Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 10 (1936)
- Issue
- Heft 561 (15.5.1936)
- Date
- 1936-05-15
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 561 vom 15. Mal 1936 DIE NEUE WELT Seite 8 Feinde Die leiste Frage England läßt sich in Patästinä nicht einschüchtern. Sein High Commissioner wird die Linie seiner Politik konsequent weiterführen. Welches aber ist — die letzte Frage heute — diese Linie? „Isr. Familienblatt" (Berlin). Jüdische Zuversicht „Wir bedauern sehr, daß gerade in der Zeit Ihrer Zusammenkunft die Ueberfälle der Araber ausgebrochen sind, die viele persönliche und materielle Verluste gebracht haben. Andererseits aber ist es gut, daß Sie gesehen haben, daß uns noch ein langer Kampf bis zum endgültigen Sieg bevorsteht, und daß wir unseren Gegnern mit der Sicherheit gegenüberstehen, daß wir unser Ziel erreichen werden," Dizengoff an die jüdischen Aerzte, Mai 1936. Die Armut in Polen Seitdem die jüdischen Massen nicht mehr in der Religion und dem Studium religiöser Schriften ihr völliges kulturelles Genügen finden, seitdem die Verweltlichung ihres Lebens so weit fortgeschritten ist, wachsen auch die weltlich-kulturellen Bedürfnisse. Der Kulturhunger ist sehr groß, aber die Armut und die bedrängten Verhältnisse verhindern einen wirklichen kulturellen Aufbau. „Jüd. Rundschau" (Poln. Reisebriefe). Wir müssen vorwärts Wir /tabe»t keinen Anlaß, daran zuzweifeln, daß das jüdische Volk in Eres Israel zu einer Nation wird. Auch andere Völker haben um ihre Einigung schwer gerungen und auch in ihren Reihen gab es kleine Geister, die gezweifelt, gespöttelt und ihr eigenes Volk herabgesetzt haben. Das jüdische Volk, das sich aus allen Ecken und Enden der Erde in seiner alten Heimat sammelt, hat sich der Frist und des Ringens, die seiner Einigung vorangehen, nicht zu schämen. Das Blut, das wieder auf beiden Seiten geflossen ist, mahnt uns aber, diese Frist abzukürzen. Das Land duldet kein Säumen in der Erfüllung der Aufgaben, die es uns schenkt. E. Hoffmann, „Verheißung und Aufgabe". Das Jüdische Der Jude wird zwar, als Jude geboren, aber die Jüdischheit ist etwas, was auch er sich erst er—leben muß. Ganz sichtbar,Jn Blick und.Zügen wird^dqs. Jüdische erst im alten Juden.' Franz Rosenzweig („Stern der Erlösung"). Die wahre Vollcskultur - -Wer -'unter uns -der ■ Aufnahme des- Widerhalls der . Volkskultur vergangener Zeiten in unser gegenwärtiges Leben widerstrebt, der versündigt sich an unserer ganzen Kultur. Wenn wir auch hier eine neue, schönere, geläuterte Kultur erstehen lassen wollen, so ist es doch unmöglich, daß sie ohne alle Kontinuität zu der. ihr vorausgehenden Form der Kultur sei; denn es gibt in der Welt keine wahre Volkskultur, die nicht ihre Ahnenkette Vis in die ferne Vergangenheit aufweisen kann. „Haaretz" (Palästina). IRUT-SONDERFAHRT Polen und Czernowitz Abfahrt: 24. Mai, 10 Uhr 15 vohn., Rückfahrt: 9. Juni 1986 Billige Fahrpreise und Platzkarten bei »WUT« RED. ROSEHKRflHZ u-fffi™'" 1 Israels Erwähliheif AbraJiam und Moses, es ist, als reichte ein starker Arm die wuchtige Last einem anderen. Auch Moses stellt sich unter das Gesetz, aber er trägt die Bürde mit dem ganzen Volk. Zwar steht er allein für das Volk Israel vor dem Heim, aber Israel steht für Moses auf dem Weg zum Erlöser. Das Gesetz des Moses — so nahe war Moses auf den Höhen des Sinai dem Geist Gottes, daß das Auferlegen des Gesetzes durch den Herrn ■ und die Bereitschaft