Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 10 (1936)
- Issue
- Heft 559 (8.5.1936)
- Date
- 1936-05-08
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Ntv 559 vom 8< Mai 1936 AUS PALSSTINA Keine jüdische Regierungsatbeff in Haifa Verlegene Antwort des Kolonienministers Aus London wird berichtet: Tn der Sitzung des Unterhauses vom 4. Mai fragte der Abgeordnete Morgan den Kolonienminister, wie es komme, daß unter den 500 Transportarbeitern und den 00 Z o 11 w ä c h t e r n des Hafens in Haifa kein einziger Jude sei, und ob die Regierung im Hinblick darauf, daß die Juden den dritten Teil der Palästina- Bevölkerung ausmachen und mehr als die Hälfte zu den öffentlichen Einkünften dieses Mandatsterritoriums beitragen, nicht Vorkehrungen treffen wolle, daß die Juden an öffentlichen Arbeiten des Landes entsprechend ihrer Zahl und Bedeutung beschäftigt werden. Kolonienminister Thomas erwiderte, die mitgeteilten Tatsachen bezüglich des Haifaer Hafens seien ihm nicht bekannt; was den zweiten Teil der Anfrage betreffe, so könne er mitteilen, daß Juden unter den gleichen Bedingungen wie Nichtjuden zu öffentlichen Arbeiten aufgenommen werden. Der Abgeordnete Mander fragte: Kann die Regierung die Versicherung abgeben, daß das Mandat über Palästina nicht Deutschland gegeben wird? Kolonienminister Thomas erwiderte: Dies hat nichts mit der Frage der Beschäftigung von Juden oder Arabern zu tun. Sfreikferror und Brandstiftung Aus Jerusalem (ß. Mai): Der Führer des arabischen Streikkomitees in Jerusalem, Hassan Sidky Dajany, ist verhaftet worden. Verhaftungen weiterer Mitglieder des Streikkomitees und Führer der Streikbewegung in den übrigen Teilen des Landes, die für die terroristische Streikpropaganda verantwortlich" gemacht werden, sollen bevorstehen. Man glaubt, daß nach Unterbindung des Streikterrors der Streik selbst überall abflauen wird. Der Verkehr in ganz Palästina nimmt allmählich normale Formen an. Zum ersten Male seit Beginn der .Unruhen wurde auch zwischen Jaffa und Tel-Aviv der Verkehr mit jüdischen Autobussen aufgenommen. Brandstiftungen werden wiederum aus verzwischen dem jüdischen Tel-Aviv und dem arabischen Jaffa betreffen." ,/Tel-Aviv ist mit einer Bevölkerung von 150.000 zur größten Stadt Palästinas geworden. Seit langem wurde bereits von selten Tel-Avivs dagegen protestiert, daß die Bevölkerung Tel-Avivs gezwungen ist, die R egi er ungs Ämter in Jaffa aufzusuchen, das nur ein Drittel der Einwohnerschaft Tel-Avivs zählt. Tel- Aviv protestierte ebenfalls seit langem dagegen, daß der Jaffaer Hafen, der weitgehend dem Verkehr Tel-Avivs und der umgebenden jüdischen Kolonien dient, zu lOO Proze n t arabische Arbeiter beschäftigt. In den letzten Jahren wurde jüdischerseits verschiedentlich eine Reihe vondiesbezüglichen Nach ABBAZIA im Autöcar •ieden Samstag, 7 Uhr früh, (• *Vffc Fahrpreis tour—retour m #W Vorteilhift« Arranieriienti fflr •In« tfJer mtjirtr* Wochen — sewle andere billig« 0Nn«jstr«ls«n. t.b.H. •0-JS I laka*laii«llkl Airttmobll-Relie-u.B«triebiae»«lliehiftm.b.l vvl#«SM«|rlana |, Burgring 1. A-SB-S-4S, A-SS-O-S Forderungen erhoben: Errichtung von einer Reihe von Regierungsämtern in Tel-Aviv .