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Die neue Welt · 1936-04-17 · Heft 553 (17.4.1936) · page 5

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 553 (17.4.1936)
Date
1936-04-17
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 553 vom 17. April 1936 DIE NEUE WELT .,, n ,n r,.ni, rt r« im.n.m ■ ■ g»K Seilte 3 Rückläufige Einwanderungsbewegung Mehr Kapitalisten als Arbeiter — Starke AngehörigeneiMVanderung Tel-Aviv (Palnews): Im Februar 1936 wanderten in Palästina 2756 Personen ein, unter denen sich 316 nachträglieh registrierte Touristen befinden. Auch in diesem Monat übersteigt die Zahl der einge wanderten Kapitalisten wiederum diejenige der Arbeitereinwanderung. Insgesamt ergeben sich für die beiden ersten Monate des Jahres 1936 folgende Einwanderungs Ziffern: Kategorie: Jänner-Februar 1936 .Jänner-Februar 1935 Personen mit pal. Pf. 1000.— Mindestkapital . . . Deren Angehörige............ Freie Berufe mit pal. Pf. 500.—- Mindestkäpital . . Deren Angehörige............ Handwerker mit pal. Pf. 250.— Mindestkäpital . . Deren Angehörige............ Personen mit pal. Pf. 4.— Monatsrente...... Personen mit pal. Pf. 500.— Mindestkapital .... Deren Angehörige............ Waisen.................. Geistliche Berufe.............. Deren Angehörige............ Studenten................ Arbeiter................. Deren Angehörige...... •...... Angehörige palästinensischer Einwohner..... Von den Bestimmungen der Immigration Ordinance befreit ................ Insgesamt............' . . . . Die Jänner-Februar-Einwanderung 1936 macht also insgesamt nur wenig mehr als die Hälfte der vorjährigen aus. Die Arbeitereinwanderung hat sich infolge der Restriktionen auf knapp den vierten Teil der vorjährigen Höhe reduziert, während die Kapitalisteneinwanderung in viel geringerem Maße zurückgegangen ist. Infolgedessen sind in den beiden ersten Monaten des Jahres 1936 mehr Kapitalisten als Arbeiter eingewandert. Im Gegensatz hiezu hat eich trotz der Halbierung der Einwanderung die Ziffer der eingewanderten Angehörigen palästinensischer Einwohner gegenüber dem Vorjahr erhöht. Es handelt sich hiebei weitgehend um eine Einwanderung wirtschaftlich nicht aktiver Elemente. 783 908 -826 792 — 3 35 68 61 109 19 15 — 6 —- 4 6 — 63 127 106 188 227 97 719 2944 478 2911 1963 1782 124 52 5410 10006 Dreister Kaubüberfall Aus Jerusalem (Palcor): Am letzten Sabbat wurde auf der Straße Sichern—Jerusalem von Arabern ein Raubüberfall durchgeführt. Drei bewaffnete arabische Räuber hielten 4 Passagierautos, 4 Lastautos und 2 Autobusse an und beraubten alle Passagiere. Einem Polizisten, der sich in der Gegend befand, zogen sie die Uniform aus und nahmen ihm das Gewehr ab. Der Polizist, ein Araber, wurde hierbei von einem der Räuber leicht verwundet. Abgesehen von einem jüdischen Herrn mit Dame waren alle angehaltenen Autopassagiere Araber. Insgesamt fiel ein Betrag von zirka 100 Pfund in die Hände der Araber. Neusründungeit im 1» Quartal 1936 Jerusalem (Palnews): . Seit dem Herbst 1935 macht sich ein Rückgang in der Gründungstätigkeit bemerkbar, der vor allem auch in der Verminderung der Registrierung. neuer Aktiengesellschaften zum Ausdruck kommt": . I. Quart. 1936 I. Quart. 1935 Neuregistrierte Aktieageseilsohi. 47 - ■ ■•60 Höhe des Kapitals..... 305.000 956.000 Zahl der Kapitalerhöhungen ... .14 14 Summe der . Kapitalerhöhungen . 289.000 1,639.000 Gegenüber dem I. Quartal 1935 hat sich die Zahl der registierten Aktiengesellschaften yon: 60 auf 47 im I. Quartal 1936 vermindert. Das registrierte Kapital dieser Gesellschaften, die sich im I. Quartal 1936 auf pal. Pf. 956.000.— stellte, Ist im I. Quartal 1936 auf weniger als den dritten Teil zurückgegangen.. Allerdings ist hiebei zu berücksichtigen, daß sich unter den Gründungen des Vorjahres die projektierte neue Zementfabrik „Shimshori"" mit pal. Pf. 250.OOÖ.