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Die neue Welt · 1936-04-10 · Heft 552 (10.4.1936) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 552 (10.4.1936)
Date
1936-04-10
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seit« 4 ■ nunm ME NEtfJJ „WELT Nr. 552 vom 10. April 1036 -.j. FOTO-, RADIO- UND GRAMMOPHONHAUS badsito WIEN I, FRANMOSEFS-KA115 Spezialgeschäft m. jüdischen und hebräischen Schallplatten .......■ - -.............. . t - - . , Alle Scktager aus dem Tonfilm »'.and der Verheißung", wie das ^BfflekÄ*u.tTel«AvivL!ftd",alle Horra» etc., in größer Auswahl lagernd. Neuh*br4l«Ch «chnell gelernt; Sprachunterricht auf Schallplatten, auch englisch, französisch, italienisch u. spanisch (auch leihweise). WatUmf4e$d Das große deutsche Programm „Deutschland wendet sich an England als den Sprecher der Westmächte. Es glaubt, England damit zu schmeicheln. In Wirklichkeit gibt es damit lediglich die von der Diplomatie so lange verschleierte Wahrheit zu. Das große deutsche Programm ist für England genau so bedrohlich wie für Frankreich. Sobald Deutschland Wien erobern witt, wird es auf Italien stoßen und damit auf England ebenso wie Frankreich. Sobäld Deutschtand die Hand'nach dem Petroleum im Osten und den Reichtümern in der Ukraine ausstrecken wird, \oird es England ebenso unbequem sein wie Frankreich. Sobald Deutschland, sich nach den Märkten im Osten umsehen wird, wird das England genau so treffen wie Frankreich." „Journal de Debats" (Paris). Nazistische Sentimentalität ,Jn Singen wurde das erste KriegSpferd dieser Stadt geehrt: es erhielt, ähnlich wie in diesen Wochen Kriegspferde in anderen Städten, ein Ehrenschild und eine Haferration. Der Dichter Ludwig Finckh hat die Patenschaftübernommen." Reichsdeutsche Meldung. April 1936. ■Ii Die Zukunft der jüdischen Wissenschaft ,ßs ist kein Zweifel, daß die Zerstörung des jüdischen Zentrums in Deutschland eine Stärkung in anderen Ländern mit sich bringen wird, und auf diese weise wird sich auch der Schwerpunkt der jüdisclien Wissenschaft verlegen. Für die Zukwift sehe ich folgende drei Mittelpunkte: das hebräische Zentrum in Erez Israel, das jüdische '■Zentrum (mit jiddisclier Sprache, von einigen Millionen) in Polen und in den anderen osteuropäischen Ländern und ein fremdsprachiges Zentrum in den engiischsprechenden Ländern (England mit seinen Kolonien und Nordamerika). Daher bedarf es der Festlegung eirter Arbeitsteilung zwischen dem jüdischen Rest in Deutschland und diesen neuen Zentren." Prof. S. Dubnow (Riga). Humanitärer Kreislauf „Eine kürzlich in Kosice (Polen) verstorbenejudische Bettlerin hatte ihre Ersparnisse wohltätigen Organisationen ihrer Gemeinde vermacht. Die Enkel, die um ihr Erbe . zu . kommen Gefahr tiefen, fochten das Testament an.. Das Gericht jedoch .entschied, daß das Testament gültig sei: Die jüdische Bettlerin habe von der Mildtätigkeit ihrer Mitbürger mehr, in Anspruch genommen^als sie verbrauchen konnte, und darum solle das Geld dem Zweck wieder zugeführt. werden, für den es gestiftet war." Meldung, aus Warschau, 1936. Die alte Geschichte .. fjlach Abzug der Frauen und Kinder haben wir höchstens 250.000 werktätige Männer-in Rumänien. Wie können diese 250.000 alle intellektuellen Berufe, alle öffentliclien: und privaten Aemter, den ganzen Handel, die Jiidustrie und die Geldwirtschaft an sich.reißen? Wenn dieswirklich der Fall ist, dann ist es .nur irgend einem geheimnisvollen .Umstand zu verdanken, den weder die Wissenschaft noch die Philosophie, am allerwenigsten aber die gutgläubige Logik erklären können — um so weniger, wenn.man noch in Betracht zieht, daß der Prozentsatz des Landes an Minderheiten 27 beträgt, wobei die Juden (mitsamt jenen des Altreiches) nur W Prozent, also weniger als ein Fünftel aller Minderheiten, insgesamt 800:000 Seelen bilden." Dr. W. Filderman - (Bukarest), 1936. Nicht die gleiche Sprache ■' „Unglücklicherweise sprechen die Deutschen und wir Franzosen nicht die gleiche Sprache. Wenn wir „Sicherheit" sagen, so meinen sie ,utngriff8freiheit". Wenn wir von frieden und Recht" sprechen, so-meinen sie „Unterwerfung unter den deutschen Willen". Wo wir die Einhaltung der Verträge" fordern, fügen sie hinzu:, „bis zu dem Tag, an dem unsere Bindungen uns lästig werden". In dieser Sprach-verwirrung kann die , Diskussion noch eine Weile dauern". „Petit Bleu'/ (Paris), April 1936. Der Mond ist beim Essen, Trinken, Sprechen und Atmea ununterbrochen in intensivster Berührung mit der Außenluft. Bs felaagen dadurch Keime in die Mundhöhle, weicht Bich in den alten der Mundschleimhaut und in den Zahnfleischtaschen ungestört entwickeln können, so daß die Mundhöhle geradezu als Nährboden für Bakterienkulturen anzusprechen ist. Diesen Gärunga« und Fftulnisvorgängen' im Mund muß man vorbeugen, und zwar mit einem wirksamen MundpflegemJUel, das, eine anti- Heptlsche und bakterizide Wirkung bat. Odo.1 ist das ideale Mundpflegemittel, das mit seiner ahtiseutischen ■ und keimtötenden Kraft in die verborgensten Winkel der Mundhöhle eindringt und Gärunga» und Fäulniavorgänge verhindert. Wer Odol täglich gebraucht, schützt-seine Gesundheit und trelbtr^rlchtJge Mund-, und Bfthnpflege. Aus Rumänien Ankündigung de» UnK ersltatasenats Im Hinblick auf die förtgeöetäte ferröris i e f U n g jüdischer Studenten ander Czeruo- Witsef Universität durch antisemitische Höchsehülef, die die jüdischen Studenten am Besuch der Vorlesungen verhindern, hat der Senat der Universität einen Aufruf an die Studenten erlassen, sowohl auf akademischem Böden als auch außerhalb desselben unbedingte Ruhe und Ordnung z\i wahren. Sollten die Ausschreitungen andauern, so werde es notwendig sein, die Universität für ein »fähr zü schließen. In Ö z u d y n, einer Stadt in der Bukowina, kam es zu schweren antijüdischen Ausschreitungen im Anschluß an eine Konferenz der Cuza-Goga-Partei. Etwa 600 Cuzisten drangen in die jüdischen Wohnviertel ein, zertrümmerten die Fenster der jüdischen Häuser und der Synagoge und mißhandelten die jüdische Bevölkerung. Schwer verletzt wurden Froim Singer, Solly Wagner, Feiwisch Idelman, Josef Diokstein, Feiwisch Ibner, Schloime Katz, Frau Male Schneider und eine Reihe anderer jüdischer Einwohner, außerdem zählt man zahlreiche leichter Verletzte, Als die Führer der Exzedenten wurden die Cuzisten Baloschescu und Frunze verhaftet und dem Polizeirichter übergeben. •x- 0er frühere Ministerpräsident Vajda-Vojevöd hielt in Temesvar vor etwa 10.000 Anhängern eine programmatische Rede. Er richtete zunächst schwere Ano PTIKER PUDOIF HAAS & Co. WIEN II, PR ATE «STRASSE 32 SPEZIALIST FÜR BRILLENOPTIK griffe gegen das heutige links eingestellte Regime in Frankreich, indem er erklärte, das kommende nationale Rumänien werde mit dem Frankreich der Freimaurer Leon Blum und Mandel niemals zusammenarbeiten, biete aber seine Hand dem Frankreich, das durch