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Die neue Welt · 1936-04-17 · Heft 553 (17.4.1936) · page 6

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 553 (17.4.1936)
Date
1936-04-17
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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serte o DIE NEUE WELT Nr. 553 vom 17. April 1936 ................<...........................MM»M{ SIEGM. KORNMEH1 I GROSSFLEISCHHAUEREI J Zeotrale: IX.. Berggasse 19, Tel. A-17-5-99 u. A-16-9-34 * Lieferant für Heilanstalten Abteiflungsra für «^«Fleisch unter Aufsicht des Ehrwürdigen llabbinaf« Kultusgemeinde Wien Autozusteilung kostenlo» IX. Berggasse 15 ✓ XVIII., Währlngerstr. 97;' Uto&eUaHHte& t/an den Juden A6e&$uueM> Von Dr. Israel Zwi Kann er (Wien) Es 'geht die Sage, Alexander der Große habe jüdische Volksstämme bis jenseits der ..Berge der Finsternis" getrieben und die Eingänge zu diesem furchtbaren Gebirge mit eisernen Toren verschlossen. Er3t bei der Ankunft des Messias würden diese Tore sich öffnen und die durch sie vorbrechenden Streiter Israels ihren Brüdern zu Hilfe eilen. Der Sabbätfluß trennt diese von der übrigen Welt. Vielleicht hat der Name des Sabbatflusses, der aus dem äthiopischen Hochland K a f f a, der ursprünglichen Heimat des Kaffers, nach Westen strömt und einen der Hauptflüsse des Weißen Nils bildet, die Anregung zur Sage vom Sabbatfluß gegeben. In einigen Provinzen bildeten die Juden die Mehrzähl und standen unter eigenen Stammesfürsten (Fürstinnen). In der zweiten Hälfte des neunten Jahrhunderts gelang es der jüdischen Königin Judith (Djudith), sogar sich der Landeshauptstadt Axum zu bemächtigen und den dortigen Tempel zu zerstören, während eine spätere jüdische Königin, Sagne oder Pten Mu aus Lasta, den ätyiopischen Kaisar (Negus) Delmad und dessen Dynastie vertrieb und sich selbst der Herrschaft über das Land bemächtigte. Mehr als drei Jahrhunderte hindurch beherrschte eine jüdische Dynastie das Reich. Erst einem späteren Nachkommen Delmads, Tesfa Jesui oder Ikuni Amlak gelang es, im 13. Jahrhundert die Herrschaft des Landes den Juden wieder zu entreißen. Im 'Anfang des 17. Jahrhunderts kam eine Jesuitehmission nach Abessinien, wo sie noch einen vollständig unabhängigen jüdischen Volksstamm vorfand, der geschützt durch die hohen, unwegsamen Gebirge und durch seine Tapferkeit, der Schrecken seiner Nachbarn war. Während des englischabessinischen Krieges schickte die Alliance Israellte Universelle den berühmten jüdischen Orientreisenden Halövi zu den Falaschas. Diese Mission glückte. Hal6vi brachte (wie später Oberrabbiner Chajes) einen jungen Falascha nach Europa mit, bildete ihn in Paris aus und schickte ihn dann nach Abessinien zurück. Heute wohnen die Juden Abessiniens (Falaschas) sehr zahlreich in den Provinzen Goara (Quara) und Tschelga, meistens in besonderen Dörfern. Wo sie sich mit anderen Abessiniern in einer Stadt oder einem Dorfe befinden, suchen sie sich abgesonderte Quartiere aus, welche sie mit Gehegen und Hecken umgeben. Das geschieht nicht etwa aus Zwang, wie bei den europäischen Ghettos, sondern weil sie sich gegen Verunreinigung durch den Verkehr mit Andersgläubigen schützen wollen. Bemerkenswert ist hiebei, daß an ihren Häusern keine Mesusoth angebracht sind. In der Nähe der Häuser befindet sich die Hütte zur Aufnahme der nur leicht Verunreinigten, die sich durch ein abends genommenes Bad (Twul Jörn) reinigen müssen. In größerer Entfernung liegt die Hütte für die in höheren Graden Verunreinigten sowie für Frauen während Nidda und des