— und die Paiestine Chemical Industries mit pal. Pf. 100.000.— befanden,, die vorläufig nicht zur Ausführung gekommen sind. Sowohl im I. Quartal dieses Jahres wie des Vorjahres wurden vierzehn Kapitalerhöhungen vorgenommen. Wenn iüan: von der Kapitalerhöhung der Paiestine Electric Corporation um pal. Pf. 1,500.000.— (von pal.' Pf. 1,000.000.— auf 2,500.000.—) absieht, stellen sich dio Kapitalerhöhungen im 1/ Quartal 1936 doppelt so hoch wie in der entsprechenden Zeit des Vorjahres. Silber- und Metallwarenfabrik Friedlaender Tel-Aviv (Palnews): Die in Tel-Aviv im Jahre 1932 gegründete Silber- und Metallwarenfabrik B. Friedlaender (Paiestine Silver and Metal Works Ltd.) wird in diesen Tagen nach „Darom Tel-Aviv" in der Nähe von Mlkwe Israel übersiedeln. Die Fabrik beschäftigt zurzeit 40 Ar b e11 er (einschließlich 10 Arbeiterinnen); nach der XJebersiedlung werden die Produktion und die Zahl der beschäftigten Arbeiter erhöht werden. Das Unternehmen hat ein registriertes Kapital von pal. Pf. 10.000, von dem pal. Pf. 8000 eingezahlt sind. Die Fabrik erzeugt Bestecke, Lampen, FeinmetaUstanzen usw. Der Leiter des Unternehmens war früher Eigentümer einer ähnlichen Fabrik in Düsseldorf (Deutschland). Die,in der Fabrik beschäftigten Arbeiter sind von. dem Unternehmen selbst ausgebildet worden. Die Produktion wird restlos im Lande abgesetzt, jedoch ist bekanntgeworden, daß ein Teil der Produkte nach dem Ausland verkauft wird. Das Rohmaterial wird teilweise aus England (Silber), teilweise aus Deutschland (Weißmetall), bezögen. Das Unternehmen hat unter dem Import billi- [Iii! braun - Man - grün schwarz WIR führen feinste handrahmengenähte t t t Schuhe t orn I-TAB0R5TH-8 § § ger Auslands waren, die nach Palästina wie dem ganzen Orient — vor allem aus Deutschland, der Tschechoslowakei und- Polen exportiert werden,: zu leiden. Wie uns vonv.,der Leitung der Fabrik mitgeteilt wird; wirkt sich der-Import deutscher Wären durch ^die „Haavarah" besonders schädigend aus.' Orangenexport Aus Jerusalem: Vom Anfang der diesjährigen Örange'nsaison bis zum 29. März d. J. wurden 5,7 6 6.4 9 9 Kisten Orangen, Grapefruit und Zitronen. aus Palästina exportiert. Im Vorjahr wurden in derselben Zeit" aus Palästina 6,831.720 Kisten transportiert. Dies bedeutet einen Rückgang um 1,065.221 Kisten gegenüber dem Vorjahr. HR mW%m | Hallo-Hallo! 1 Nicht vergessen, im | das Nachtmahl zu essen. . ' j J Vis-ä-vis dem Schweden*Kino [ I Reichhaltige Auswahl in Mittag* und Ab«nd-MenOs u. kalte ff &■ Spalten bis 1 Uhr nachts - Bier und Wein vom Paß- - | 1 Inhaber Rudolf Stepan, II, Taborstraße 4 .= Die jüdische Bevölkerung Palästinas Wie „Palcor" aus Jerusalem bereits berichtet hat, ist die;jüdische Bevölkerung Palästinas.— nach den Ziffern der Statistischen Abteilung der Jewish Agency — im Jahre 1935 um 7 5.0 00 Seelen gestiegen und der Prozentsatz der Juden Palästinas betrug Ende 1935 29,8 Prozent der Gesamtbevölkerung, des Landes. Vom Wachstum der jüdischen Bevölkerung geben die folgenden Ziffern Zeugnis: Nach der von der Regierung im Jahre 1931 veranstalteten Volkszählung betrug die Zähl der Juden Palästinas damals 174.610 öder 1 8 P r ozent der GesamtbevölkLerung. dea Landes. Nach der Volkszählung des Jahres 1922 83.790 Seelen öder 11 Prozent, am Ende des Weltkrieges schätzte man die Zahl* der Juden Palästinas auf zirka 57.000 Seelen oder 9,7 Prozent der Gesamtbevölkerung des Landes. Im Laufe von 16 Jahren ist also die jüdische Bevölkerung Palästinas um 318.000 Seelen, das heißt von 9,7 Prozent auf 29,3 Prozent der Gesamt' bevölkerung des Landes gestiegen. Der natürliche Zuwachs (Ueberschuß der Geburten Über Todesfälle) der jüdischen Bevölkerung betrug im genannten Zeitraum 52.000 Seelen. Die Einwanderung betrug in der gleichen Zeit 266.000 Seelen. Es'ergibt eich, daß die jüdische Bevölkerung Palästinas sich PlB SENSATION r^ensie p&^sxM IAA GLEICHEN PROGRAMM trimm & om*mwr jUk