Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 10 (1936)
- Issue
- Heft 547 (20.3.1936)
- Date
- 1936-03-20
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr.,-547 vom 20. März 1036. DIE NEUE WELT Seite 5 U koHto HuUts Bettetet pden... Schmidl- Mazzoth um zu „ Pessach" den l;esttis'ch damit zu schmücken und den Gaumen zu erquicken, als die auf höchster Stufe stehenden, in Hygiene der Erzeugung, Geschmack, Bekömmlichkeit und Kaschruth unübertrefflichen Seit 40 Jahren sind „Schmidl-Mazzoth" als das beste und bezügl ch Kaschruth durchaus einwandfreies Erzeugnis bekannt und beliebt! f In Versuch wird Sie ttberseugen I Erzeugt unter streng orthodoxer Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbinef Babad. — Die Mazzoih werden aus dem felns'en Mehterseugtf Verlangen Sie die neue, *B g» <V|ftl .MADMC ftl Kl •••MAZZÖTHt besonders schmackhaite 9rBeilHliarillKllE ff Iis Da OrIESS u. FARVBL I Tel. A-40-0-ÖO A-60.2.63 A«48-4-48 Zentrale: N. BrOdetZkl II« Leopoldfcraue 43 ■MMSeMMSMNMSlKeM In allen besseren Geschäften erhältlicht Garantiert frische Erzeugung 19301 Schrecken in Polen w»e schrecklichen Verfolgungen, denen die Juden In vielen Teilen.Polcns ausgesetzt sind, und der Pogrom von PrzyUJc.fanden in der Presse, die unter Zensur steht,.und im polnischen Parlamente nur wenig Nachhall. Man nimmt diese Frage schon als .unabänderlich hin. Im Sejm begnügte sich der Budgetreferent Senator Dr. Zultowsky damit, die,Juden und ihre Gegner zu .lTakt und Mäßigung" aufzufordern. Nach ihm führte Senator. Oberrabbiner Prof. Schorr aus: „Es fehlen mir die Worte, ein Bild der Leiden der jüdischen Bevölkerung in den Städten und Städtchen, vor allem in der Wojwodschaft Kielce, zu gebem Die Juden leben in einem ununterbrochenen Zustand der Unsicherheit und des Schreckens. Sie fragen sich:,, Was wird uns die nächste Stunde bringen? Man versagt ihnen die primitivste Sicherheit von Leben, Gesundheit und Habe. Was z. B. in P r z y n t i k vor sich ging, übersteigt alles bisher Erlebte. Die Judenheit dieses Städtchens ist nun ein Opfer der Hetzer, geworden. IWppiM^SMPHUP IMglHJI < ^Hftg M f d tischen und gichtischen Beschwerden .aller Art sprwie bei Erkältungs-lCrank-. jheiten wir^t Togal rasch und sicher. Wenn Tausende von Ärzten Togal verordnen, so können auch Sie es vertrauensvoll kaufen. Togs! bewährt sich immer Ein Versuch überzeugt! PreisrS 2.40 In allen Apotheken Die jüdische, Bevölkerung sah -die .Gefahr und bat rechtzeitig um Folizeischutz; ihre Abordnung wurde aber vom Starosta mit Redensarten abgefertigt! ' Deir Badomer Polteeikömmissar Lutomski wagte es, einer jüdischen Abordnung zu sagen: „Was wollt Ihr, man hat ja noch keine Juden getötet!*' So nahte der tragische Montag heran. Die Angreifer stürmten, mit eisenbeschlagenen Stöcken bewaffnet, die jüdischen Wohnungen und Läden, alles zerstörend,, alles wegraubend. Mehr als hundert Wohnungen sind total zerstört, nichts blieb ganz. Die Straßen laind übersät von zerbrochenen Fensterscheiben, Möbeln, Werkzeug und aufgeschlitzten Federbetten. Die Böden der Wohnungen sind bedeckt mit schweren Steinen, die als Geschosse verwendet wurden. In vielen Wohnungen sieht man Blutlachen auf den Böden. Furchtb a res trug sich in der Wohnung des armen Schusters Josef Minkowski zu. In Gegenwart ihrer acht Kinder wurde auf Josef Minkowski und seine Frau Chajd mit Hacken losgeschlagen. Auch einige der Kinder kriegten ein paar Hiebe ab. Minkowski starb sofort an seinen fürchterlichen Wunden, die Frau wurde, sterbend in das Hospital nach Radom gebracht, wo