Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 10 (1936)
- Issue
- Heft 550 (31.3.1936)
- Date
- 1936-03-31
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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»«>w»%jgajm mnmwä ©a§ getarnte fflmgesdiäft Um die Vernichtung jüdischer Existenzen Bs geht allmählich auch ihnen ein Licht auf — öen deutschchristlichen Oesterreichern, deren Küitufverbundenheit mit Deutschland eine: zu wohlwollende Haltung gegenüber den geistigen Produkten deö Dritten Reiches zeitigte. Die aus Deutschland importierten Filme zum Beispiel erfreuten sich in den deutschchristlichen Massen Oesterreichs loyaler Beliebtheit, obr/ohl das weniger neutrale und mehr kritische Auge die Tendenz dieser Filme längst schon durchschaute. In der Salzburger Monatsschrift „Unser Reich" entlarvt ein österreichischer Lehrer die voll Deutschland nach Oesterreich importierten Filme nun als hitlerpröpagandistisch, indem er unter dem bezeichnenden Titel „Weg mit den getarnten N a 2 i f i 1 m e n!" schreibt: „Oesterreich wird derzeit Von Filmen heimgeßueht, die, wie ,Der Spion des Kaisers', ,Ein Mann will in die Heimat', .Deutsche Reiter in Südwest*, ,Mit Volldampf voraus' usw., maskierte Propaganda für, den Anschluß der Herzeh und Seelen an das »herrliche große deutsche Vaterland' des Hitler mit erschreckendem Erfolg betreiben. Ja, Sieht denn niemand von den Maßgebenden, daß diese Art des Anschlußkampfes viel gefährlicher ist als die Bomben und die Reyolvermethoden Habichts? ... Die getarnten reichsdeutschen Filme hat jeder bewußte Oesterreicher zu boykottieren!'' ■ Diese Aufforderung bezieht sich auf die Erkenntnis, daß gewisse deutsche Filme Hakenkreuzpropaganda machen, nicht aber auf die Tatsache, daß unter , dem. Druck der reichsdeutschen Filmstelle die österreichische . Filmproduktion . zum Sklaven Hitler-Deutschlands degradiert wurde. Erst vor" kurzem kam zwischen der reichsdeutschen Filmkammer und der österreichischen Filmindustrie ein Abkommen zustande, das — wie die Berliner (!) Blätter melden, „zu einer grundlegenden Verständigung auf lange Sicht" geführt hat Die grundlegende Verständigung beißt so viel wie Anerkennung des Arierparagraphen im österreichischen Filmschaffen oder verständlicher gesagt: Unter, der Zustimmung der offiziellen österreichischen Stellen werden diejenigen östterreichlsenen Filme, weiche auch für'den deutschen Markt bestimmt sind, grundsätzlich ohne Beteiligung von Juden hergestellt werden. Der Arierparagraph ist damit für den österreichischen Film legalisiert. Die Oeffentlichkeit ist Uber diese Sachlage nur oberflächlich informiert; die Wiener Tagespresse hat sich bisher nicht der Mühe unterzogen, ihr auf den Grund zu gehen; die mit den Interessen der Österreichischen Filmproduktion betrauten amtlichen Organe nicken zu den Vereinbarungen, welche die Wiener Fümagenten — hauptsächlich „nicht arischer" Abstammung — mit dem Büro des Herrn Dr. Goebbels getroffen haben. Eine reizende Idylle! Aber hinter der Idylle verbirgt sich eine Tragödie für viele hunderte Oesterreicher, denen als „Nichtariern" die Mitwirkung am Filmschaffen versagt ist. Große Talente, anerkannte - Regisseure, erfahrene Techniker, vorzügliche Musiker, die zahllosen jüdischen Statisten und All die Menschen „hinter der Kamera" müssen hungernd, ohne Aussicht auf Aenderung des Zustandes und ohne eine Möglichkeit der Selbsthilfe, zusehen, wie ihre staatsbürgerlichen Interessen von ein paar Um-jeden-Preis-Verdienern mit Füßen getreten und von den amtlichen Stellen ignoriert werden. Wir fragen diese Stellen: Sind Ihnen die Umstände bekannt-, dia dazu geführt haben, daß österreichische .Staatsbürger, jüdischer Abstammung ausschließlich wegen dieser von der Österreichischen Filmprodüktion ausgeschaltet und dem Hunger und der Existenzvernichtung preisgegeben würden? Eine otfizaelle Meldung Wiegle .