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Die neue Welt · 1936-04-28 · Heft 556 (28.4.1936) · page 2

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 556 (28.4.1936)
Date
1936-04-28
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 DIE NEÜE WELT Nr. 556 vom 28. April im Bekannte Klänge unschuldiger Bürger geführt haben", Auadruck gab und erklitrte: „Ich Weiß, daß alle guten Bürger meine Öetrübnis teilen." Efae solche Kundgebung eds ftöChaUn Beamten des Landes — so wird In jüdischen Kreisen erklärt — könne leicht den Eindruck erwecken, als ob aufler Arabern und Hauranern auch Juden sich als Angreifer betätigt haben, was doch nirgendwo der Fall war* Mehr als 16 Tote Aus Jerusalem wird gemeldet: Einem über die usammenstöße am Donnerstag; den 23. April d. ,T, ausgegebenen amtlichen Bericht zufolge wurden 16 Juden getötet, 26 befinden sich im Krankenhaus in Behandlung und 49 würden' leicht verletzt. Auf Seite der Araber wurden seit Beginn der Unruhen fünf getötet, 31 befinden sich im Krankenhaus in Behandlung und 49 wurden leicht verletzt. — Die in dem amtlichen Bericht mit 16 angegebene Zahl der getöteten Juden bezieht sich nur auf die während der Unruhen an Ort und Stelle getöteten oder unmittelbar darauf ihren Verletzungen erlegenen Juden, nicht aber auf diejenigen, die später in den Hospitälern verstarben. (J. T. A.) Der Oberkommfesäi* bedauert*«« Aus Jerusalem wird u. d. 25. gemeldet: Während des Besuches des Präsidenten Dr. Chaim W e i z m a n n bei Wauchope gab dieser Dr. Weizmänn gegenüber seiner rückhaltlosen Bewunderung über die maßvolle Haltung der Juden in Tel-Aviv und über ihre an den Tag gelegte Selbstbeherrschung während der Dauer der arabischen Angriffe Ausdruck. Der High Commissioner versicherte, er werde alles, was in seiner Macht steht, tun, um die Sicherheit der Bevölkerung zu garantieren. Am Mittwoch nachmittags besuchte der High Commissioner Sir Arthur Wauchope Jaffa und Tel-Aviv. In seiner Begleitung befanden sich der Distriktskommissar C r o s s b i e und der Chef der palästinensischen Luftstreitkräfte. Der High Commissionen besuchte das städtische Hospital in Jaffa und dann das Hadassa- Krankenhaus in Tel-Aviv, wo er sich bei den jüdischen Verwundeten nach ihrem Befinden erkundigte. Der High Commissioner brachte ihnen geenüber das Bedauern zum Ausdruck, daß die erste jüdische Stadt Gegenstand von Angriffen geworden ist. Der Stadtrat von Tel-Aviv veröffentlichte eine Kundgebung, in der die Bevölkerung aufgefordert wird, ruhig ihrer Beschäftigung nachzugehen, da die Stadt nicht gefährdet sei. In der Kundgebung wird festgestellt, daß ein F1 u g z em g g e s c h w a d e r die Lage standig beobachtet. In den Straßen von Jerusalem,-Tel-Aviv und Jaffa sind Bekanntmachungen affichiert, in denen vor einer Verbreitung falscher GerüGhte gewarnt wird. Zuwiderhandelnden droht eine Gefängnisstrafe bis zu drei Jahren. Der Handel mit Waffen, Munition und Explosivstoffen ist untersagt; deren Besitzer werden aufgefordert, sie an von der Polizei namhaft gemachten Stellen abzuliefern. Milde Polizei In Jerusalem wurden zwei arabische Journalisten, von denen einer Mitglied der Redaktion der „El Liwa" ist, von der Polizei festgenommen, als sie versuchten, arabische Kaufleute zu terrorisieren, damit sie der Generalstreikparole folgen. Die Journalisten wurden jedoch auf Intervention der Mufti-Partei hin wieder freigelassen. Die Exekutive der Jcwish Agency in Jerusalem sandte einen Appell an die Juden der ganzen Welt, Ihre Kräfte zur Stärkung der jüdischen Positionen in Palästina zu konzentrieren, damit