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Die neue Welt · 1936-04-10 · Heft 552 (10.4.1936) · page 2

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 552 (10.4.1936)
Date
1936-04-10
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite DIE NEUE WELT Nr. 552 vom 10. Aprü 1936 MARLENE DIETRICH und GARY COOPER im Qroßfilm » DESIRE « nach einer Komödie von Hans Ssektly und R. A. Stemmt* Regie: Frank Borsage OPERN I. B-27-4-47 STAFAVII. V0T1VPARKIX. B-33-0-68 A-18-3-96 Eine En st-LubKsch-Produktion der PARAMÖl/NT Senders, so daß die Sendungen mehrere Stundenlang unterbrochen werden mußten. * Aus Je r üs a 1 em: Araber haben ihre Schafherden »um Weiden in das Hui e-Gebiet getrieben, das jetzt urbar gemacht wird. Die Polizei schritt nicht ein. * Bei der Kolonie Menachamia überfielen am 2. April arabische Banditen den jüdischen Kolonisten Max GUIilc und verwundeten ihn schwer. Gulik wurde ins Hospital überführt. Wie Palästina regiert ward; Ein Buch von Dr. J, M. Machover Das Mitglied' der Weltexekutive der Judenstaatspartei, Dr. J. M. Machover, hat im Londoner Verlage P. S. King u. Son ein Buch ..Governing'Paiestine" („Wie Palästina regiert wird") erscheinen lassen. Das zionistische Aufbauwerk.-in'.Palästina ist in höchste -Gefahr geraten. Die Palästina-Regierung/Will im Lande\ einen Legislative Council (d. h; ein Parlament) eihriChten', .in welchem die Juden in der'Minorität sein-sollen. Die Zionisten ergehen sich In leidenschaftlicher Abwehr und es ist ihnen gelungen, das Gewissen englischer-Parlamentarier : aller Parteien zu erwecken. Aber die Gegner, insbesondere der Kolonialminister" Thomäs und der Gouverneur Sir Arthur Wauchope, verschanzen sieh hinter Verträgen, Verordnungen und diplomatischen Dokumenten aus der Kriegs- und Nachkriegszeit, aus ' denen sie erweisen,' daß sie im Recht sind und . das .jüdische Volk im Unrecht. Die Verteidiger der zionistischen Sache, denen die englischen Archive nicht so zur Verfügung stencn, sind dadurch in eine schwierige Lage geraten. Es ist schwer, auf einem Gebiete zu kämpfen, auf welchem der Feind Hausherr ist. Das Buch Machovers hat diesem Zustande cm Ende bereitet. Machover hat mit diesem Buche eine Tat gesetzt, welche befreiend wirkt. Er hat das fein gewobene Netz, welches die englische Kolonialbürökratie tückisch um den Zionismus geworfen hat, zerrissen. Machover, der seit Jahrzehnten juristischer Berater der Zionistischen Weltorganisation ist; sammelt und erklärt in seinem Buche alle Dokumente, die sich auf das Palästina-Mandat, auf die Palästina-Regierung, auf die Abmachungen mit den Juden und Arabern beziehen. Er bringt Dokumente zur Kenntnis, die bisher verschwiegen wurden, und arbeitet den' Sinn und die Bedeutung der von den Gegnern angeführten Verträge und Erlässe scharf heraus. In völliger Klarheit liegt das Problem, in das Verwirrung' zu bringen die" Gegner des Zionismus sich bemühen, vor uns. Der. Anspruch des jüdischen Volkes auf Palästina ist, soweit feierlich beschworene Verträge Geltung haben, unantastbar. Damit ist der Plan des Legislative Council gerichtet. Wer zur Verteidigung der zionistischen Sache in die Diskussion um das Palästina-Parlament wirksam eingreifen will, der muß da« Buch Machovers gelesen haben. Machover