Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 10 (1936)
- Issue
- Heft 559 (8.5.1936)
- Date
- 1936-05-08
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 559 vom 8. Mai 1936 DIE NEUE WELT Seite 7 Lag'BeomerfBräudie Von Dr. ttfm tyri Äin«ef (Wi*tt). In defl letzten a^tÄren väMuehtö ich ifl zwei (in äst >,tteuen W«lt" erscm«Mn«n) Artikeln die Öedautunö dtt von den Ö«iehrten 46 veraacMäartgten und stiefmütterlich behandelten Lag $,e<):mer-F««tes zu erklären. Im heutigen Aufsatz \^&dch<wir das gesamte Material, das man je mtt unserem •»teAte in Verbindung gebracht hatte, •sammeln, darstellen Und erklären. Wir werden sehen, daiS man sich bemüht hat. das Rätsel zu lösen, wobei Agraria, midrasehische Auslegung, Folklöristik" Uberalt Platz gegriffen haben, tagv Bteomer, das sagenumf alimte... Äjd ha ,.gaJ" hase. w* ejd hamaaewa. (Gen. 31/52: Zeuge, sei dieser Stetnh«ufe und Zeuge dieser Üenkstein). Dieser Bibelvers wyvde schon seit langem als Andeutung (Rem«») für das Öeomer?Fest aufgefaßt; denn ,.Gal" ergibt umgekehrt, i<steaen „Lag". Am 33i omertsge hatte R. Simon Ben Joohäi. sein großes Werk, den Sohaf, beendet und dixrchTdieiies Werk alte Steinhaufen, diß uns von der &rKenntni«> der thoi-a' trennten, entfernt, und uns ermöglich»., selbst die Gehelmnisse der Thöra zu verstehen; Am 30. Tag^; fle» Ofn'er hörte das Sterben unter den SchUtern ^.-Aklbae auf und der Lsg Beomer ward da der Ei e £ £ t. e i n zwischen den Toten und den Lebenden- Ins Historische übersetzt, heißt dies, wohl nichts anderes als; der Heldentod zahlloser junger Menschen, die dieser unser Glaubensheros für die letzte Erhebung seine« Volkes unter Bar Kochba (135 tu gegen das gew-a.lilif6 B.6ni und Hadrian entflammt hat. Diese Theorie, hat übrigens dürfen, die Entdeckung jüdischer Massen* gräjber bei dem historischen Betar, dem damaligen Scftlachifelde, Bestätigung gefunden. - : Merkwürdig: Am Todestag Moses' wird ein Hesped '(Nekrolog-) veranstaltet, am Todestage'des Simo'n b en Jochai (3 3. Omer) aber wird g e j u b e.l t.' Walrum f" Weil der erste seinen allzufrülien Tod be-' dauerte, der zweite den Tod herbeisehnte. Moses ging, ungern aus dem Leben, da er das Hellige Land noch nicht gesehen hatte,. Simon ben Jochai aber freute sich auf' seinen Tod, der seinen Leiden ein Ende, machen sollte. Der hebräische Dichter Agnon ist der erste, -der den Pilgerzug zum Grabe Jochais in einer symbolischen ErzfthUing („Hahadlakah" .- das Ajizünden) festgehalten hat: Als naCli der Rüökkehr nach Palästina die Juden zur: Höhle Jochais pilgerten, fanden sie dort Araber, Fetzen in Oel tauchend. Da sprachen die Araber zu den Jude*»: „Gelobt sei Gott, der euch hierher gebracht hat. AJie Jahre» an denen ihr 'nicht gekommen seid, zündeten wir; das, Licht am Grabe des Zaddik an, jetzt, da ihr gfcljöfttmön sei^ übernehmet ihr diese Arbelt!' Di« Pilger verbringen den Tag am Grabe Simon bept.