Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 10 (1936)
- Issue
- Heft 549 (27.3.1936)
- Date
- 1936-03-27
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. m vom 27. März 1Ö36 »• ■.....■'■■ * ■ •...... < *■ .- f ■ ■ - DIE NEUE WELT 'Ä^.V.v'''. .. Seite ÄJ i. Ii. AUS PALÄSTINA i' Araber beeilen 9lch mit dem Verkauf von Boden ' Aua Jerusalem (J. T. A.): In der letzten Zeit ist eine starke Belebungauf dertt Gebiete, des Boden* Kandels in P a I ä «t i ri a zu verzeichnen. Viele,Boden Äaltiende Araber beeilen sich, Teile ihres Bodens, die aie nicht bearbeiten können, zu verkaufen, weil sie furchten, daß nach'Inkrafttreten der angekündigten Bod«n verkauf sbeschränkungen ihnen der Verkauf verwehrt sein wird. Arabische Bodenbesitzer erklären, daß die Bodenpolitik der ilegierung ihre Interessen schädigt. Viele Araber haben ihren Boden bei den BJffettdis verpfändet und befürchten nun, daß nach Inkrafttreten der Bodenverkaufsbeschränkungen sie nicht mehr in der Rechenmaschinen 8""",e'""" imtft Friti Igel. III, Radetzkystraße 7 Tmehdil: U-19-4-95 Lage sein werden, ihre Schulden zu bezahlen und in eine Art Hörigkeit gegenüber den Effendis verfallen werden. Die unter den arabischen Bodenbesitzern jetzt Herrschende Verkaufstendenz hat ein Sinken der Boden preise mit sich gebracht, . .. » ', * Von maßgebender Stelle in Jerusalem wird mitgeteilt, daß das Hauptbüro des Keren Kajemeth soeben eine Bodentransaktion durchgeführt hat, die zu den größten der letzten Jahre gehört. Der Keren Kajemeth bat rund 4 0.0 0 0 Dun am Bö den' neu in seinen Besitz gebracht und bereits eine Anzahlung von 8Ö.000 Wund geleistet. Aber erst nach Zahlung der Reetsumme wird die Transaktion als abgeschlossen gelten. Zur Beschaffung dieser Summe hat der Keren Kajemeth für den Mönät Mai d. J. eine einmalige große Sammelaktion pro* klamiert; für die alle nationalen jüdischen Kräfte mobilisiert werden. Ilillific Klingen sind billig. Sanft, gründlich, rassig und preiswert-. ist natürlich nur Die Mörder Abraham Goluthmans verhaftet Aus"J eritrwrl e m: Biwe^nach TulkareW?entaandte Sonderpolizeiabteilung hat einen gewissen Hohämmed G>tf m b feV unter 'der Beschuldigung, - ah der' E r m o rd u» g. des jüdischen Kolonisten Abraham G o l u t h man anläßlich'-eines Angriffs einer Bandeauf eine' vorbeifahrende Autobusgesellschaft teilgenommen zu haben, verhaftet. Cumber legte bereits ein Geständnis ab und nannte einige Komplicen, die gleichfalls verhaftet werden konnten. her Orangenexport Palästinas .. Aus Jerusalem. .(Palcor):. Bis zum 8. März d. J...wurden aus. Palästina 5,19 3.618 Kisten Orange n .ins, Ausland exportiert. In der gleichen Zeit des Vorjahres. betrug die Zahl der. exportierten Kisten prangen 5,607.532. Die Beduinen für den Council Aus Jerusalem: Die Beduinen von Beer Schewa haben eine Versammlung abgehalten, in der als ihr Vertreter im künftigen Legislative Council Scheich Park-Abu Stein nominiert wurde. Es ist dies der erste für den Legislative Council designierte arabische Vertreter. NACH POLEN ZU OSTERN und sonstigen Terminen — billig und bequemt In Vorbereitung: Um S 30. - Z w I w o c h e n- Pahrt«n In ganx Polen. Auskünfte: Dr. S. TOCKEft Wien IX, llechtenstclnstr. ä, Tel. A.14-504 („in die Welt") . Zwischen der Regierung und den Führern der fünf arabischen Parteien werden Seit einigen Tagen Verband-' lüttgen'geführt, über die der Schleier des Geheimnisses gebreitet wird. Man glaubt, daß es dabei um wichtigste Palästina-Probleme, wie Legislative Couttttil, jüdische Einwanderung und Boden verkauf sv erbot ' geht. Im Gegensatz zu der bisher geübten Praxis halten sich die arabischen Führer davon zurück, die Presse zu informieren. Die unabhängigen arabischen Zeitungen fordern sofortige Veröffentlichung von Mitteilungen Uber diese Verhandlungen. Neue archäologische Entdeckungen Aus Jerusalem (Palcor): Auf dem Skopiis, im Bereich der Hebräischen Universität, wurde eine Höhle entdeckt, in der Gräber aus der Zeit vor der Zerstörung des Zweiten Tempels