ge k .o m m e jm d. daß die Untersuchungskommission sich*:'aüc^tftiTBef'" mer - richtige Interpretation " der Mandat3bestimmüri"gen werde . äußern können. ' * - ' Abg. Gordon McDonald fragte, welche Schritte unternommen worden seien, um den arabischen Führern in Palästina zur Kenntnis zu bringen, daß die Regierung Sr. Majestät sich durch Gewalt oder Gewaltandrohung von der Durchführung des Mandats nicht werde abbringen lassen. Kolomenminister J. H. Thomas erwiderte, der High Commissioner habe den arabischen Führern den Standpunkt der englischen Regierung durchaus klargemacht. Er wolle diese Gelegenheit benützen, um zu erklären, daß die Regierung Sr. Majestät die in Palästina infolge von Rassenunruhen und einem dauernden Zustand der Beunruhigung entstandene Lage einer ernsten Betrachtung unterzogen habe. Das erste Erfordernis sei die Herstellung der bürgerlichen Ordnung; der High Commissioner unternehme alle notwendigen Schritte zu diesem Zwecke. Infolgedessen, sei die Regierung zu der Entscheidung gekommen, daß die geplante Entsendung einer arabischen Abordnung nach London den entstandenen Verhältnissen nicht mehr entsprechen wurde, >und daß statt dessen die Durchführung einer Untersuchung an Ort und Stelle wünschenswert sei. Sie habe daher beschlossen, nach Wiederherstellung der Ordnung, Sr. Majestät die Ernennung einer Königlichen Kommission zu empfehlen, welche, ohne dio -Bestimmungen des Mandats in Frage zu stellen, die Ursachen der Unruhe und. der angeblichen Beschwerden von Arabern und Juden erforschen solle. Bürgermeister Dizengoff §diwer erkrankt Aus Tel-Aviv wird uns unter dem 22. d. gemeldet: Der Bürgermeister und Begründer der Stadt Tel-Aviv, Meir Dizengoff, ist plötzlich schwer erkrankt und mußte in das Hadassah-Spital überführt werden, wo Professor Zondek (der berühmte jüdische Gelehrte aus Deutschland) eine Bluttransfusion an ihm vornahm. Die Erkrankung Dizengoffs wird auf die schweren Aufregungen zurückgeführt, denen der Tel-Aviver Bürgermeister im Zusammenhang mit den letzten blutigen Ereignissen in Palästina ausgesetzt war. Der Zustand Dizengoffs wird als sehr bedenklich bezeichnet, da der heute 75jährige Mann im Vorjahr schwer erkrankte und erst nach erfolgter Bluttransfusion sich allmählich erholte. Im ganzen Land ist schwere Besorgnis und Teilnahme für den erkrankten Bürgermeister zu verzeichnen. (■^ Persertappiche zu staunend billigen Nachsaisonpreisen TBhL Herrliche Qualitätsware zu jedem annehmbaren Preis 1 1 PERSER- UND ORIENTTEPPICHE b r mnL I, PARKRING 12 linearis Weihburggqsse Gartenbau-Objekte 4500 Arbei'terzerti'fik ate Wie offiziell aus Jerusalem mitgeteilt wird, hat der High Commissioner Sir Arthur Wauchope der Exekutive der Jewish Agency für das Halbjahr April- September 1936 eine Ar bei ter-S.chednl e von insgesamt4500 Zertifikaten bewilligt. Von dieser Gesamtzahl sind 500 für illegale Einwanderer, die nachträglich die Erlaubnis zu dauerndem Aufenthalt im Lande erhalten sollen, reserviert Worden. 1200 Zertifikate, einschließlich 300 für Verheiratete, sollen Juden aus Deutschland zugeteilt werden. Für Studenten wurden außerhalb der Schedule Zertifikate zur Verfügung gestellt. Die Einwanderungs-Schedule für das Halbjahr Oktober 1935 bis April 1936 belief sich auf 4350 Zertifikate, von denen 1000 bereits als Vorschuß vor der endgültigen Zuteilung ausgegeben worden waren und 1200 für illegale Einwanderer, die sich schon im Lahde befanden, zurückbehalten wurden. ORBISSPOLEN Ab« a h ri: 7. Juni Anmeldungen: Reisebüro „Ö R B I I. Kärntnerstrane 41, R-21-5.78 Oesterreichisches Verkehrs-Büro I. Frlectrichsfrane 7, B.27-300, i. Graben 20, U-29.0.3S In schweren Tagen Von unserem palästinensischen Dr.-H.-R.