Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 10 (1936)
- Issue
- Heft 549 (27.3.1936)
- Date
- 1936-03-27
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6------- DTE $EÜÜ 97ELT Nr. 549 vom 27. Harz 1336 Vom Toten Meer Scdom und Gomorrha. Der technische Leiter der Kaliwerk© am Toten Meer, Ing. M. A. Novomeysky, hielt im Anglo- Falestine-Club in London einen aufschlußreichen Vortrag über die Mineral schätze des Toten Meeres und ihre Gewinnung. Ing. Novomeysky ging von einer Darstellung der Entstehung der Jordansenke und der geologischen Verhältnisse des Gebietes aus. Das Tote Meer ist im Zuge einer Schichtenverlagerung enstanden, die unter gewaltigen Erdbeben einen von der Gegend des Tanganjika-Sees in Afrika bis nach Kleinasien reichenden Riß bewirkte. Der Vortragende bemerkte hiezu, es gebe genügend wissenschaftliches Material zur Erhärtung der biblischen Geschichte vom Untergang Sodoms und Gomorrhas. Die neuesten geologischen Untersuchungen hätten erwiesen, daß Sodom und Gomorrha am Südendedes heutigen Toten Meeres lagen. Die Asphaltdämpfe, die bei dem katastrophalen Erdriß aufgestiegen sein müssen, können außerordentliche Höhen erreicht und sich wolkenartig zusammengeballt haben. In dem biblischen Bericht von dem Feuer- und Schwefelregen über den beiden Städten sei offenbar die Erinnerung an die Schwefelschwaden aufbewahrt, die bei dieser Naturkatastrophe auftraten. Der Untergang . der Städte muß vom Hermon aus zu sehen gewesen sein. Nachfolgende Erdbeben hätten den Riß weiter vertief t.-Heute wird das Tote Meer zu 75 Prozent durch das Wasser des Jordan aufgefüllt. Das übrige Wasser stammt aus anderen Zuflüssen, darunter auch aus unterirdischen am Östufer, und aus heißen Quellen. Der Min.er alr eich tum des Toten Meeres wird ihm, mit - Ausnahme . der Bromide, durch den Jordan zugeführt, " in.; welchem diese Salze in . nach der Jahreszeit wechselnder- Konzentration gelöst sind. Die Zuflüsse des Tiberias-Sees haben. wenig Mineralbestandteile, dagegen wächst-der Salzgehalt des. Jordans nach dem Ausfluß aus dem. Tiberias-See und Aufnahme der Thermalquellen von Tiberias auf 28 Prozent. Bei dem Lauf durch ,'das Jordantal wird das Flußwasser weiter mit. Salzen , angereichert. Der Salzgehalt . des Toten Meeres --ist siebenmal größer als der des Mit't'elländisrchen Meeres und erreicht fast den S ä 11 i g u ri g s g r a d. Diese Konzentration herrscht in allen ..Wasserschichten " des 1300 Fuß tiefen-Sees. Seine "Mineralschätze sind'somit unerschöpflich. Gewisse Salze sind in solchen Mengen, vorhanden, daß sie für den Weltbedarf von Hunderttausenden von Jahren ausreichen. - Zum Schluß beschrieb der Vortragende im einr zelnen die Gewinnungsmethoden und betonte, daß zu den Endprodukten . die wichtigsten' Düngemittel, Phosphate, Salpeter, und Kali, gehören, die in der ganzen Welt Absatz finden. Führend in der Verwendung künstlicher Düngemittel. ist Holland. England verbraucht jetzt zwar dreimal „ mehr an Kunstdünger als bis vor kurzem, ..trotzdem beträgt der englische Verbrauch erst ein Sechstel des holländischen. Bei der Beantwortung der Fragen, die im Anschluß an den Vortrag gestellt wurden, teilte Ing. Novomeysky mit, daß in den Werken am Nordufer des Sees etwa 1-5 0 Araber und 2 50 Juden beschäftigt sind. Bei den Werken, die jetzt am Südende des .Sees errichtet werden, sind vorwiegend arabische Arbeiter beduinischer. Herkunft beschäftigt. Bemerkenswert