„Politische Korrespondenz" meldet, ist die deutsch-österreichische - Filmkonvention abgeschlossen worden. Oesterreich darf jährlich 14 Filme nach Deutsch*; land ausführen,- während für Deutschland die z a h I e hmäßig unbeschränkte Ginfuhr nach Oesterreich bestehen bleibt. Die Bestimmungen ües alten Vertrages bleiben aufrecht. Oesterreichs Ausfuhr ist also begrenzt, Deutschlands unbegrenzt. Der Arierparagraph iat im österreichischen Film genau so dominierend, wie tn Hitler-Deutschland. Das ist das Facit des deutsch-österreichischen Filmaustausches. Für Possach TOZERETH HAAREZ Palüstina-Mazzoth, Karmel-Weine und Coenak, Jaff»'Orangen und Grapc-Fruit, Shaman-OIWen und Snlatol sowie Schmid'-Mazzotb, inländische Weine, Sliwowitz und sämtliche Spezereiwaren not nva liefert zu sehr billigen Preisen SAMUEL HALPERN Wien II, FBrrtergasse 8 lÄi,„AÄ Ein Plan fftr 100*000 Siedler Faßt zwei Jahrzehnt« hat der Agronom Doktor Soflkin, der Landwirtachaftsreferent der Judenstaats^ partei, einen Kampf gegen die Form des von Doktor Ruppin geleiteten landwirtschaftlichen Aufbauwerkes der Zionistischen Organisation geführt. Während Doktor Ruppin die extensive Wirtschaft (Getreide, Futterpflanzen) auf großen Flächen favorisierte, trat Dr. Soskin für die intensive Wirtschaft (Gemüse, Geflügel, Eier usw.) auf kleinen Flächen ein. Lauge Jahre konnte Dt. Ruppin mit dem Boden, Kapital und Menschen der Organisation experimentieren und Dr. Soskin wurden keine Möglichkeiten der Betätigung geboten. Heute hat man erkannt, daß der Plan Dr. Ruppins in dem kleinen Lende mit dem teuren Boden, das noch Millionen Men- I-TAßOR5TR-8 sehen aufnehmen soll, fehl am Platze war und daß Dr. Soskin zu 100 Prozent recht behalten h a.t. Wir bringen nachstehend den Plan für 1 0 0.0 0 0 neue Siedler auf dem bereits in jüdischen Händen befindlichen Boden. Er Stammt vom Präsidenten des Jüdischen Kolonistenverbahdes, der großen Fachorganisation Palästinas, von Mosche Smilanski, und ist ein rückhaltloses Bekenntnis zum SystemDr. Soskin. Mosche Smilanski bringt einen Plan, der die Schaffung von 2 0.000 neuen 'jüdischen Intens!v- Wirt sc haften auf nationalem Boden in Palästina vorsieht. D6r jüdische Bodenbesitz in Palästina, meint Smilanski, ist immer noch verhältnismäßig sehr gering. Während bis 1921 auf jede jüdische Seele 8 Dunam (1 Dunam 1000 Quadratmeter) jüdischen Bodenbesitzes entfielen, entfallen heute auf eine Seele nur 3 Dunam. Seither wurden pro Seele im ganzen Einzweidrittel Dunam neu erworben. Man steht vor dem Dilemma, die jüdische Landwirtschaft zu intensivieren oder sie zugrunde gehen zu lassen. Heute bietet die Inten- .. .....i : Vi, Sivwirtschaft kein schwieriges v Problem mehr, da die Möglichkeit der Wasserfindung auf Grund der neuen Technik fast überall gegeben ist. In Obergaliläa befinden sich rund 60.000 Dunam Böden in jüdischem Besitz, wenigstens 40.000 Dunam davon — statt 1500 Dunam heute ■— können intensiv bearbeitet werden. Hinzu kommt der neue Bodenbesitz in Hui eh im Umfang von 35.000 Dunam; mit der Erwerbung von mindestens weiteren 25.000 Dunam in diesem Gebiet i3t sicher zu rechnen, so daß in Obergaliläa rund 10 0.0 00 Dunam intensiv bewirtschaf- .'