bat durch seine unübertreffliche Arbeit das jüdische Volk zu größtem Danke verpflichtet. Der Judenstaatler Machover hat sich als gelehriger Schüler des großen Staatsmannes Herzl erwiesen. Sein Buch ist von ötaats'niännischem Geist erfüllt. Im Vorworte zum Buche heißtes: ... ,,Das Auffälligste an den neuen Vorschlägen ist die Tatsache, daß sie sorgfältig jede Bezugnahme auf die Balfour-Deklar ation und die das Jü-• dische Nationalheim betreffenden Zusagen des Mandats vermeiden. Daß der Zweckdes Palästina- Mandats die Verwirklichung der Balfour-Deklaration ist; daß dies die Basis ist. auf der England die Mandatarmacht wurde; und daß die Balfour-Deklaration die Ursache ist, daß die englische Regierung jetzt Ursache ist, daß die englische Regierung Palästina jetzt Palästina verwaltet — diese Tatsachen wurden vom Völkerbund und von der Mandätarmacht immer Anerkannt, und doch werden in den Vorschlägen von 1935 Bötlfotir-Deklaratipn und Jüdisches Nationalheim nicht ' tal erwa&ni" /3; ■; "' „Der ^Unterschied zwischen den V^rfe^uöfflauen 1922/23 und den von 1935 kann so definiert Werden: Djie ersten feiäüiteten eine verhüllte Kapitulation vor Arabischer Gewalt, die zweiten eine unVerhüllte und Vollständige Kapitulation vor arabischer Gewalt Und eine vollkommene Abkehr von der bisner vott den britishen Regierungen verfdigten Politik. Matt hat von vornherein den Schluß ziehen können, daß die Juden geziv^t^ Sehl, würden, die Kooperation ,züverweigern und' 'äffe. jLeftertitive Council abzulehnen, d^n anzunehmen für sie, ein Akt po Ii t i s c h e n Selbstmordes wäre. Und jetzt, nachdem die Juden dies getan haben, erklärt Wir empfehlen riür: Die guten billigen: HFIIllP/^Ph Aülo u.Hoforradscliuißn I U III UUIK * BJeoiftggergnssßlB mi lP IlM ^i ^R. Äi-Im T«I. B-4R-3-72 and Uuer»di»rf, N.-ö. nian ihnen in einem berühmt gewordenen Satz, daß der Legislative Council in Palästina „mit ihnen, ohne sie Oder gegen sie'' geschaffen werden wurde. Die jüdischen Sitze sollen, wie es heißt, Beamten atigetettt werden. Dies also wird die Art dein, wie die Mandatärmacht ihr feierliches Versprechen verwirklichen wird, die Wiedererrichtung dös Jüdischen Nätiönalbelms in. Palästina zu erleichtern und zu fördern..." RUNDSC HAU Zweierlei Inte*esiensdiutz In der „Neuordnung der Welt" müssen auch, so ließ sich' kürzlich das Örltte Reich vernehmen, die K o .1 o n i a 1 w ü n s c h, e. Deutachlands .befriedigt werden. Das■'..nationalsozialistische''Deutschland beansprucht' also Kolonien," Unterstellung „nictftarischer",. Völker unter die Knute des Neudeutschtums. Da die gegenwärtige "englische Regierung den deutschen Wünschen im allgemeinen entgegenzukommen scheint, war die kürzliche Anträge eines Unterhaus-Abgeordneten an den Außenminister Eden berechtigt, ob nicht bei Kolonialverhandlungen mit Hitler-Deutschland der deutschen Regierung klarzumachen _wäre; daß, solange diese ihren, eigenen Bürger aus politischen, religiösen und rassischen Gründen V<ifjCäffe Küthmayr &8&&U&^| I ElVKE L LN ER-SYSTE\\ . BIL1 IGF. FREIPE | folgt,: aller Wahrscheinlichkeit hacii irgendein Abkommen getroffen' "werden müßte; demzufolge weitere menschliche Wesen der Kontrolle der'deutschen Regierung entzogen werden sollten.' Außenminister Eden erinnerte