S'mdwnt Schottische v**ji"*< vvNlr * s > * * DIE WEITMEISTER DE* HUMORS IN IHRE/W ' NEUESTEN GRO**FILM y&rr$^m^2?wwv>xi^w?i£7^ mtmi-i SCHWARffiNBlRßH. IÖWSNmmiwmimliüäzti-m. mmei-mI alle sechs bis sieben Jahre durch jährliche Durchschnittsvermehrung um 12 Personen pro 100 Einwohner ver* doppelt. Bemerkenswert ist das dauernde Wachstum der jüdi« sehen Bevölkerung in den Städten in den letzten dreizehn Jahren. Jerusalem, das 1922 nach der offiziellen Zählung der Regierung 33.970 Juden zählte, hatte 1931 bereits eine jüdische Bevölkerung von 53.740 Seelen und am Ende des Jahres 1935 nach den Ziffern der Statisti« sehen Abteilung der Jewish Agency 71.000 Seelen. In den dreizehn Jahren ist also die jüdische Bevölkerung Jerusalems um 37.030 Seelen gestiegen, das heißt um mehr als das Doppelte. Besonders stark angewachsen ist Tel-Aviv, das 1922 15.070 Einwohner zählte, 1931 46.320 und Ende 1935 135.000. Die Bevölkerung Tel-Avivs hat sich so in dreizehn Jahren durch einen Zuwachs von 119.930 Seelen verneunfach t. Die jüdische Bevölkerung Haifas hat sich in den letzten dreizehn Jahren verachtfacht. 1922 zählte Haifa insgesamt, 6230 Juden, 1931 16.020 und Ende 1935 lebte in Haifa bereits eine jüdische Bevölkerung von 5 0.0 00 Seelen. In viel geringerem Maße ist die jüdische Bevölkerung Jaffas und Tiberias' gestiegen. 1922 lebten in Jaffa 5090 Juden, 1931 7750 und Ende 1935 18.000. Das bedeutet, daß sich die Zahl der Juden in Jaffa in dreizehn Jahren fast verdreifacht hat. Iii Tiberias wohnten 1922 4430 Juden, 1931 betrug ihre Zahl 5390 und Ende 1935 stieg diese Ziffer auf 7000. Dies bedeutet, daß die Zahl der Juden von Tiberias in dreizehn Jahren u m 6 0 Prozent gestiegen ist. Die einzige Stadt, die einen Rückgang der j üd rs"c;He"n Bevölkerung s z i f f er aufweist, ist Saf-ed, wo von den.. 2990?Juden, die dort 1922'wohnten, im Jahre 1931 nur noch 2550 übrig waren und Ende 1935 nur noch eine jüdische Bevölkerung von 2000 Seelen vorhanden war. Die jüdischen landwirtschaftlichen Siedlungen — insgesamt 205 — konzentrieren sich vor allem auf die Umgegend der Meeresküste, den Emek Jesreel und Galiläa. Mehr als die Hälfte dieser Siedlungen zählen je bis 200 Seelen. Unter den jüdischen landwirtschaftlichen Siedlungen gibt es sieben große Kolonien, die zusammen eine Bevölkerung von 4 5.0 0 0 Seelen aufweisen oder zirka die Hälfte der gesamten jüdischen landwirtschaftlichen Bevölkerung Palästinas. Die Bevölkerung der landwirtschaftlichen jüdischen Siedlungen ist in den letzten dreizehn Jahren auf das Sechsfache gestiegen, und zwar von 15.170 Seelen im Jahre 1922 auf 91.000 Seelen Ende 1935. (Palcor.) Huhneveinfuhr Jerusalem (Palnews). Die eingesetzte Regierungskommißsion ' für die Prüfung der Frage der Hühner einfuhr, der die Herreh Viteies, Lipschütz, Fiat, Golat, Weinmann, Antebi (als Sekretär) angehören, hat ihren Bericht fertiggestellt und der Regierung übergeben. Wie wir erfahren, empfiehlt der Bericht eine Kontingentierung der Hühnereinfuhr, die sich im Jähre 1935 weiter sprunghaft erhöht hat und sich für das 1. bis 3. Quartal 1935 im Vergleich zur entsprechenden Zeit des Vorjahres wie folgt stellt: Geflügelimport 1. bis 3. Quartal 1935 1. bis 3. Quartal 191H Stück , . . . . 1,176.120 492.763 Wert in pal. Pfund 89.384 30.192 Mengenmäßig hat sich der Geflügelimport 1935 dem Vorjahr gegenüber also fast auf das 2*/2fache, wertmäßig Palestine-SBtipping Co./Haifa Zur Levante - Auskunft uqcI Anmeldung: ff 20% RABATT UNIVERSAL" KXRNTNERRINO 3 i*#VllWBilfdlffli und in allen Reisebüros auf das Dreifache erhöht. Angesichts dieses außerordentlichen Anwachsens der Schlachtgeflügeleinfuhr sind Reguljerungsmaßnahmen seitens der' Regierung zum Schützender Geflügelwirtschaft erforderlich. Auch sanitär« Gesichtspunkte (Krankheitseinschleppung) machen Kol»« trollmaßnahmen erforderlich.

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