(Grundbuchamt, Einwan«. derungs- und Paßdepartment, Distriktsgericht und Vollziehungsbehörde, Kraftverkehrsamt usw.); Einrichtung eines Hilfshafens in. der Nähe des Jarkon zur Entladung und 'Beladung durch Leichter; Beschäftigung eines angemessenen Anteils jüdischer Arbeiter im -Jaffaer Hafen u. ä. m." . ' . ' - „Forderungen dieser . Art wurden mehr als einmal an die: Regierung gerichtet, aber niemals" mit solchem Nachdruck wie jetzt, nachdem die jüdische Bevölkerung den gegenwärtigen Zustand , mit": zahlreichen Todesopfern und Verwundeten bezahlt hat. Die Tatsache, daß der wilde arabische Mob vereinzelte Juden angriff und ermordete, die nach Jaffa gekommen waren, um ihre Geschäfte zu erledigen, wie die zweite "Ab 4 alle Preise tief reduziert! TuchhausTabak I, Salzgries 5 Oflf. «nal. u. tränt. Dam «• und H«rr«nileff« II schiedenen Teilen des Landes gemeldet. Der Schaden, der allein in den letzten zwei Tagen entstanden ist, wird auf 10.000 Pfund geschätzt. Bei der Niederbrennung eines Holzplatzes bei Tel-Aviv entstand ein Schaden von 5000 Pfund. In einem Lagerschuppen in der Nähe der 1 Eisenbahnstation Haifa wurden Waren im Werte von 2000 Pfund vernichtet. Die niedergebrannte jüdische Gerberei in Tel-Aviv hat ebenfalls einen ungeheuren Schaden erlitten; etwa 4000 Häute wurden vernichtet. In der jüdischen Siedlung Ejn Charod im Emek wurde die Ernte auf 1000 Dunam durch Feuer zerstört. In der Tel-Aviver Vorstadt N e v e j Sc ha 1 o m wurde ein Hotel angezündet, das Feuer konnte jedoch rechtzeitig gelöscht werden. In der Jerusalem er Vorstadt Bajit Wegan wurden Araber dabei überrascht, als sie eine jüdische B ä ck e r e i—in-rBrand -stecken wollten. Es kam zu einem Feuergefecht zwischen den Tätern und der Polizei, wobei ein Araber schwer und drei leicht verletzt wurden. In Tel-Aviv wurde ein Araber verhaftet, der Bomben bei sich trug. In Jerusalem'wurde ein Araber unter dem Verdacht verhaftet, die Telephonleitung zwischen Jerusalem und Jericho durchschnitten zu haben. Die Regierung hat, einer jüdischen Forderung, nachgebend,. das Gericht, in Jaffa nach Tel-Aviv verlegt. Das Gericht führt seine Verhandlungen in hebräischer Sprache. Das Urteü in dem Prozeß gegen die Juden, die der Teilnahme an den Kundgebungen in Tel-Aviv anläßlich der Beerdigung des bei Tulkarem getöteten Israel Chazan angeklagt sind, dürfte heute erfolgen. (J. T. A.) Die Nadiharstädie Tel*Aviv und Jaffa Tel-Aviv (Palnews). Ein führender Industrieller äußerte sich über die Rückwirkungen der Ereignisse der letzten Woche auf das Wirtschaftsleben wie folgt: „Die Unruhen in Jaffa, die zu dem Verlust von 16 jüdischen Menschenleben und zahlreichen Verwundeten führten, haben der Bevölkerung Tel-Avivs die Dringlichkeit einer Reihe wirtschaftspolitischer Fragen vor Augen geführt, die die Wirtschaftsbeziehungen K1N04>R0GRAMME KREUZ-KINO I, Wollzeile 17 Telephon R-24-2-16 Vorstellungen: 4. Vui, Vi8, V*10 mit ehester Morris HELIOS-KINO II, Taborstraße 36 Telephon R-41-3-50 Vom 8. bis 11. Mai PrinzesslnTomTam mit Josephine Baker STAFA, VII Mariahilf erstraBe 120 Telephon B-33-0.68 Wochentags; S, 7, 9 Uhi Jean Marlow SCHXFFER Vi, Marlahilferstraße 37 Telephon B-20.203 Beginn: %4, V«6, 'A8, %10 Stßüdwm - tftefadif IFl^wW^WWW f&^f W WWWrW^rW^WWr 1936 VOTIVPARK JX, Währingerstraße 12 Telephon A-18-3-96 Beginn; «, %•, %», *A10 Kl m, Jean Harlo w u. Prqnchot Tone •-'•»»• ^j#5*Jpw *>. ' Tatsache, daß als Ergebnis der politischen Verhetzung die arabischen Arbeiter jede Tätigke it im Haf en unterbinden können, der die "wichtigste Schlagader des Handels darstellt — diese m beiden Ereignisse veranlassen die Bevölkerung