mm Tragen in Moses ineinanderfloß zum vielbedentenden und großen Wort vom Gesetz des Moses — dieses Gesetz ist nicht mehr dtinkel wie das Gesetz, das. dem Abraham auferlegt wurde. Es ist schwer und drückend, aber es geht ein großes Leuchten von ihm ans und Ordnung, Recht, Staat, Sitte werden in diesem Licht erst möglich. Wie Abraham erwählt war zur Erfüllung der Gottesbefehle, wie Moses erwählt war zum Empfang des Gesetzes, so ist Israel erwählt, weil es Moses' Gesetz auf seine Schultern nahm. Der kathol. Schriftsteller O. A. Marbach („Urworte und Urgestalten"). Sonderfahrt nach Polen und Czernowitz mit der „Czern. Allg. Zeitung". Abfahrt: 24. Mai, Rückfahrt: 9. Juni. Anmeldungen nur im Reisebüro „Marlenbrücke", I., Rotenturmstraße 26, Tel. R-24-2-86/87. E ALARE U. BARETTE voifütig und nach Maß RUDOLF GOLDSTEIN, II, Taborstr. 54 ZIVIL* UND U N I FO RMSCHN EIDE R Versand n«ch allen Lähtjernl i q 11 i^i.iiii min i ■ .....■nii»iiww,i;um»,liv11 VfMiVMU*1 Die britische Kolonialbürokratie - Der Mufti In Palästina sind verschiedene Kräfte am. Werke, die jüdische Aufbauarbeit durch Aufhetzung der krabischen Massen zu stören. Manche dieser Kräfte wirken im Dunkeln. Zwei feindliche Faktoren aber sind zweifelsfrei festzustellen: die englische Kolonialbürokratie und die arabische Partei um den Mufti, den obersten mohammedanischen Geistlichen. Während die gesamte englische Presse in der Verurteilung der arabischen Ueberfälle einig ist und, gleichwie die Sprecher aller Parteien im englischen Parlament, die gerechte jüdische Sache in Palästina stützt, nimmt das offiziöse Organ des englischen Kolonialministeriums „Great Britain and the East" den gegenteiligen Standpunkt ein. Das Blatt rechtfertigt förmlich die Ausschreitungen, stellt sie als Folge der „Hartnäckigkeit" hin, mit welcher die Juden den Legislative Council, das Parlament mit arabischer Majorität, ablehnen, gibt indirekt der Zionistenfreundlichkeit des Londoner Parlaments Schuld an den blutigen Vorfällen und setzt die jüdische Arbeit im Lande herab. In seiner letzten Ausgabe schreibt das Blatt: „Man darf sich Uber die Unruhen in Palästina nicht wundern, so grausam es zum Teil dort zugegangen ist; nur diejenigen zeigen sich überrascht, die glauben, daß oberflächlicher (!) Wohlstand Volkszufriedenheit schafft. Durch die Unruhen sind besonders zwei Unternehmungen betroffen worden: der Plan, eine arabische Delegation nach London zu bringen, um mit dem Kolonienministerium über den Legislative Council zu beraten, sowie die Levantemesse in Tel-Aviv. Würde man heute eine Kommission nach Palästina zur Untersuchung der jetzigen arabischen Unzufriedenheit entsenden, die Kommission würde keine wesentlich anderen Ursachen der Unruhen feststellen können, als seinerzeit die Shaw-Kommission, die nach den Unruhen im Jahre 1929 nach Palästina entsandt wurde. Die Shaw-Kommission und Sir John Hope Simpson haben Realitäten festgestellt, die noch heute gelten. (Anm. der Red.: Die Shaw-Kommission und Sir Simpson hatten antizionistische Berichte erstattet, die auch von der englischen Re- Wm<m Powell ftosa&wl RusseM ^-^V^V^^ ($$&\ . i:.. w äjjK rtä#* ELITE i. SC HOTTEN RING,. gierung als falsch abgelehnt wurden.) So sehr man mit dem wehrlosen Juden mitfühlt, der von einem primitiven Araber angegriffen wird, so kann man aber auch nicht an der Tatsache vorübergehen, daß alle Anstrengungen der Palästina-Regierung zusammen mit dem ganzen, von den Zionisten