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Die neue Welt · 1936-05-08 · Heft 559 (8.5.1936) · page 2

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 559 (8.5.1936)
Date
1936-05-08
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 DIE NEUE WELT Nr. 559 vom 8. Mai 1936 Mitteln vorgehen werde, werden von den Arabern nicht ernstgenommen, da diese die laue Haltung der Kegierung bei jedem praktischen Fall sehen. Auch jetttnoch hält es die ftegiehing fUr 'uriiiÖtig, steh aktiv in den Gang der Geschehnisse einzumischen, in* dem sie scheinbar auf dem Standpunkt steht, daß ein Dutzend jüdischer Opfer mehr oder weni« gor nicht von solcher Bedeutung sind, daß die Regierung aus sich herausgehen sollte. In iranzösißchen Kreisen hält man dafür, daß die Politik Englands in Palästina ebenso wie im allgemeinen1 im Vorderen Orient mit der Politik d& Kölonialamtes verknüpft ist, die dahingeht, diejenige groß* arabische Föderation zu schaffen, der sich England bisher entgegengestellt hat. Diese Föderation soll als Gegengewicht gegen den ita- S o n d e r f a h r t mit der Csern.Allg.Zeitung Polen und Abfahrt; 24. Mai. Rückfahrt: 9. »unf 193« Anmeldungen .,a u t s t h M « B I i « h" Reisebüro ^„Harienbi-tltKeM. l. Rotenturmstr, 36, ft-24-2-st> 87 m ^■BnBD9BBBHHDCBnBHBBBnHBS19BHnBJHI^ 1 1 i e n,is c h e n Einfluß in Abessinien und im Vorderen Orient;geschaffen' werden. Die auffallende englische Haltung wird in Zusammenhang mit dieser Politik gebracht, welche, sollte sie fortgesetzt werden, nach Meinung der französischen Kreise die- Ausschaltung Englands aus den arabischen Ländern zur Folge haben würde. Es bleibt daher abzuwarten, ob und wie weit diese politische Konstruktion stimmt. Hakenkreuz und /owjetstern Eine bedeutende Rolle in der Vertiefung der Pogromstimmung haben ohne Zweifel die nazistisch e n und kommunistischen Elemente im Land gespielt. Bei den verhafteten Arabern wurden zahlreiche Waffen deutsch e-r Provenienz gefunden. Die arabische Zeitung „A I - L i w a"-, welche vom deutschen Propagandaministerium erhalten wird, hat viel zu den schweren Ereignissen beigetragen. Das reichsdeutsche Radio hat Sonntag, den 19. April, urn 5 Uhr nachmittags als erstes alle Details der palästinensischen Geschehnisse in übertriebener Form gebracht, u. av von, Hunderten jüdischen Toten und Tausenden angezündeten Häusern in Tel- Aviv — ein Beweis, daß die deutsche Propaganda gemeinsame Sache mit den arabischen Hetzern im Lande selbst-, macht. JJie kommunistische Propöganda ging dahin," zu einer „einheitlichen Front des jüdischen und arabischen Proletai'iats gegen die Zionisten und, Chauvinisten" aufzurufen. Diesmal entwickelten die kommunistischen Agitatoren eine große provokatorische Tätigkeit, indem sie beispielsweise dem „Haarez" telephonisch mitteilten, daß fünf jüdische Arbeiter (sie gaben auch deren Namen genau bekannt) schwer verwundet worden seien. In Haifa meldeten sich Gruppen von Kommunisten im Technikum, in den Kinos und in einer Menge von Geschäften, und teilten „im Namen der Stadtverwaltung" mit, daß s c h w e r e, b 1 u t i g e Unruhen erwartet würden, man . daher die Geschäfte unverzüglich schließen möge, Durch solche Meldungen riefen sie tatsächlich eine gewisse Unruhe, ja sogar Panik in manchen Stadtteilen hervor. Jischuw und Exekutive Die jüdische Jugend, wie überhaupt der ganze jüdische Jischuw haben musterhaft Ordnung und Disziplin gehalten. Diesem