sei, daß.;es niemals zu irgendwelchen Streitigkeiten zwischen jüdischen" und arabischen oder beduinischen Arbeitern gekommen ist, obwohl es,- wiie Ing. Novomeysky unter allgemeiner Heiterkeit hervorhob, wiederholt Auseinandersetzungen ■ zwischen Juden unter sich, einerseits und Arabern, unter sich andererseits gab. Im nördlichen Betrieb seien alle Arbeiter gut untergebracht» zufrieden und leben gut miteinander. Dasselbe sei im Süden der Fall. Die dortigen beduinischen Arbeiter benützen allerdings ihre Ersparnisse dazu,, sich: eine Frau und-dazu ein Gewehr, Munition und ein Kamel zu kaufen. Auf weitere Fragen gab Ing. Novomeysky .-Auskunft, über, die Gewinnung von B.adesalzen als Nebenprodukte. KINO-PROGRAMME KREUZ-KINO . .. I, Wollzeile 17 Telephon R -24- 2-16 Vorstellungen: *, %6, %*, %10 SCHAFFER VJ, :M2irIahilferstraße 37 'v.'.iielephpn' B-20-203 ' 6*gjmi'**, %10 Eine arabische Stimme I At*& tuffe* «fo um MäimMt Gegen den Chahvinlsmus Aua Jerusalem: Das arabische Blatt „Marat el-Scharak" bringt In seiner letzten Nummer einen interessanten Leitartikel üBer das jüdisch-arabische Problem in Palästina. „Es ist eine Bestimmung des Himmels", schreibt das Blatt, „daß Palästina auch für die Juden ein heiliges Land ist. Auf den Bergen Palästinas wurde ihnen und der ganzen Welt die Lehre gegeben. Hier offenbarte sich die Gottheit dem jüdischen Volke, hier lebten und wirkten seine Pro* pheten. Können wir den Juden sagen, daß sie ihre Geschichte, ihre Helden, Propheten und Könige, ihre Sprache und ihre religiöse und nationale Verknüpfung mit diesem Lande vergessen und eine andere Zufluchtsstätte suchen sollen, die sie aus der Zerstreuung wieder. vereinigen soll? Werden sie aufi uns hören und unsere Forderung \erfullen,' besonders* nachdem sie in den zweitausend Jahren ihres Umheran den SEDERABENDEN im Restaurant A.BARSCH AK Wien II, Große Schiffgasse 3 # Telephon A-46-4-39 unter Aufsicht Sr. Ehm. Herrn Rabbiner Josef Babad Berühmt seine ungar. Weine, Palästina-Weine, Met, SUbowitz, Kognak von S2.—per Liter aufwärts. Besonders empfehlenswert: Saine streng Kotehera Küche nos nwD Sorela^ sparsam Filme der Woche (Nachdruck nur mit Genehmigung des Blattes), Oesterreichs Katharina die Letzte. Palästina! Land der Verheißung Luzerne? Kongreß. , Frankreich: Die klugen Frauen -— Blutsbrüder! 1918 — Schwarze Augen — Die Liebesgasse, von Marokko* England: Gespenst auf Reisen, I Italien: Lorenzino di Medici. I Amerika: Casino de Paris — Der schwarze ^1 Engel — Captain Blood — Wüschelkopf — Die neue Zeit . 1 — Anna Karenina — Es geschah in einer Nacht — David SO OÜ& S<MÖUH1Z\ ^^SiHÄa^Hcte^l wanderns und ihrer Not keinen Augenblick ihre Verknüpfung mit dem Lande ihrer Väter aufgegeben haben? Genau so wenig, wie von den Arabern, die 1300 Jahre mit dem Lande verbunden sind, kann man von den Juden fordern, daß sie die Verbindung mit dem Lande aufgeben sollen. Es ist eine Bestimmung des. Himmels", schreibt das Blatt weiter, „daß England am Weltkrieg teilgenommen und sich des jüdischen Kapitals, des jüdischen Einflusses "bedient hat. Eine Bestimmung des Himmels ist Englands Verpflichtung, in Palästina ein jüdisches Nationalheim zu errichten. Ob wir es wollen oder nicht, es ist eine Tatsache, mit der man rechnen-muß. Man muß sich der Wirklichkeit anpassen. Das Unglück' WILTRA bester Slibowitz, Pessadv Weine, Teehandlung ■ .'