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Die neue Welt · 1936-05-01 · Heft 557 (1.5.1936) · page 2

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 557 (1.5.1936)
Date
1936-05-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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GH Seite 2 . DIE NEUE WEIiT ffr. SST .vom .1. Mai 1936 * S o n tf e r f a h r t mit der Czern.Allg. Zeitung "•«* POlGH im* Abfahrt: 10 und 24. Mai 1936 m Anmeldungen ,,a u t t c Ii I i « ft 11 < n" Reisebüro ^j^^j^yjjj^jj^^^^^^^jj^^gj^^^^ nisten" und des „Jüdischen Nationalfonds" zu dem zu* sammeng'öbrochenen Phönix in einer mit Antisemitismus reich gesättigten Atmosphäre und in einer auffallenden Form (Zioqismus neben jetzt verbotenen, staatsgefätirlichen, Organisationen) hat manche jüdische Kreise in Angst und Besorgnis und die Antisemiten in heIIe Freude versetzt. Dafür gibt es' aber keinen Grund. Die „Zionisten" und der „jüdische Nationalfonds" stehen makellos da. Es bleibt'bei dem,'was vor drei \Vochen in diesem Blatte geschrieben ■ wurde: •„.'.. Hätte aei Phönix nur solche „zionistische" Geschäfte gemacht, dann gäbe es keinen Fall .Phönix'." ■ Sonntagsruhe in England Jüdisch« Geschäfte dürfen Sonntag offenhalten Ausr'London, '27. April: Das englische Unterhaus behandelte in seiner letzten Sitzung einen Antrag, der lerne Beschränkung des H a n d e l s v e rkebresan Sonntagen betrifft; Klausel 5 dieses Antrages schreibt vor, daß religiös-orthodoxe, Juden, die an Samstagen, dem jüdischen Sabbath, ihn. Läden geschlossen halten, diese an Sonntagen geöffnet halten dürfen. Die Abgeordneten der Arbeiterpartei. Robert Morrison und F. Messer wandten sien gegen diese Ausnahme und beantragten, dato lediglich eine Bestimmung aufgenommen werde, wonach unter besonderen Bedingungen gestattet sein soll, in der Grafschaft London Läden an Sonntagen bis 2 Uhr nachmittags offenzuhalten. Der Konservative P. V. Löf tus. der die Bill eingebracht hatte, sprach sich für die Aufrechterhaltung der Klausel 5 aus, damit vermieden werde, daß jeder, dem die Offenhaltung des Ladens am Sonntag statt am Samstag bequem sei, zu einer solchen Ausflucht greife. Der Konservative Sir Arnold Wilson befürwortete die Abschaffung jeder Ausnahme in der Sonntagsruhe und erklärte, viete Juden hätten ihm versichert, sie wollten keine Ausnahmt, zu ihren Gunsten. Aber sollte es auch Juden geben —: er wisse, daß es solche nicht gibt —, die sich bei uns als „Frem de" fühlen,, so sollten für solche keine Ausnahmen gemacht werden. Der Parlaments-Unterstaatssekretär des Innenministeriums, Geoffrey L1 o y d, regte an, daß Klausel 0 wörtlich bestimme, daß Ausnahmen n u r für solche ber stehen, die „den jüdischen Sabbath 'beobachten". Rh.ys-Davies (Labour) führte aus, der jüdische Sabbath erstrecke sich vom Sonnenuntergang am Freitag bis zum Sonnenuntergang am Samstag. Würde Klausel 5 Gesetz werden," so könnten' jüdische Geschäfte bereits am Samstag nach Sonnenuntergang geöffnet werden, wodurch den. anderen Ladeninhaborn eine Konkurrenz entstehen würde. Sir Arno'o Wilson ergriff noch einmal das Wort, um Einsprücn dagegen zu erheben, daß die Juden in eine andere Position als die übrige Bevölkerung gebracht werden. Die Ladeninhaber in ganz England würden sich dagegen wehren, daß jüdische Ladeninhabcr, (die am Samstag bei Sonnenuntergang ihre Läden öffnen, diese