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Die neue Welt · 1936-05-15 · Heft 561 (15.5.1936) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 561 (15.5.1936)
Date
1936-05-15
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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SfeÄe 4 ME NEtJE WELT Nr..561 vom 15. Mai im Wir empföhlen nur: Die auten billigen: NCIIFIPrr'Ph m'»•Hoiorradschulen hl-UUM Tri. 8-46-5-72 und Inrendorf, K.-ö Die Feier des 70« Geburtstages des Rabbiners Dr* A* Kaminka Samstag, den 9. Mai, fanden sich im Zeremonien- «aal des großen Leopoldstädter Tempels die Präsidien der Israelitischen Kultusgemeinde, der Israelitischen AI Hans, des Maimonides-Instituts und d5r Bethausvorstand ein, begrüßten den Jubilar beim Eintritt in das Gotteshaus und führten ihn auf den Ehrenaitz. Ate er zur Thora gerufen wurde, trug Oberrabbiner Margulies •inen eigens verfaßten schwungvollen Mischeberach vor, 4er Chor sang einen Psalm und Oberrabbiner Dr. Tag. ttcht hielt eine gehaltvolle Ansprache, In der er die wissenschaftliche Bedeutung und die karitativen Leistungen des Jubilars hervorhob und die Wünsche der gesamten Gemeinde zum Ausdruck brachte. Sonntag vormittags waren der große Sitzungssaal und die anschließenden Räumlichkeiten der Israelitischen Kultusgemeinde von den Delegationen aller großen Wiener jüdischen Körperschaften gefüllt. Staatsrat Dr. Fricdraann als Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde feierte die. hervorragende Wirksamkeit Dr. Kaminkas, die er seit 36 Jahren als Rabbiner, Prediger und Lehrer in Wien innerhalb der jüdischen Gemeinde entfaltet. „In einer Zeit, wo wir Juden von vielen Seiten so heftig bekämpft werden, dürfen wir glücklich sein, daß wir einen Dr. Armand Kaminka zu den Unseren zählen können, einen Mann, der das Verdienst hat, jenes geistige Profil des jüdischen Wien mitgeformt zu haben, auf das wir alle stolz sind." Der Präsident der Israelitischen Allianz, Dr. J akob Orn stein, entwarf ein Bild von der verzweigten Tätigkeit der Israelitischen Allianz, seitdem Herr Dr. Kaminka als Generalsekretär im Jahre 1901 in die Leitung derselben eintrat. Der Obmann des Verwaltungskomitees des .Maimonides-Instituts, Herr H. Intrator, knüpfte an den Ritus der Omer-Zählung au, mit der für die jüdische Gesamtheit die. Vorschrift des Jubeljahres verbunden war, und brachte im Namen der Mitglieder und der zahlreichen Zuhörerschaft der Vorträge des Maimonides-Instituts dem Jubilar das Gefühl der Dankbarkeit und Anhänglichkeit zum Ausdruck. Studienrat Rabbiner Dr. M. Bauer sprach als Zweitältester Dozent. des Maimonides-Instituts über die Lehrtätigkeit des Leiters des Instituts und Vorsitzenden des Dozentenkollegiums.: Dozent Rabbiner M. Zickier hielt eine KIEVKA Mottensäcke IN DROGERIEN UND PARFUMERIEN! .hebräische Rede, in welcher er insbesondere die zahlreichen in hebräischer. Sprache erschienenen Werke Dr. Kaminkas analysierte und ihren hervorragenden Wert für die Wissenschaft betonte. Dozent Dr. Saloraon Rappaport sprach eingehend über Kaminkas Forschungen zum Buche J e s a j a, zu den Psalmen, zum Hohen Liede, ferner über seine ungemein scharfsinnigen .Studien zur 'griechischen Bibelübersetzung (Septuaginta) und zu den. Apokryphen, insbesondere zur Esra-Apokalypse. Univ.