Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 10 (1936)
- Issue
- Heft 557 (1.5.1936)
- Date
- 1936-05-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Mette 6 DIB NEUE WELT Nr. 557 vom 1. Mai 1939 H!! Ab 4. Mai Tuch haus Tabak I, Salzgrtes 5 Orlf. «ngl. *. frans. Damen- und m m H # rr * •!• ff« ■ ■ II — bisher einer kleinen Schar Kunstbeflissener bekannnt — die im Buche der Könige nur kurz skizzierten Ereignisse rings um den schwächlichen König Achab zu einem lebendigen Bühnenwerk gestaltet hat. Der siebzigste Geburtstag Dr. Armand Kaminkas, dessen Vorträge im Wiener Maimonides-Institut vom jüdischen Wien mit. lebhafter Teilnahme begleitet werden, gibt insbesondere der jüdischen Gelehrtenwelt A»tlaß, einen ihrer hervorragendsten Vertreter zu ehren und SM, beglückwünschen. * Im Verbandsheim der Judenstaatszionisten Oesterreichs las Dr. Kaminka kürzlich den ersten und dritten Akt seines hebräisch geschriebenen Dramas „König Achab" in deutscher Sprache. Das Werk, vom Autor meisterhaft gelesen, machte durch seine glanzvolle Diktion und die Wucht der einzelnen Szenen tiefen Eindruck auf die Zuhörer, unter denen sich hervorragende Persönlichkeiten der Wiener literarischen Welt befanden. Für das hebräische Drama interessieren sich bereits einige Bühnen. Neu renoviert! Restaurant „Zum Braten" II, Negerlegasse 2 IPD streng orthodox -|WD Reichhaltige Menüs S —.90 bis S 2.30 Gute Küche Billigste Preise ffidisdie Künstler im jtidisdien Museum xu Berlin Aus Berlin (28. Aprtl): Im Jüdischen Museum zu Berlin wurde eine vom Sekretariat für Bildende Kunst im Reichsverband jüdischer Kulturbünde veranstaltete Ausstellung von Werken schaffender Künstler eröffnet. Von örtlichen Kommissionen wurden in den Städten Breslau, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Köln, Mannheim, München Und Stuttgart Werke dort lebender Maler und Bildhauer ausgewählt. Die Berßner jüdischen Künstler hatten auf eine Beteiligung verzichtet, um den beschränkten Raum ganz den Kollegen aus der Provinz zur Verfügung zu halten. Rechtsanwalt Dr. Alfred Klee begrüßte im Namen des Gemeindevorstandes und des Jüdischen Museumsvereines die Erschienenen. Der Präsident des Reichsverbandes der Jüdischen Kulturbünde Dr. Kurt Singer wies auf die Problematik jüdischen Künstlertums bei den Juden in Deutschland hin. Die Ausstellung zeigt etwa 150 Werke von 75 Künstlern. (J. T A.). Habimah xu Ehren des Weltkongresses Jüdischer Aerxte Aus Tel-Aviv: Zu Ehren des in Tel-Aviv tagenden Weltkongresses jüdischer Aerzte gab das hebräische Theater „Hab-imah" eine Festvorstellung. Zur Aufführung gelangte'David Plnskis Schauspiel „Der ewige Jude". Der Abend wurde durch eine Ansprache des Bürgermeisters Meir Dizengoff eingeleitet, der durch die Aerzte-Delegierten eine Botschaft an die Juden in allen Ländern richtete und betonte, daß der Jischuw sich durch keinerlod Terror an der Fortführung des Aufbaus Erez Israels wird hindern lassen. Das Leben in Tel-Aviv ist vollkommen normal. Verkehr und Kolonisafion Unterlassungssünden der Palästina-Regierung Von Dr. J. Adler, Tel-Aviv Die Entwicklung lästina ist, soweit sie 1922: 1936: des Transportwesens in Pa vom staatlichen Ein f 1 u ß e abhängt, gegenüber dem allgemeinen Fortschritt des Wirtschaftslebens in geradezu erstaun licher Weise zurückgeblieben. Ein paar Zahlen machen das recht deutlich. Palästinas