auch am Sonntag vormittaggeöffnet halten dürfen. Nachdem der Antragsteller P. V. Loftus betonte, daß die jüdischen Geschäfte am Samstag nicht geöffnet sein dürfen, winde die Klausel mit 122 gegen 76 Stimmen angenommen. Der Arbeiterabgeordnete für Whitechapel, James Hall, beantragte, daß jüdischen Ladeninhabern, die an Sonnabenden schließen, gestattet sein solle, ihre Läden an Sonntagen bis 6 Uhr (statt, wie die Klausel bestimmt, bis 2 Uhr; nachmittags offenzuhalten. Es sei zu bedenken, daß viele jüdische Ladeninhaber ausschließllcn jüdische Kundschaft haben. Der Konservative Major a. H. Procter unterstützte diesen Antrag, der der britischen Tradition, religiöse Ueberzeugungen anderer weitestgehend zu berücksichtigen, entspräche. Gegen diesen Ergänzungsantrag sprach sich der Konservative Captain G u n s t o n aus, mit der Begründung, daß solche Ausnahmen die christlichen Ladeninhaber derart in Harnisch bringen könnten, daß der Forderung nach Oeffnung aller Geschäfte am Sonntag wird stattgegeben werden müssen. Der Arbeiterabgcorünete J. R. L e s 1 i c stimmte Gunsten bei und erklärte, die von ihm vertretene jüdische Arbeiterschaft im East- End von London wünsche nicht eine' Ausdehnung der Ladenöffnung an Sonntagen über 2 .Uhr nachmittags hinaus. Auch der Konservative» Sir -John - Haslam appellierte an die Befürworter des ErgUnzurfgsantrages, diesen im Interesse der Juden selbst, zurückzuziehen, um nicht rassische und "religiöse Feindschaft zu wecken. Der Erganzungsanttag wurde .schließlich zurückgewiesen. Ein jüdisdter Trauer'Monat proklamiert (Ajih Jerusalem: Das Oberrabbinat proklamierte einen Monat der Tr :i u e r um die OpfQr der Unruhen. Jn allen Synagogen sollen spezielle Gede'nkgcbctc bei Nennung der Namen der Mordopfer gesprochen werden. Der Distrlktskommlssär ordnete an, daß Gruppen, ,d»e, an der Klagemauer für die Opfer der . Unruhen beten wollen, hiezü um Erlaubuis ansuchen. ' (J. t. A.) V Zur Lage in Palästina Aeußere flehe 'Urteve Spännüng Aus;^6>..USäIe m wird ffttöeidföis P*f Wöcnenbeginn in Palästina ist dadurch geltenn^tat^.' daß die äußere'. R u h £ ' Und die fin ti dt | S p a. n häng anhalten. . ■-• ' ' / ' *" ''," Den*afäbischd Generalstreik bat Einige Fortschriue gemacht,- 'Wehn er auch bis heute nur g^wiilse Teile des arabische^ wirtschaftlichen Lebens erfaßt. Die Mehrsam der aratysjihen Schulen, aber „noch lange jnicht, -alle, sind geschlossen, das arabische Geschäftsiebett ruht nur zum Teil, 'in 'den, jüdischen .Kolonien; setzen die arabischen Arbeiter;.vm.it wenigen Ausnahmen ihre Arbeit fort. Das H a iifiiftje v n;S t v e j,. k k Q.m i b e e u . verQf-fsntlishte einen Aufruf an.. .die: arabischen ».Hafenarbeiter, an dem diese aufgefordert werden, der Streikparole.- zu folgen. Heuife wurde im Hafen noch gearbeitet. Die Führer der arabischen Parteien beschlossen, außerordentliche Maßnahmen zu einer konsequenten Durchführung des. Streiks. zu treffen. Die Führer wählten e;n Komitee, dem'die Vertretung, der ..arabischen Folgerungen - übertragen wurde. .Dem, Komitee < gehören aueu der (3 i-6ßmuf ti v on J^er u saj ern^,- Haj. Amin el Husseini. und der Bürgermeister von Jerusalem, Doktor Khalidi, an. Dieses Komitee beschloß unter Vorsitz des Großmufti, zunächst folgende arabische Forderungen zu formulieren, von denen nicht abgegangen-werden soll: 1. Sofortige Einstellung der jüdischen