-Prof. Dr. Hugo Stern verlas aus der unübersehbaren Anzahl der eingelaufenen Begrüßungen einige telegraphischc und briefliche Glückwünsche, darunter vom Wiener Oberrabbiner Dr. Feuchtwang, Chief-Rabbi des Britischen Reiches Dr. H'ertz in London, Grand' Rabbi Senator Dr. Niemlrower in Bukarest, «ämtlichen Rabbinen de österreichischen Gemeinden, ausländischen Institutionen und Redaktionen. Es sprachen dann noch als Vertreter der Gefangenhausverwaltung im Landesgericht Direktor M. B i rnstein und Dr. S. Golds t e r n, Präsident des Unterstützungsvereines für russische Juden. Rabbiner Dr. K a m i n k a dankte hierauf ergriffen in einer Schlußrede für die ihm sowohl bei der Tempelfeier wie in der Festsitzung erwiesenen Ehrungen. Daß er sich den Ovationen nicht, wie im Talmud empfohlen wird, entzogen habe, sondern der Einladung gefolgt sei, geschah deshalb, weil er als Vertreter einer dahingehenden Generation es für seine Pflicht erachte, den jüngeren Gene« rationen einige Worte über seinen Lebenslauf und-seine Werke zu sagen. Daß er sich nicht auf e l n Studiengebiet beschränkt habe, wie er auch im öffentlichen Leben sich nicht restlos In eine Partei eingefügt habe, obwohl er mit allen Parteien und Richtungen im Judentum innig verbunden blieb, hatte sein Gutes. Dadurch konnte er sich seinen offenen Blick, seine Geistesfreiheit1 und sein kritisches Urteil bewahren. Nach der Vorschrift im Deuteronomium soll man, wenn man von seinem Schuldner ein Pfand verlangt, dessen Wohnung nicht betreten, sondern darauf warten, daß er es herausbringt. Ein Jurist Im Jerusalemischen Talmud erklärte Jedoch den betreffenden Satz anders: Nicht der Schuldner, sondern derjenige, durch dessen Intervention die Forderung gestellt wird, soll das Pfand herausbringen, das sei der Vertreter der Gerichtsbehörde, weil er allein unparteiisch weder das Beste noch das Schlechteste, sondern das Angemessene heraussuchen wird. Das gelte auch für eine moralische ForderungdesDankcs und der An erkennung. Er habe als Jubilar erwartet, daß, da die Vertreter der •großen jüdischen Körperschaften für ihn die Ehrung organisierten, sie sich ebenso In mäßigen Grenzen bewegen werden. Es seien aber tatsächlich seine bescheidenen Verdienste Ubermäßig gepriesen worden, wobei er erklären müsse, daß er eigentlich gar keine Forderung an jemand zu stellen habe, daß ihm niemand Entlohnung, Dank oder Anerkennung schuldig sei. Er glaube, seinerseits Dank schuldig zu sein der Israelitischen Kultusgemeinde, daß sie ihm in so reichem Maße Gelegenheit geboten habe, durch das lebende Wort zur Hebung der Kenntnis des Judentums und de« jüdischen Bewußtseins beizutragen, der Israelitischen Allianz dafür, daß sie ihm die Möglichkeit gab, in großem Umfange durch viele Jahrzehnte für da-s Wohl der Gemeinschaft zu wirken, und seinen Kollegen, treuen