sie ihren letzten Atemzug tat. . . Eine Stunde nach den Exzessen kam Polizeihilfe. Aber die Haßpropaganda ruht nicht. In den Städtchen und Dörfern der Umgebung droht man den Juden mit Abschlachtung, falls-sie nicht bis zu einem bestimmten Termin wegwandern. In Przytik selbst droht man den Juden mit „Rache", sobald nur die ver- ■nii» ausländische Hausbesitzer verwalten ihre 1 WIENER HÄUSER durch behördlich konz. Realitätenkanzlei 1 Dr. MAIR PAIS H Wien I, FranxJoiefs-Kai 1, Tel. R 21-5.30 H ' Erstklassige Referenzen! stärkte Polizei abziehen wird. Wir sprechen unseren .Brüdern in Przytik, den unschuldigen Opfern eines ungezügelten Hasses, unser heißes Mitgefühl aus. Es ist höchste Zeit, daß das Innenministerium S c h r i 11 e unternimmt, um den Juden im ganzen Staat die Sicherheit von Leben und Eigentum zu garantieren." Sodann kam Senator Schorr auf die kulturelle Verfolgung der Juden seitens der Regierung und der Behörden zu sprechen. Er sagte: „Wir Juden haben aber ein Recht zu fordern, daß die religiösen Bedürfnisse der jüdischen Bevölkerung erfüllt werden. Für die religiösen Bedürfnisse der dreieinhalb Millionen Juden in Polen wurde aber die mikroskopische Summe von 180.000 Zloty in das. Budget gesetzt,, während.für die anderen Religionen mehrere Millionen Zloty im Budget figu-v rieren. Man liquidiert die Staatsschulen in jüdischen Vierteln und reduziert die Zahl der jüdischen Ii eil g 1 o nslehrer. Ein voUbescliäftiger Religion»-. Iehrer verdient 6 0 bis 7 0. Z1 olt^ tni Monat. •. Biet jüdische Bevölkerung, Polens ist die einzige Minderheit, für ,die der Staat keine einzige Schule in ihrer. Unterrichtssprache errichtet hat. Das gesamte j tidis'&MS^cli n 1 we^el 'Wir^fr von den Juden' ffe I.b s t bestritten. Das h e b r a i se li e Schulnetz mit 00 Volksschulen und 36.000 Schülern, wozu noch ein Gymnasium kommt; besitzt ke in Oe ff e n 11 i c Ii k ei tsrech t. Rein, jüdische Lehrfächer müssen in polnischer Sprache erteilt, werden. In. den Staatsschxüen befinden, sich die jüdischen Kinder in einer antisemitischen Atmosphäre. Auch die 40 jüdischen professionellen Schulen werden von den Juden allein erhalten. Die Universitäten verschließen sich derf Juden." Rechenmaschinen Fritz Igel, III, Rädetzkysffaße 7 gebrauent, mit daran tie, billigst 1'e i e D.h.'o n.: U-19-4-95 Senator Petrarzyoki von der Regierungspartei hat nichts zu erwidern, als daß der Kommunismus unter der jüdischen Jugend die Ursache des Antisemitismus sei. Unterrichtsminister Prof. S; z w .y e n t o s 1 a w s k i lehnte den Antrag von Prof. Schorr. auf Subsidierung; der judaistischen Bibliothek in, Warschau ab. * Der antisemitische Terror in großen Teilen Polens dauert an. Besonders tragisch ist die Lage der Juden in den Kleinstädten. In Skszyno herrscht seit mehreren Wochen ein scharfer Boykott- Terror. Vor den jüdischen Läden stehen Boykottposten, jüdische Wohnungen und Läden werden am hellichten Tage mit Steinen bombardiert. In den Abendstunden müssen die Juden die Gassen meiden. Am späten Abend des Tages, an dem der Pogrom im benachbarten Przytik vor sich ging, drang eine Menge in die von Juden bewohnten Straßen ein, schlug alle Fenster und Türen ein und schleuderte Steine in die jüdischen Wohnungen, wähi'end die christlichen Wohnungen verschont blieben. . Im Städtchen Turko bei Sambor in Ostgalizien kani es zufolgeeines R i t u al.m o r d g e r ü c h t e s . zu einem scharfen Angriff der ukrainischen Bauernschaft der Umgebung auf die Juden. Der '., Zentralverband der v jüdischen Kleinhändler teilt rnit, daß in manchen