Umstand haben die Araber viel zu verdanken. Natürlich wäre zu wünschen gewesen, daß die Palästina-Regierung diese Selbstbeherrschung ' der Juden nicht mißbraucht' hätte. F A H ft R AD. g IIMIIK KINOBHWAGiH- F AB R I K kUFBÄVS F A B R I K KtMf«rw«g«nvaricauf i m * *5'" VII, Ntubaugasss 21 / XVII, tCulmuisa 34 X, Inenburgerrtraße 82 / XX; JüaarttraBa 41 CahrradfabrlK: vii, Burggaasa 110 Bequeme Teilzahlung! Kataloge gratis! Ein Kapitel für sich bildet die. Haltung der Zionistischen Exekutive in den schweren, blutigen Apriltagen. Bisher haben wir noch keine volle Uebersicht über dieses Kapitel und es ist daher noch kelri endgültiges Urteil darüber zu fällen. Aber wir Tiaben Grund, anzunehmen, daß ein härterer und energischerer Ton in den Aktionen der Exekutive am Platz gewesen wäre. Dr. Weizujann ist erst 36 Stunden nach Aasbruch der Exzesse nach Jerusalem gekommen, eine Tatsache, mit der der Jischuw auf keinen Fall einverstanden sein konnte. y Auch die Tatsache, daß seine nächste Umgebung nichts darüber weiß, wird als übertriebene Treuezu dep. Prinzipien der Geheimdiplojnatie betrachtet, besonders in Stunden, wo eine Massepaktion die wirksamste Waffe ist. VettsicH iikstm- $e*H*Heätty ......................i ii i i um in iiimiii,i iijiiiijiii........i '»»■ Ihre Herren-Garderobe besorgen Sic günstigst 1m erstklassigen Schnslderatclier Brüder Goldberg, I., Weihburggasse 9 (Mezzanin). Ürig. engl. Stoffe. E von S 35.- ü ■^Sw VERBAND DE R J II DE NSTAATSZION I S t E N GROSSER VORTRAGSABEND Mittwoch, den 13. Mal,um!i» thf «Ml. im Festsaal deiHotel Continental, II, Taftoritraße Oberbaurai Robert Stricker \ 7. «ft, Sah Willi ' DUO UNRUHEN IN PALÄSTINA - IHRE WIRTSCttAFtLlCMUN UNp jpÖÜtl. . SjSfeüN AÜSWlftKUNGKN — WAS NUN? ^l^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^y^^^^ :r-' . - •■•-.% ■ .......■- U Die Situation in den ersten Mailagen •'f Allmählich gewinnt man ein Bild übW die Ereignisse, 'die sicH seit dem 17. April, dem Tag! des Ausbruches der blutigen Exz'eaae, abgespielt haben. 'Die 'Araber haben bekanntlich'.' sobald 'die' Palästina-Regierung' sich'zu einer Abwehr der Angriffe durch Einsätzung von Polizei und Militär entschlossen hatte, einen Generalstreik pro-. Wandert, während seitens der Regierung der Ausnahmezustand proklamiert wurde, v Inzwischen hat sich — trotz einzelner Aktionen der arabischen Pogromisten — die Lage gebessert. Am 4. Mai wurde*'offiziell bekanntgegeben, daß der Ausnahmezustand, der nach und nach abgebaut, wird, für die Außenbezirke v von Jaffa und Tel-Aviv aufgehoben worden'sei; In diesen Bezirken sei die Ruhe-gesichert; doch dauern .in anderen Teilen des Landes die Brandstiftungen, fort. Zu Beginn der dritten Streikwoche erließ der arabische Ausschuß zur Führung des Generalstreiks einen Aufruf zur Fortsetzung des Streiks bis zur Erreichung der Strejkzielc: Einstellung der,'jüdischen Einwanderung und des Bqdenverkaufs an Juden. Gleichzeitig mit der Veröffentlichung dieses. Auf rufs wurdeder- S t r e i k t e r r o r! verschärft. Den arabischen Ladenbesitzern wurden von den Streikposten die Ladenschlüssel abgenommen, damit sie .ihre..Laden Dicht öffnen können. Auf diese Weise sind viele Waren, insbesondere Lebensmittel, dem Verderben preisgegeben.