Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 10 (1936)
- Issue
- Heft 552 (10.4.1936)
- Date
- 1936-04-10
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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3ijr. 562 vom 10. April 193© DIB NEUE WELT Keile & Ist die Jugend schuldig! Kommunistische Treibereien Aua Budapest wifd berichtet: Die hiesigen Blätter melden, daß die politische Polizei 34 Mittelschüler und Mittelschülerinnen, darunter 29 Juden, wegen politisch-kommunistischer Betätigung äufgegriffen hat. Die Beschuldigten werden von einem Jugendgerichte abgeurteilt werden. Keun wurden in Haft behalten. Der Vorfall hat großes Aufsehen erregt und wird von der antisemitischen Presse benützt, um von einer großangelegten „jüdisch-kommunistischen Verschwörung gegen den ungarischen Staat" zu sprechen. Sie legt besonderes Gewicht auf den Umstand, daß eine größere Zahl der Angehaltenen Zöglinge des jüdischen Knaben-'und Mädchengymnasiums sind. Die Zeitung „M a g y a r s ä g" begnügt sich nicht mit Beschuldigungen der Jüden im allgemeinen, sondern benützt den Umstand, daß sieh unter den Verhafteten mehrere Mitglieder der Zionistisch-sozialistischen Jugendorganisation „H a s c h o m e r H a z ä i r" befinden, um von einer besonders gefährlichen „kommunistisch-zionistischen" Verschwörung zu sprechen. Die Angelegenheit hat angesichts der gerade jetzt ansteigenden antisemitischen Welle in Ungarn die Judenschaft Budapests in große Unruhe versetzt. In zionistischen Kreisen hegt man die Befürchtung, daß der Tätigkeit für den Aufbau des Jüdischen Nationalheimes in Erez Israel, welche in Ungarn immer mit vielen Vorurteilen zu kämpfen hatte, zufolge Beteiligung irregeleiteter jugendlicher Zionisten an verbotenen politischen Agitationen neue Schwierigkeiten entstehen werden. * Selbstverständlich werden die Antisemiten aller Schattierungen den hier gemeldeten Vorfall weidlich ausnützen. Sie werden eine Flut vön Anklagen gegen das Gesamtjudentum entfesseln. Das ist gewiß eine arge Sache, aber keine neue Sache. Da ist einmal zu antworten, daß das jüdische Volk, wie jedes andere, in seiner Mitte auch Vertreter radikaler politischer Richtungen zählt und ihm deshalb ebensowenig wie den Deutschen, Franzosen etc. kein besonderer Vorwurf gebührt. Dann aber ist darauf hinzuweisen, däß die j ü d i s c h e Jugend ganz besonderen L. ei den ausgesetzt, von Haß und Verachtung umflutet und fast jeder Existenzmöglichkeit beraubt ist. Daß nun solche Jugend leicht der Verzweiflung und den Lockungen extrem-radikaler Propaganda. verfällt, ist gewiß nicht auf ein jüdisches Sonderkonto zu setzen.; . . .Mitige Irotieuisili brauti - blau - grün - schwarz WIR führen feinste handrahmengenähte t Schuhe I'TABOR5TH'8 0 t Aber die Juden haben sich selbst Rechenschaft über derartige, das Judentum zersetzende Erscheinungen abzulegen. Insbesondere die Z i o n i s t e n haben das zu tun, und zu prüfen, ob sie ihre Pflicht der Jugend gegenüber erfüllt .haben. Beschönigen und Vertuschen ist hier wirklich nicht am' Platze. Es ist Tatsache, daß die auf den Theorien von Karl Marx, des jüdischen Hassers alles Jüdischen, fußende Ideologie des Klassenkampfes und der Klassenherrschaft in jugendliche Kreise Eingang gefunden hat, für deren Erziehung gewisse zionistische Organisationen und Faktoren die Verantwortung tragen. Vor nicht [ allzulanger Zeit hat sich in Italien ein ähnlicher Vorgang abgespielt: Entdeckung kommunistischer Umtriebe, an welcher Jugendliche vom „Haschomer Hazair" beteiligt waren. Vor wenigen Tagen wurde der Abfall größerer links und rechts