gefunden wurden. Die Ausgrabungen, die unter der Leitung Professor Dr. E. L. Sukeniks von der Hebräischen Universität durchgeführt wurden, förderten wichtiges Material zu Tage. Die Höhle wurde gereinigt und geschlossen. — Bekanntlich befinden sich auf dem Skopus, im Bereich der Hebräischen Universität, einige solche Höhlen- In einer von ihnen (der Nikanor-Höhle) wurden die Gebeine' I. L. P ins Hera beigesetzt. , wotm... im Haushält von zehntau senden Wiener Juden zu P&SSAGH immer wieder m Jtimiä-tkMMtU" und Schmidls Mazüoth.Grieß sowie Mazzoth-Farvel verwendet werden? mJdmidl-HiaeMtV die unter streng orthodoxer Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn .■ / Öberrabblner Babad erzeugt werden, den verwöhntesten j Ansprüchen genügen und den nebenstehenden ZEHN GEBOTEN entsprechen. VectoHpeH Sie die neue/ tesohdec* sdunockUofte ^f«e^^We^ y 3/^e^4^e#^ / ZENTRAL!i N. BRODETZKY II, LaopoldtgaMe 43, Tal. H.40.0.M, K-6«>a.M, A.4S-4-48 Die 10 Gebote: rtSchmidl-Maizoth" 1. Sind > seit mehr als 40 Jahren beliebt. 2. Haben einen besonders feinen Geschmack. 3. Sind' sehr leicht verdaulich und bekömmlich. 4. Werden nur aus den feinsten Mehlen erzeugt. $. Sind hygienisch und in Kaachruth einwandfrei! 6. Werden nach einem besonderen verfahren hergestellt. 7; Werden ' in peinlichst reinen Räumen erzeugt! 8. Von Facharbeitern deren Sauber- , keit überwacht. 0. Der erstklassige Fachmann und Fabrikant N. Brodetzky. 10. Schmidl-Mazzoth sind garantiert frisch (Erzeugung 1936). Achten Sie im eigenen Interesse bei Einkauf von Mazzöth-Grieß besonders auf die Marke „Schmidl«! dUlduHfeH m* Huna du Juden Vortragsabend Ludwig Hardt Es tut nichts zur Sache, daß die Ankündigung irreführend war.'Humor der Juden! Nicht der Golushumör, nicht der Huhior des „Zwei'Juden begegnen einander . . .", der sogenannte Kaftan- und Jargon- Iiumor zog den Zuhörer in den Vortragssaal zu Ludwig Hardt. Man weiß ja von ihm, daß er Dichter liest und' nicht „Witze" erzählt. Aber das Programm in seinfcm inneren Gehalt — ob Heine oder Attenberg oder , sogar Scholem Alechem — gab wohl kaum die Möglichkeit, aus dem Quell des jüdischen Humors zu trinken. Da aber Ludwig Hardt, außerordentlich im intellektuellen Willen und schöpferisch im vitalen Selbsterleben, wohlbewandert ist in allen Bezirken der Weltliteratur, bewahrte er sich vor dem Abstieg ins Banale und rettete so seinen Ruf als literarischer Feinschmecker. i ©toeiferefte > jitrifäjett bett Söhnen ftnb oft btc Utfa&t fiDlen?2^önl)getuä)8; bief ärger ift tS, toenn bie «Sbeiferefte tn guiiluiS üBe'rge^en. &ilbet fid) bann Mdjfättrc, btc ben fc ,*tDareit ßa^nfdjmclj ^etftört. Saturn abends als Letztes bor bem (Schlafengehen bie ©beifetefte aus bm 8aTft$otfä)m&umtn bvixä) atünbttdje Reinigung mit Q^Iotobont-^npafk entfernen. Morgens als Erstes b\t ßri^ne mit (5§Iotobont*3a!)nhafte |mfeen, beten töfttldjer ^fcfferntinjgefdjmod1 nod) lange nad) bem .öJebtaud). ctn.QJefü^t ber JJrifd)e unb ©auöetfeit im plmü ^ttttertä^t. &fj(örobont, fd)äumenb ober nidjtfdjäumenb, Beibe Qualitäten finb afeidj gut. XuBe S —.90. Pefterretd)ifd)e$' ^tgcu^rttS. 3 Spritzer Chlorodont-Mundwasser in das Mundspülglas erhöhen die 'etfrUchende Wirfatnp der regelmäßigen Zähn-i iind Mundpflege mit ChlOrödont. '.'In,Wien, wo seine Popularität nicht so. groß ist wie in Deutschland, kann man noch einiges Neue, über sein Naturell und seine Technik sagen. Man kann seinen Hang rühmen, das Dynamit jeder Dichtung zur Explosion zu bringen, Nebenmelodien aufzuspüren und sie kontrapunktisch gegen die Hauptfigur — musikalisch gesprochen — zu verwenden. Das Dämonische bändigt er und erfindet es, wenn es nicht vorhanden ist. Die Spannungen zwischen Hart und Weich, Forüsshno und Pianissimo löst er mit graziöser Willkür. Das geschieht so, daß er seine stimmlichen' Werte durch eine, oft schrullig anmutende Geste unterstützt, wobei diese oft den Klang und das Wort überwuchert. Man muß ein scharfer' Hörer und Schauer zugleich sein, wenn man seine „Arbeit" auf dem