Freunden und Zuhörern im Maimonides. Institut, daß er vor ihnen, einer so verständnisvollen Zuhörerschaft, seine Forschungsergebnisse und seine Ge» danken über unsere Religion mit einigem Erfolg zu ent' wickeln versucht habe, Aktion* Hütet die Jugend Zeftungsltette des „Oiar Hanoar" (Sehfttt d« «Jogto<5> Oberk&ntor T. Iffthtmaa« jlnttfortftt rftisach Wühl mit S 3.r- und ruft zu Spenden auf: Kantor Markus Balaban, II.. Blumaiiergasse 16: Adolf Deutsch, VIII., Wickeoburggaesc Nr. 16; Salo Eck, VIII., AlserstraBe 37; Oberkantor Leo Funke, It., Tempel|ra*se 3; Otxrkantor Emanuel Fr ä « k « 1, IT.. Fuffba^hgass« 7: Markus Gold st ein. XX.. Gaußplatz 7; Bfraim Haatern. II., Vor«a.rtenstr»ße 192: Isak Hirschhörn. It.. Erlaufstraße 7: Dr. I.' Kl aber, Ii., Lilienbrunngiee« 7: TUbbiner Prof. Dr. Karl Kupfer. VIII., Albertrasse Nr. *J6: Oberkantor Rudolf Kogran. II.. Nestroygaaae 10; Heinrich Kretz. II., Hoüandstraße 10: Ob*rkantor Samuftl LAuderer, Bratislava, Ptefanikova: Bmannel Lauf; II.. Molkereistraße 7: tJr. tlndanbaiim, Tl.. VorgartenstrAßo 182: Cb. M. Mehl. IL, Ausstellungsstraße 51: ftabbitier Dr. Gabriel M e brer. IV., Seisgasse 7: Adolf Mehr. TL, Hollandstraße 10: Adolf Melsefes, VT.. Fll'.pradergas»« 13: f. M e I s e l e p. XII., Schönbmnnerstraße D70: Heinrich Metzger. IL. Hollandstfa.Be 10: Salo Natowicc, XX.. Engerthstraß« 124: Oberkaator Samuel P o a t o 1 o tr. TX., LieehteiwtetnstraBe 78: Abr. Juda Rechtachaffen. XX.. Karl-MeUsl-Slraße 1: Dr. H. riech ter. XX.. Karl-Meiri-Straße 1: Michael Rechter, TV., MUhlgaaee!); Salo Rechter, II., Obermül'.nerstraße 15: E. H. Rottenberg, IL. "Wohlmuthstraße 33; Benzion Schaplra, IT., Venedigerau 4: Bension Schiffmann. IL. ObermOUnerstraße 15; Siegmund Schmelzer. TL. Vorgartenstraße 186; Heinrich Storch. IV.. Wiedner Hauptstraße 86: Josef Streit. TL, Sebastian-Knelpp-Gawte 1: Sam. Ueberfejd. IL, Sebaatian- Knelpp-Gasse 11-13: Deszö Weis?:, IL. Stuwerstraßc 1: Rabb. M. Z i c k 1 e r. IL. Schrotzberggasse 8. Oberkantor Josef Keuer antwortet Fritz Kolb mit S 3.— und ruft zu Spenden .njf: Fr. M. Harendorf. XVL. Grundstei»*asse Nr. 30: Else Pater, IX.. Müllnergapsc 20; Bela Fischer, XIIL, Blraghigasse 55: Richard Friedmann, TL, Schiffamtfgassc 16: Leopold Ftsichbach. IT.. Franz-Hochedlinger-Gasse 36; Paul Handl. VL, Marlahilferstraß* 89a: Hönlgsberg jun.. III., Landstraße Hauptstraße 18: Albert Großbard. VITT.. Lerchen/*lder- Pti-dSe: Klavier jun., XVI.. Haberlgasse 8: Fritz Schönbauer. XVL, Haberlgasi=<* ü; Kurt Bauer. L, Frauz-Josefs-Ral 3. Dr. Moritz Taub antwortet Fritz Kolb mit S Ii,- und ruft zu Sp-enden auf: Dr. Adolf Grünberg. Tsidor Lebensohn. Hans Sperling, Dr. Manfred Wejnrcb, alle in Wien, XVIII.. Wahringer Gürtel 07. Heinrich St e i n e r antwortet lero Groß mit 5 3.