das jüdische Nationalheim ohne Unterbrechung, ja mit Beschleunigung, aufgebaut werde. Nachdem die Schüler der aus der Hinterlassenschaft von Kadoorie (einem indischen Juden) errichteten arabischen Landwirtschaftsschule in Tulkarem sich dem arabischen Generalstreik angeschlossen hatten, teilte der Distriktsoffizier in Tulkarem den Schülern mit, daß, falls sie nicht sofort in die Schule zurückkehren, diese geschlossen werden wird. Mehrere Fälle arabisch-jüdischer freundschaftlicher Beaichungen werden jetzt bekannt. Während der arabischen Angriffe auf die Juden in Jaffa und Tel-Aviv am Sonntag und am Montag waren mehrere arabische Notabcln und Kaufleute in Jaffa ihren jüdischen Freunden, bzw. Kunden beigestanden und hielten sie bei sich verborgen, bis die Gefahr vorüber war, oder begleiteten die Bedrohten nach Tel-Aviv. Andererseits haben auch viele Juden in Tel-Aviv Araber, dieeich dort aufhielten, vor Angriffen beschützt und sie bis zur Stadtgronze nach Jaffa begleitet. Heuk pAtotestktutdQetokf gegen arabische U o b e r fälle in Palä-stina am pienstag, den 28. d. M., halb 9 Uhr abends. Im Hotel Continental, II., Taborstraße 8. Es sprechen: Dr. Wolfgang v. Wei«l; Dr. E. Schächter, der am Vorsammlungstage aus Palästina zurUpkkehrt; Dr. Lachmann; Dr. Willy Perl. Wegen religiöser Zeremonien Beginn pünktlich halb 9 Uhr. Es wird immer offensichtlicher, wer Unruhen in Palästina planmäßig fordert und das „Propaganda- Material" liefert. Die Waffen, welche man bei Arabern findet, tragen zumeist reichsdeutsche Fabrikszeichen, und die Schlagworte, welche zur Aufwühlung der Leidenschaften bestimmt sind, sind Worte reichadeuUreher Prägung. „Ritualmord" und „Bolschewismus" spielen da die Hauptrolle. Ueber den Beginn der Unruhen schreibt der Palästina-Korrespondent eines Pariser Blattes: „Betrachten wir nun die Haifaer Unruhen, die sich am Vorabend des Pessachfestes zugetragen haben. Am Montag, den 5. April, entstand plötzlich im arabisch-jüdischen Schuck (Basar-Straße) eine nervöse, beunruhigende Stimmung. Es hieß, daß die Araber in der Altstadt gegen die Juden demonstrieren wollen. Genaueres war nicht festzustellen, bis sich gegen zwei Uhr das Gerücht verbreitete, drei junge Hauraner — Araber — seien ermordet im jüdischen Hadar-Viertel aufgefunden worden und außerdem seien zwei arabische Kinder verschwunden. Das Ritualmordmärchen mit seinen fürchterlichen Greueln fand eine schnelle Verbreitung. Die Araber beschuldigten die Juden der Ermordung an den Hauranern und auch für das Verschwinden der beiden Kinder machte man die Juden verantwortlich. Wie ein Lauffeuer verbreiteten sich diese Gerüchte in der Altstadt und die Araber behaupteten hartnäckig, die Juden hätten die Hauraner und auch die Kinder geschlachtet, weil sie Blut für das Passachopfer brauchten. Schnell schlössen die jüdischen Geschäftsleute ihre Läden und begaben sich in das jüdische Hadar-Viertel. Nur ihr schnelles Handeln verhinderte blutige Zusammenstöße. Hiezu muß festgestellt werden, daß seit Bestehen der Balfour-Deklaration ein solches Motiv arabischen Unruhen niemals unterlegt worden ist. Das Greuelmärchen des Ritualmordes war den gebildeten Arabern auch w i d e r w ä r t ig, sie verwarfen diese Unterstellung sofort. Aber die Masse, das Volk, lieh dem Gerücht willig Gehör. — Was die Araber verlangen Aus Jerusalem wird u. d. 24. d. gemeldet: Die arabische Reformpartei fordert in einem Aufruf, daß die Abreise der arabischen Delegation nach London verschoben werden solle, damit die arabischen Führer im gegenwärtigen Augenblick die arabische Politik im Lande selbst leiten. „Unsere