die Feuerkreuzler vertreten werde. Sodann wandte sich der Führer der Rumänischen Front gegen die jüdisch-liberale Presse in Bukarest, die nach seinen Worten systematisch gegen das Deutschlan d Adolf Hitlers und gegen das Italien Mussolinis hetze. Wir kennen die Tendenz dieser Hetze, rief Vojevod aus. Hinter dieser großen Hetze Bruder GoU&eri GANZ ERSTKLASSIGE HERRENSCHNEIDER Wien I, Wernburgs» * "tei. R-2J-4-1« VMezzanin) steht das jüdische Freimaurer tum und die Dritte Internationale, die von uns fördert, daß wir im Fall eines Angriffes gegen Deutschland und Polen den sowjetrussischen Truppen unser Land als Durchmarschgebiet aufopfern sollen." - . * , .; Wie (.Tempo'- (Bukarest) schreibt, hat die Sigurantza im Zuge ihrer Erhebungen, über die Herkunft der zahllosen Millionen, die in Rumänien für die Hitler- Propaganda ausgegeben: werden, festgestellt, daß der in Bukarest . bekannte H e r r von Witzleben, ein der Dresdener Bank nahestehender Geschäftemacher, die Korrumpierüngsaktion leitet^. Eine im politischen Leben bekannte Persönlichkeit, die von ihm 2 0 Millionen Lei für die Durchführung der Hitler-Propaganda erhalten hat, soll Selbstmord versucht haben. Herr von Witzlebeh soll nach den Berichten des Blattes aufgefordert worden sein, in kürzester Zeit das Land zu verlassen. 2x2*8 zwar nicht i ach Ad tn Riese, abe> nach Möbel-Winter, VIII, Stadtbahnviadukf 23, bei LetchenieidPiBtraße-Qü'tei denn i'der •^chlUlnc hit hei uns de" dopnelten Wert „Manchester Guardian" warnt die polnische Regierung Aus London: Im ..Manchester Guardian" vom 3. April wird eine scharfe Verurteilung des „schrecklichen Rekords" der jüngsten Gewalttaten gegen die polnischen Juden ausgesprochen'. Das Blatt schreibt: Es ist wahr, daß die polnische Regierung, im Gegensatz, zur deutschen, nicht selbst ein Instrument antisemitischer Verfolgung ist;' daß sie versucht hat, die Verfolgung zu unterbinden; daß sogar die Polizei auf antisemitische Huligans geschossen hat, was in Deutschland unvorstellbar wäre. Aber die polnische Regierung, die, wenn sie nu.r will, stark sein kann, wird schwach, wenn sie es mit den Antisemiten zu tun hat. Das Schicksal der drei Millionen Juden in Polen droht ebenso tragisch zu. werden, wie das der knappen halben Million in ^Deutschland. Schon hat eine Flucht vön Juden aus Polen eingesetzt, die zu dem Strom der vor den hitleristlschen Verfolgungen flüchtenden Juden hinzukommt. Im Hinblick auf die sorgenvollen Zeiten, die vor uns liegen, und angesichts der pan-?germanischen Bewegung kann Polen es sich nicht leisten, die Sympathien Westeuropas zu verlieren.. Es befindet «ich jetzt jedoch auf dem besten Wege dazu.. Drei Jähre Gefängnis für Selbstschutz ' ' Aua Warschau: Das Wilnaer Gericht verurteilte die' jüdischen Kaufleute Abraham i&t'apsay und Schloime Chelro zu drei Jahren, bzw. einem Jahr GeneAnt Ocularium SP£2IANNSTITUT I., Annagasse 1 Bestimmung der richtigen Augengläser kostenlos Leitung Augenarzt Dr. Poborskl Brillen Von S4.