Einwanderung; 2. Verbot des Boden Verkaufs an Juden; 3.' feenaf fung einer nationalen arabischen Regierung. Der Waad Lcumi, das exekutive Organ der Knesset, Jisracl (von der Regierung anerkannte jüdische Gemeinschaft Palästinas) erließ .seinerseits eine Proklamation an die. pälästincnsischev Jüdenheit, in der zum Ausdruck gebracht wird, ' - daß die Unruhen.den durch, nichts zu erschütternden Willen des jüdischen Volkes, ruhig und friedlich das* Land aufzubauen, nicht beeinträchtigen werden. Einzelne kleinere Brandstiftungen kamen auch 1" den letzten Tagen noch vor. Wie „Doar Hajom" ,berichtet, hat die Palästina-Regierung an die Mukhtars (Dort1 ältesten) der arabischen Dörfer im Bei3ängebiet ein* Warnung gerichtet und ihnen mitgeteilt, die Dörfer wUrden wegen der Brandstiftungen mit , Kollektivstrafen belegt werden. Alts J a«f f a wurden 300 " arabische Hauranef ü£8 Landes verwiesen. ... Der High Commissioner Sir Arthur Wanchöpl hat dem Großmufti und den Führern der anderen arn* bischen Parteien sowie dem Präsidenten Dr. Chaim Weidmann' den 'Text der Erklärung übermittelt, dtts. der kolonienminister am vergangenen Donnerstag tm englischen Unterhaus abgegeben hatte. In der Erklärung brachte Kolonienminister J. H. Thomas bekanntlich zum Ausdruck, , Wir empfehlen nur: Die suten billisen: ItEUDEGGER Autotu.Hotorradsctiuien MM^Mf^k%;..Tei/B-4B-5r72 Mnd.fnieV^ort,;.tf'.-Ö! daß es die englische Regierung als ihre ureigenste Angelegenheit betrachte, Gesotz; und Ordnung in Palä-; stina aufrechtzuerhalten und daß gegen diejenigen, die das Gesetz verletzen, alle Machtmittel werden angesetzt, werden; die Regierung werde sich von diesem Wege weder durch Aufruhr noch durch Drohungen abbringen lassen. Die der jüdischen Kolonie Kirjat Anawim. bei Jerusalem benachbarten Araber bekräftigten, ihien jüdischen Nachbarn gegenüber den .von ihnen, nereits anläßlich der Unruhen im Jahre 1929 kund getanen Willen mit ihnen in Frieden und Harmonie zu leben. Bei, Löschung der Brände in der Nähe der Kolonie.Ben Schemen haben sich Araber hervorragend beteiligt. (J. T.. AV) Je q u f t , ml q n für Jahrzehnte,! Ihre Möbel müssen deiner nicht nur schön und modern, sondern auch gut und dauerhaft sein. Viele, die-mir-vertraut-haben, sind bestens zufrieden, da meine {MöJ^öl „trotz .hoher (Qualität 'auch' zeitgemäß billign sinc£ '^P'• ''•■'''. •"'" G r © Bc-•'&.» s¥ra:HiH*+ :$iü'-'r,/.u,■■'£'*:.■■■■;.. ' ' Te i l z.a h I u ngen I MoS»elEiaus Edelmann, VIII, Lerchenffelderstr. 12 Ein eigener Hafen für Aus T c 1 - A v i v wird; unter dem 28. gemeldet: In der Sitzung des .Stadtrats von. Tel-Aviv am Montag, den 27. April, wies Bürgermeister Dizengoff energisch den ihm von den Arabern gemachten Vorwurf, er habe das ganze arabische Volk „Wilde" genannt, zurück und erklärte: Als „Wilde" bezeichnete ,ich nur jene, die friedliche unschuldige Juden töteten. Wo aber blieben die arabischen Notabein? Warum beruhigten sie. nicht die Menge, warum retteten sie nicht die . arabische Ehre? Ich lebe hier seit vierzig Jahren, und immer bevorzugte ich ein Leben der friede liehen Arbeit. Es war mein Traum, mit den Arabern eine SCHWERHÖRIGE! ören ohne Ohren neueröffneten Spezialhaus für Schwerhörige *. a. NEUROTH, Wien VI, Märiahifferstraße 1d (Tel. A-33-0-S2) Knochenleitungshörer der Weltfirmen Akustik Q. m. b. H. und Sono'on Corp. in höchster Vollendung. Kostenlose