Podium restlos genießen will. Manchmal ist Hardt selbst in die Bravour seines artistischen Talents verliebt und kokettiert mit ihr, während das Publikum als. Zu h ,ö r e r und Zuschauer seine Extravaganzen auf dem Podium bewundert — wie einen Virtuosen,' döm ein besonders schwieriger Griff auf seinem Instrument glücklich gelungen ist. Und er selbst, Hardt, lacht sich buchstäblich ins Fäustchen, mit einer leichten Verachtung für das Publikum, das seinen Rättenfängerkufiststücken aufgesessen .. Bei Heine beispielsweise arbeitet er in der Episode des Moritz Lümpchen aus den „Bädern von Lucca" die Ironie heraus, nicht aber tiön Weltschmerz und das tränenreiche Lächeln, das hier alles versilbert Er unterlegt Stellen einen Sinn, den der Dichter wahrscheinlich nicht anstrebte, "nur um der Gelegenheit willen, seinen artistischen Leidenschaften zu frönen, sein zu Exzessen geneigtes" Temperament aus sich herausströmen zu lassen. Er wischt den zarten Blüten-- staub, von.den Skissen A11 e n b e r g s und . verhilft ihnen so zu Humor-Wirkung, obwohl Altenberg nicJit Humor, sondern Sentimentalität hat. Er entlarvt ihn und die anderen. . (< Scholem Alff'chem! Das Kapitel aus „Tewje der Milchiger", das1 Hardt las (er gab nicht den Uebersetzer aus dem Jiddischen ah), ist kein Exempel für Scholem' Alechems Humor, obwohl in allen „humoristischen:" Stücken dieses einzigartigen unter den" Dichtern der Weltliteratur Humor steckt, Tewje stellt, eine ewig gültige Figur im jüdischen Galut-Schicksäl vor. TJin. auf einen Anlaß zu humoristischer Wirkung herabdrücken, heißt, Scholem Alechems dichterische Absicht und Vorstellung von der metaphysischen Haltung des Judentums in der Welt verkennen. Der gelesene. Ausschnitt (Tewje erzählt, wie er Milchhändler wurde) bestärkt alle Scholem- Alecheji\-Kenner und ^Verehrer in ihrer Ueberzeugung, daß das, was, das wesentliche Schölem- Alechemsche ausmacht, durch andere Mittel als dieT der Sprache allein transponiert werden muß; daß, wenn überhaupt, eine deutsche Sprache erst geschaffen werden müßte, um. die Üeber- und Untertöne der Diktion Scholem Alechems auch nur andeutungsweise, hörbar zu machen. Es ist also nicht Ludwig Hardts, Schuld, daß er Scholem Alechem beim, deutschsprachigen Hörer j keinen guten Dienst erwies. Natürlich war auch hier Ludwig Hardt nicht auf: dem Trockenen. Sein Verständnis für Gedanklich-Anschauliches gab. ihm plastisch-akustische Möglichkeiten, so daß ein Schimmer von Scholem Alechems humoristischem Genie. sichtbar wurde ~ trotz Ber* linerisch-Schnoddrigem und Jargorihäftem. Wie immer-man sich .zur Persönlichkeit. Ludwig Hardts stellen, mag, beziehungsweise zum. „Genre" seiner Rezitationskunst,- mußmän bekennen,;daß er vieles, was die Berufsliteratur und die banale Oberflächlichkeit der zahllosen Rezitatoren verstauben ließ, mit revolutionärem Elan lebendig . macht und eine . Technik anwendet, die das Zarte und Dämonische, das Sublime und Groteske in allen Registern von. Rilke bis . E. T. A. Hoff mahn bewältigt; Qualis artifex! Biblisches Im „Jüdisch 6n Kulturtheater" las Ludwig Hardt Biblisches aus der. Bibel und aus der Weltliteratur. Heines „Memoiren des Schnäbelewopski'* (Der Tod des jungen Simon) geben dem Rezitator , die Möglichkeit, die sprachlichen und milieuhaften Kontraste wirksam herauszuarbeiten. „Bileänv und der redende Esel" las Hardt antik, Jakobs Begegnung mit Rahel aus Th. Manns' Josef-Roman-in einem eigenen expressionistischen Stil, wuchtig-überzeugend Gedichte von Rilke, Heine und die Geburt der Söhne; Jaakows in der Uebersetzung Buber-Rosenzweig. Di« biblische Sprache, zwingt zu Zucht. Hardt unterwarf sich ihr, war nur dort explosiv, wo die Gewalt des Geschehens es gestattete. — Man feierte ihn hier also rechtens. o. r. In« Ii» ausländische Hausbesifse» verwalten ihre | WIENER HAUSER 3S ™PB^n™™-,"—"B""IIIB,IB" durch behördlich konz. Realitätenkanzlei 1 Dr. MAIR PAIS H§ Wien 1^ Front'Joiets.Koi 1, Tal. u H . , E r § t k 1 a s s i g e. R e f er en zenl IliiillilllBIII S