Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 10 (1936)
- Issue
- Heft 555 (24.4.1936)
- Date
- 1936-04-24
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 555 vom 24. April 1936 DIE NEUE WELT i.,. ..i ..v.,t Seite 5 Deutsdiland wird bitter bezahlen ♦ ■♦ ♦ Aus London: Im „Sünday Express", der Über eine Millionenauf läge verfugt, schreibt Vlscount Castle rosse über die deutsche Judenfrage. Er berichtet, daß er in der .letzten Zeit mit einer Anzahl deutscher Juden gesprochen habe, die aus der Heimat vertrieben wurden. Wenn e r so behandelt worden wäre, wie Deutschland seine Juden behandelt, so wäre in seinem Herzen «in bitterer Haft entstanden, dessen Flamme so hoch geschlagen wäre, daß der Wunsch nach R a c h e alle Gedanken zurückgedrängt hätte. Er habe aber die Erfahrung gemacht, dsß die meisten vertriebenen Juden gegen das deutsche Volk keinen Haft empfinden. { Hallo «Hallo! 3£ j Nicht vergessen, im 1 das Nachtmahl zu essen.! Vis-a-vis dem Schwedtin - Kino Ha K. § sc n ff Reichhaltige Auswahl In Mittag- und AbendHenUs u. kälte. | I ip«U4n bis 1 Uhr nacht» -' Biet und Wein vom Faß - I I Iuhaber Rudolf Stepan, II, TiböfsiriBfe 4 g liiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiniiiiiiiiiiiH^ Die Deutschen seien vielleicht g£r nicht imstande, das Gefühl des Durchschnitteengländers gegenüber dein Judenverfolgungen zu begreifen, weil dem englischen Volk der Begriff der Freiheit in Fleisch'und Blut übergegangen sei. Das Her2 des Verfassers Überfließe, von-einer' W e 1 le vo n Scham, wenn er daran denke, daß eine kleine Minderheit von Männern und Frauen, die ein Herz, eine Seele und ein Gefühl haben, wie er selbst, von anderen niedergetreten wirds wie der Staub auf der Straße. Er fürchte, daß Deutschland bitter dafür werde bezahlen müssen, was es dem jüdischen Volk antue. Ein Volk, welches glaubt, daß es recht sei, den Schwachen zu schlagen und einzuschüchtern, könne keine wirklichen Fortschritte machen, denn eineß Tages werde sich die Welt zusammen* schließen' und ihm entgegentreten. Diese Ausführungen sind besonders deshalb interessant, weil sie im „Sunday Expreß" erscheinen, der in außenpolitischer Hinsicht Deutschland bei manchen Gelegenheiten unterstützt hat; Darf Premier Balduin schweifen t Die soeben in London va-bgehlltene Geuerälrersammlung des „World Non Sect'arian Anti-Nazi Council" ' (Un-partaischer 'W *I 11 %V%* '&% h 'N. ä zXi^ß)^U\AU elne;yonv englischen Arbeiterführer Sir1 WalterJ G i t r ine,' eingebrachte Resolution an, in' der die immer stärker sich auswirkende rassische, religiöse und politische Ver-, fOlguDig der Minderheiten in Deutschland, die Schaffung, einer gigantischen Kriegsmaschinerie rdurch die Hitler- Regierung, der. Bruch aus freien Stücken geschlossener Verträge schärfstens verurteilt werden* und erneut die Entschlossenheit des Council kundgetan wird, den Anti¬ Nazi-Boykott 16. lafl&e förtaäiftihrsn, „m ein zivlisierter Standard in Deutschland wiederhergestellt ist". Sir Walter Citrine, der den Vorsitz führte, appellierte an die englische öffentliche Meinung, Hitlers Friedensvörschläge im Lichte der grausamen Verfolgungsakte und der gesetzlosen Tyrannei der Nazi-Regierung zu prüfen; geschieht das, so werde sich die öffentliche Meinung Englands durch Hitlers Vorschläge nicht irreführen lassen. Im Gegensatz zu Italien machte der deutsche Faschismus den Antisemitismus zu einem