Führer", so heißt es in dem Aufruf, „müssen das vergossene Blut für die nationalen Zwecke nutzbar machen". Eine Abordnung arabischer Jugendführer aus Gaza sprach beim Distriktskommissär Crossbie in Jaffa vor und forderte die Entwaffnung der Juden, in Gaza, andernfalls die Bewaffnung, der Araber. In Jerusalem verlautet, daß Araber aus dem benachbarten Dorf L i f t a — die Liftaer Araber spielten bekanntlich bei den, Unruhen der Jahre 1921 und 1929 die aktivste Rolle — sich. bereit machen, die ihnen benachbarten - jüdischen Vorstädte von Jerusalem anzugreifen. Ein weiteres Gerücht besagt, daß über 200 mit Dolchen bewaffnete Araber Ramleh vorlassen haben und sich gegenwärtig in der Altstadt von Jerusalem aufhalten. Der High Commissioner ordnete an, daß die landwirtschaftliche Jahresausstellung, die in Gaza am Donnerstag hätte eröffnet werden sollen, infolge der Unruhen verschoben werde. Die in Jerusalem wohnenden amerikanischen und englischen Juden überreichten dem High Commissioner einen Protest gegen die Tolericrung der arabischen Pressohetze, die die Lage verschärft. (J. T. A.) Morde und Ctarftdite Au» Jerusalem wird unter dem 24. gemeldet.*. E» wird jetzt bekannt, daß am Donnerstag der 70jährige Jude Benjamin Weiß In einer deutschen Kolohio von Arabern angegriffen und verletzt wurde. In olner Vorstadt von Haifa wurde eine scphardl« sche Jüdin durch einen Araber getötet. Die Polizei erklärt, daß der TJäter, der verhaftet wurde, au* persönlichen Motiven gehandelt hat. . Im Hadassa- Gebäude zu Hebron sind die Juden aus Hebron und Umgebung untergebracht. Sie können nicht mehr vorpflegt worden, well die Araber »ich weigern, ihnen Lebensmittel zu verkaufen, Sie werden von den Behörden nach Jerusalem überfuhrt werden. In T i b e r 1 a s Ist die Stimmung unter den Arabern infolg« der unter ihnen verbreiteten falschen Gerüchte eine erregte; demgemäß ist auch die Lage der Juden eine gespannte. Die Bewohnerschaft! von zwei arabischen Dörfern bei Tiberlas zog aus Furcht vor angeblich vorbereiteten jüdischen Angriffen nach Tiberlas. In Safed wird dln arabisch« Mtroikparolo von d«n Arabern zu einem großen Teil befolgt, In der Nähe der Kinderkolonie Ben Schemen fth'hen Felder In Brand; es gelang mit Hilfe von Feuer* wehr und Militär, die Brände zu lokalisieren. Für die Sicherheit der Kinder in der Kolonie Ist gesorgt, so daß diesbezüglich keinerlei Befürchtungen gehegt werden. (J. T. A.) Es ist klar, daß das Motiv: .Ritualmord' den Ära» bern von einer europäischen Macht, die näher zu bezeichnen sich erübrigt, suggeriert worden ist. Und da liegt für das jüdische Palästina eine große Gefahr. Bis jetzt wurde der Kampf der Araber gegen die Balfour- Deklaration immerhin noch mit politischen Mitteln ausgekämpft. Es wäre furchtbar, wenn sogenannte .Stürmer'-Methoden in diesem Kampf in Palästina die Oberhand bekämen. Die arabische Masse ist abergläubisch und schlechten iEnflüssen leider allzu schnell ergeben. t Es ist bezeichnend, daß man bei einem Gang durch die arabische Altstadt Hakenkreuze an den Häuserwändeti findet." Ebenso charakteristisch ist eine Aussendung der großen amerikanischen Nachrichtenagentur „United Preß", welche ein Interview mit dem Sekretär der arabischen Nationalpartei in Palästina, Hassna Sidky el Dajani, zum Gegenstand hat. Dieser stellt die Ueberfälle der Araber auf Juden alsNotwehrgegendenjüdischen Bolschewismus dar. Er kündigt eine kpmmunistlsche Umwälzung, durch die Juden verursaoht, ala unmittelbar bevorstehend an und sagt u. a.: „Schon zeigen sich in der Unruhe unter der Arbeiterschaft und in der Zunahme