den Interpellanten an die Antwort des Premierministers an Colonel W e d gwood in der Unterhaussitzung vom 18. März, in der versichert wurde, daß kein britisches Territorium und kein britischem Protektorat oder Mandat unterstehendes Territorium aus britischer,; Souveränität oder Autorität übertragen werden: würde, ohne daß d i e I n t e r, e a s o.n } a 1-ler , B e vö l.ke r urtg;st£ il e in dem betreffenden. Territorium im v,p 1 l:-s t$p SM.. aß,e,, J;e,r,ü c k s i ch.ti-, g u n g finden. . r Die Antwort Edens hörjt sich sehr beruhigend an. Aber die. politische Geschichte der letzten Zeit, soweit England aktiv an ihr teilnahm, läßt die praktische Handhabung dieser Versicherung. vermissen. Durch die . Rückgliederung. des Saargebiets an Deutschland bekam dieses die Möglichkeit, seine brutalen Maßnahmen auf die jüdischen Staatsbürger des Saargebiets ungehindert auszudehnen. Fast die ganze jüdische Bevölkerung mußte auswandern, - der Rest ist widerspruchslos dem zurt Vernichtung seiner Existenz entschlossenen .Regime ausgeliefert. ..- Die Interessen des j ü di s c h e n Bevölkerungsteils haben also •— obwohl England ein' entscheidendes Wort mitzuredpn hatte — im Saargebiet keine Berücksichtigung gefunden. Wir müssen also derlei Erklärungen auch für den Fall, daß sie in Bezug auf Deutschlands Kolonialwünsche wiederholt werden sollten, hinsichtlich des ,,nichtarischen" Teils der Kolonialbevölkerung mit Skepsis aufnehmen. Was z. B. die Neger zu erwarten haben, wenn sie unter hitlerische Oberhoheit kommen sollten, kann man aus einer Betrachtung ersehen, die der „Stürmer", Hitlers Leib- und Lieblingsorgan, in seiner Märznummer an die Lynchung zweier Neger knüpft: ' „Daß wir nicht mißverstanden werden: wir vom .Stürmer' sehen in der mittelamerikanischen Lynchjustiz die Bekundung eines gesunden Lebenswillens eiii«K rassebewußten Volkes." Oberste Pfh'dht ein Schuft sein! Die oberste Standesbehörde der Anwälte im Reiche Adolf Hitlers hat soeben ein Urteil gefällt, in welchem ganz unzweideutig zum Ausdruck kommt, daß im gegebenen Fall Schuftsein eine Pflicht ist, deren Außer-' achtlassung mit Verurteilung zum bürgerlichen Tode geahndet zu werden hat! : Ein arischer Rechtsanwalt hatte im Juni. 1935 mit einer Jüdin die Ehe geschlossen. Er wurde von dem örtlich zuständigen Ehrengericht wegen gröblicher Verletzung der Pflichten eines deutschbiUtlgen Anwalts zu der Strafe der Ausschließung aus der Rechtsanwaltschaft verurteilt. Dieser Spruch ist jetzt vom Ehrengerichtshof bei der Reichsanwaltskammer bestätigt worden.. Seine Entscheidung ist deshalb von grundsätzlicher Bedeutung, weil nach dem. Wor.t.laut der Gesetze bisher eine bestehende Mischehe keinen Grund bildete, die Zulassung zur Anwaltschaft zu versagen, Und die Eingehung einer Mischehe, soweit dies möglich war, keinen Grund, eine bestehende Zulassung zurückzunehmen. Itt der Begründung der Entscheidung heißt es i Der Angeklagte' habe sich vor allem darauf berufen, daß seine Frau ihn früher jahrelang aus ihrem Arbeitsverdienst unterstützt und ihm Ina Jahre 1930 einmal beim Baden das Leben gerottet habe, daß er deshalb eine so starke moralische Verpflichtung zur Eheschließung empfunden habe, daß gerade eine Nichtheirat eine Verletzung der Standespflicht