<hnp IX, Porxellangasse 64 / (Bei FranxJosef»Bahn) ist, daß Gott die palästinensischen Araber nicht mit ergebenen, .weitblicken'dfe.n. Führern gesegnet hat. Unsere* heutigen Führer /sind in jeder Hinsicht schwache Menschen. Daher ihr Extremismus. Die arabischen Führern glauben, »daß sie . „durch Ablehnung jedes XJebereinkommens mit den. Judjeii und' den Kampf gegen sie und'die Mandatarmacht ihre national« Pflicht. erfüllen. Ihre Rechnung ist falsch, Durch ihre'Politik geben sie den Juden die Möglichkeit; sich im Lande festzusetzen und"''den. Boden und ..das wirtschaftliche und politische Leben des Landes immer mehr zu beherrschen. Sie zwingen durch ihren Extremismus England, die Juden zu. fördern." Das Blatt wirft den arabischen Führern Strebertum und die Absicht vor, sich auf Kosten der arabischen Gesamtheit persönlich zu bereichern. „Was .wird"* so fragt das Blatt, „aus den Arabern in den nächsten zehn. Jahren^ werden^ wenn es nicht bald zu einer Aenderung in der Führung, der Araber und in ihrer Stellung zur Zionistischen Bewegung kommt?." K.........MM...............>........MM»<MMM<Mli SIEGH. KORNMEHL dROSSFLEISCHHAUEREI Zentrale: IX.. Berggasse 19. Tel. A-17-5-99, u. A-16-9-34 Lieferant für Heilanstalten Abteilungen für iff>Flelich unter Aufsicht des Ehrwürdigen R&bbisate der Isr. Kultusgemeinde [Wien Autoxustellung kostenlos;: lx„ Berggaise 15 ✓ XVIII., Währlngerstr. 9? \ *MMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMM> Spencer Tracy, Virg. Bruce mit Robert Donat und Jean Parker $T AF A, VII iAarl ahi if erstra 8e 120 Telefon B-8S-0-68; Wochentags: 5, 7,.9 Uhr IX^V^ringer^raße. 12 Telephon Ä-18-3-96 Beginnt *, **, Vt9, ttio Von neuen filmen Korngolds Musikbearbeitung von „Captain Blood" per bekannte Wiener Komponist, der nach „Sommernachtatraum" von der Warner Broa engagiert wurde, hat'auch zu dem letzten Michael-Kertesz-Fllm die Musik nach klassischen Motiven zusammengestellt, teils auch selbst komponiert. Die Titel- (rolle spielt Errol Flynn',- seine-Partner sind-Ollvia de Havlllähd, Lionel Atwal. Basil Rathbone und Roß Alexander; Premiere heute Freitag im Schweden-Kino. Marlene Dietrich in „Desire'* In ihrem neuesten Pararaount-Film „Desire'^ -dessen' Wiener Uraufführung In kürzester'Zeit stattfindet, hat Marlene Dietrich einebesonders interessante Rolle, die es ihr ermöglicht, ihr vielfältiges Können zu zeigen. Der Film wurde bekanntlich unter der künstlerischen Oberleitung Ernst Lubitschs von'Frank Borzage inszeniert. Der Partner der Dietrich ist Gary: Ctfoper. Die neuen Schlagerlieder, die die Dietrich zu singen hat, stammen yon,'. Friedrich Holländer. Montag Chaplin-Premiere im Apollo ■ " Die Wiener Uraufführung des'CharlJe-ChaplinrFilms „pie heue'Zeit" findet Montag um %10; Uhr abends im. Rahmen einer Festpremiere im Apollo statt. Der Vorverkauf hat» an'allen drei Kassen des Apollo sowie bei M. Neumann (Kärntnerstraße) begonnen. Der neue, Paul-Muni-Film Die-Lebenageschlchte -eines1. A/tztes,;' der. durph. die Not Verbreehern in die Hände" getrieben und von. ihnen mißbraucht wird, schlldrt die- Ve^ümurig des Überaus spannenden Romans: jSD r.; S q Jtr.a t e's" ygn; W.: R.' Burnett, In der. Hauptrolle Faul Muni, geschah Cooperfield — Zeig' kein Erbarmen — Spezialagent —* Oberarzt Dr, Monet — Schwarze Fahnen über China. Filme unter Arierparagraph Die selige Exzellenz — Ich hab» mein Herz in Budapest verloren — Krach im Hinterhaus — Fährmann Maria — Madame will nicht heiraten — Der ahnungslose