Wochenbetts. : Die Aussätzigen werden noch vollständiger abgesondert. Wer' mit Andersgläubigen in Verbindung gekommen ist, muß den Tag fasten und, bevor er wieder seine Wohnung betritt, ein Bad nehmen. Wegen der vielen Waschungen und Bäder legen die abessinischen. Juden Dörfer und Quartiere nur in der Nähe von fließendem Was>3er an. Die Falaschas sind, wie die übrigen Abessinier, von dunkelbrauner Hautfarbe, jedoch ohne Negertypus. Man findet allerdings auch völlig Schwarze unter ihnen; diese sind jedoch Negersklaven oder deren Abkömmlinge, die von den Falaschas erworben, zum Judentum bekehrt und alsdann in die Gemeinde aufgenommen worden sind. Die Gesichtszüge der Falaschas sind zumeist intelligent und angenehm. Die Frauen sind von etwas hellerer Farbe als die Männer, jedoch ist das Haar bei beiden Geschlechtern schwarz und gekräuselt. Die Falaschas sprechen die Landessprache, das Amharische; unter sich bedienen sie sich einer besonderen, ihren Charakter nach noch nicht näher festgestellten Sprache, des sogenannten Agan. Ihre Namen Bind nur zum Teil jüdische, in diesem Fall der Bibel entnommen, und werden nach abesslnischer Weise ausgesprochen. Ihr Vieh lassen die Falaschas am Samstag (Sabbat) von den Christen hüten und geben diesen die am Sabbat gemolkene Milch, die sie selbst nicht genießen dürfen, als Hüterlohn. - Aus aller Welt Staatssekretär Hull sendet eine Pessach-Bofrschaft Aus New York: Staatssekretär Cordell Hull sandte eine Pessach-Botschaft an den United Palestine Appeal, in der er erklärte: „Das Bestehen eines Jüdischen Nationalhelmes ist eine Quelle der Ermutigung und des Trostes für viele Juden gewesen, die genötigt waren, Zuflucht und eine neue Heimat zu suchen. Alle werden bereit sein, eine Erweiterung des wohltätigen Werkes zu unterstützen, durch das heimatlosen Juden Obdach gegeben wird; das ist eine selbst.^e und lobenswerte Aufgabe." — Aehnliche Botschaften an den United Palestine Appeal sandten viele Staatsgouverneure und Senatoren. Frieden mit den Juden Aus Kowno: In Kowno hat ein Vorschlag der Handwerkerabteilung der litauischen antisemitischen Versllninki-Organisation Frieden mit der Jüdischen Handwerkergenossenschaft zu schließen, um. Pläne zugunsten der Handwerker Litauens durchzuführen, große Sensation hervorgerufen. Eine besondere Delegation der Verslininki besuchte das Exekutivkomitee der Jüdischen Handwerkergenossenschaft, um über die Formen der künftigen Zusammenarbeit zu beraten. Es wurde beschlossen, ein gemischtes Komitee von Vertretern beider Organisationen zu schaffen, das die litauischen Hand- Einti. Verkauf Leih u. Umtausch von Radio-u. Grammophonplatten. Unverbindl. QratisvorfUhrung! Größtes Lager aller modernsten und KQnstlerschallplatten von S 1.— aufw. Spezialabteilung für Jüdische und hebräische Neuaufnahmen Praktikus - Schallplattensprachkurse g^g j Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch. Neuhebräisch schnell gelernt / Kataloge gratis und franko. Musikhaus .Exceltior', Wien I, Franz-Josef s-Kai 15 werker ohne Unterschied der Rasse oder des Glaubens repräsentieren soll. Das Komitee wird aus drei Juden und vier Litauern bestehen. — Dieser ungewöhnliche Schritt der antisemitischen Verslininki-Organisation erklärt sich teilweise durch die Tatsache, daß in letzter Zeit eine große Zahl Re-gierungsbeamte der Organisation beitrat und es . der Regierung gelang, durch sie die Organisation dahin zu beeinflussen, daß sie ihre antijüdsche Haltung mäßigt. DANDY putzt färbt büglte Abholung: U-38-0-82, B-37-4-81 Nobelpreisträger Barany gestorben Aus