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Die neue Welt · 1936-05-08 · Heft 559 (8.5.1936) · page 8

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 559 (8.5.1936)
Date
1936-05-08
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite S DIE NEUE WELT Nr* 559 vom 8/ Mai 1936 Letzte Nachrichten aus Palästina Aus Jerusalem wird gemeldet: Im arabischen Streik ist ein sich ablösendes Auf- und Abebben zu verzeichnen. Die Sabotageakte dauern fort: Am Montag versuchten die Araber das Landwirtschaftliche Institut der Hebräischen Universität anzuzünden, der Brand wurde jedoch rechtzeitig bemerkt und gelöscht. Die Telephonleitungen zwischen Jerusalem und Tel-Aviv wurden von Saboteuren durchschnitten, der Schaden konnte jedoch bald behoben werden. Die militärische Bewachung der Eisenbahnlinien wurde verstärkt, nachdem von Arabern verschiedentlich versucht worden ist, die Eisenbahnschienen und -schwelten zu lockern. Nach wie vor streuen Araber Nägel und zerbrochenes Glas auf Straßen und Chausseen, um auf diese Weise insbesondere den Autoverkehr lahmzulegen. Man schätzt, daß Hunderte Kraftwagen durch diese Sabotageakte Reifenschäden erlitten haben. Auch das Automobil des High Commissioner Sir Arthur Wauchope wurde auf diese Weise beschädigt. Die Brandstiftungen auf dem flächen Lande, insbesondere in den jüdischen Kolonien, setzen sich fort, die Anschläge scheitern aber oft an der Wachsamkeit der jüdischen Kolonisten und der Polizei. An der Grenze zwischen Jaffa und Tel-Aviv brannte eine jüdische Fabrik für elektrische Lampen nieder. Ein größeres Feuer brach in Schechunat Aaron, einer Vorstadt von Tel-Aviv, aus. Die jüdische Polizei von Tel-Aviv konnte hier nicht eingreifen, well es ihr von der Regierung — wie bereits gemeldet wurde — verboten worden ist, außerhalb d*? Stadtgrenzen von Tel-Aviv amtliche Akte vorzunehmen. In Haifa wurde ein in jüdischem Besitz befindlicher Holzlagerplatz angezündet. In - Jerusalem wurde eine große Molkerei angezündet, das Feuer konnte jedoch bald gelöscht werden. Im Wald von. Tel Mond wurden 500 Bäume ausgerodet. Zu einem Schußwechsel zwischen einem Wächter und einer arabischen Bande kam es auf einer Orangen-Plantage bei Magdiel. Die Araber hatten 50 Bäume ausgerodet, wurden aber vom Wächter verscheucht. In Keren Abraham bei Jerusalem wurden »auf jüdische Häuser von unbekannten Tätern fünf Schüsse abgegeben, die keinen Schäden:anrichteten.. Der aus Deutschland stammende 38jährige jüdische Arzt Dr. Karl Feldberg, der am,-Freitag lebensgefährlich verletzt wurde, ist ain Sonntag seinen Verletzungen erlegen. .....' ■ In Jaffa wurden zwei von ihren Einwohnern verlassene jüdische 'Häuser niedergebrannt. Vom Kibbuz des Haschomer Hazair in Mise hm ar. Haemek wird mitgeteilt, daß Araber im benachbarten Keren-Kajemeth- Wald 40 Bäume ausrodeten. Im Kibbuz des Haschomer ' Hazair in Merchawja brannte das Getreide auf 500 Dunam Feld längs der Eisenbahnschienen nieder. Ueber den Verlauf des Besuchs Dr.. Chaim W e i zm a n n s bei Wauchope erfährt die. Jüdische Telegraphen-Agentur: Dr. Weizmann hat energischgegen die schwächliche Haltung der Regierung protestiert und darauf aufmerksam gemacht, daß es Pflicht jeder Regierung sei, für Ruhe und Ordnung zu sorgen und gegen Unruhestifter ohne Ansehen-der Person vorzugehen. Im Verlauf der weiteren Unterredung wurde auch die Frage der neuen Einwanderungsschedule erörtert. Dr. Weizmann gedenkt, am TO. Mai eine Reise nach London anzutreten. Wie es heißt, soll noch vor seiner Abreise die