ins. Land gebrachten Reichtum es nicht vermocht haben, die Araber zu bewegen, sich mit ihrem jetzigen Los zufriedenzugeben. Wenn die jetzigen Unruhen auf verhältnismäßig beschränktem Räume sich abspielten, so ist das nur. der Wachsamkeit der Palästina-Administration zuzuschreiben, die sich nicht hat überraschen lassen. In gewissen jüdischen Kreisen kritisierte man die Nachlässigkeit der Mandatarmacht gegenüber den brutalen Angriffen; besser informierte offizielle zionistische Kreise haben aber, die Schnelligkeit und Durchschlagskraft der Bemühungen der Regierung zur Beendigung der Unruhen anerkannt. Die Unruhen in Jenin im Vorjahre waren ein Signal für die Unruhen jetzt; nur die aufrichtigen Bemühungen des High Commissioner, einen politischen Mittelweg zü finden, haben vorübergehend beruhigend gewirkt. Zum U nglück aber haben die Parlamentsdebatten über den Legislative Council dem Unruhependel einen neuen Stoß gegeben, der Araber nahm seine frühere Stellung des Mißtrauens und der Verzweiflung ein. Wer sich über diese wichtige Tatsache nicht Rechnung abzugeben vermag, der versteht die heutige Lage in, Palästina nicht." Eine Sprache, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig läßt. Ebenso unzweideutig ist die Haltung des Mufti. Dieser -Mann, der schon im Jahre 1920 als Pogromstifter zu mehrjähriger Kerker strafe verurteilt wurde, darf heute wieder die gefährlichste Hetze beteiben, dank des jüdischen Gouverneurs Sir Herbert Samuel, unseligen Andenkens, der ihn seinerzeit aus dem Gefängnis geholt und zum geistigen Oberhaupt des arabischen Palästina mit einem hohen Regierungsgehalt gemacht hat. Ueber diesen Mann wird gemeldet: Aus Jerusalem: Wie jetzt bekannt wird, hat der Großmufti von Jerusalem, Haj Amin el Hussein!, die Landeskonferenz der arabischen Streikkomitees am Donnerstag mit einer in sehr erregtem Tone gehaltenen Ansprache eröffnet, in der er erklärte, es sei das Ziel der Juden, die Araber aus Palästina zu vertreiben und an der Stelle der Omar- Moschee den Tempel wieder aufzubauen. Der Mufti rechtfertigte sich sodann gegen Angriffe aus dem arabischen Lager an seine Person und versicherte, er gebe die Hälfte seiner Einkünfte für die arabische nationale Bewegung, Der Sekretär des Arabischen Nationalen Komitees, Auni Bey Abdul Hadi, unterbreitete sodann die bekannten Resolutionen über Steuerboykott gegen die Regierung und Wirtschaftsboykott gegen die Juden« BÜCHER DER WAHRHEIT UBER DEUTSCHLAND UND DIE HITLER-REGIERUNG Was soll mit denJuden geschehen t Praktische Vorschläge von Julius Streicher u. Adolf Hitler. Diese Schrift enthält eine Charakteristik des „Stürmer" und seiner Methoden. mmm Illustriert S 3.— Der gelbe fleck lilc Ausrottun? von 500.000 Juden. 3Ht einem Vorwort von Lion Fcuchtwangcr. Dieses Buch ist wahrheitsgetreu, das beweisen Dutzende von Stichproben. — Wer selbst in der Materie .Bescheid weiß, kann die Wahrheit leicht nachprüfen und bestätigen. Eine mit äußerster Sorg/alt redigierte Sammlung von Dokumenten zum jüdischen Volkstod liegt vor . uns. Ob Jude oder Christ, ob Antisemit oder Philosemit — durch solche Gesinnung und Politik ist ganz Europa bedroht. Mit zahlreichen Illustrationen. Kart. S 8.—, geb. In Ganzleinen S 12.