Stockholm: Der an der Universität Upsala wirkende Professor Robert Bar an y ist am 8. April plötzlich verstorben. Professor Robert Barany wurde am 22. April 1876 in Wien geboren, wo er im Jahre 1900 zum Doktor der .Medizin promoviert wurde. Nach kurzer Ausbildung im Städtischen Krankenhaus in Frankfurt am Main trat er in die von Professor Pollitzer geleitete Wiener Ohrenklinik ein. Er-bekam die Dozentur. Zu Kriegsbeginn rückte Professor Barany ein und geriet im Jahre 1915 in der Festung Przemysl in Kriegsgefangenschaft. Als Kriegsgefangener erhielt er im Jahr© 1915 den Nobelpreis für Medizin und wurde daraufhin von den Russen sofort in seine Heimat entlassen. Im Jahre 1917 folgte er dem Rufe der Universität Upsala, wo er seither als Professor der Otochlrurgie wissenschaftlich tätig war. Professor Robert Barany war der erste österreichische Nobelpreisträger. Pregel, Wagner- Jauregg und Landsteiner (dieser ebenfalls Jude) erhielten diese Auszeichnung erst später. Der Prozeß David Frankfurter Aua Genf: Wie aus Chur berichtet wird, soll der Prozeß gegen David Frankfurter in der Sep- KINO*PROGRAMME KREUZ-KINO I, Wollzeile 17 Telephon R-24-2-16 Vorstellungen: *, 'AI, WO EKRASIT- KOLONNE mit George O'Brlen SCH "AFFER VI, Mariahilferstraße 37 Telephon B-20-203 beginn: %*, %10 (üuschelkopf mit Shirley Temple STAFA, VII Marl ah 11 f e rstra Qo 120 Telephon B-33-0-68 Wochentags: », 7, t Uhr VOTIVPARK ' IX, Währingerstraße 12 Telephon A-18-3-96 Beginn; ftto Marlene Dietrich Gary Cooper DESIRE Soeben erschien da« sensationelle Buch: MANUEL HUMBER7: „Hitler$ Mein Kampf Dichtung und Wahrheit1' mit einem Vorwort von Heinrich Mann (Umfang 400 Seiten) Preis ... ..... 30 ffrs Verlag „Pariser Tageblatt" Paris 8s 5, Rue La Boetie tember- Session 1936 vor dem Graubündner Kantonsgericht stattfinden. Frankfurter befindet sich noch immer in vier Kau« tonal-Strafanstalt „Sennenhof" in Chur. Ob seine Ueberführung in eine Anstalt zum Zwecke der Erstellung eines psychiatrischen Gutachtens erfolgen wird, steht noch nicht fest. Palästina — größtes Auswanderungsland Aus Warschau: Das Regierungsamt für Statistik veröffentlicht soeben die Ziffern über die polnische Wanderungsbewegung im Jahre 1935. Dia Auswanderung aus Polen hat sich von 42.563 Personen im Jahre 1934 auf 53.812 Personen im Jahre 1935 erhöht. Die Auswanderung nach Palästina stieg von 12.685 Personen im Jahre 1934 auf 24.758 Personen im Jahre 1935. Palästina nahm 46 Prozent der gesamt ein polnischen Emigration auf. Palästina — obwohl Hauptaufnahmeland der polnischen Emigration — spielt in der Rückwanderungsstatistik überhaupt keine Rolle. Im Jahre 1935 kehrten 53.438 Auswanderer nach Polen zu> rück, davon nur 296 Personen aus P a 1 ä s t i na, im Jahre 1934 stellte sich die Rückwanderung, aus Palastina nach Polen auf 216 Peraonen. zwar nicht nach Adam Riese, aber nach Möbel-Winter, VIH, Stadtbahnviadukt 23, hol Lerchenfeldersiraße-Gürtel,denn jeder Schilling bat bei uns den doppelten Wert. 26.000 Juden in Sofia Aus Sofia: Laut der letzten Volkszählung des bulgarischen Statistischen Amtes vom 31. Dezember 1934 zählt Sofia 287.000 Einwohner, mit den Vororten etwa 330.000. Hievon sind 242.000 Personen bulgarischer Nationalität. Unter den 45.000 Angehörigen anderer Nationalitäten stehen an erster Stelle die Juden mit 26.000 Seelen. Was die Religion anbetrifft, so sind 247.000 Personen orthodox, 4600 Mohammedaner, 4300 römischkatholisch, armenische Gregorianer gibt es 3000 und .jüdischen Religionsbekenntnisses sind 26.000 Personen. Filme der Woche (Nachdruck nur mit