Einwanderungsschedule für das Halbjahr April-September 1936 bekanntgegeben werden.: . Die jüdischen Mitglieder: des . Stadtrats... von Jerusalem fordern energisch. den Rücktritt des arabischen Bürgermeisters, von Jerusalem, Dr. Khalidi, der eine, führende Rolle .in: der arabischen Streikbewegung spielt und dem.. Streikkomitee angehört. In jüdischen Kreisen hält man diese. Rolle .mit dem zur Neutralität verpflichtenden Amt eines. Bürgermeisters nicht für vereinbar. Die arabischen Kaufleutc in Jerusalem beschlossen die Gründung einer besonderen arabischen Handelskammer. In der Streikfrage kam es zu einer Spaltung zwischen den Anhängern des früheren Bürgermeisters von Jerusalem, N a s h ashibi, und den Anhängern des Mufti. Es verlautet, daß der Emir Abdulla von Transjordanien einer Abordnung palästinensischer Araber den Rat gegeben hatte, den Streik abzubrechen. In T e 1 - A r s a bei Jerusalem wurden in der Nacht sieben Schüsse abgegeben, die niemand trafen. In der gleichen Nacht wurde in Jerusalem das Lebensmittellager „Tnuwa" angezündet, aber dank der Wachsamkeit des jüdischen Wächters gleich gelöscht. Der Wächter erkannte in den Brandstiftern zwei arabische Scouts. Der Vorsitzende des Waad Leumi, J. Ben Zwi, erhielt von einem hochangesehenen arabischen Notabein ein Schreiben, in welchem dieser se^in „Mitgefühl dem jüdischen V o 1 k e : au s s pr i ch t, dessen Kinder durch Bluthunde gemordet wurden", und schließt: „Möge Gott euch weiterhin solche wertvolle Männer schenken zur Wiederauflebung Israels in seinem eigenen Lande zum Wohle aller Völker." (J. T. A.) * Aus London (5. Mai): „Manchester Guardian" nennt die Politik des Arabiachen Nationalen Ausschusses in Palästina eine „Politik der Chantage und Erpressung" und fordert die englische Regierung auf, den arabischen Forderungen auf keinen Fall nachzugeben. Der Legislative Council, schreibt die Zeitung weiter, sei faktisch tot; dies nicht etwa infolge der arabischen Gegnerschaft zu Ihm, sondern darum, weil die englisch« Oeffentllchkeit jetzt eine solche Institution nicht für aktuell hält. Man darf es n?cht erlauben, daß ein System von Grausamkell und Erpressung gegen das Mandat eingesetzt wird. Wer gute und Hchöne Xäbnc haU kann lachen. Aber von allein kommt das nur ganz selten. Mund und Zähne müssen vor dem Angriff der Bakterien geschützt werden,-die. ununterbrochen in den Mund einströmen. Kann, man das wirklich;?, Sicherlich; nur möglichst morgens und abends mit Odol gurgeln! Da3 gibt dreifache Wirkung: frischen Atem, strahlende Zährte" und Schutz vor Erkältungen. Odol ist das ideale Mundpflegemittel, das mit seiner antiseptischen und keimtötenden Kraft in die verborgensteh- Winkel der Mundhöhle eindringt und Gärungs- und Fäulnisvorgänge verhindert. Wer Odol täglich verwendet, schützt seine Gesundheit. Freblauer Sauerbrunn, das rein natürliche österreichische Mineralwasser, seit dem Jahre 1067 bekannt, vorzügliches Tafcluhd Erfrischungsgetränk, ärztlich empfohlen bei Blasen*- und Nierenleiden, bei Katarrhen und Stoffwechselstörungen, erhältlich in allen Apotheken, Drogerien, Lebensmittelgeschäften und Gaststätten. 