Engel. — Die weiße Frau des Maharadscha — Heißes Blut — Stützen der Gesellschaft — Michael Strogoff, der Kurier des Zaren — Die Leuchter des Kaisers — De* zuletzt küßt — Rendezvous in Wien — Donogoo Tonka — Der Favorit der Kaiserin— Mädchenjahre einer Königin — Liebe fängt beim Walzer an — Rendezvous in Wien —* Kirschen in Nachbars Garten — Ich sehne mich nach dir — . * . und es flüstert die Liebe — Traumulus —Mazurka; — Im weißen Rössel — Vergißmeinnicht. Gegen die Judenhefze in Polen Aus London: Der polnische Außenminister Obersfi Beck hat in London eine Abordnung des Welt Verbandes der polnischen Juden im Ausland empfangen und mit ihr über die judenfeindlichen Unruhen in .Polen und die wirtschaftlichen. Auswirkungen des' Gesetzes'.gegen 'das * S.ch ä c h t'en' gesprochen;' Außenminister Beck gab seinem Bedauern über die judenfeindliche Propaganda und die Ausschreitungen Ausdruck und erklärte,, die Regierung treffe energische Maß-* nahmen zür^ Unterdrückung -dieser Erscheinungen» Außerdem gab der Minister bekannt,, daß von der Regierung; Pläne zur Unterstützung jener jüdischen Gemeinden erwogen werden, die infolge des teilweisen- Verbots der Schechita eine Kürzung ihres Einkonimena. durch Ausfall der Schächtgebühren erleiden. * . . Aus N,6w York: Einflußreiche .amerikanische Politiker, Mitglieder des amerikanischen Kongresses, haben Telegramme an den American Jewish Congress gerichtet, in denen sie ihrem Bedauern über die antisemitische Welle in Polen und die bedrängte Lage der polnischen Juden Ausdruck geben. Es wird die Hoffnung ausgesprochen,, daß bald wirksame Maßnahmen getroffen werden, um die Sicherheit der polnischen Juden zu gewährleisten. Solche Telegramme sind u. a. von dem ehemaligen amerikanischen Finanzminister: Senator Herberfc Wagner, von den Senatoren Key Pittmann, Carter Glass und -William G. McAdoo, von den Mitgliedern des Repräsentantenhauses McCormack und John Dingell, sowie anderen prominenten nichtjüdischen Persönlichkeiten eingetroffen. Aus Paris: Der Verband der polnisch-jüdischen Gesellschaften in Paris beschloß, dem Völkerbund eine Petition gegen die ariti jüdischen' Unruhen in Polen zu überreichen. Weitere Anschläge Aus Warschau: Eine Polizeipatrouille entdeckte \ vor der Synagoge in Otwock . bei Warschau, eine Höllenmaschine mit Uhrenmechanismus; Die Maschine wurde beseitigt, bevor sie Unheil anrichten konnte. Auch in der Warschauer Vorstadt Gozlawec hat. die Polizei eine in ein. jüdisches Haus geschmuggelte B o m b e ] unmittelbar vor der Explosion beseitigen können. — In Korczew bei Warschau haben Nationalsozialisten; die Wohnung des Abraham Brom berger demoliert und dessen Sohn schwer verletzt. . ' Aus Krakau: Am Montag traten die Krakauer Arbeiter in den Streik, um gegen Maßnahmen der Pölizei ' zu protestieren. An zwei Stellen kam es zu schweren Zusammenstößen zwischen Polizei und Streikenden. Die-Polize'i machte" von der Waffe Gebrauch, sechs Streikende wurden getötet.- The Th« ASHRAI BANK C00P.S0C LTD. P. O. B. 199, Telephone 19:3/1964. Cable fnl flnm . address: „ASHRElBANK" TELAVlV . IßMlvIV Ausführung sämtlicher Bankgeschäfte 'i Spezialabteilung für palästinensische und ausländ. Wertpaplere/ErteiiunRvonlnfo;mationen fürNeueiuwanderir PALESTIHE ASHRAI BAHR LTD. Hadar Hacqrmel, P.O.B. 950. Telephone 344 Hnfhi Cable address: „ASHRA13ANK" HAIFA RUllU Korrespondenten, für Creditanstält, Wien - Oestenelch: Oesteirelcbische