- Bekanntlich hat sich; der von den arabischen Parteien gemeinsam gebildete Nationale Ausschuß an die arabischen Herrscher mit der Bitte gewandt, die Forderungen der palästinensischen Araber bei der englischen Regierung zuunterstüteen. Heute meldet die arabische Presse,, daß der Iraaji des J e m e njiach Jerusalem mitgeteilt hat; daß er sich.an-tKönig E4.uj)Lr d v o n E n gland zugunsten der arabischen; Sache gewandt habe. In den jüdischen Vierteln Jerusalems und Haifas sind alle Geschäfte geöffnet, und'das.Leben geht normal vor sich. Polizeiposten patrouillierten durch die Straßen; <>• < « ■- _;.>if*t'-v ■•_i_._;_ auf jüdische Siedlungen Schüsse abgegeben, verletzt wurde niemand. In Jaffa zwingt die Polizei die arabischen Einwohner, massenweise auf den Straßen Hegende Nägel und zerbrochenes Glas, die zur Behinderung des Verkehr« ausgestreut wurden, aufzusammeln. Der Bürgermeister von Jerusalem Dr. K h a. I i d i erklärte dem J/I\A.-Vertreter gegenüber, daß der Arabisch© Nationale Ausschuß, dem auch"er angehört, sich bemühe, die Aktion mit friedlichen Mitteln zu führen und keineswegs die Araber zu Demonstrationen ermutige. Am Freitag empfing der High Commisaioncr Sir Arthur Wauchope den . Emir Abdullah, v.on Transjordanien. Es heißt, daß der Empfang. mit der jetzigen Lage in Palästina zusammenhängt. Aua Wir empfehlen nur: Die suten billigen: Ml? 11 II E pn Auto-u. Motorrüdschulen nrU U LÜU rif WiBn öHßüfegÄsßlB AM JM W.mm-md M MfcHlll Tel. B-4£5-72 und Inxerseforf, H.rtt. Amman (Hauptstadt von Transjordanien) wird gemeldet, daß die englischen Behörden in Amman einer Delegation des palästinensisch-arabischen Nationalen Ausschusses das Betreten der Stadt verboten haben, weil im Ztisammenhang mit demonstrativen Empfangsvorbereitungen :Ruhe» Störungen zu. befürchten waren. Emir Abdullah traf .sich mit den Mitgliedern der Delegation außerhalb der .Stadt. Die hebräische Presse erklärt, man müsse es für vollkommen unmöglich halten, daß ^dle Regierung den ultimativen terroristischen Forderungen des Arabischen Nationalen Ausschusse« nachgeben könnte; die Erfüllung dieser Forderungen würde bedeuten: Unterwerfung unter die brutale Gewalt und Auslieferung des Schicksals des jüdischen Volkes in Hände, die für die Geschehnisse im August 192» und im April 1936 verantwortlich sind. Die hebräische. Presse protestiert auch gegen den Empfang., der, arabischen Führer du^cjj, den Chefsekretär Hathorn H äril, weil ein "'solcher Empfang den Hetzern Autorität beim Volke verleiht: Man müsse bedenken, daJ* der arabische Streik lediglich durch Gewalt und Terror erzwungen wurde und •aufrechterhalten werde. ..(Jt.T,, A.V kauft man für Jahrzehnfel jhre Möbel müssen daher nichf nur schön und modern, sondern auch gut und dauerhaft sein. Viele, die mir verlrauf haben, sind bestens zufrieden, da meine Möbel trofz hoher Qualität auch zeitgemäß billig sind. Grefte Auswahl! Teilzahlungen! Möbelhaus Edelmann, VIII, Lerchenfelderstr. 12 Die aus Zivilisten gebildete Bürgerwehr steht bereit, um Uberall einzugreifen, wo die Sicherheit es erfordert. * Ueber die Vorkommnisse am vergangenen Wochenende ist mitzuteilen: Während der Freitag, der moslemitische Feiertag, in Jerusalem ruhig verlief, wurde im Musrara-Viertel in Jerusalem cüie Bombe zur Explosion gebracht. Auch in Jaffa explodierten zwei Bomben. In A kk'o kam es am Freitag zu einem Zusammenstoß zwischen Arabern und Polizei, bei dem mehrere Araber verwundet wurden. Während der gemeldeten ernsten Zusammenstöße zwischen Arabern und Polizei am Freitag in Haifa wurde der aus Deutschland eingewanderte Arzt Dr., K. Feldberg ernstlich verwundet. Er wurde im Hadassa-Hospital operiert. Sein Befinden gibt zu Besorgnissen Anlaß. •.