-Korrespondenten. Jerusalem, Mitte Mai 1936. Wie Jjnoralfcdien Peinigungen Obwohl die physischen Ueberfälle auf die Juden in Palästina nicht mehr den Massencharakter tragen, den sie in der ersten Woche nach . dem Ausbruch; dervUh- , ruhen hatten,- -kann man,- trpj^deni nicht von einem Aufhören des arabischen Terrors ■sprechen.:'' Es vergeht kein Tag, an dem nicht vorüberf ahrehde jüdische Automobile mit Waffen angegriffen werden, an dem nicht jüdische Felder angezündet und jüdische1 Pflanzungen vernichtet oder geschädigt werden, an dem nicht irgendwo (sogar in Tel-Aviv) der Autoverkehr durch Aufstreuen von Nägeln gestört wird. Charakteristisch für die Verhältnisse ist der Umstand, daß, während der Oberkommissär zu der Eröffnung der Messe fuhr, auch sein Auto' über einen Teppich von Nägeln fuhr und hiebei drei Pneumatiks schwer beschädigt wurden. Das beweist besser als" alles andere den Sicherheitszustand im Lande. Und es scheint, Diabetiker flUetilauer trtnfen mit (Srfolp V Sauerorunn daß auch diesmal die Geschehnisse in den gleichen antijüdischen Schlußakkord ausklingen, wie er von den früheren Geschehnissen ähnlicher Art bekannt ist. Nicht genug an den physischen Leiden des jüdischen Jischuws — kommt noch die Regierung und fügt ihnen, eine Kette moralischer Peinigungen hinzu, welche vielleicht schwerer zu ertragen sind als die physischen. Man hat zweifellos von der Regierungsverordnung gelesen, laut welcher es jüdischen Polizisten verboten ist, das Weichbild Tel-Avivs zu verlassen und Jaffa zu betreten; gleichzeitig wird offiziell betont, daß arabische Polizisten frei und ungehindert Tel-Aviv besuchen dürfen. Und weiter: Sollte es vielleicht einem jüdischen Polizisten gelingen, einen arabischen Angreifer in den Grenzen von Tel- Aviv festzunehmen, so darf dieser Polizist ihn nicht vors Gericht bringen: Das ist das auschließliche Recht der arabischen Polizei (die in diesem Falle nicht viel von dem Angriff weiß). Die Regierung wird zweifellos diese Strategie damit erklären, daß sie ja vor allem bemüht sei, „die jüdischen Polizisten vor der arabischen Wut zu schützen"! Im Zusammenhang mit diesem und ähnlichen Fällen überkommen den jüdischen Jischuw oft die Gefühle, die wir alle aus unserer alten Heimat kennen und von weichen wir geglaubt haben, daß wir sie hier in Palästina; in den Schreibtisch legen können; Gefühle, welche man am besten mit dem Begriff „Golusluft" bezeichnet. Und wenn man schon von Golusluft spricht, so kann man nicht die hiesigen jüdischen Kommunisten unerwährit lassen.. Die Itommunistisrfien Helden Denn kein anderer als sie repräsentieren so kraß das Furchtbare, das der Golus der vielgeprüften jüdischen Seele angetan hat. ' .i ■ Vor mir liegt ein langatmiger Aufruf, mit dem das Tel-Aviver P.-K.-P.-Komitee (Palästinensische kommunistische Partei) die hiesige jüdische Oeffentlichkeit beglückt hat. Der Aufruf ist vom 4. Mai d. J. datiert und enthält unter1 anderem folgenden Wortlaut: „Die arabischen Massen hungern, doch wächst nichtsdestoweniger ihre Kampfstimmung. Entschlossen kämpfen sie für ihre Freiheit. Die Zionisten nennen diesen Kampf einen „faschistischen", um von der Regierung scharfe Maßnahmen zur Unterdrückung dieses aüs- An Sonntagen „F R A N C 0 P 0 L" - Sonderfahrten «och POLEN u. Czernowitz Nächste Abfahrten: 24. Mai u. 7. Juni, Rückfahrt: 9. Juni „Francopol", III, Schwarzenbergplatz 7, Tel.U-16-4-90 „Ccdok", 1, Kärntnerstraße 32, Telephon R-23-4-88 Gerngroß, VII, Mariahilferstraße 42, Tel. B-38-2-68 gedehnten Massenkampfes zu^ verlangen. .. Die Zionisten wollen im Land ein nationales Heim errichten, aber die arabischen Massen können damit nicht einverstanden sein. Die arabischen Massen wollen nicht ihren Boden für die zionistische Kolonisation opfern, sie wollen nicht von den faschistischen Methoden des Tozereth Haarez (eigene jüdische Produktion) und Awodah ivrith (ausschließlich jüdische Arbeit) vernichtet werden. Die arabischen Massen halten dafür, daß der Boden, den sie seit hunderten Jahren bearbeiten, ihnen gehört. Sie erblicken in der zionistischen Einwanderung einen Angriff gegen sich, eine Herausstoßung aus dem Land. Kann solch ein Kampf der arabischen Massen ein faschistischer genannt werden? Nein und abermals nein! Nur durch die Unterstützung der Samstag, 23., Eröffnung der Hawai Bar XIX, Hohe Warte Nr. 7 Das B/umenwuncfer von Wien Die einzige Park-Bar Europas Bei Regen bleibt Sonnenschein Hawai-Sensationen Die Prominenten-Kapelle: DICKER-GEIGER 3