••«*'&}••- tßfc werden können. Palestt6ne«Sl9a&»i»Snd Co. / Haifa Zur Levante mit Laxusdampfsr Auskunft und Anmeldung: |« « 1, KXBNTNStlRlNa 3 und in allen RötefloUroa In Niedergaliläa umfaßt der jüdische Boden 90.000 Dunam, wovon vielleicht ein Teil intensiv nicht bearbeitet werden kann. Rechnet man aber auch nur feinen Teil des Picä-Bodens in Niedergaliläa hinzu, so könnten auch hier leicht 100,000 Dunam — statt SÖ0Ö Dunam heute — intensiv bearbeitet werden. In der Jordan-Senkung gibt es 20.000Dunam In jüdischen Händen, wovon nur ein kleiner Teil für intensivbewirtschaftung geeignet ist. Doch werden auch hier in kurzem größere Bodenflächen in jüdischen Besitz übergehen; zusammen mit den jüdischen Beisa n- BÖden werden es in der Jordan-Senkung 60.000 Dunam jüdischen Bodenbesitzes sein, wo jetzt lediglich 3000 Dunam intensiv bewirtschaftet werden. Im Tale Jezreel (Emek Jezreel) besitzen die Juden 200.000 Dunam Boden, der sich in kurzem auf 250.QOO Dunam erhöhen wird, wovon mindestens 175.00 0 Dunam sich zu intensiver Bearbeitung eignen. Gegenwärtig werden im Emek bloß 8 0 0.0 Dunam intensiv bearbeitet. Von den ßO.ÖOQ Dunam'Boden im Tale Zebulun werden bloß 00 00 Dunam intensiv bearbeitet. In Samaria und In der Sharon-Ebene besitzen wir rund 250.000 Dunam, wovon mindestens 200.000 sich für intensive Bearbeitung eignen; dort werden , aber hur. 60.000 Dunam Intensiv bearbeitet. In Judäa besitzen wir 200.000 Dunam Boden, der steh ganz für Intensivbewirtschaftung eignet, es werden aber bloß 80.000 Dunam Intensiv bewirtachaftet. J5s kommen weitere 200.000 Dunam 1h verschiedenen Teilen des Landes, besonders im Süden, in Betracht. Da« traurige Resultat ist: Wir beeitsen, abgesehen ■von städtischem Boden, rund 1,250.000 Dunam landWittf echaftlichen Bodens, von dem mindestens Million «ich für intensive Bearbeitung eignet, aber w& 150.000 Dunam intensiv bewirtschaftet werden. Die rea£» liehen 850.000 Duüäm harren noch der intensiven „Äif* lösung". Davon kann man rund 600.000 Dunam für neu« Kolonisation reservieren und auf diesem Boden 20.000 Wirtschaften zu je 25 Dunam intensiv betrtft* Schäften. Die Landwirtschaft heute müsse rationell «Än< sonst hat sie keine Existenzberechtigung. Smilanski schlägt vor, daß der Boden für private Kolonisation parzelliert wird; Jeder WUt« Schaft sollen die nötigen Bauten und ein gutes Bewä«*** rungssystem zur Verfügung gestellt werden. Der Boden soll ein nationaler, d. h. dem Keren Kajemeth unterstellt sein. Ein großes Flnänzinstitut soll die Finanzierung in»« haben. Die Leiter sollen Menschen von weitestem theoretischen Wissen und praktischer Erfahrung sein. Die Häuser sollen an die Kolonisten zu einem entsprechenden Preis vermietet werden, so daß der Kolonist von der Investierung toten Kapitals befreit ist. Bitte spezielle Gesellschaft für Wasserbau soll die Bewässerung zentral durchführen. Auf diese Weise, schließt Smilanki, werde jene neue große Kolonisation durchgeführt werdeft können, auf die das Land und das Volk warten. gllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllEllllllllllllllllllllllll&i 1 Kundmachung f | Die Wiener Molkerei bringt auch heuer I § Pessach-Koschermilch