Kilometerzahl des palästinen Einwohnerzahlsischen Eisenbahnnetzes 653.851 529 1,260;000 431, Da . nämlich inzwischen die Strecken A f f u 1 e h— Nablus und Tulkann — Nablus mit insgesamt 98 Kilometer Streckenlänge stillgelegt worden sind, hat sich in der Tat das in Betrieb befindliche Eisenbahnnetz um 19 Prozent vermindert! Dies wäre an sich noch nicht so schlimm, wenn es der praktische Ausdruck einer prinzipiellen Entscheidung wäre, und zwar des Uebergängs von der Eisenbahn zum Kraftfahrzeug als Hauptverkehrsmittel. In vielen Ländern wird ja heute die Frage sehr ernsthaft erörtert, ob man auf den weiteren Ausbau des Eisenbahnwesens verzichten und statt dessen mit allen verfügbaren Mitteln neue Autostraßen schaffen soll. Ist das auch in Palästina der Fall?'Vernehmen wir auch hier wiederum die Sprache der Zahlen, die unanfechtbar ist! Automobilbestand Kilometerzahl der palästi- Palästinas nensischen Autostraßen 1922: 400 460 1936: 12.000 1.000. Das Resultat ist niederschmetternd. Während der Automobilbestand in den letzten sechzehn Jahren auf das Dreißigfache gestiegen ist, wurde das Netz der Autostraßen — Landesstraßen erster Ordnung, die das ganze Jahr hindurch für den Kraftverkehr benützbar sind — nur knapp um das Anderthalbfache erweitert. Die Indifferenz der britischen Mandatsverwaltung - gegenüber den verkehrspolitischen Lebensnotwendigkeiten unseres Landes kommt nicht nur auf der quantitativen, sondern auch auf der qualitativen Seite zur Erscheinung. Auf die grundsätzliche Frage, warum es noch immer kein spezielles zentrales Verkehrsdepartement der Jerusalemer Regierung gibt, wollen wir hier gar nicht näher eingehen, sondern kehren zu den praktischen Problemen des Eisenbahnnetzes und der Autostraßen zurück. Den Einwand, daß der Wert von Eisenbahnlinien und Autostraßen nicht bloß nach der puren Kilometerzahl zu bemessen sei, vielmehr auch nach der Linienführung, würden wir durchaus anerkennen. Aber, so fragen wir, bessert sich dann etwa das Bild? Nein, man gewinnt dann sogar einen noch wesentlich ' schlechteren Eindruck. Unsere Eisenbahnen gewähren zwar strategisch-politisch sehr wichtige Anschlüsse an das transjordanisch-syrische Hedschasbahn-System einerseits, an das Sinai-Suezkanal- Aegyptten-Eisenbahnsystem andererseits. Damit tragen sie indessen den praktisch-friedlichen Bedürfnissen Palästinas selbst noch bei weitem nicht sehen Petach-Tikwah im Norden und Rischon-le-Zion im Süden den Wohn-, und Arbeitsraum von rund 300.000 Menschen darstellt, ein Stiefkind der palästinensischen Eisenbahnpolitik. Nur die Linie Ludd— Jaffa, nach Art einer verschlafenen Sekundärbahn betrieben, führt in diesen Bezirk, hinein, und es. ist ein wahrhaftes Kuriosum im Weltverkehr, daß ein Hafen wie Jaffa, den im-Jahre 1935 nicht weniger als 1127 Dampfer frequentierten, bis zum heutigen Tage noch nicht einmal eisten eigenen Eisenbahnanschluß eine Haf enbahn'besitzt. 