- Alle arabischen Hafenarbeiter in Haifa, die in den letzten Tagen ihre Arbeit niedergelegt hatten, sind zu ihren Arbeitsplätzen zurückgekehrt. Arabische Pfadfinder hielten arabische Arbeiter, die zur Arbelt in jüdische Pflanzungen im Bezirk von Tulkarem gehen wollten, gewaltsam zurüok. Mehrere Pfadfinder wurden von der Polizei verhaftet. Die hebräische Tageszeitung „D a w a r" meldet, daß britisches Militär aus Aegypten in Haifa eintraf; Die hebräische Tageszeitung. „Ha.arez" berichtet, daß alle in Jaffa bei öffentlichen Arbeiten beschäftigten Juden» unter ihnen seit vielen Jahren in öffentlichen Diensten stehende Arbeiter und Angestellte, plötzlich ohne Angabe von. Gründen entlassen wurden. Die Zeitung stellt fest, daß durch diese Entlassungen die Ziele des arabischen Generalstreiks gefördert werden.' Die Histadruth Haowdim (palästinensische Arbeitergewerkschaft) erließ einen Aufruf, in welchem festgestellt wird, daß der Jischuw sich heute unter einer Herrschaft von Unruhe, Terror und Brandstiftung befinde. Die, jüdische Arbeiterschaft wird ■ aufgefordert, öffentlich gegen diesen Zustand zu protestleren und zu verlangen, daß der Herrschaft der Gewalt mit allen nur möglichen Mitteln ein Ende'gesetzt werde. Während der Verhandlung gogen die Juden, die der Teilnahme an den Unruhen am 17. April angeklagt sind, .wurde gegen das Stadtgericht In Jaffa eine Bombe geworfen. Es entstand kein größerer Schaden, viele Fensterscheiben der umliegenden Häuser gingen durch die Explosion in Scherben. Eine weitere Bombe wurde 1m jüdischen Viertel von Jaffa zur Explosion gebracht. In Haifa wurden vier Bomben geworfen, als Schuldige wurden drei Araber verhaftet. Im Mea-Scbearim-Viertel jn Jerusalem, wyrde eine Bombe geworfen, die keinen größeren Schaden anrichtete. In Kjn Wer cd bei Tulkareim miro>n Die jtfdfadien Führer bei Waudiope Aus Jerusalem (4. Mai): Nachdem. der .'High Gommissloner Sir Arthur Wauchope am vergangenen Mittwoch die Mitglieder der Exekutive Ben Gurion und Mosche S h e r t o k empfangen hat, empfing er am Samstag den Präsidenten der Jcwish Agency, Dr. Chaim W e.i z hl a n n, zu einer längeren Aussprache über die Lage. V'i' '- v . Im Verlauf der letzten Tage sind wiederum 5Ö0 jüdische Einwanderer und Touristen im Hafen von Haifa gelandet. Die Regierung stellte in Jerusalem .17 jüdische und 10 arabische Polizisten neu ein. Friedliche arabische Erklärung Eine Abordnung des arabischen Stamme» im Tiberias-üistrlkt unter Führung des Direktors der arabischen Bank in Tiberlas, eines Sohnes des Mufli von Tlberias, und anderer arabischer Notabein besuchte die jüdische Kolonie Migdal bei Tiberias und entschuldigte sich in aller Form bei den Kolonisten wegen des'Ueberfalls von Stammesangehörigen auf die Kolonie,' bei dem vier jüdische Arbeiter verletzt wurden. Der Ueberfall erfolgte'bekanntlich, als Agitatoren das Gerücht verbreiteten, die Juden von Migdal hätten zwei arabische Kinder umgebracht. Die Kinder bitten sich später bei ihren Eltern eingefunden. Die Araber erklärten, sie wollen von nun an mit ihren jüdischen Nachbarn jn Frieden leben . und arabischen Hetzern keinen . Glauben mehr schenken. (J. T. A.) Sorelaji ■ I. . i ' .;■ . .,' ,!/•'■' JL^". r ■* ^oidMUd^t TsckMtdfaUajah rMCQMMVI tfifllW* ^damaKL^i^\ sparsam

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