Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 10 (1936)
- Issue
- Heft 547 (20.3.1936)
- Date
- 1936-03-20
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 547 vom 20. Witz 193« Zi'oiusten I tu ernster Stande tritt die Zionistische Exekutive an euch mit der Forderung her*«, dleSohekelaktlon dieses Jahres ungesäumt zu beginnen und mit erhöhter Energie durchzuführen. Der gefährliche Angriff der fcalästina-Reglefting auf dfe Hechte trnd ßntwlcklungsfrelheit des Jischmvs einerielts und die BedröHung der Grundlagen unserer Bewegung dttreh ein© GnipJX, welche die Organisation verlassen hat» andererseits, legen die Pflicht auf, in diesem kongreßlosen Jahre mindestens die gleiche SchekelzaJil tu erreichen, wie im vergangenen Kougreßjahr. B* ist der Unfug eingerissen, daß viele Zionisten die Erfüllung der ersten zionistischen Pflicht, den Schekel zu erwerben, im kongreßlosen Jahre verab* säumen. Dieser Zustand ist unerträglich. In völliger Verkennung der hohen Bedeutung des Scheitels als Bekenntnis zum Zionismus hat sich in weiten Kreisen der Bewegung die Meinung festgesetzt, der Schekel sei lediglich ein Mittel, um sich das Wahlrecht fcum Kongreß . 7.u sichern. Das Ist eine unserer großen Bewegung unwürdige Anschauung. Auch bringt sie eine Zerrüttung der Finanzen unserer Organisation mit sich. In schicksalsschwerer Zeit ist es behendere Pflicht aller Teile der Bewegung, den Wert des Schäkels als Ausdruck des zionistischen Bekenntnisses und der innigen Verbindung mit der Zionistischen Organisation wieder zu voller Geltung zu bringen. Zionistenf Erwerbet und verbreitet den Schekel! Bekundet so die Treue zur Organisation, stärket die Beihon unserer Organisation, damit sie den schweren Kampf, den Ihr die Feinde unserer Bewegung aufgez^vangen haben, mit Erfolg bestehe. Die Landesschekeikomndssion: Dr. A. Groß (Allgemeine Zionisten), Obmann; A. Drimmer (Binjan Haar.cz), Obmcnnstellvertreter; Fritz Richter Judenstaats-Zionisten), Obmannstallvertreter; I. Müller (Allgemeine Zionisten); R. Niedermajer (Radikale Zionisten); H. Klausner (Misrachi); A. Lewit (Allgemeine Zionisten); Dr. P. Mayer (Binjan Haarez); J. Schein (Adolf-Stand- Klub). * Montag, den 23. d. AI., um 8 Uhr abends, findet im Restaurant Kadrmann, Prater, eine Massenversammlung, von allen zionistischen Organisationen Wiens veranstaltet, statt, in der das Mitglied der Exekutive der Z. O., Raw J. L Flsohmann (Jerusalem), über das Thema «Die gegenwärtige Lage in Palästina" sprechen wird. Außerdem werden In dieser Versammlung Vertreter aller Zionistischen Organisationen Wiens das Wort ergreifen. — Juden Wiens, erscheinet in Massen! Ubernahmsanzeige! Teile dem geehrten Publikum mit, daß ich das Familiencaf6 FÜrStQntfiOf 9 II, PraterslraBe 25 übernommen und nach vollständiger Renovierung Samstag, den 14. März, 4 Uhr nachmittags eröffnet habe.; Es wird mein Beslreben sein, das in meinen Vorgänger gesetzte Verirauen zu rechtfertigen. ■ Hochachtungsvoll Leo Meixner Verband d* Juden§faaf szioni§ten Am 21. d. M. findet die Eröffnung des neuen Heimes der Sektion Prater statt. Das neue Heim befindet sich II., Erlafstraße 5, Sonntag, den 22. d. M., um 10 Uhr vormittags Parteiratssitzung und Abrechnung des