dargestellt habe. Diese Ausführungen hielt der Reichsehrengerichtshof für nicht widerlegt. Er hielt dem Angeklagten zugute, daß dieser sich aus sittlich einwandfreien Beweggründen zur Heirat entschlossen habe. Die Erfüllung dieser moralischen Pflicht sei aber nicht möglich .gewesen, ohne gleichzeitigen s c h.w e r e n Verstoß gegen die einem deutschbiütigen Anwalt obliegende Pflicht, im Sinne der^NSDAP. an den großen Aufgaben des Volkes mitzuarbeiten. ,• . Stelle der Angeklagte/,, in einem solchen. Pflichten-y widerstreit die Ihm seiner, jetzigen Frau gegenüber obliegende moralische Pflicht über die Pflichten gegen Volk und Beruf, so müsse er auch die; Folgen"' auf sich' nehmeüV; i- •- " ":< » V * < »-J ff r *s« r. Ein .Rechtsanwalt, der in "so schwerer Weise gegen die Rassegründsätza des\ nationalsozialistischen Staates* ver* stoße, sei für den Staat sowohl wie für die Anwaltschaft untragbar. Der Angeklagte .könne sich auch nicht darauf:herrufen, daß im Juni 1935 Mischehen noch nicht gesetzlich verboten gewesen seien. Die Verpflichtung zur; Achtung der Rassegrundsätze des nationalsozialistischen Staates bestehe für jeden Volksgenossen .und für den Anwalt als Organ , der Rechtspflege in erhöhtem Maße, ganz unabhängig davon, in welchem Umfang der Staat es für erforderlich erachte, diesen Rassegrundsätzen durch gesetzliche Verbote Nachdruck zu verleihen. '' ■ . * * Was ist Ehre? Ein Mist! Was ist Gesetz? ..Ein '• Mist! Die „großen Auf gaben des Volkes" können,nur bewältigt werden, wenn man an der treuen Lebensgefährtin zum Schuft wird. - Wissenschaft und Sdiediita Der Kämpf um das Schechitagesetz in Polen hat das Schäcbtprobiem und 'seine Beziehung zura: Tierschutz: in den Vordergrund der Diskussion gerückt. Mit der Annahme des polnischen Schächtgesetzes, das. zwar das. Schächten nicht verbietet, aber sehr beschränkt, ist die. Frage natürlich nicht beendet. Dr. Salomon Lieben, (Prag) beschäftigt sich in einem Aufsatz in der „Selbstwehr" mit dem rituellen' Schächten, indem er ein kurzes, aber gediegenes wissenschaftliches Material vorlegt.' Er schreibt u. a.:; Die. Juden haben sich vom ersten Augenblicke, ala: die Hetze gegen dag „Tierquälerische'* der Schechitab in Deutschland losging, etwa seit; Beginn unseres Jahrhunderts, zur Verteidigung eines der fuhda*' mentälsten und im Volksbewußtseln am tiefsten verankerten Gesetzes bemüht, den Schächtvorgang durch un-' voreingenommene Fachleute .prüfen und. begutachten; zu lassen. Tausendo solcher Gutachten sind tri allen "■ Ländern gesammeltworden, sind nach bestimmten Ge-i Sichtspunkten geordnet und publiziert worden. Alsbald' jedoch begann auch im Lager der Tlerschützler, die; manchmal in ehrlichster- Absicht, meistens jedoch aus- Feindschaft gegen Juden und Judengesetz die Schechita. bekämpften, eine gleiche Tätigkeit.. So standen denn Gutachten gegen Gutachten, und die gestzgebehdeh Faktoren der einzelnen Länder Europas wurden mit dieser Literatur überschwemmt, bis der große Krieg den Kampf; um das Schächten zum Stillstand brachte. Tl irHHAI IQ TARA W "ringtwieder das NEUESTE ■ || I | mjk «W# ■ Jha\ r% In otiflinal « n q I i s c h o n H«rr«n- und Doni«n|toffa« " m^o* ■ *—mwi *1*WICN SALZGRIES

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