2x2-8 zwar nicht nach Adam Riese, aber nach Möbel-Winter, VIII, Stadtbahnvladukt 23, bei Lerchenfelderatrafte-Ofirtel.denn jeder Schilling hat bei uns den doppelten wert. Bei solch eklatanten? Mängeln des, Eisenbahnwesens könnte das-Publikum natürlich in die Versuchung kommen, auf den ^ungastlichen und unbequemen Schienenweg möglichst zu verzichten. Auf der Strecke. Jaffa—Tel-Aviv—Jerusalem ist dies ja auch schon weitgehend eingetreten. Noch eifriger möchten sich dazu die Reisenden auf der wichtigsten Verbindungslinie des Landes,.. Jaffa—Tel-Aviv—Haifa, entschließen, da sie des lästigen Umsteigens vom Autobus zur Eisenbahn in Ras-el-Ain oder des zeitraubenden Umweges über Ludd längst überdrüssig geworden sind. Hier aber ist, nachdemynun einmal die schon gebaute Autostraße Jaffa—Jerusalem zum Leidwesen einer hohen Bürokratie nicht wieder aus der Welt'zu schaffen war, den Abtrünriigkeitsgelüsten der Passagiere noch rechtzeitig Einhalt geboten worden. Wer von Tel-Awiw nach Haifa mit dem eigenen Auto, dem Taxi oder dem Autobus refsen will, dem öffnet sich keine direkte Straße durch die Küstenebene. Ihn zwingt man vielmehr zur Strafe und zur künftigen Abschreckung auf jenen gewaltigen Umweg über die Berge und durch die Täler des Schomron, dessen Romantik und Schönheit wir gewiß nicht be- Alle Bücher. Mäßigste Preise HERMANN TUCHNER, Wl«n II, Große Auswahl — Kataloge kostenlos Eck« Taborstraß« 5t Modern« L« in b ü c h « r « I Gebühr 10 Gr. pro Tag, sonst nichts — Anfragen: Tel. R-41-4-20 Rechnung. Vor allem ist gerade das Gebiet stärkster Bevölkerungsdichte* @ie; ^A^w;^affa>0one, 'die fcwl '.I streiten, der aber auf jeden Fall einen zusätzlichen Aufwand an Benzin, an Nerven, an Zeit verlangt. Schließlich reisen ja im Palästina der Gegenwärt nicht allein genießerische Touristen, sondern auch eilige und abgehetzte Geschäftsleute von Stadt zu Stadt. Die Logik, daß zum Schutz der konkurrenzunfähigen, weil vernachlässigten Eisenbahn das Autostraßensystem künstlich an der gesunden, vom Verkehrsbedürfnis gebotenen Entfaltung gehindert, werden müsse, hat auch bei den objektivsten und gegenüber den Unterlassungssünden unseres Mandatsregimes nachsichtigsten Beobachtern aus dein . Auslande starken Anstoß erregt. Was die Eisenbahnen betrifft, so genügt der Hinweis auf <Jaa kürzlich publizierte - Gutfichtea ßes englischen SaÄewtän^ gen Sir Felix P o 1 e, und hinsichtlich der Autostraßetf, zumal auch der noch fehlenden Küstenstraße, darf daran erinnert werden, daß in Reisehan. büchern von internationalem Ruf dieser evidenta Mangel nicht eben mit schmeichelhaften Worten kon> statiert wird. Die Vermutung, daß die heute in Verkehrs" dingen maßgebenden Persönlichkeiten der Mandatsverwaltung das Transportwesen entweder zu sehn unter fiskalischen oder zu einseitig unter; starategischen Gesichtspunkten betrachten und es leider nur allzu wenig in seiner fundamentalen Bedeutung für die wirtschaftliche Gesamtentwicklung würdigen, wird uns vollends zur Gewißheit bei einem Blick auf Seeverkehr und Postverkehr. Wir möchten das komplizierte Jaffaer Hafenprbolem hier nicht in aller Breite aufrollen. ES sei nur betont, daß die Umleitung des Imports von: Schwergütern (Bauholz, Eisen usw.) über Haifa, diel ja, wie neuerdings offiziell verlautet, auch über die; Orangensaison hinaus ein Dauerzustand werden soll, unsere Importeure und ihre Abnehmer mit unerträglichen Mehrkosten belastet. Und was unsere Postverwaltung betrifft, so richten wir an sie; auch bloß ein paar von ihr bestimmt nicht leicht zu beantwortende Fragen: Wo bleibt der Ausbau des Fernsprechnetzes, insbesondere der Bau der längst versprochenen automatischen Telephonzentrale: für Tel-Awiw? Warum ragt der Torso des immer noeli unvollendeten Jerusalemer Hauptpost-Neubaues so traurig in die Lüfte, als ob dem Bauherrn — was hier gewiß nicht