orientierter zionistischer Jugendgruppen der Tschechoslowakei gemeldet. Sie sind vom Zionismus weg ins Lager des Kommunismus gegangen. Auch aus Palästina kommen Berichte dieser Art. Darf man. dazu schweigen? Nicht die Jugend ist schuld! Schuld tragen die Richtungen im Zionismus, welche das große Herzische . Ideal, den vollen Zionismus, den Judenstaatszionismus preisgegeben und damit der jüdischen Jugend den großen Gedanken genommen haben* der allein fähig isti „sie. vor den verderblichen Lockungen fremder Ideen zu hüten. Schuld tragen die zionistischen Parteien, welche zu Konzessionen nach links und rechts bereit sind, mit dem Gedanken der Diktatur von Klassen und Personen spielen, weil diese Gedanken Tagesmode geworden sind. Schuld tragen jene, welche dem Zionismus den Charakter des einen, großen Ideals genommen und damit die Jugend von ihm abgelenkt und abgestoßen haben. Man soll sich nicht wundern, wenn man: die Jugend dorthin gehen sieht, wo sie ein großes Ideal sieht, sei es auch ein trügenuches. Nicht die Jugend ist Schuld!: Hallo - Hallo! | Nicht vergessen, im | das Nachtmahl zu essen. § Vis-ä-vis dem Schweden Kino H; |# ■ IV H Reichhaltige Auswahl in Mittag* und AbfnchMenüt u. kalte E Speisen bis 1 Uhr nachts - Bier und Wein vom Faß — §§' Inhaber Rudolf Stepan, II, Taborsiraße 4 .3 s Ü Aktion* Hütet die fugend Zeitungskette des „Oiar Hartoar" (S<ihätj! d€t .fugend) Hermann L8wy, Gmünd, antwortet Dr. Otto Pollak mit R 3.— und ruft zü Spenden &uf: Oskar Orelriör, I., Herrenigasse 2/4; Otto.Leriz In Firma Wartehberg & Co., I., Walfischgäöse 8; Ernst Schnabel, I., HonensfAufengaäse 7, Richard Wottllzky, Wlhdigstelg (NiedefÖ^tefrölch); Otto Bhtfel, Schwarzenau (Nledefösterreich); Jakobef & Co., f., Bibefstraße" 14. Gabriel Wasser antwortet Ella Kraus mit S 5.-" und ruft zu Spenden auf: Hermann Schlffmann. Bernhard Schiffmarin, Michael Schiffmann, alle II., Tabörstfäße 48; Dolly Herdan, I3c., Wasagasse 20)12. Emil Hu'ttrer antwortet Blla Kraus mit S 3.«-. Isidor Wetnreb» Klagöüfutt, antwortet Erich Rßger mit S 5.—. \ . Richard Sperling antwortet Hugo Friedler mit S 5.^-. Dr. Karl Braun, Graz, antwortet Dr. Hans Kadlsch mit S 6.—. und ruft zu Spenden auf: Fanfti Kadlsch, Graz, Griesgasse 20; M. Varady, Lööberi; Dr. Welnbefger, Frohnlelten. Hans Braun antwortet I. Gelbart mit S 3.— und ruft zu Spenden auf: Hans Blüh, Graz, Annenstraße 31; Paul Heller, Graz, Annenstraße 49; Dr. Werdisheim, Graz, Klosterwiesgasse 24; N. Weinstock (per Firma Bruder Sellnkö), I., Gönzagagasse 1, •N, Rosenbaüm (per Firma Lustig & Wildner), I., Gohzagagasse 9, Erwin Sensel, Kapfenbefg,'antwortet Hugo Friedler mit 8 6.— und ruft zu Spenden auf: O. Eckhaus, Kapfenbefg; Philipp Weiß, Mitterdorf Im MUrztal; Ernst -Kokesch, Zahntechniker, Mitterdorf im MUrztal; N. Eisler, MürzZuschlag; N. Haas, Mürzzuschlag. . . Marcetl Keitmann, Leoben, antwortet Hugo Fiedler mit S 3. David Birnbaum antwortet S. Gellmann mit S 2.— und Tütt zu Spenden auf: I. Groß. I., Layenhof 2; Benno Rökach, II., Große Pfarrgasse 12; Hermann Hellman'n, II., Schiffamtsgasse 20. D. Kleiner antwortet Man Schiffmanii mit S 6.-—. Max Brenner, Leoben, antwortet Hugo Friedler mit S 2.—. Wilhelm Kohn antwortet O. Fischbach, Villach, mit S 3.— und fqft zu Spenden auf: Max. Fifichbach, Klagenfurt; Jakob Klein, Klagenfurt; Leopold Czucka, Spittal a. d. Drau (Kärnten). Feisach Wühl antwortet Ella Kraus mit S 5.