^ochaiß mit Beten, Essen und Spielen. - Wohl "lag eine Zeitlang über Merbn ein Chereitt (Bann),, nach dem großen Unglück im Jahre 1911. bei dem ..sin Teil der Rampe .und des Daches, damals aus Balisen- und Brettern gefügt, einstürzte. Aber das Dach , ist-"'neu und fest gebaut und der Cherem ist aufgehoben.. Die galizianischen Kinder haben den Christen daa Spiel mit. den Ostereiern abgeguckt,-f.und ,zu einer .Lä'g'-'BeQmer^Unfefhaltung'' umgewandelt;' '-Jedes Kitirt brächte in den C.beder zwei .gesottene Eier mit. Eines für sich und eines für den Lehrer. Die Eier waren ge^. färbt Niin wurde gespielt: Jeder von den Spielenden »ahmsein B'f'an'dem breiteren 'Ende und stieß mit .dorn schmalen Ende gegen das schmale Ende des Eies seines Freundes. . Wenn das;Ei dadurch einen Spalt bekam, war der Besitzer, des gespaltepen" Eies der ' Verlierer"'^nd mußte es an den Gewinner abtreten,. Es gab noch" ein zweites Spiel Am Lag Beomer, das Spiel mit aus Baumzweigen selbstverfertigtem Pfeil und Bogen, zur Erinnerung an den Kampf der jüdischen Revolutionäre gßgen'Rom, an den mutigen Kampf R. Aklbas und seiner Schüler gegen den Feind." Dieses Spiel hat zu folgendem Sprichwort Anlaß gegeben: „Ein:Lag-Beomer-Generäi ist nu'rj .für einen Tag." - , -'. -Pfeil und Bogen haben nochfeine zweite Existenzl»rechtigung: Für die jüdischen Kinder des Ostens ist der -Lag Beomer' ein Festtag ersten Banges. Denn dort hertwßhtflnder Regel zu. jener Jahreszeit bereits 'hach.- aommerliche Temperafeur.o' Mit dem Badengehen ist es aber-'nichts, weil es -Sefira.h-Zeit (Bußezeit) ist; dann heißtvjeflk in;. Cheder- und: Jeschiwah: Fleißig lernen! Da kömmt der. H&ibfeleir,tag. Lag Beomer. Der Rabbi be- Tcommt fürs Nichtstun' eine'Gratifikation: frisch erzougte Mai'k'äslp.in -- ein Leckerbissen, den man im Westen dieserart nicht kennt. Und die Jugend, frei und froh, lauft bäden. Da dienen ihr' Pfeil und Bogen dazu, die Mai k'ä.sl e i n, die überall auf den Gesimsen zum Trocknen "liegen, nach Art 'der Rangen herunterzuschießen. . j'K» Auch die älteren Chässidim fühlen sich' an diesem- Tage gleich*'kämpfeslüatlg. Siei erzählen'1 sich sogar, wie der Zäddlk am Lag Beomer die 'Lllith, die Fi'au des, Samael, besiegt-hat. (Siehe; J. L. .Gprdon, ■ Tipah suh ma.-thi aleha?) ■ .-.•' .;Bei den J e m 6 u i t' e h führt, das Lag-Beomer-Fest deir : Namen „F est des H a'-'a-r s c h n e i d e n s". Sie lassen'.'aämlich zum Zeichen der Trauer über 'den* Weggaug; R. Sinion b. Jochais —also im Gegensatz zu dem oben "'Gesägten — ihren Kindern die Haare scheren. Dieser Grund wurde erst später angegeben.. Ursprünglich wird die ,Sacke....einfach, so...gewesen, .sein: Da während, der Sefr'raH^Zeit das 'Haarscheren' und' das 'Rasieren verboten., sind, benutzte. - man* i den Lag.; Beomer dazu. (Orach Cliajiin., Hilch. Beß. 493/2.) . . Beigefährlichen Krankheiten, wie .bei. . Verfolgungen, die sich' ja oft wiede^hdlteu, wurde da& erste G-ttesgebot, das Heiraten, als, die Versöhnung mit dem Himmel angesehen; und so ist das Lag?» i Beomer*Fest bis auf den heutigen Tag. dir HÖii<atstermin;' für die Strenggläubigen in Israel geworden.. ~ . . Im neuen Palästina werden an allon Enden der Siedlungen Feüprgarben entfacht. Sehr, oft ereigneri sißli, dadurch FeuersbHi'n'ste. Die 'S'}ttc ' des Feuey-,- an& il'ti de n s möchte'« ich--auf