Machzit Haschekel.. Sektion XIV./XV. XV-, Schanzstraße 32. Dienstag, den 24. d. M., um halb 9 Uhr abends: David Nebenzahl: „40 Jahre politischer Zionismus." Zentralheim, I., We'rdertbrgasse 14. Mittwoch, den 25. d. M'., um halb-9 Uhr abends: Radio- und Konzertsanger Segall-Rosenbach: Jüdischer und hebräischer Liederabend. Judenstaatsjugend. Bei. der am 15. d. M. stattgefundenen Generalversammlung wurde Ch. Abraham Kupferberg zum Obmann gewählt. Die Leitung besteht aus folgenden Chawerim: . Adler Ernst, Abend Moritz, Ing. Fränkel Fritz, Garfunkel Samson, Hager Juda, Hager Mendel, Kolb Fritz, Kolben Alfred, Lewin Ossi, Neger Max, Stekel Edmund, Zuns Chaskel. Revisoren:' Erna Lederer, Josef Grünberg. Am 28. und 29. d. M. findet die Landeskonferenz statt. Eröffnung Samstag, den 28. d. M., um halb 9 Uhr abends im Festsaal des Hotel Continental. Sonntag, den 29. d. M., im Zentralheim, L, Werdertorgasse 14. Sektion XIV./XV., Schanzstraße 32. Sonntag, den 22. d. M., um 7 Uhr abends Heimabend. Programm: Schönberg, Wachsmann (Violine), Schloßbeutel (Gesang), Lilli Halpern (Klavier). O' PTIKEft RUDOLF HAAS & C« WIEN II, PRAfERSTRASSE 32 SPEZIALIST FOft BfttLLENOPTlK Aus aller Weif Umbildung der Berliner f udengemeinde Aus Berlin: Ber Vorstand der Jüdfsehen Oe« meinde 2ü Berlin teilt mit: Infolge einer Anordnung* des Herrn Staatskommissars für die Hauptstadt Berlin hat der Vorstand der Jüdischen Gemeinde zu Berlin eine Umbildung erfahren. Es mußte die Zahl der j Vorstandsmitglieder der Fassung des § 31 des Gesetzes vom 23. Juli 1847 angepaßt und demgemäß auf 7 herabgesetzt werden. Dem Vorstande gehören nunmehr drei Reiigiö«• Liberale (Stahl, Rosenthal, Fuchs), drei Zionisten (Klee, Kareski, tuchler)' und' ein Konservativer (Schoyer) an. Auch das Präsidium wurde ^konstituiert. Ihm gehören als Gemeindepräsident Direktor Heinrich S t a h 1, als erster Vizepräsident Dr. Alfred Klee und als zweiter Vizepräsident Adolf Schoyer an. Ausländische Juden nach Biro-Bidschan Aus New York (J. T. A.): Aus Anlaß der Mitteilung der Regierung der Sowjetunion, daß im Verlauf des Jahres 1936 in dem autonomen jüdischen Rayon Biro- Bidschan im russischen Fernen Osten auch tausend ausländisch c. jüdische Familien angesiedelt werden sollen, gab das Amerikanische Komitee für die Ansiedlung von Juden in Biro-Bidschan. ein Diner zu Ehren des russischen Botschafters in Washington, Alexander A. Trojanowski, bei dem der Vorsitzende de.3 Komitees, William W. Cohen, erklärte: Wir hoffen, daß das Experiment der Ansiedlung von Auslandsjuden so befriedigend ausfallen wird, daß In Zukunft eine Erhöhung der Quote der Neusiedler für Auslandsjuden Platz greifen wird. Das Komitee nimmt die Pflicht auf sich, die hauptsächlich aus Polen und mitteleuropäischen Ländern z\t holenden Neusiedler zur Reise abzufertigen und der Sowjetregierung für jede dieser Familien 2 0 0 Dollar als Beitrag zu den Sicdlungskosten zu leisten. — Mit dem Dinner wurde der Feldzug zur Aufbringung von 350.000 •Dollar in den Vereinigten Staaten zur Ansiedlung von Auslandsjuden in Biro-Bidschan eröffnet. 