der Fall ist — plötzlich Bargeld und Kredit ausgegangen seien? Und warum zieht man zur, Luftpostbeförderung nicht auch die schnelle holländische Linie heran, die die Beförderungsdauer nacH Mittel-'und Osteuropa wesentlich abkürzen ■würde? Eine Reorganisation des palästinensischen Transportwesens, soweit sie zum Pflichtenkreis der Regierung zählt, liegt keineswegs außerhalb der Sphäre des finanziell Durchführbaren. Das „Surplus", der Staatsschatz der Mandatsverwaltung, beträgt' heute bereits über 6V2 Million pal. Pfund, Rechnen wir nun einmal ein wenig nach! Knapp ein Zehntel dieser Summe würde ausreichen, ums das Eisenbahnnetz in der Tel-Awiw-Jaffa-Zone nachl den Vorschlägen von Sir Felix Pole umzugestalten, und schon mit dem zwanzigsten Teil jener Summe) käme man aus, wenn man -die direkte Straße Jaffa* Tel - Aviv—Petach - Tikwäh—Kfar—Jona—Chedera—- Athlit—Haifa fertigbauen würde. Freilich haben wir! soeben zu unserer bittersten Enttäuschung hören müssen, daß die Regierung weder zu dem einen noch zu dem anderen entschlossen sei, sondern nur ein paar relativ geringfügige „Schönheitsoperationen" am Gesicht unseres Eisenbahnsystems vorzunehmen gedenkei und auch den Straßenbau nur in kleinen Teilabschnitten weiterführen werde. Was zur Kritik dieses Regierungsb'eschlusseSf vom Standpunkt der Arbeits- und Auftragsbeschaffung für unser Wirtschaftsleben bereits aus allen Lagern des „Jischuw" gesagt worden ist, bedarf hier nicht der Wiederholung. Nur scheint uns, daß ein Faktum noch ganz besonders hervorgehoben werden muß, der Zusammenhang zwischen Verkehrsentwicklung und Wirtschaftsaufstieg überhaupt, die Bedeutung der Verkehrsinstitutionen als Pioniere der Besiedlung des Landes. Eine Erkenntnis, die zu den klassischen Lehren der Wirtschaftsgeschichte gehört, muß! auch auf Palästina Anwendung finden. Als vor achtzig Jahren in Nordamerika die großen transkontinentalen Eisenbahnen von Philadelphia und New York hinüber zum Mississippi-Strom] und darüber hinaus zum Felsengebirge und bis zur Küste des Pazifischen Ozeans gebaut wurden, drang; längs der neuen Strecken auch die Zivilisation in di« Steppen, Wüsten und Hochtäler vor. Erst durch de« Bau der großen Eisenbahnen wurde das riesige Territorium der Union für die Masseneinwanderung des 19. und 20. Jahrhunderts aufnahmefähig gemacht« Auch in anderen Teilen der Welt haben Eisenbahnen und in neuester Zeit Autostraßen die Voraussetzung für erfolgreiche Kolonisation verwirklicht. Was resultiert daraus für Palästina? Stellen wir uns die Küstenstraße Tel-Aviv—Jaffa vollendet vor, so' erschließt sich unserem geistigen Auge eine blühendei neue Siedlungszone, nach Art des schon fertigen Abschnittes Tel-Aviv—Raanana, ein Dorf sich an das andere reihend, ein breiter Streifen intensivster Kolonisation, der sich nach Westen bis unmittelbar zur Meeresküste und nach Osten in beliebiger Tiefe erweis tern läßt, je mehr von der Hauptstraße aus Abzweigungen in das Hinterland der neuen Verkehrsader vorstoßen. Tausende von neuen Existenzen würden Verband der Judenstaatszionisten, Sektion X. Bezirk Im Kino .Waldmüllerpark', X, Hasengass« 38 Große Sondervorstellung : des grandlosen Fllmweikes „Die JlotksüMs" und die Tonfilmreportage „Der Luzerner Zioniitenkongref)" Karten von 8—.80 bis 3 1,80 bei alten Ausschußmitglieder«^ bis 8 1,90 bei allen und Im Sektionslokal, Wien X, Herndlgasse 23