Häuptfaiktor seiner Politik. Wir dürfen unsere An» strengungen nicht verzetteln, sondern müssen sie gegen die Quelle des Uebels ansetzen — eben gegen Nazi* D eutschl an.d. Sir Norman Angell erklärte: Wir hegen keinen Groll gegen das deutsche .Volk, aber wir müssen dem heutigen Deutschland entgegentreten, welches eine Rasse* verfolgt, die uns Jesus. Christus, Maria und die zwölf Apostel gab. ich spreche als Nich tJude auch für die Nichtjüden: Wenn wir Nichtjuden das Volk, das uns die Bibel gab — -das,einzige Buch,,das der englische Arbeiter liest —, seinem Schicksal überlassen, dann werden wir früher oder später von dem gleichen Schicksal ereilt werden. Wickham Sfed fragte, wie Ministerpräsident Baldwin, dessen Ahn der berühmte Prediger Dr. MacDönald war» zu all dem* was heut« in Deutschland vor sich geht, s c h w eigen k ö n » e. Wie darf Cin-englischer PrewHrmirtiater angesichts der Taten dieser blutbefleckten fc&ufbdlde jenseits des Wassers in Schweigen verharren? Es wurden auf der Konferenz Berichte über die. Boykottbewegung in Großbritannien, U. S. A.. Frankreich, Belgien, Holland, Tschechoslowakei, Rumänien, Luxemburg, Griechenland, der Schweiz, Schweden, Sü'dafrika und Aegypten erstattet, . 3<tljttf>e(dg tft efeenfo fjöpdjj i»ie gefSfyxlify. ©ct mi^forbige ßo^nOela^ bet nadi> Uuö nftdj ben gaEin* fcfjmelj angreift, fann auf bie etnfadjfte Ätt entfernt Werben. Morgens als Erstes bie 3ä^ne grünblicfi mit ^lorobont bufceu. ©fjtorobont, bie!^errli<^ crfxiftStjtnbe Ißfeffermiftj* 3a&,nbafie, madjtburdj iljre fiatfe, aberunfa^äbliqc Üfotni» gungäfraft bie 3üf)ne blenbenb toeiB wtb babutd| jebeS .2tnili| ♦ ^i|ffrr^enbs;utt^^öti^^; ^. i: •;. Abends Ute , Sbetferefii äuS ben getynariw grünbttt§e SRe^tttgun^ (S^wobottt*Sa^«))afte-entfernetti ■ (^Iorobont, fd§öumenb ober ni^tf^äuntenb, Betbe Dualitäten [inb gtetd^ gut £ube S —.90. Defierreicltfdbed, ©rjeugnis. 3 Spritzer Öhlorodont-Mimdwasser in das Mvndepülglas erhöhen die erfrischende Wirkung der regelmäßigen Zahn* und Mundpflege mit Chlorodont. Jüdischer Weltkongreß Aus Brüssel: Der Sekretär d^r Exekutive zur Vorbereitung des Jüdischen Weitköwgresses, Dr. L. Kubowitzki, der soeben von einer. Informationsreise durch zoleu, Rumänien, die Tschechoslowakei, Oesterreich und andere Länder nach Brüssel zurückgekehrt ist, teilte dem «L T. A,-Vertreter mit, daß "die Kongreßidee überall Fortschritte macht und daß es ihm gelungen ist, eine große Reihe jüdischer Persönlichkeiten in verschiedenen Ländern, die sich bis Jetzt zur Kongreßidee skeptisch, ja negativ verhalten haben, für aktive Mitarbeit an der Schaffung des Jüdischen Weltkongresses zu gewinnen. Dr. Kubowitzki ist überzeugt, daß sich die breiten Masseh der polnischen J u d e n h e t t an den demokratischen Wahlen zum Weltkongreß auch dann beteiligen werden, wenn die offiziellen Instanzen abseits stehen sollten. Doch haben an einer großen Konferenz in Warschau die Führer fast aller Richtungen im Judentum mit Ausnahme der „A g u d a h" und des „B u n d" teilgenommen. Die Agudah ist aber nicht abgeneigt, am Kongreß teilzunehmen, nur besteht in ihrer Mitte nooh keine einheitliche Auffassung über die Form der Delegierteinvah 1. Abgesehen von einigen Ländern, wo mit Rücksicht auf die bestehenden Zustände die Delegierten nominiert werden würden, wird überall die Wähl demokratisch vor sich gehen; allo Juden von 18 Jahren aufwärt» haben aktive«, von 