den "Brauch voh'Höchzei t sf ac k ein zurückführen. Da innerhalb von sieben Wochen nur an diesem einzigen Tage Hochzelten stattfinden .dürfen (Orach Chaj. Hilch, Boß. ^93/i),.steht der,., ganze Ort im Zeichen der Hochzeiten — daher die Hochzeitöfackfeln, die Feüergarbcn. Andere wollen darin 'das Scelenlicht sehen, das ursprünglich für den Zaddik R. Simon b. Jochai aufgestellt worden sei, Manche hin>.,' gegen glauben, daß da,s Feuqranzüuden mit der Be$nfli-- gungdes Buches Sohar (G1 anz, Licht, Feuer) Jra Zusammenhangt stehe. Damit soll kundgetan werdet,' tla.ß,.an; dem Tage, an dem angeblich Simon ton- JookaV - *ein Werk, den Sohar, beendet hat, auch ein Licht ftir' *ie tm$ -W?it m$$$msm «*u , xi JiSdisdic Kffntler*psiele ' ' ti,,*imemt*to Hl^ t#i.'Ä-45-4.*i ..... , i l ri oitlt *ü.f' •Ä.tf.fts" Heißt die feUt» Lerroß* NövitSt der Jüdlscheit-''HüHStlcrnpielo, dje wegen d€s - sensationellen fcrfolges. auch welt^rliin, und zwar Freitj^. 8., ÄaniRta^. t).. flonBtftf. 10. Älal. '■ab'ehdfcv&uf 4k\ri FrojfrMn'm. v*rbfe1M, Sonntag, den jo., Mai, Mn) Mi Uhr nachmittag« *rmä$ig|en .Preisen dfer großi ■ Schlager ..C Kask«)e K 6 1 b o j n i k" mit tfrau. Pa.s-tat; iiw der . .Titelrolle.-. Möntaj. den '«II. -tt'it. ..DV.c Schicker t«11. Dienstag, deft 13.' Mal. „Zlpkn fejer". und iDomterAtag, den 14. 'Mal.' als Sondairorstellun« des ^Jüdischen. Sehausplelerverelries ..Goldfadens borUhmtes historlsobes- St)l«l ..Bar KdMiba'-. ' ' ' , . ... . •■ ■ ..- - ■' (< -..■ ■ ';- . ..H a I 1 o. H al J o! H i rf r R a d l tt J o r u b a I e m!" Die .F«s»tpr*mfer« der ghißetf nationalen,• ftavue von "A. lsfeipels (Muaik von M. .Restart-.wurde..nunmehr endgültig ftir.M I t't -w"o c. h. d<«n Vi. fesigesetzt. ' ":- ^estÄotbe^lens.t und Fcsteltiung . ,Au»-Anlaß der Fpipj. des siebiigsten Geburtstage» des tferrn t)t. Arniand Kaminka findet fc.ro Samstag, , ,'■ »-/•n '...... ..-I-T. ■ ~ O' den 9. Mal, ^$typ$,:th;-?*pp$gBäM, ufh MO.Uhr yttrü.tWn*'V;*kif'-''^ Vzu Ehren de^' J^b$(a^v'AM«k s*onnt<4r,.. dieo .10. Mai, Punkt'il Uhr votmiitaf8»vimBi.tkUngssaal der isr. Kültus» 'geni«ind^;.. •Wic^»,;'»>l..!.- «^npjtej^ngajtfg -I, eifle.;rjF;,e;»t. s i .t i\t n jfv-»'**atV vwan»t»W»etvom . MAVmtmifcs-lnstittit und von der Isra«1iüscticn*-'Allianz zu W*en.; P a *v T 'h g « * :jf %' g"e » p r * e h ,DI£ EISERNE WAND' WIK im« Araber, isthtk «4> aitanian w«na, von ..Wladliaij- J « tfb'ti nük 9> fn;de>'»ZeIt«ht1li f »&Mtf6W* jüdi*che R»vue, Pr61s £0 öroichen, bei Koioörteuren oder in der VetwaHunR. Wieo I, BibersfraRe 17,,j;u .beziehen lud mqaHardtt Vorlesungen ■ Tm /Jüdischen Khltui'theater, I., Frattz-Josefö'Kal 3, liest., der-, berühmte-^Rezitator: Freitag, den > 8.- ' Mai, ,.B i b ei u.n d .b i to Iis c h e ..D i.c h t u n g en";-Montag, den il;: „tl e i n % .AJ^ e h d'i;' Dienat.a|;, den. 12,;' „B^, e i-' tevr>e Dichtungen Von 'BVsch b'ta Ringel-- n.a-tz"; . -Mittwoch; -..den -13.: „Joh/ P. Hebels ä t z k ä-"s"tä5ö-l'n, u' n d M ü;n c h lr-a u;.s "ö M ä t t h. sC l a u'd-1115, ,, Klei a,t' i/t :.'i;r'r; ■' ■ '•, ~ - ■> i.V-' - «t'IiWl---, Ä v:;;.