3000 jüdische Familien obdachlos Aus Kaunas: In Kaunas, der Hauptstadt voa Litauen, sind die .Altstadt und mehrere Vorstädte überflutet, manche Häuser stehen bis zum Dachfirst uutejc Wasser, viele andere wurden zerstört oder weggeschwemmt. Von der jüdischen Bevölkerung der litauischen Hauptstadt sind etwa 3000 Famlien obdachlos geblieben und haben ihre letzte Habe verloren. Das Elend ist ungeheuer groß. GRABSTEINE in würdiger Form aus den Werkstätten WULKÄN & NEUBRUNN III, Rennweg 110 St. Marx Seit 1892 Posten für jüdische Religion gestrichen Aus Bukarest; Seit einer Reihe von Jahren figurierte im Budget für.die. Bedürfnisse der nationalen Minderheiten in, Rumänien ein Posten von sechs Millionen Lei für den jüdischen Kultus. Im Budgetvoranschlag für 1936hat das Kultusministerium gerade das Subsidium für den jüdischen Kultus ganz g estrichen. Der' Zentralrat der Juden in Rumänien hat gegen dieses dem jüdischen. Kultus zugefügte Unrecht — eine Maßnahme, die sich mit Wortlaut und Geist der rumänischen Verfassung nicht vereinbaren läßt —. in einem Memorandum an den König, den Ministerpräsidenten und den Kultusminister Klage geführt. | REICHENBEROERI; I feieckekkisä I |l Wiens »nette dattttöff«! |§ Sozialiitisdie Sorgen Im englischen Unterhaus besorgt neben anderen der Abgeordnete der Labour Party Salter den Schutz der palästinensischen Araber vor den Juden. Bei jeder Gelegenheit fordert er die Regierung auf, die armen Araber vor den gewalttätigen Zionisten zu behüten. Jetzt hat es ihm der Weinbau der Juden in Palästina angetan. In einer der letzten Sitzungen des Unterhauses fragte er den Kolonienministcr, ob ihm bekannt sei, daß die Herabsetzung der Lizenzgebühren in Palästina seit dem 1. Jänner 1934 zu einer starken Erhöhung der jüdischen Weinproduktion geführt und daß diese Erhöhung der Produktion und des Verkaufs alkoholischer Getränke Mißstimmung bei der mohammedanischen Mehrheit der Bevölkerung hervorgerufen hat, deren Religion dsn Genuß von Rauschmitteln verbietet. Der Abgeordnete frajtc den Minister, ob er versichern könne, daß keine weitere:i Lizenzen ausgegeben werden würden. Der Kolonienminister erklärte, es sei ihm nicht bekannt, daß die Frage des Weinverkalifes in Palästina zu Mißstimmung bei der Mehrheit der Bevölkerung geführt habe. Doch könne der Abgeordnete überzeugt sein, daß die Zahl der Einzelhandelslizenzen für den Verkaui berauschender Getränke stets streng begrenzt wird. Abg. Dr. Salter: Weiß der Minister, daß von den Mohammedanern in dieser Sache Zahlreicnt Beschwerden än den High Commissioner gerichtet, wurden? Minister Thomas: Nein. Ich weiß dies nicht, und ich weiß auch von keinerlei Gefahr im Zusammenhang mit dem Verkauf alkoholischer Getränke. Die Zahlen machen im Gegenteil ein Drittel des Standes von 1930 aus, ungeachtet der Vermehrung der Bevölkerung. Abg. T h u r 11 e* Kann der Minister sagen, ob dieser Wein gut und billig ist? Minister Thomas antwortete unter allgemeiner Heiterkeit, er sei überzeugt, daß dies von den Abgeordneten Thurtle und Dr. Salter selbst, wenn sie den Wein kosten, besser beurteilt werden könnte als von ihm. * . Nebenbei sei 1: kt, daß der gute sozialistische Herr Salter noch ein . nkind hat, das er nebenbei betreut wie die Araber, nämlich — Adolf Hitler. Als jüngst im Unterhaus ein Konservativer die Heiligkeit der Versprechungen