— und ruft zu Spenden auf: Tgo Groß, XX., Raffaelgasse lai Hermann Graulich, XX.,< Brigittenauer Ländfe 24; Moritz Pöllak, XIV., Mariahilferstraße 142; Isidor Kimel, VI., Eßterhazygaase 20; Dr. Friedrich Klein, VI., Gumpendorferstraße 22; Salomon Geltaer, V„ Margaretenstraßo 67; Dr. Josef'.Hecht, XX.. Wolfsaugasse 4; David Hochberg, X., Schröttergaese 22; Heinrich Deutsch, VII., Kaiserstraße 4: Paul Mandel, IV., Wohllebengaase 10; Benjamin Schönberg, IX., Georg-Sigl-Gasse. 13; Rabbiner Dr. Benjamin Murmelstein, IX., Nußdorfersträße 42; Möritz Richter, XX., Jägerstraße 26; Sigmund Immergut, XX.. Raffaelgasse l a^ Oberkantor I. L. Müller. II., Im *Werd,v4; Oberkantör: Jakob Wahr- , mann. II., Hollandstraße 10; Abraham Acker, VIII., Herrialaergürtel 16; Hermann Scharfberg, XX., Gaußplatz. 5. Fritz Kolb antwortet Ella Kraus mit S 5.— und' ruft zu Spenden auf: Hermann Halpern, XIV,, HUtteldörferätraße 104; Josef Grubner, IX., Wasagasse,7; Max Lichtmann, XX., Karajangasse 23; Paul Timan, XX., Kärl-Meißl-Straße 8: Israel Samel. IX., Rotenlöwengasse 5; Dr. Moritz Taub, XVIII.. Währingergürtel 97; Dr. Karl Schlamm.,^XX.,. WaUensteinstraße, 5; . Alfred Steiner, IX., Berggasse 27;"'^Armin Duschinsky,1 II.. Untere 'Augartenstraße 40; Berthold Rettenberg, XX., Wallensteinstraße 35; Fritz Scharfberg; XX?.r*Treusträße 12; Dr. Rudolf-Reti, IX., Universitfttsstraße 8; Karl Frankel, IX;, Hahngasse 28.; Viktor Rosenfeld; IL, Czefnlngasse •15r,rH£iriz Epstein,-- TL-.?.- Praterstraße 23; Hans FJscher,. VI., Stünipßrgasse'50; Bernhard Stein- „ klein. XXi, Leystraße 23, -V. Stieg6^f8Ma^N«gör, IX,,;Seegasse:M;; Pinkas Thumim, II., Untere Augartenstraße. 4Q;, Oberkantör Josef ■ Feuer, II., Malzeaase 2; Hermann Liebermann, II., Blumauergasse 18; David WoJf. IL, Förstergasse 8;:Moses Katz, II/, Odeongasse 1; Benno Kleinfeld, IL, Große Sperlgasse 8.. Palestine«! hlpplng Co. / Haifa Zoftate-Mm TCI-AIIIII1 mit Luxüsdampfer VICL HVIV f0% RABATT Ankunft und ■ llllllCDCIll " h KXONTHIRRINÖ 3 Anmeldung: «|VPJIWER9Mb und In allen Reisebüros Englfedtspaläslmensisdier Handel Aus London: „Manchester Ötiardian" veröffentlicht anläßlich der bevorstehenden Eröffnungder Levante-Messe in Tel-Aviv einen Artikel Über den englisch-palästinensischen Handel. Der englische Export nach Palästina hat im letzten Jahr einen Wert von drei-Millionen Pfund erreicht und machte ein Fünftel der gesamten Einfuhr Palästinas aus. Als bemerkenswert wird hervorgehoben, daß der Wert der englischen Einfuhr pro Kopf der Bevölkerung 2,5 Pfund betrug. Damit steht Palästina als Abnehmer englischer Waren bei'Umrechnung auf den Kopf der Bevölkerung an fünfter Stelle nach Neuseeland, Australien, Südafrika und Dänemark. Da jedoch drei Viertel des englischen Imports von dem jüdischen Teil der Bevölkerung aufgenommen werden, ist def Durchschnittskonsum englischer Waren durch die Juden Palästinas naturgemäß noch weit höher. Der Export Palästinas nach England ist 1035 gegenüber dem vorangegangenen Jahr Um 42 Pro-' zent, von 1,900.000 äüf 2,700.000 Pfund, gestiegen. Am stärksten an dieser Zunahme war der Export von Orangen und Grapefruit beteiligt. 1933 wurden 1,943.000 Kisten im Werte von 1,419.000 Pfund, im letzten Jahr über drei Mil« . REGEN-MWNTEL „ALPMA" -1. ADLER GASSE S lionen. Kisten im jVerte von über 2 Millionen Pfund naen England ausgeführt; Ein Viertel der gesamten Orangeneinfuhr des Vereinigten Königreiches entfällt heute bereits auf Palästina. An der Spitze steht zwar t immer noch Spanien, döch hölt Palästina den Abstand in raschem Tempo auf. In diesem Zusammenhang wird besonders betont, daß Palästina diese Fortschritte erzielen konnte, ohne im Genuß der Imperial Preference zu sein, da es bisher trotz wiederholter Versuche unmöglich war, die englischen Behörden