~ und ruft im Spenden auf: Leo Schneid. XX.. Wintergaase 13: David Tennenbaiun, XX.. GreiseneckergaeHe 16: Moritz Zuckermann. XX., Othmargaepe 22: Julius Zlmmel. XX.. Gerhardusgasse 26; Sch. Tennenbaum. XX.. Klosterneuburgerstraße 76: David Rostholder. XX.. Wolfsaugaase 4lt3: Hugo Rosenberg. XX.. Webergasse 18; S. Laufer, XX.. Heinzelmanngajtse 14: Dr. Josef Seiler. IL, Tfaldgaase 5: Adolf Spitzer, IT., Haidgasse 5; Ing. Emmerich Holler. TL. Zirkusgaüse 25. Moscheh K e r z n ö r antwortet Kasjel Glasberg mit S 3. und ruft zu Spenden auf: Hermann Kueller. Vi., Hirschensasse Nr. 1: Ernst Baumatz. XX.. Karl-Meisl-Straßc 6: Direktor Hoffmann, Tl.. Große Mohrengasse 3b (Firma Estermana A. G.); Georg TÜrkl. IL. Ausstellungsstraße 5. Dr. N. G o 1 d s t e I n spendet S 5.~. Alfred B er Istein antwortet Igo Groß mit S 2.— und ruft zu Spenden auf: Ernst Morgenstern. TX.. Bergfeasse 32: Oskar Quittner. IX.. Nußdorferstraße 68: Emil Wang. ITL, Gärtnergasse 5; Ing. Friedrich Leist. XVIIL, Eckpergasse 39. Robert S a ß antwortet David Wolf mit S 3.— und ruft zu Spenden auf: Haus Pislr, IL, Stuwerstraße 6; Salo Tuttmann, IL. Untere Augartenstraße 25; Isak Epstein. TL. Untere Augartenstraße 23; Adolf Holländer, XV.. Speergasse 5: Josef Bernstein, XV., Mariahilferstraße-. 172. - Banieb Schindler antwortet Hermann Graulich mit S 3,-"*-t lt ' Dr. M. Morgenstern antwortet Dr. Max «uterer mit S 2.—. KIEVKA Mottensäcke I N PRO G. ER I.B N UN £> PA RFUMEiEIBN! Das Sekretariat der judenstaatszioiiistea befindet sich während v der Ferienmonate in der Werdertorgasse 12 (n ie h t 14), Tür 4 (Telephon Nr. 17-28-8-8.1.). Amtsstunden nur in der Zeit von 19 bis n Uhr. . Neues Heim der Judcnsfaafsxtonisten Sametag, den 9. d., fand die feierliche "Eföffnuäg^ des u«uen Heimes der Judenfctaatszkmiflten in Favoriten statt. Die gute Lage des neuen Heims — es befindet sich in der Herndlgasse 23 — sowie die äußeret schönen und gemütlichen RÄume werden es bald zu einem Mittelpunkt des zionistischen Lebens in Favoriten machen. Nach Begrüßungsworten des Obmannes Markus Doli erfolgte das Anschlagen der Mesusah durch den Bezu-ksrabbtrier Herrn Prof. Dr. Albert Wein er, Oberbaurat Robert. Stricker und Aron Schwertfinger sprachen über Weg und Ziel des Judenstaatszionismus. Die Ausführungen der beiden Redner wurden von den zahlreich Erschienenen mit großem Beifall aufgenommen. Der Vizeobmann der Sektion Herr Michael Sebba forderte die Anwesenden auf, bei der Erfüllung der großen Aufgaben eifrigst mitzuarbeiten. Die Feier fand mit dem Absingen der Hatikwah ihren Abschluß. Judenstaatsjugend. Sonntag, den 17. d., Zentralwa.nderung. Treffpunkt halb 10 Uhr vorm. Sievering. Ziel: Sieveriuger Steinbruch. — Mittwoch, den 20. d., Werbeversammlung im Heim. IC. Untere Augarteustraße 38. Beginn 8 Uhr abends. Gäste willkommen! — Voranzeige: Samstag, den 20. Juni 1. J. Sommerfest im Restaurant Konstantinbügel. fliUBEl*{QlOTER >ür Gelegenheitskäufe Wien VIII, Stadtbahn viadukt 23 bei Lerchenfelderstraße Telephon: A«21*-5»3i Nahariah Aus Haifa: Trotz der Unruhen schreitet der Aufbau der Siedlung Naharlah mächtig vorwärts, neue Straßen und Häuser werden gebaut, neue Hühnerställe, Gemüse- und Obstplantagen werden angelegt. Nachdem der Aufbau des Nordtelles, wo 500 Seelen wohnen, bereits beendet ist, wird jetzt der Südteil der Siedlung