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Kültusgemeinde Wien; I., Seitenstettengasse 4,. III. Stock. (Amtsdirektion), überreichen. * Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien beabsichtigt, an der Station für p h y s i k a 1 i-s c h.e Tli.e r a p i e im Spital der Kultusgemeinde Wien, XVIII.,,Währingergürtel 97, einen in diesem Fach entsprechend ausgebildeten Arzteinzuteilen. w tfKäe Von S 2 Wochenraten er« hallen Sic alle Geg«n»tttnde In gröfifar Auswahl und basier Qualität bis 20 Monat« Kredit SCHLESINGER VII, Bursgas«« 123-124 Telephon B-32-2-24, B*35-6-55 Bewerbungsfrist bis 16. Juni 1936, 12 Uhr mittags. Qualifiziert« Bewerber können nähere Informationen, in der Amtsdirektion der isr. Kultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, III. Stock, zwischen 10 und 12 Uhr vormittags erhalten. Im Spital der israelitischen Kültusgemeinde Wien, XVIII., Währingergürtel 97, gelangt je eine Assistentenste 11« auf der medizinischen und chirurgischen Abtei» l u n-g mit 1. Jänner 1937 zur Besetzung, Zur Anstellung sin« erforderlich: die österreichische Bundesbtlrgerschaft, lediger Stand, die Berechtigung zur Ausübung der Hellkunde im österreichischen Bundesstaat, die körperliche Eignung (nachgewiesen durch ein von einem Primararzt des eigenen Spitals ausgestelltes Zeugnis) und ein Alter von unter 35 Jahren. Mit. den Personaldokumenten (Geburtsschein, Heimatschein, Doktordiplom, Zeug« nlssen 'über die bisherige fachliche Verwendung, Nachweis der Zugehörigkeit zum Judentum) belegte <3esuche sind beim Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengasse 4, III. Stock (Amtsdirektion), bis längstens 15, Juni 1936, 12 Uhr mittags, zu überreichen. Israelitische Jugendgottesdienste. 1. Jugendottesdlenst für Volks-, Haupt- und Mittelschüler und'-Schülerinnen: Samstag, den 9. Mai, um 3 Uhr nachmittags in allen Gemeinde- und Vereins« synagogen. 2. Besondere Jugendgottesdienste für Mittelschüler und -schulerinnen für Unterklassen im IL; IX. und XX/Bezirk! Samstag, den 9. Mai, um y45 Uhr nachmittags im Leopoldstädter Tempel, II., Tempelgasse 3, und in den Veretnssynagogeri, IX., Müllnergasse 21. und XX.. Kluckygasse 11. 3. Gottesdienst für die reifere Mittelschuljugend: Freitag, den 8. Mai, um 6 Uhr nachmittags im Stadttempel, I.,- Seitenntettengas$e 4 (Ansprache Herr Oberrabbiner Dr. I. Taglicht), und in der Gemeindesypagcge XV., Turnergasse 22 (verbunden mit der Jubiläumsfeier -der Bundesrealschule XII; Anspi^'eTOerrirozföt Dr. "J,H; Zimraels). 'Der Gottesdienst im großen Tempel der Kültusgemeinde Wien, II., Tempelgasse 3, beglririt.am Samstag, den" 9.'Mai, ausnahmsweise um %9 Uhr vormittags. " -. . Do« Rabbinat der israelitischen Kültusgemeinde Wien gibt bekannt, daß die „Bäckerei Augarten", Rubinstein & Co., XX., Jägerstraße 2, nicht mehr unter Aufsicht des Rabbinats steht. Zurückweisung unwahrer Gerüchte. Es sind Gerüchte verbreitet worden, die sich gegen das Kaschrus in der Mazzoth,- fabrik V o r t r e f f 11 c h richten. Das Rabbinat hat, sobald ihm hlevon Mitteilung gemacht wurde, eine strenge Untersuchung eingeleitet. Auf Grund der vom Rabbinat gepflogenen Erhebungen und nach Einvernahme aller vier in dieser Fabrik vom Rabbinat bestellten, vollkommen verläßlichen Aufsichtsorgane erklärt hfemlt. das Rabbinat der israelitischen Kultusgemeinde Wien, daß alle gegen die obgenannte Fabrik .ausgestreuten Gerüchte itt Kaschrus-Angelegenheiten sich als vollkommen unwahr erwiesen haben. — Das Rabbinat der israelitischen Kultusgemeinde Wien. •MMiiiiiiiMM^^ WOCHENsKALENDER FÜR DAS JAHR 5696 Mai im . i'jnn Ijar 1 Freitag 8 f6 Sabbateingang 7.20! Samstag 9 17 Sabbataueigang 8.05 Sonntag 10 18 ■ 1011D Vü Montag 11 19 ... . Dienstag 12 20 Mittwoch 13 21 ' ' ' ■ Donnerstag 14 22 E M PiFiE HLEN S WERTE FIRM EN ■ Restaurants, Cafes etc. . . Cafe Abbazia, II., Ausstellungsstraße 1, Tel. R-44-5-58. 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