2 4 Jahren aufwärts auoh passives Wahlrecht. Die Zweige des Unabhängigen Ordens Bne Brith in Osteuropa werden sich am Kongreß beteiligen. Auch in Oesterreich stehen alle Richtungen der jüdischen Bevölkerung mit Ausnahme der Union österreichischer Juden der Kongreßidee positiv gegenüber. Der erste Jüdische Weltkongreß wird höchstwahrscheinlich im Monat August 1930 in Genf, möglicherweise in P r ag, stattfinden. Für alle Fälle ist das Zustandekommen des Kongresses definitiv gesichert. Biro-Bädsdtan Aus Moskau: Der „Cömzet". (Regierungsköm«- raission für jüdische Siedlung) hat von seinem Vertreter in dem jüdischen autonomen Rayon Bi ro-Bidsch&n einen telegraphischen Bericht erhalten, in dem die Methoden, die bei der Auswahl der Einwanderer für Biro-Bischan in Anwendung Sind,, kritisiert werden. Laut dem Bericht wurden viele Familien nach Biro- Der lüge Iiotlsuistt braan - blAtt - grün - «chvrarE WIR führen feinst« handrahmengenähte Schuhe Marion Davies in PARKHOTEL (3 x läuten ... 1X Liebe) Uraufführung Burg-Kino Cid« CotmsitolHan'PfOöuktlert der Wirner Bfö*. der Sowjetuniöh ih eine jüdische Republik umgewahdelfc werden soll, kooptiert. Bergstedt», für den der Staat ein Haud in Biro-Bidechan erbaut, wird seinen ständigen, Wohnsit« im Rayon nehmen, in der letzten Sitzung der Exekutive von Birö'Bidschatt erklärte der Direktor fÜJf Kulturarbeit, M. OrObstein, das jüdische autonome Biro- Btdachan werde ein Kentrum jiddischer pröleta« flacher Kultur werden. Vor allftm wird das AnaiphAbetentum liquidiert werden mttafen, wirdeme Reihe weiterer Klubs, Bibliotheken und LeBeätube» geschaffen werden. Üt Aus Prag: Wie die Jüdische TelegrapheivAgentur zuverlässig erfahrt, hat die Regierung der Sowjetunion ihre Einwilligung dassu erteilt, daß 6öbls?öjttdlftchft Familien aus K a r p a t h 0 r u ß 1 a n d im jüdischen autonomen Rayon Öiro-Bldschan, im russischen Femen Daten, angesiedelt werden. . Aus London: Lord Marley, Mitglied des House of Lords, der eine führende Rolle ih der ÖRT>Be« wegung spielt, begab sich soeben auf eine . Rußland- Reise, wo er die Juden in den Kollektlvfarmen studieren und die verschiedenen ÖRT-Schulen besuchen .' wird. Vor seiner Abreise erklärte Lord Marley dem Vertreter der Agentur, er hoffe* bei der russischen Regierung eine Möglichkeit für die Seßhaftm a c h u n g ausländischer, hauptsächlich, deutscher. Juden in Biro * Bidscban *u erwirken. Kr beabsichtige, ih Verhandlungen mit Sowjstbeamten diese angesichts der traurigen Lage der Juden in Deutsehland ku verstärkten Anstrengungen für Ihre Seßhaftmachung in Biro-Bidsehan zu veranlassen. Ee soll sin diesem Zwecke auflachst die festgesetzte <5tuote der Absiedlung ausländischer Juden irti Biro-Bidschan, die jetzt nur 25 Prozent der anzusiedelnden Gesamtzahl der Juden beträgt, erhöht werden. Auf seiner Reise wird Lord Marley auch Polen, Litauen und Lettland besuchen, um die Möglichkeit zu studieren, weitere. A u s b i 1 d u n g 8 - F a r m e n in Ost» .europa einzurichten, wo deu ts ch - j üd i s ch e Flüchtlinge, auagebildet und für zukünftige Ansiedlung in Biröf,Bid8chan:,v,prbereitet werden sollen.. . •- t _ u F»ßGÄ5?R-Ö or Verband der Judenstaatnionlften Unerreicht gratuliert herzllohst Ihrem Leitungsmitglied P e i s a c h Wühl anläßlich seines 65. Geburtstages, Bidschan gebracht, die dort nicht angesiedelt werden können, da gegenwärtig .kein Bedarf an Vertretern