erschlossen. Im Anschluß an den Südblock wird auch die Handwerker-Siedlung ausgebaut. Im Herbat werden Gebäude für Volksschule, Kindergarten und Synagoge errichtet werden, andere öffentliche Gebäude im nächsten Frühjahr. Der Absatz der Produkte der Siedler durch Kooperative vollzieht sich glatt und nimmt ständig zu. » Anm. der Red. Der Repräsentant der „Naharlah- Ges.", Herr Josefsberg, weilt in Wien und erteilt Interessenten alle Informationen. Adresse: Hotel de France, Enthärtung jn der „PltttiMx"'Aftöre Der in der „PhözuV-Affäre verhaftete Direktor- Stellvertreter Friedrich Gr übel wurde am 1.3. Mai oJine Kaution aus der Halt uniiumn. Neu renoviert I Restaurant „Zum Braten" II, Negerlegaste 2 TVD streng orthodox «i^d Reichhaltige Menüs S —.90 bis S S.30 .Oute Küche / Billigste Preise „Schwerer zum derlaufeit ♦ ♦ J' Im Zusammenhang mit unseren Ausführungen Über den österreichischen Antisemitismus („AntijUdischcr Sturm — deutschchristliches Oesterreich", „Die Neue Welt" vom 12. Mai 1936) ist es nicht uninteressant, auch die Kritik zu reproduzieren, die der „Christliche Ständestaat" dem antijüdischen Sturm gewisser katholischer Missionskreise widmet. Der Autor des Aufsatzes „Unordnung in der Judenfrage", Dr. O. M. Karpfen, enthüllt den Antisemitismus, bzw. das unchristliche Verhalten der rührigen .Judenmission Oesterreichs, die vom Jesuitenpoter Blchlmair geführt wird. Er weist nach, daß es nicht angehe, den politischen Alltagsantisemltlsmus religiös zu ■verkleiden, indem man — wie es P. Bichlmair tut — den religiösen Abfall als einzig richtige Ursache semitischer Charakterschwäche bezeichne und andererseits die Gutmachung dieses Abfalles durch Annahme der Taufe als für die Höhe der „arischen" Rasse nicht zureichend ansehe. Der Jude, eo sagen die Theoretiker ä la P. Bichlmair, ist a.uch nach der Taufe in seinem Charakter noch immer minderwertig; er ist noch immer kein deutscher Volksgenosse — nämlich der kniend Getatifte. Es sei daher notwendig, ihn auch noch nach der Taufe unter Quarantäne zu stellen, bis die aus seinem Volkscharaktcr stammenden Schwächen benoten sind. Sehr treffend bemerkt dazu Dr. Karpfen: „Damit'erhalten die Juden nicht nur eine Sonderstellung unter den Völkern, was theologisch unanfechtbar ist, sondern gewissermaßen auch eine Sonderstellung angesichts desTaufsakraments. Sie sind nach dieser Ansicht, um einen Wiener Volksausdruck zu verwenden, „schwerer z u m ' d c r t a u f c n" ala andere Völker. E3 klingt fast, als würde in den evangelischen Taufbefehl eine Interpolation eingeschaltet etwa, in der Form: „Gebet hin und lehret alle Völker und taufet sie, die Juden aber mit Vorbehalt der charakterologischen Umwandlung." Ein Vorbehalt, der bisher gegenüber keinem Volke für nötig erachtet wurde, nicht einmal gegenüber jenen kannibalischen Völkern, auf deren Speisekarte zuweilen a.uch Jesuitenmissionäfe erscheinen';" KIEVKA M@ttensäck® IN DROGERIEN TJ N D PA RF U M E R I E"N! Merken die Herren, die den Juden taufen, wollen, trotzdem aber mit dem ha.kenikreuzlerischen;.Schlagwort von