Städten die Juden durch Magistrats" beamto von den Jahrmärkten ferngehalten werden. Dies geschah u. a. in Lidzberg (Pomerellen) und in Nowy Mjesto (Posen). Aus Nowy Mjesto teilt die Polnische Telegraphen-Agentur mit, daß auf dem dortigen Markt die jüdischen Händler überfallen, ihre Warenstände zerstört und die Waren geraubt wurden., In Soshowice wurde gegen die Synagoge in der Dekerka-Straße eine Bombe geschleudert, 'die explodierte und Fenster und Türen zertrümmerte. Ber RabHSef von Przytik müßte nach Warschau flüchten;* die Watlorfaldemokraten drohten ihm Rächt ah, weil er beim Starosta und beim Wojwoden gegen ste interveniert hat. : : > ■ * , / . ' - ' Der Vteekultusmirfistcr Pater Zongollowlczi der iri der Verwaiturigskommisslon des Sejm den Schächt« verbotsatttrag als verfassungswidrig bezeichnet hatte, sah sich infolge der" gggen ihn seitens der antisemi« tischen Presse eröffneten Kampagne gezwungen, seine Demission ztf geben. •' SoHuta?, 22. Mtz 1936 vMwttaas 11 Üb IMPERIAL-KINO ly Rotenturmstrafle Dos Land Ansprache: Irene Harand Karten bei: |üd. Kulturstelle, I, Franz-Josefs- Kai 3, Tel. R-28-2-36, Bücherstube Löwit, I, Wollzeile 6, Tel, R-25.'4-53, Bücherstube Rath, II, Taborstraße'20a, Tel. R-45-305, Buchhandlung Lanyi, I, Kärntnerstrdße 44, Tel. B-26-3-33, und an der Kinokasse, Tel. U-22-1-12 AUS PALÄSTINA PalaslsnaffEmuanderung im Februar Aus Jerusalem:"- Im Verlauf des Monats Februar 1936 sind ini-Palästina in den Häfen von Haifa und Jaffa 2370 jüdische Einwanderer gelandet; dazu kommen eine Reihe Einwanderer, die auf dem L a n dw e g e kamen. Von den über Jaffa und Haifa gekommenen Einwanderern waren1 6 6 i Kapitalisten, 602Personen kamen mit Arbeit erz er tifikaten der jewish Agenoy, 823 als Angehörige von Palästina- Einwohnern auf Grund spezieller Erlaubnisse der Regierung, 100 als Schüler und Studenten, 27 (mit ihren FamÜie'nätigehörigen 77 Seelen) als Rabbiner und sonstige religiöse Funktionäre. Der Tote; von Tulkarem Aus Jerusalem: per Jude, der beim Banditenüberfall auf eine Autöbusgesellschaft in der Nähe von Tulkarem erschossen wurde, ist als Abraham Goluthmanr einer 'de*.!<3i^dW der' großen Kolonie Nahalal im Emek, identifiziert; worden. Es heißt, daß Goluthman nicht von den Banditen, sondern von einem arabischen Mitpassagier im Innern des Autobusses erschossen .wurde. Sechs Banditen. Wurden, verhaftet. * Aus Jerusalem: Nach der Ermordung Abraham , Goluthmans bei Tulkarem wurden in den benachbarten arabischen Dörfern Waf f ensuchen durchgeführt. Im Dorf Artoch wurden bei einem gewissen Aref Said! AU 2.0 0 Gewehre samt, Munition beschlagnahmt. Generalinspektor Spicer tadelt die Polizei Aus Jerusalem (J. T. A.): Der General" inspektor der palästinensischen Polizei Spicer veröffentlicht eine Kundgebung, in der er auf die Zunahme, der Verbrechen im L&nde hinweist und an der nicht genügenden Wachsamkeit' der Polizei scharfe Kritik übt. Die arabischen Zeitungen „Felestin'Y „AI Jamea el Arabia" und andere mehr begleiten diese Kundgebung mit einem Kommentar, in dem zum Ausdruck gebracht wird, daß es' sich um eine Zunahme von politischen Verbreohen handelt, die auf die Enttäuschung der Araber über die britische Politik in Palästina zurück«, zuführen ist. Die Stadl, ohne Elektrizität Aus Jerus aji.em.; (Palcor): Das rein arabische Sichern ist heute..die einzige Stadt Palästinas, die bisher noch keine'elektrische Beleuchtung eingeführt hat. Dies erklärt sich damit, daß die Leitung Wir empfehlen nur: Die guten• b111J»en 5-:;: WÜIIHF/^Pft ffütorü.Hoiiörrötfscfiülign ncuDtTO