soloher Gewerbeaweige, in denen sie ausgebildet sind, vorhanden ist. Leute, die für Sohwerarbelt völlig ungeeignet sind, wurden von lokalen Oaet-Orgänt» satlonen (Gesellschaft für Ansiedlung von Juden }n der Sowjetunion) als „ungelernte Arbeiter" geschickt. Wie in dem Bericht ausgeführt wird,- ergreift „Comzet" jetzt strenge Maßnahmen, um eine sorgfältigere Auswahl der Siedler durch die lokalen Agenturen zu ' sichern. Seit Beginn des Jahres sind 3,401 Personen, in . Biro-Bidsohan angesiedelt worden. Was die Kollektiv- . farmen betrifft, so konnten von der im Plan vorgesehenen Ansiedlung von 100 Familien während des ersten Vierteljahres 193$: jedoch nur 20 Familien angesiedelt werden. Der bekannte jiddische Dichter David Bergels'on wurde in die Exekutive des jüdischen autonomen .Rayons Biro-Bidschan,\ der laut .Beschluß der Regierung j t Keüfie $<&iiÄiime Jtoft)l6ne an der tevfttt(**8ge; ' Aus J-c r u s al e mti ä Hen wird sich an der aal äS0. April in Tei-Äviv beginnenden Levante-Messe nicht .beteiligen. Wie die J. T. A. erfährt, ist' dies darauf zurückzuführen, daß die Palästina-Regierung sich geweigert hat, italienische Waren zur Messe zuzulassen und nur die Ausstellung von graphischen Darstellungen und Photographien erlauben will. Italien hat in diese Bedingungen nicht eingewilligt. Die Stellungnahme der Palästina-Regierung ist auf die Beteiligung Palästina* an den am 18. November in Kraft geeetsten Wirtscnaf ts-. s a n k 110 n e n des Völkerbundes gegen Italien aurückzttführen. Diese Sanktionen erstrecken sich auch auf das •Verbot der Einfuhr italienischer Wären nach . Palästina. , Nach Ecuador Aus London (J.. T. A.): Im EDinvernehmen mit maßgebenden Kreisen des englisohen Judentumshat yör einigen Tagen an Bord des Dampfers „Laguna" in Liverpool eine Etfpertöndelegatioh die Reise nach Ecuador angetreten, um an Ort und Stelle die Möglichkeiten und Aussichten der jüdischen Einwanderung und industriellen und landwirtschaftlichen Ansiedlung in diesem Lande zu prüfen. Die Delegation besteht: aus den Herren O. Henriques und A. G o 1 0 d e t z. Herr Henriques ist Mitglied des Board of Deputies of British Jews und Vizepräsident des Jüdischen Nationaifonds in England. Er ist ein bedeutender Fachmann in Fragen der landwirtschaftlichen Kolonisation, stand etwa 20 Jahre lang als Zivilingenieur int Dienste der britischen Verwaltung in Indien und Mesopotamien und war später für die Zionistische Exekutive in Palästina tätig. Herr Golodetz, der auf der Universität Cambridge Nationalökonomie studierte, ist ebenfalls als Fachmann in Kolonlsationsfragen bekannt. Die Delegation beabsichtigt, sich zwei bis drei Monate in Ecuador aufzuhalten, und' ein Gutachten über ' die Konzesionsländereien abzugeben, die die Regierung von ' Ecuador dem Pariser Coraite International de l'tmmigration en Equateur zur Verfügung gestellt hat. „Alphas-Regenmäntel — aus den seit über 100 Jahren bewährten Original „Macintösh,l-Stöffen — erfreuen sich dank ihrer jugendlich-flotten Linie und ihres korrekten Sohnittes stets steigender Beliebtheit. ic Metotag, 11. Mdi * Uhr «bind! Verband der Judenstaatszionisten, Sektion X. Bezirk Im Kino .Waldmüllerpark', X, Haaengasse 38 des grandiosen Fiimwe'kes . „die MkssiiMs" und dl« TohMmrejiertfigfl . „Der Lumrner ZionlifänKoitsreß11 Karton van S -.80 blt i.flO bei ill&h Au»»8ha3mi(gilsd«rfi und Im Sektionslokal, Wien X, Harndlgssi» 21