der Arbeitslosigkeit Vorzeichen einer Krise, die ausbrechen muß, wenn in diesem Jahre weitere 50.000 Juden ins Land strömen. Angesichts des großen Prozentsatzes von Kommunisten unter den eingewanderten Juden — etwa 10.000 Kommunisten sind jetzt in Palästina, das früher überhaupt kein kommunistisches Problem kannte — muß man obendrein einen stürmischen Verlauf dieser Krise befürchten." Jüdischer Ritualmord! Jüdischer Bolschewismus! Das sind die Parolen, welche unter den palästinensischen Arabern verbreitet werden. Aber der englische Kolonienminister Thomas erklärte im Unterhaus, daß die Hakenkreuzpropaganda in Palästina auf die deutschen Kolonisten, „beschränkt" ist! Ein lüde/ nicht ein Araber, bei Klar Saba erschossen! Aus Jerusalem: Der Mord an zwei Arabern, der am Freitag in der Nähe der Kolonie Kfar Saba stattfand und der den Agitationsstoff für die Unruhen in Jaffa lieferte, hat eine sensationelle Aufklärung gefunden. Es hat sich herausgestellt, daß der angebliche Araber ein jüdischer Einwanderer aus Aegypten ist und Mordechai Almani heißt. Almani wurde mit dem anderen arabischen Opfer des Doppelmordes auf dem mohammedanischen Friedhof in Jaffa begraben. (J. T. A.) Eine Schweizer Stimme zur arabisch«!udisdien Frage AUS Genf: In einem „Araber gegen Juden" überschriebenen Artikel führt das „Journal de Geneve" u. a. aus: Man hört die europäischen Antisemiten oft sagen: „Die Sache ist einfach: Alle Juden muß man nach Palästina schicken, wo man ihnen ein Nationalheim gegeben hat." Diese Auffassung der Antisemiten, die sich oft der Maske eines grotesken Zionismus bedienen, ist zumindest borniert. Der Erfasser zitiert Absätze aus dem Buche Pierre Goemaräs „Quand Israel rentre chez soi", in denen der idealistische Geist der nach Palästina kommenden Juden geschildert wird, und schließt: Die Araber, die jahrhundertelang nichts in Palästina gemacht haben und das Land in vollkommener' Verwahrlosung hielten, verlangen jetzt Einstellung der jüdischen Einwanderung. Was aber soll mit den Juden geschehen, die Hitler vertreibt? Und was soll aus den Verpflichtungen werden, die England als Mandatarroacht bindend übernommen hat und die eine intensive Ansiedlung von Juden in Palästina vorsehen? Verb« cL Judenstaafsziom'slen Oesterreichs Sektion XIV./XV., Schanzstraße 22: Dienstag, den 28. da., VaO Uhr abends, Vortrag Dr. Oskar Kasbach: „10X8 bis 1927. Erinnerungen eines Wiener Ziouiatcn." — Donnerstag, den 31. April, i/a9 Uhr abends, Heimabend. — Freitag, den 1. Mal, 0 Uhr abends, Oneg Schabbath. Der Vortrag am Mittwoch, den 29. ds., im Zentralhoim entfällt. Die Ortsgruppe der Judonstaatszlonlsten Graz gratuliert ihrem geschätzten Mitglied Herrn Hermann Deutsch und Gattin anläßlich der Bar Mizwah Ihres Sohnes. * Der Verband der Judenstaatszionisten gratuliert seinen Mitgliedern Paul und Elli Hcliczer zur Geburt eines Töchterchens. Bezirksgruppc Favoriten veranstaltet Montag, den 11, Mal, 0 Uhr abends, im Saale des Wiener VolksblWungwvereines (Tonkino WaldmüUerpark), X., Haaengasse 38, eine Sondervorstellung des Films „Die Rothschilds'*. Ferner „Der Zlonistenkongreß in Luzern". Karten von S —.80 bis 1.50 bei allen Leitungsmitgliedern sowie im Heim, X., Herndlgasse 33. Crode Auswahl! kauft man für Jahrzehntel Ihre Möbel müssen daher nicht nur schön und modern, sondern auch gut und dauerhaft sein. Viele, die uns vertraut haben, sind bestens zufrieden, da unsere Möbel trotz hoher Qualität auch zeitgemäß billig sind. Edelmann Teilzahlungen! Möbelhaus Edelmann, VIII, Lerchenfelderstr. 12 *

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