- aufwärts fängnis, weil sie sich gegen einen sie in der Nacht attackierenden antisemitischen Provokateur so zur Wehr gesetzt hatten und dieser, laut Meinung des Gerichts, infolge der ihm zugefügten Schläge nicht mehr in der Lage ist, seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Die beiden Kaufleute wurden ferner dazu verurteilt, ihrem Angreifer eine lebenslängliche Rente von 120 Zloty monatlich zu zahlen. Die Gefängnisstrafen wurden auf Grund der Amnestie auf die Hälfte herabgesetzt. Wie eine Gemeinde stirbt Aus München: Für die Bevölkerungsbewegung einer bayrischen Mittelgememde sind Zahlen kennzeichnend, die die Veränderungen innerhalb der israelitischen Kultusgememde Bamberg angeben. Die Gemeinde zählte im Jahre 1925 972 $eelen, 1933 824 und gegenwärtig 738 Personen. In den Jahren 1933, 1934 und 1935 wurden insgesamt zwei Geburten verzeichnet, denen fünfunddreißig' Sterbefälle im gleichen Zeitraum gegenüberstehen. 93.000 Juden in Lettland Aus Riga: Nach der in diesem Jahre durchgeführten Völkszählung leben in Lettland 9 3.4 7 9 Juden, das sind 4,7 Prozent der Gesamtbevölkerung. Eine Gasanstalt in Jerusalem Aus Jerusalem: Auf ihrer letzten Sitzung be* schäftigte sich die Stadtverwaltung von Jerusalem mit dem Antrag auf Erteilung einer Konzession für den Bau einer Gasanstalt in Jerusalem, der von einer jüdischen Gesellschaft gestellt worden war. Verb« d« Judensfaafszioiusfen Oesterreichs Sektion Prater, IX, Erlafstraße 5. Samstag, den 11. ds., halb Ö Uhr abends, Akademie mit Tanz. Programm: Simon Fostel (Jüd. Künstlerspiele), Eugen Hoff mann (Simpl), Alice Koch (Jüd. Kulturtheater), I. Segal-Rosenbach (Radto:,lJuhd Konzertsänger). Erstklassige Jazz. — Sonntag, den 12. ds., 3. Uhr nachmittags, große Kinder-Pessach-Feier. — Donnerstag, den 16. ds., halb 9 Uhr abends, großer Vortrags-, abend. Referent: Dr. Salomon Wolf; Thema: Die" Lage der Juden in der Welt. Sektion XTV/XV, Schanzstraße 82. Samstag-* den 11. ds., 8 Uhr abends, Heimabend mit diversen Ueber* raschungen. Programm: Adolf Schloßbeutel (Gesang)* Karl Schönberg und Max Wachsmann (Violine), Lilly Halpern (Klavier). — Dienstag, den 14. ds., halb ö Uhr abends, Vortrag Aron Schwertfinger: Jüdische Weltanschauung. Frauengruppe der JuilenstantszlonlsteiL Sektion Prater, I I, Erlafstraße 5 \ Sonntag, den ,12. April 1936, 3 Uhr nachmittags | Große Kinder-Pessdchfeier An Siedlungsinteressenten für Palästina „Nahariah" Wie wir kürzlich berichteten, ist die jüngste und modernste Kolonie Erez Israels, ,,N a h a r i a h", in mächtigem Aufschwung begriffen. Sie Hegt neben Haifa und bietet, auf dem Plan intensivster Wirtschaft aufgebaut, alle Möglichkeiten einer raschen Prosperität und jüdischen Interessenten mit mittlerem und kleinerem Kapital die beste Gelegenheit, sich eine Existenz in Palästina zu gründen; Die Gesellschaft „Nahariah Small Holdings Ltd. Haifa", der der Siedlungsboden gehört, hat soeben mit einer Werbeaktion unter den Juden Oesterreichs begonnen. Ihr Repräsentant, Herr Jacob Josefsberg, unser plästinensischer Mitarbeiter, weüt zurzeit in Wien, um diese Werbeaktion zu leiten und Interessenten die nötigen Auskünfte zu erteilen. Informationsbesuche bei Herrn Josefsberg, Wien, Hotel de France, I., Schottenring 8. Telephon A-17-5-75, täglich von 9 bis 11 und von 15 bis 17 Uhr (außer am Schabbath und an jüdischen Feiertagen). Früh ja hrs« Gesellsdia f Preise nach Palästina Abreise: Freitag, 17. April. Rückkunft: 14." Mai. Die Reise geht über: Wien—Rom—Neapel- Haifa— Jerusalem—Tel-Aviv (Levante - Messe)—Kairo —^Alexandrien—Athen—Trieste—Wien. Erstklassige Führung. — Alle Reisebequemlichkeiten. Die Reise erfolgt auf einem Luxusdampfer des Lloyd , Triestmo. Auskünfte: Sekretariat des Verbandes der Judenstaats.z.i o nisten, I., Werdertorgasse Ii:täglich zwischen 19, und 2 j Uhr,

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