der verderblichen Erbmasse sprechen, den feinen Spott, der in der Kritik des katholischen Schriftstellers Dr. Karpfen liegt? Es gibt aber auch andere Stimmen als die des P. Bichlmair. Das katholische „Salzburger Volksblatt" vom 30. April 1936 veröffentlicht die Zuschrift eines mehrfachen ~ Besuchers der Salzburger Festspiele, des Ingenieurs Josef Lazarus (Flume), der zur Judenfrage schreibt: Nach ABBAZIA im Autocar e 1 ieden Samstag, 7 Uhr früh, ej Fahrpreis totir—retour, «f Vorteilhafte Arrangement» für eine «der mehrere Wochen Pftnestraisan. sowie anders billige •1 I ImKamI««»^1* Automobil-Reiseu, Betriebsgesellschaft m.b.H. ÜÖDerECinVS |, »umring 1. A-39-5-45. A-33-0-33 „Es wurde über verschiedene Reden zur Judehfra'ge berichtet, in denen die Juden als Leute fremder Rasse von .zersetzendem Einfluß' dargestellt wurden, die aus Xemtern, Handel und Wandel zurückgedrängt werden sollen. Die Juden stammen von Senii dem .Weichherzigen', ab. Von den Vorschriften der Propheten über die menschliche Behandlung der Kriegsgefangenen bis zur Abschaffung der Folter in Oesterreich, kann man diesen Zug des semitischen Geistes des Alten Testaments beobachten.. Der Beispiele, daß die Juden als aufbauendes Element wirken, sind unzählige. Wenn man heute das Schlagwort vom zersetzenden Element gebraucht, so darf man jedenfalls* nicht vergessen, daß sie, wie die unumstößlichen Zeugnisse hervorragender Historiker beweisen, in Schacher und Wucher .zurückgedrängt' worden sind. Insbesondere aber Ist das Judentum die Religion der Nächstenliebe, vom Standpunkt geleitet, daß alle Menseben Geschöpfe Gottes sind. Einerlei Gesetz, einerlei Auslegung und einerlei Urteil soll, wie Moses lehrt, für die Juden und für die Fremden gelten, die iu ihrer Mitte wohnen. Nicht aber bloß das kalte Recht, auch Liebe verlangt die heilige Schrift für den Mitmenschen: .Wie ein Stammesbruder von euch, so sei euch der Fremdling, du sollst ihn lieben wie dich selbst.4 (Drittes Buch Moses.) Ich möchte einige Beispiele anführen, die in der heutigen Zeit doppelt interessieren dürften. Als Protestanten im Jahre 1732 ihres Glaubens wegen aus der Heimat vertrieben wurden, fanden sie bei ihrer Ausreise oft die tätige Unterstützung seitens der Juden, Ein Emigrant, Göcking, schreibt in seinem 1734 erschienenen Buch, daß die Juden diesen Glaubensheldcn an vielen Orten Liebe erwiesen haben. In zahlreichen Städten und Dörfern veranstalteten sie Sammlungen, sie beschenkten und. verpflegten Flüchtlinge, sie bezeigten sich so liebreich, daß die Emigranten sich nicht genug darüber wundern, konnten. Bei den Jesuitenvorfolgungen in Böhmen zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges. entgingen viele dieser Geistlichen nur durch die Hilfe des Juden Lazarus Aron aus Uchtenstadt dem Tode. Dieser Lazarus hat auch später Geistliche des Stiftes Tepl und im Elbogischen aus schwerer Gefahr errettet." Es ist also um die aus dem vplkacharaktor stam* wenden Schwächen 4er Juden nicht gar 00 traurig bestellt,

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