Probe (8—13 u 14—18). Kataloge gratis! . Verständigung zu erreichen; es ist nicht mein Fehler; wenn das nicht gelang. ' ' Dizengoff eriun er te daran, was während des Erdbebens die jüdische Stadt Tel-Aviv für die arabische Stadt Nablus, was jüdische ^Institutionen für Hebron und Safed taten, und schloß:; Immer .war es unser Ziel,, in-Frieden mit den Arabern zu leben. ,; ' > In der gleichen Sitzung■ beschloß der- Stadtrat '-i von' Tel-Aviv»' dlo "Regierung*_ dringend aufzufordern,; 'einen eigenen Hat'cnj für TeliÄS'iv zu bauen, damit die Stadt nicht wlrtHchdftlich von Jaffa abhängig bleibt.1 Eine Abordnung wurdo gewählt, die dem High Cömmissioncr diese Forderung der Stadt Tel-Aviv übermitteln soll. Die Stadtverwaltung von Tel-Aviv registriert fortlaufend all die Schäden und.Verluste an Leben, Gesundheit und Eigentum, die Juden im Verlaufe der Unruhen erlitten haben. Nach Feststellung de3 Schadens sollen Schritte unternommen werden, um die Regierung zu veranlassen, daß sie die jüdischen Opfer der Unruhen entschädige. (J. T.A.) .. . Besinnende Beruhigung Aus Jerusalem wird gemeldet: Die Lage in Palästina wird einerseits dadurch charakterisiert, daß in verschiedenen Distrikten die arabischen' Landwirte jüdische Kolonien besuchten und den Juden ihr Bedauern über die Unruhen sowie dio Hoffnung ausdrückton, daß in Zukunft Friede zwischen Juden und Arabern herrschen werde, daß aber andererseits von bestimmten arabischen <3 nippen Brandstiftungen und Bombenanschläge, die offenbar nur als» Sehreckmittel dienen sollen, fortgesetzt werden. In* der Nacht zum 'Montag wurde die Ernte in der Kolonie Tel Adas eh im in der Nähe von Naz-areth sowie in S h 11 a in Brand gesteckt. . Die Lage in den Städten hat sich weiterhin beruhigt. In Tel-Aviv haben die Polizeibehörden den aus den Vorstädten in die innere Stadl geflüchteten Juden mitgeteilt, daß sie nun wieder in ihre Wohnungen zurückkehren können. Die Juden des Florentin-Vlertcls und der Vorstädte Hatikwa und Awoda sind denn auch in ihre Häuser zurückgekehrt. Einige kleine Brandstiftungen werden aus verschiedenen Punkten des K m e k J e s r e e 1 gemeldet., Iii der Kolonie Kfar Jawetz, in der Nähe von Chedera, wurden in der Naoht fünf Schüsse abgegeben, die offenbar auf kein Ziel gerichtet waren, in Jerusalem wurden zwei arabische'-junge Bursehen, die Nägel auf den Wegen streuten, verhaftet. In den arabischen Vierteln Jerusalems ruht der Verkehr in den Straßen zum Teil infolge des Streiks. In IM igdal, in der Nähe von Petach Tikwa, betraten Zwei jüdische Arbeiter in geschäftlichen Dingen ein arabisches Haus, dort wurden sie von Arabern überfallen und, verletzt hinausgetragen. In einer Reihe Orte des Emek wurden auch Obstgärten von unbekannter Hand beschädigt. In den Kwuzot Rod ges.und B e t Alpha wurden Hütten in Brand gesteckt. In der Altstadt von Jerusalem wurde ,iu einem jüdischen Restaurant Fouer gelogt. In Tel Joseph wurde die, Wasserstation in ßrand gesteckt. In Jaffa explodierton am Montag vormittag zwei Bumben, die von unbekannten Tätern gelegt wurden. Ein Schaden entstand durch dteRc Explosion nicht. 'Verhaftungen wurden bis jetzt nicht vorgenommen, (J; T. A.) k Der Klub Adolf atund gratuliert seinen Präsidialmitgliedern Josef und Rudolfine AMm.au« ,aus Anlaß der Bar Mlzwah ihres Sohnes Manfred. ■

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