Adolf Hitlers in Frage stellte, schlug- Mister Salter einen gewaltigen Lärm und erklärte es für eine Gemeinheit, die Worte Hitlers in Zweifel zu ziehen. Sozialistische Sorgen! * Im Namen der luxemburgischen' Regierung wies Ministerpräsident Bech den in der Kammer von dem sozialistischen Deputierten W e i r i c h einge- JUD. JUGENDSCHRIFTEN iür Bar-Mizwah-Geschenke. Alle Schul- und Hilisbücher. üie leistungsfähige Buchhandlung und Leihbibliothek WHJ»I1aw w,en vtl* Siebensterngasse 13 ♦ IrlllllVr Telephon B-34-ä09 brachten Antrag, ein Schächtverbot zu erlassen, energisch zurück. Ministerpräsident Bech, der der katholischen Partei angehört, erklärte in Beantwortung deb Antrages, ein Schächtverbot würde mit dem in Luxemburg herrschenden Geist religiöser Toleranz unvereinbar sein und gegen die Gleichberechtigung der Juden verstoßen. Antwort an Salter In einer Sitzung des Verbandes englischer Judengemeinden hat die Aufforderung des Sozialisten S a 11 e r, welcher im Unterhause für Adolf Hitlers Versprechungen Vertrauen forderte, eine Antwort erhalten. Mit Bezug auf Salters Rede sagte der Referent Leonard G. Montefiore: ,,Prominente Engländer gehen so weit, die Staatsmänner zu bitten, den Friedensworten des „Führer s" zu trauen. Wir Juden, die ganz andere Erfahrungen zu sammeln Gelegenheit hatten, haben hierüber natürlich eine andere Meinung. Was z. B. wurde aus dem Versprechen an die jüdischen Frontsoldaten, ihnen ihre Stellungen und das Stimmrecht zu lassen; was wurde aus dem Versprechen, die Arierbestimmungen in Industrie und Handel nicht gelten zu lassen; was schließlich aus dem Versprechen, daß im Saarland keine rassische oder religiöse Diskriminierung platzgreifen werde? Der ..Führer" bietet ^Frieden" für 25 Jahre an. Inzwischen verschwindet allmählich das jüdische Vplkaelement aus Deutschland, verschwinden alle friedliebenden und liberalen Elemente, und einzig und allein bleibt der „Stürmer"-Geist, der von Nazi-*Führern in allen Ländern propagiert wird. Ich möchte daher an unsere Führer in England die Bitte richten, bei Erwägung der deutschen Außenpolitik die Innere Politik Deutschlands nicht zu vergessen." Soll .die Zahnpaste schäumend oder nichtschäumend sein? Ueber diese Frage entscheidet der persönliche Geschmack. Chlorodont bietet ihnen beides und beide Arten — schäumend oder nichtschäumend — sind gleich gut in Qualität und Geschmack. E Sämtliche Lebensmittel sowiu Palästina- Weine und Palnstlnu-Frodukte für P e s s a c h erhalten Sie im allgomeln bekannten, auf diesem Gebiet speziali- Hierten Geschäft Ignaz Frost, II., Haidgasse 9, Lobend m Ittelhan dlung, Telephon n - 4 0 - 3 - 8 4. Bestellungen werden e.xakteat und promptest kostenlos Ins Haus zugestellt. Die Juden Wiens und der Provinz sind zur Ueberzeugung gelangt daß die Sensation des PESSACHFESTES die weltberühmten Ü flfVAf U der PESTER israelitischen W ALLUTH kültusgemeinde Unerreicht an Qualität und Geschmack I Naoh einem Versuch kauft Jeder die gute Pester Qualltätsmazzoth, dünne und (runde) dicke, sowje Mazze-0rieß, Farvel und Mazze-Mehl In allen einschlägigen Geschäften erhältlich ALLE I N V ER TRETUN8 Fl) R ÖSTERREICH: IGNAZ FROST, Lebensmittelhandlung, II, Haldgasse 9, Tel. A-49^5-84