in allen ihren Pilia- | | len zum Verkauf. Die Pessach-Koscher- | s milch wird In ihren Meiereien in Nieder- 5 | Österreich unter streng ritueller Aufsicht 5 | dt r von Sr. Ehrw. Hetrn Rabbiner Dr. M. § a Rosenmann bestellten religiös verläß- S 2 liehen Organe QVTOPtt erzeugt. Jede g a Kanne und jede Flasche ist mit einer Plonv 5 a be, respektive mit einer Schleife versehen 2 5 mit dem Aufdruck «5 hdö itw ihn | a Vom 6. April bis 1*. April in S g allen Verkaufsstellen erhältlich 5 I Wiener Molkerei 1 ** a »siiiiniiiiiiiiiiiifitiHiiiHiiiiiiiiifiiiifiiiiiiitiiiiiiiiitiiiitiiiiiin Wie xu erwarten war ♦ ♦ ♦ Als durch die Weltpresse die Nachricht ging, daii der kommunistische Brünner Rechtsanwalt Dr. Lon* (ein jüdischer Renegat) in die Schweiz gefahren sei und sich David Frankfurter, der unter Anklage der Ermordung des Hakenkreuzf Uhrers Gustloff steht, als Verteidiger zur Verfügung stellen wolle, wurde in der „Neuen Welt" dagegen Stellung genommen, daß eine jüdische Sache für kommunistische Propaganda mißbraucht wird. Die Befürchtung, daß dadurch vor allem den Hakenkreuztern Gelegenheit gegeben wird, eint jüdisch-kommunistische Weltverschwörung zu Konstruieren, hat eich prompt erfüllt. Die Berliner „Bb^se-Zeituhg" schreibt: „Der tschechische Rechtsanwalt Loria, Kronjurist der Komintern in Mitteleuropa, ist nach Chur abgereist, um die Verteidigung Frankfurters, des Mörders Wilhelm Gustloffs, Zu Übernehmen. LoriA hat seinen Auftrag vom .Internationalen Komitee zur Verteidigung Frankfurters' bekommen. In diesem Komitee ist alles vertreten, wa3 einen gut kommunistischen Namen hat. Es setzt sich zusammen aus Vertretern der Liga für Menschenrechte, der Roten Hilfe, der Kommunistischen Partei und was es sonst noch an bolschewistischen Vereinigungen gibt. Loria wollte seinerzeit die Reichsbrandstifter vertreten, wurde aber bekanntlich abgelehnt. Seine Eignung zum Anwalt des Davoser Mörders ist also hinlänglich unter Beweis gestellt. Die Tatsache der Bildung dieses heuen Weltbundes zur Rettung Frankfurters und die Tat&ache,. daß Löria auf der Fahrt nach der Schweiz bei der Wien er Sowjetgesandtschatt vorsprach, darf wohl als eine unmißverständliche Widerlegungder Behauptungen angesehen werden, nach denen Frankfurter angeblich aus freien Stücken, ohne Mithilfe und ohne Auftrag die Mordtat begangen habe. Schließlich widerlegen tschechoslowakische kommunistische Stimmen selbst die Legende vom Einselgängertum Frankfurters, indem sie über die Vergangenheit des Mörders mitteilen, er wäre ifitglied des Geheimbundes .Treue Israeliten4 gewesen und im Jahre 1934 einer antifaschistischen Organisation in Frankreich beigetreten. Im Juli des gleichen Jahres wohnte der Mörder einer kommunistischen Tagung in Moskau bei." So wird um die Tatsache, daß der kommunistische Dr, Loria sich Frankfurter aufdrängen wollte, ein Kranz faustdicker Lügen gelegt und die Weltversohwörung k Ja .Weisen von Zion« ist fertig. Man kann sich wirklich nicht energisch genug wehren, wenn Abtrünnige aus einer jüdischen Sache politisches Kapital schlagen wollen. Von einer erfolgreichen Tournee aus Rumänien und der Schweiz sind die beliebten Melo-Parodlsten wieder nach Wien gekommen, um sich dem Wiener Publikum auf ganz kurze Zeit zu zeigen. EISEN nD°^™ Feinwurst- und Selchwaran« Spezialitäten orth. ^3 in allen Ihren verkaufssteilen Fabrik und Versand: ____Wl«w Hl, Raben«. IS, TeJ. IM4>1<€|