Genehmigung des Blattes) Oesterreich: Katharina die Letzte — Singende Jugend. Palästina: Land der Verheißung — Luzerner Kongreß. Frankreich: Die klugen Frauen — Blutsbrüder 1918 — Schwarze Augen — Die Liebesgasse von Marokko — Ksur. England: Gespenst auf Reisen. Italienc-Lorenzino di Medici. Amerika: Dr. Sokrates —.Charlie.Chans Geheimnis — S*tÜrme der Jugend — Casino de Paris — Der schwarz« Engel — Captain Blood — Wüschelkopf — Die neue Zeit — Anna Karenina — Es geschah in einer Nacht — David Copperfield — Zeig' kein Erbarmen — Spezialagent — Oberarzt Dr. Monet — Schwarze Fahnen Über China — Schuld und Sühne — Desire — Wir sind vom schottischen Infanterieregiment — Bkrasitkolonne' Broadway; Melodie 1936 — Top Hat Filme unter Arierparagraph Der König lächelt, Paris lacht — Die letzte Gala- Vorstellung im Zirkus Barszony — Im Trommelfeuer der Westfront. Die selige Exzellenz — Ich hab' mein Herz in Budapest verloren — Krach im Hinterhaus — Fälirmann Maria — Madame will nicht heiraten — Der ahnungslose Engel — Die weiße Frau des Maharadscha — Heißes Blut — Stützen der Gesellschaft — Michael Strogoff, der Kurier des Zaren —Die Leuchter des Kaisers — Der zuletzt küßt — Rendezvous in Wien — Donogoo Tonka 4- Der Favorit der Kaiserin — Mädchen jähre einer Königin ~ Liebe fängt beim Walzer an — Rendezvous In Wien — Kirschen in Nachbars Garten — Ich sehne mich nach dir — ... und es flüstert die Liebe. Von neuen Filmen Heute: „Wir sind vom schottischen Infanterieregiment." Dia beiden Publikumslieblinge Stan Laurel und Oliver H a r d y spielen die Hauptrolle in dem neuen Metro-KJoldwyo- Großfilm „Wir sind vom schottischen Infanterieregiment*', Gleichzeitig erlebt auch der erste plastische Tonfilfa „Audioscop" seine europäische Uraufführung. Freitag; „Ekrasit-Kolonne." Das Kreuz-Kino bringt heute Freitag den neuesten Fox-Film „Ekrasit-Kolonne" aur Aufführung. Der Film zeigt das Milieu amerikanischer Tunnelpioniere. Den Höhepunkt bildet eine furchtbare Ekrasitexplosion. „Dreimal läuten . . . einmal Liebe'." Die schönste Amerikanerin wird gesucht, wird endlich gefunden, und -:--existiert gar nicht. Ein berühmter Flieger verlobt sich durch das Radio mit ihr, überall ist ihr Bild zu sehen, Reporter und Photographen unternehmen halsbrecherische Abenteuer, um endlich der Frau habhaft zu werden, von der ein ganzer Kontinent schwärmt, und die Schönheit, nur eine Trlckphotographle, bleibt unauffindbar, bis endlich als ihre Verkörperung — ein Hotel-Stubenmädchen auftaucht. — In diesem Lustspiel, dessen jede Situation immer neue Verwicklungen her.beiführt, aplelt Marlon Da vi es die Hauptrolle, Dick Powell, Pat O'Brlen, Mary. Astor und Frank Mc. Huglj sind ihre Partner. Harold Lloyd als Boxmeister. In seiner neuen großen Paramount-Komödle „Die Milchstraße", dessen Wiener Erstaufführung bevorsteht, wird Harold Lloyd nach einer längeren Pause wieder in einem Großlustspiel in Wien zu sehen sein. Adolphe Menjou und Helen Mack sind in weiteren Hauptrollen dieses lustigen Paramount-Films beschäftigt. Von der „42. Straße" bis zu „Top Hat". Ginger Rogers, der weltberühmte amerikanische Tanzstar, Trägerin der weiblichen Hauptrolle des RKO.-Radlo-Films „Top Hat", hat in erstaunlich kurzer Zelt Karriere gemacht. Ihre größere Filmrolle, die sie mit einem Schlage bekannt machte, war ein kleiner monokelbewehrter Flapper in „43. Straße". 6ie fiel auf und wurde daraufhin von der RKO.-Radio-Pictures für . erste Rollen engagiert. „Top HatH gelangt im Apollo zur Erstaufführung, i

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