davon zu überzeugen, daß auch. Palästina in dieses BevorzugungsSystem einge- . gliedert werden könnte. So muß Palästina die .Benachteilig;' gung durch ein Zollsystem hinnehmen, das jedes Jahr . Anfang April zugunsten Südafrikas in Kraft tritt. Was die Kaliproduktion (Kunstdünger) Palästinas und die übrigen von der Palestine Potash: Company aus // Nicht einfach „eine Tube Zahnpaste nein, ausdrücklich Ghlorpdont verlangen - V:^ '-i/^^iiljj^'.::'äv:;^. ■i';-^-- V>S'<'i&&k'^ lÄHtor^iii» die ^Qualitäts - Zahnpaste für groß und klein Tube S -.90 v ' v Oesterr. Erzeugnis Erschwerte Auswanderung Aus Berlin: Der Leiter deutscher Juden der Reichsstelle ^für Devisenbewirtschaftung hat eine Zusammenfassung sämtlicher Devisenbestimmungen über die Auswanderung nach. Palästina vorgenommen. Die Transferierung von 'Auswandererguthaben nach Palästina ist nur dadurch möglich, daß deutsche Waren von dem Ab> nehmer in Palästina aus diesem Auswanderungsguthaben bezahlt werden können, während der von palästinensischen Käufern zu zahlende Devisenbetrag dem Auswanderer izuf gute kömmt. Eventuelle Verluste, die bei diesem Verfahren entstehen, sind vom Auswanderer zu tragen. Mit Rücksicht auf die beschränkte Aufnahmefähigkeit des palästinensischen Marktes sind die Transfermöglichkeiten jedoch begrenzt. Um diese 'begrenzte Möglichkeit der Auswanderung einer möglidhst großen Anzahl jüdischer Auswanderer nutzbar zu machen, ist eine Herabsetzung der zum Transfer zugelassenen Höchatbe träge erfolgt. Durch eine geeignete Ausgestaltung des Genehmigungsverfahrens soll dazu beigetragen werden, die Erfüllung der steuerlich'e.n Verbindlichkeiten der' jüdischen Auswanderer. sicher^ zustellen. Die Anordnung, daß Auswanderern die Mitnahme vön Waren nur dann gestattet werden soll, wenn die Waren für den eigenen Bedarf bestimmt sind, ist auch für Palästina aufrecht. Derartige Genehmigungen setzen eine Prüfung darüber voraus, ob die mitzunehmenden Waren wirklichfürden eigenen Bedarf des Auswanderers bestimmt sind. Die Mitnahme von Waren nach England und der Südaf rikanisehen Ünidn ist. mit Rücksicht auf die mit diesen-Ländern bestehenden Abkommen auch dar» 'abzulehnensei, wenn es sich un| '.'Waren^fü|\d,en eigenen Bedarf für den Auawanderer handelt. dem Toten Meer gewonnenen Erzeugnisse betrifft, so werden auch drei Viertel des.Konsums Englands an Bromiden von den Werken am Toten Meer gedeckt. Fast die" gesamte Produktion der Unerschöpflichen Vorräte des Toten Meeres an Bromiden geht nach England, während das Hauptprodukt, Kali, außerdem noch nach Holland; Italien; Australien; Indien, Kanada, Ceylon und Japan ausgeführt wird. Das Tote Meer liefert jetzt ein Zehntel der gesamten Weltproduktion an reiner Pottasche. Dabei ist diese Industrie Palästinas erst im Anfang' ihrer Entwicklung. Von dem Ausbau der Werke ist zu erwarten, daß das Kali aus dem Toten Meer ebenso wie die Jaffa-Orange sich einen immer größeren Platz auf dem Weltmarkt erobern wird. Zinn Schluß wird der vergrößerte Schiffsverkehr Palästinas als Beweis der wachsenden Bedeutung des Landes für den Händel angeführt* Die Tonnage der Schiffe, die 1930 den Hafen von Haifa behützten, betrug insgesamt i,30Ö!bÖ0, 1934 bereits 3,500.000, und die Zahlen wachsen ständig an. Haifa hat den älteren Hafen von Beirut (Syrien) bereits weit überflügelt und es ist zu; erwarten, daß Haifa nach Ausbau des eigenen Hafens für die'Tankschiffe, die das Oef aus .der Mossul-Oelleitung aufnehmen, bald eine ernste Rivalin für Alexandrien sein wird. Die, nädiste Nummer erscheint Wegen der Oster feiert agc Freitag, den if, April iQBÖ