Tel-Avivs zu scharfen Forderungen in dieser Beziehung." „Die Regierung hat in der Richtung dieser Forderungen gewisse Vorkehrungen getroffen, es ist jedoch im Augenblick noch,nicht»bekannt, ob? diese Vorkehrungen dauernden oder , nur vorübergehenden Charakter bis zur Beruhigung derSltuSMo^ ^aben/' IMPORT ENGLISCHER STOFFE Durch die vormaligen Lieferanten der Firma GOLDMAN 4 SALATSCH werden die exklusivsten Stoffe im Dctallverkquf aus London geliefert. Unverbindl. Besichtigung d. reichhalt. Kollektionen: GOLDMAN, I, JOhannesgaSie 14, Icke Hegelgasse Tel. R.25-4-54 i.Was den von den Arabern in Jaffa und anderswo erklärten Streik anbetrifft, so sind diejenigen, die von dem Streik wirtschaftlich betroffen werden, natürlich die Araber, selbst. Ich will nicht sagen, daß dieser Streik das Wirtschaftsleben des. Landes' als Ganzes nicht berührt, der Schaden aber, den er dem. arabischen Arbeiter und Kaufmann bringt,, iai vielfach größer als die Ungelegenheiten und Abschwächurig der wirtschaftlichen Aktivität, die er für die übrigen Bevölkerungskreise und das Land als. solches mit sich bringt." „Es handelt sich, um-einen r e i n politischen Streik, der In keiner Beziehung zu; den wirtschaftlichen Verhältnissen im Lande steht. .Vor einigen Monaten ging eine Bankenkrise über Palästina hinweg, die auf politische Ereignisse a u ß e r h a l b. dqs Landes zurückzuführen war; jetzt stehen. wir politischen Ereignissen. i m L a n d e s e,l b s t gegenüber. Jeder objektive Beobachter muß , zugeben, daß die Wirkungen im ersten Falle viel bedeutender-waren. Es scheint mir, daß man aus diesem Vergleich mehr über die * Lage der Dinge lernen kann, als von anderen Gesichtspunkten aus." Chief-Rabbi Professor Dr* J«!♦ Landau Zum siebzigsten Geburtstag. Fern von Europa, aber jedem wissenschaftlich gebildeten Juden bekannt, vollendet heute der Oberr&bbiaäSr von Südafrika, Professor Dr. Juda Leo Landau sein siebzigstes Lebensjahr. Dr. Landau stammt aus Lemberg^ wo er talmudische Studien bei großen rabbinischen Gelehrten pflegte. Schon mit dreizehn Jahren veröffentlichte er das erste hebräische Gedicht und wurde in der. Folge ein fruchtbarer hebräischer Dichter. Er ging als junger Mann mit Herzl nach Basel, war Delegierter bei vielen Kongressen, so in Basel, London, | Karlsbad, Wien; Zürich, Jerusalem. ( Dr. Landau hat sich unsterblichen Ruhm durch seine großen historischen Dramen erworben, die in einem klassischen Hebräisch abgefaßt sind: „Kerodes", „Acharith Jeruschalaim", „Dam ta Chat Ii Dam", „Don Isak Abarbanel", „Baal Schern", jedes dieser Werke eine Zierde der hebräischen Literatur. Nach Absolvieruung des Wiener Räbblnerseminara und der Wiener Universität, wo ihn innige Freundschaft mit H. P. Chajes verband, ging er als Rabbiner nach Manchester und 1903. nach Johannesburg (Südafrika). Seit 33 Jahren wirkt Dr." Landau in vor-' bildlicher Weise in Südafrika. Er fand jüdisches Neuland vor. Altenhaus, Waisenhaus, Jugendheime, Koscherküchen, Frauenvereine, all das sind seine Gründungen,, wobei ihm seine treue Gattin hilfreich zur Seite stand. Dr. Landau ist Führer der zionistischen Bewegung in Südafrika. Die Beliebtheit Dr. Landaus ist überaus»,groß, nicht nur bei der jüdischen Bevölkerung, sondern auch bei Engländern und Buren. Er ist ordentlicher Professor1 der Universität Johannesburg und Examinator der anderen Universitäten des Landes. '. Man kann , mit Recht .sagen, daß_. hier ein Mann von hoher geistiger Potenzr . von vornehmer Gesinnung, eine Leuchte des Judentums, für die Weltwertung des Judentums tätig ist. Möge es ihm vergönnt sein, noch viele Jahre segensreich, und in voller Frische zu wirken. " : Filme der Woche (Nachdruck nur mit Genehmigung des Blattes) Oesterreich: Singende Jugend. ' England: Die Dubarry. Frankreich: Blutsbrüder 1918 — Piazesajn; Tam-Tam — Ksur — Schwarze Augen — Wenn ich Rothschild war'... Amerika: Schenk uns die Nacht — Zum' Küssen geboren — Die Spielhölle an der Goldistist*; — Wehe den Besiegten — 20.000 Dollar Belohnung — Broadway - Melodie 1936 — Top Hat — Die-. Milchstraße — Liftboy 14 — Die Welt in 100 Jahren r-~. Wir sind vom schottischen Infanterieregiment — Desire tt-. Schuld und Sühne — Schwarze Fahnen über China —• Oberarzt Dr. Monet — Anna Karenina — Die neue Zeit — Wuschelkopf -— Captain.Blood — Der schwarze Engel, Filme unter Arierparagraph Der seltsame Gast — Der schüchterno Casanova — Die lustigen Weiber. Der König lächelt, Paris lacht — Die letzte Gala- Vorstellung im Zirkus Barsony — Im Trommelfeuer de* Westfront — Krach im Hinterhaus — Fährmanrt Maria — Der ahnungslose Engel — Die weiße Frau ded Maharadscha — Heißes Blut — Michael Strogoff — Di* Leuchter des Kaisers — Rendezvous in Wien. Wiener Judischer Gesangverein. Konzert am 9. Mai 1936, halb 9 Uhr abends, im Festsaale des Industriehauses, IH., Schwarzenbergplatz 4, unter der Leitung Dr. Kurt Pahlcn. Zur Aufführung gelangen Werke von Mendelssohn, Mussorgsky, Erdstein und Rothmüller,, mitwirkend Evi Wächter (Klavier). Karten bei Gronner, Graben 28, ferner Ika, Franz-Josefs-Kai.30, sowie bei sämtlichen Mitgliedern und an der Abendkasse. ■HBHBHHBVHBBHHHHB^ BANQUI DM PAYI Ol L'EUROPECENTRALE ■ ZENTRAl-EUROPAlSCHE lANDERBAKK AktiengweUschaft. GeselJschaftskapitat 100' Millionen Franken. Sitz der Gesellschaft: Paris, Rue de Castiglione No 12. Kundmachung Die Herren Aktionäre -werden hiemit für Mittwoch, den 27. Mal 1036, vormittags 11 ijhr, zu der im Saale der SoeJete de* Ingenieurs Civil» de Franee in Paris, Kue Blanche No. 19, stattfindenden ordentlichen Generalversammlung einberufen. T AfllSO RD H U N d 1. Bericht des Verwaltungsrates, und der Zensoren, Genehmigung des Rechnungsabschlusses für das am 31. Dezember 1935 abgelaufene Geschäftsjahr. . ■ ' 2/ iTWe^erwaJu" von 'Verwaltungrsräten, Bestätigung der Kooptierung eines VerwaUungsratca' und Erteilung der. Entlastung an die Verlassenschaften nach zwei Verwaltungsräten. 3. Erteilung von Ermächtigungen ■ an die-VerwaHungsräte gemäß Art. 40, Ges. vom IM. Juli 1867. 4. Wahl der Zensoren für das Geschäftsjahr 1838 und Festsetzung der ihnen zukommenden Entschädigung. .fcejrttlmstlonakarten aur• Generalversammlung werden überdies auf Grund von Depotbestätigungoii der Banane de France, des •Credit Foncjer de France, der. Compa,gnle,des Agents de Change de Paris und der bedeutendsten Pariser Bankinstitute ausgefolgt, Die Legitlmatiomkarten 'können von heu^e an behoben werden. „ Jeder Aktionär, welcher an< der Generalversammlung teilzunehmen befugt Ist, hat das Recht, sich von einem gleichfalls rur" Teilnahme, an der General Versammlung «berechtigen-Bevollmächtigten vertrete <»( ' F;aris, am 3. Mal 1986. _ _ , , t> PW veRWAUUNOfRÄf •)• ">■'•.......iH«öJrjwfc yrM Riebt honoriert.! •» Afc >v» %ty ..,:jL.i.^.; v . ""' i'Kffl*'^*/»^»! i '^^^M^^^- fip 1