- CHAIJIM BLOCH: Blut und Eros im Jüdischen Schrifttum und Leben. Von Eisenmenger über Rohling zu Bischoff. Keine trockene, demütige Apologetik, sondern eine sachlich tief durchdachte, stolze Zurückweisung aller Beschuldigungen gegen Juden und Judentum, die mit der Fackel der Wahrheit in Bischoffs Zitaten-Archiv leuchtet und seine blutig-unsittlichen Entstellungen und boshaften Textauslegungen nachweist, so daß Bischoffs ganzer wissenschaftlicher Aufbau in einem Schutt gehässiger Unwahrheiten zusammenstürzt. Kart. S 7.50, geb. in Ganzleinen S 9.— BRUNO HEILIG : Nicht nur die Juden geht es an. - Bruno Heilig ist ein tapferer Kämpfer für Kultur, Recht, Menschlichkeit und Wahrheit. Er kämpft für die Juden, für das Judentum und die Judenheit der Welt im Glauben an den Sieg der Wahrheit und Coudenhove-Calergis prophetische Worte: „Der Antisemitismus wird fallen, weil die Wahrheit siegen wird." S 2.— Was Ist Rasse? Eine neue, sachliche Erörterung der ungeklärten Frage von Dr. Walter Berger. S 3.50 Z U d i e beziehen durch Verlags- und Grossobuchhandlung J. RAFAEl, Wien I, Graben 29a Während der Tagung der Streikkomitees in Jerusalem passierte die Demonstration der arabischen Frauen, an der im ganzen 300 Frauen und Schulmädchen teilnahmen, das Haus des Führers des Nationalen Komitees Euni Bey Abdul Hadi. Der Mufti erschien an der Tür und hielt eine aufreizende Ansprache an die Frauen. So arbeitet der Mufti und die Palästma-Administration läßt ihn ruhig gewähren. Auf kleine Steinwerfer und Rufer auf der . Gasse läßt man schießen, weil man ja. „Ruhe" bewahren will. Aber der geistige Urheb* der blutigen Unruhe geht geehrt und gut bezahlt frei umher und darf ungestört zu Gewalttaten auffordern. Hakenkreuz in Ungarn Aus Budapest: Das ungarische Abgeordnetenhaus war Schauplatz turbulenter Szenen, wie sie seit Jahren in diesem Hause nicht zu verzeichnen waren. Der sozialdemokratische Abgeordnete Peyer hatte im Rahmen der Budgetdebatte erklärt, daß das rechtsradikale Tagblatt „Uj Magyarsäg", das ganz im Fahrwasser der Hitlerschen Propaganda segelt, von Deutschland aus bezahlt werde. Der Redakteur Abgeordneter Rajniss bezeichnete diese Behauptung al3 Verleumdung. Abgeordneter Peyer wurde wegen seiner Verdächtigung vom Hause 30 Tage ausgeschlossen. Tags darauf legte der sozialdemokratische Abgeordnete Györki auf den Tisch des Hauses in ph.oto- Biiilifiiiillichc erlöst die blitzschnelle, glatte, scharf-scharfe graphischem Faksimile eine Eingabe nieder, die vom Abgeordneten Rajniss und einem Sozius unterzeichnet war und in der von einer nicht näher bezeichneten reichsdeutschen Stelle 500.000 Mark zur Bekämpfung der „verjudeten" ungarischen Presse verlangt wurden. In der Eingabe wird auch die Notwendigkeit betont, das Inseratenwesen in Ungarn, das ebenfalls in jüdischen Händen sei, zu reformieren. Abgeordneter Rajniss bestritt die Echtheit des Dokuments und hat den -„Pester Lloyd", die sozialdemokratische „Nepszava", das legitimistische Blatt „Ujsäg" und die früher mit „Uj Magyarsäg" identisch gewesene rechtsstehende Zeitung „Magyarsäg", welche die Eingabe reproduziert hatten, wegen Ehrenbeleidigung geklagt. Der „Pester Lloyd" fordert Aufklärung der Angelegenheit durch eine parlamentarische Untersuchungskommission. Guter Bat ist nicht immer teuer. Besichtigen Sie die große Auswahl moderner Möbel in meinen Ausstellungsräumen. Diese sind trotz hoher Qualität verblüffend billig. Möbel-Edelmann. VIII., Lerchenfelderstraße 12. Große Auswahl! Teilzahlungen! E In* u* ausländische Hausbesitzer verwalten ihre durch behördlich konz. Realitätenkanzlei | Dr. MAIR PAIS Ü Wien 1, Frani-Josefs Kai 1, TcL R-21-5-30