^>vfc' Wal geht In Palästina vort ßeiKiö ht e ih in An g <i.n 3 e u0 cn Samstag^ den 9. Mai halb 9 Uhr abends im Featsaal des Hotel 'STEPHANIE, Wien II, TaboriträSe• 12, berichtet Bp. Mmun« ScMehter der «aeben vom Schauplatz der Unruhen zurückgekehrt l«t, üoer dl« arabischen Ueberfalle. Englands iweideutig« Haltung und das Verhatten des Jischuw. Außerdem »precnsa Frau ffetrftl V. Walsl und Pr, wilfy Pari, Wegen Trauer2efemonie pflnk.tllchef Beginn Stadtthoater. Die ambitioniertc Direktion hat jetzt Leliars klangschöne Operette „Das Land des Ii ä c h e i n s" aufs Repertoire gesetzt und .'die größten Anstrengungen gemacht, alles, was Auge und Ohr entzücken kann, auf die Bühne zu bringen. Die blendende Ausstattung im Verein mit einer geradezu vorbildlichen 'Darstellung siebern .der Operette auch im Stadttheater einen stürmischen Erfolg. Oberinspektor Theodor Engel uml Gatlin rlankHi allen - Gesinnungsgenossen für die anläßlich der Bar Mir.wah ihre* iSohnea Zwi erwiesenen Aufmerksamkeiten und Gi'atulntioneu 'flio Oe»terreJchl(«eh-pa.Iiistlnensl5rbe Hande!»>»rfiioer 's'"' .mit: In der gestern unter dem Vorsitz des--Präsidenten Josef. Kremenfülcy statt.gefund«nen Ffauptversammlung-vurde' der Tätigkeitsbericht zur Kenntnis genommen und der '0*sch.1ftaführung, vetr.lw steh ' um die Intensivierung der Beeiehungeu , zwischen Oesterreich und Palästina erfolgreich bemüht .hat, die Entlastung erteilt. Der Delegierte der Wiener Handelskammer, Herr Regientngsrat Dr. Anton Sattler- Dörnbach er. berichtete Uber die offizielle Beteiligung Oesterreichs an der Messe, in Tel-Aviv und Herr Dr. Groß über die Notwendigkeit des Ausbaues der Wirtschaftsbeziehungen zwischen Oesterreich und Palästina, welche derzeit ein bedeutendes Aktivum auf österreichischer Seite aufweisen,. Der bisherige Vorstand wurde durch Kooptierungen verstärkt nrid neu konstituiert. Aktion für die tnoratreue Jugend. Am 3. Mai traten-die Vertreter-sämtlicher. Tempel- und Bethausvereine Wiens und die. Rabbiner zu einer Konferenz zusammen, die von den Herren Oberrabbiner Dr. D.' Feuchtwang Rabbiner 5>fc. Fürs t. . Großrabbiner Abraham H e s c h e 1 und Rabbiner Josef B ab ad einberufen worden war. Das Referat erstattete der Vertreter des Vereines ..Tlfteres Bachurim". Herr Brost Spitzer. Der; Vertreter der Kultüsgemeinde Herr. Mendt Rosenberg und der Obmann des 1 Verbandes der Wiener Tempelvereiue. Herr Kultusvorsleher Dr., Leo .Landau, erklärten namens der von ihnen vertretenen Körperschaften, die durchzuführend*- Hilfsaktion mit allen Kräften unterstützen zu wollen. Die Konferenz beschloß einstimmig, am Schabbos B a m i d bor (Samstag. 23. .Mai) und in der darauffolgenden Woche. In sämtlichen Tempeln und B e t h ä u s e. r n Oesterreichseine o r g ä n I s I e r t e. Hilf s a k 11 0 n nach einheitlichen Richtlinien d u r c h zu f ü h r c n, Guter jRat iat nicht Immer teuer. Besichtigen Sie die srroße Auswahl moderner Möbel in unseren Ausstellungsräumen. Diese sind trotz hoher Qualität verblüffend.-billig. Möbel-Edelmann.;:VIIL, -Lerchenfeldörstraße 12. Große 'Auswahl! Teilzahlungen! 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