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Die neue Welt · 1936-03-20 · Heft 547 (20.3.1936) · page 2

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 547 (20.3.1936)
Date
1936-03-20
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 nm Ntitfc wem Nr. 547 vom 20. Mär* Rtehon le Zion nurldieser Name bürgt ' v für Echtheit und Güte beim Einkauf von Palästma.Wein VEREINIGTE GROSSKELLEREIEN RISHON LE ZION _ fassung gegebenen'- Möglichkeiten erfolgen soll, .das, zuentscheiden betrachte ich nicht als meine Aufgabe. Das wirksamste Mittel wäre eine bewußte. Zurückhaltung von' Seite der Juden selbst." Das hört sich sehr schön und sehr überzeugend an, bekommt aber plötzlich ein anderes Gesicht, wenn man Beweise, Tatsachenmaterial für diese Behauptungen verlangen wollte.-Es sind im Grunde genommen die gleichen Behauptungen, wie sie in Deutschland von Seite der Nationalsozialisten vorgebracht wurden, um sich „auf legale Weise" in jüdische Positionen zu setzen. Eine Stellung erreichen und sich in ihr behaupten, ist nicht Sache der Religion* der Rasse, des Volkstums, des Charakters, sondern ausschließlich . Sache der Begabung, die durch keinerlei schicksalhafte Bestimmung oder Bedingtheit ersetzt werden .kann. Wir kennen den Text und auch die Melodie von dem — „zersetzenden Einfluß". Mit solch schablonenhafter Begriffsbestimmung ist niemand gedient- Sie ist bloß geeignet, die Spannungen', die ohnehin schon bestehen und durch jahrelange, auch von.mancher katholischen Seite geduldete'Hak«nkreuzpropaganda noch verschärft wurden, zu dauernden, zu machen.'Gewiß kann ein religiöser Führer keine p o 1 it i sehen Vorschläge machen. Es ist aber auch , der Sache nicht gedient, wenn er Schlagworte in eine Zuhörerschaft wirft,, die in ihrer Mehrheit eben nur das S c h 1 a g w ort empfängt und es in seinem banalsten Sinh auslegt. ' P. Bichlmair verabsäumte es nicht, immer wieder vom Schutz des deutschen Volkes gegen irgendwelche Zersetzungsgefahren zu sprechen. Immer wieder stand die Frage des deutschen Volkes im Vordergrund. Man Ösimeise muU VMen IBillig und bequem, D-Zug. Auskünfte: Dr. S.TOCKER Reisebüro.,In die Welt' (W.M.Renner) WWW IX, UECHfENSTEINSTRASSB 3, Tel, A-14-503 konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, daß hier den Instinkten der sogenannten nationalbetonten Elemente entgegengekommen wurde, fast als Bereitwilligkeit gegenüber jenenj für welche die Judenfrage ih; nichts anderem als in einer völligen Ausschaltung-des Judentums aus allen Funktionen des staatlichen Lebens» besteht — also alseine nationalsozialistische Variante. Das muß um so merkwürdiger berühren, als bekanntlich der reichsdeütsehe Nationalsozialismus das Monopol der deutschen Kultur und des deutschen Volkstums für sich in Anspruch nimmt und die christliche, katholische Kirche als einen seiner Erbfeinde betrachtet und behandelt. Zudem sind wir gewöhnt, daß die verantwortlichen Führer des Staates die Einbeziehung Oesterreichs in den deutschen Volksbereich : (als Füiaie Oesterreich) ablehnen und sich zu einem Oesterreichertum .bekennen, dem die geschwollenen Phrasen von der Auserwähltlieit des deutschen (germanischen) Volkes fremd sind. Dem Vortragenden schwebt hier scheinbar die Notwendigkeit Vor, eine Brücke zu den'radikalen „Umjeden-Preis-Antisemiten" zu finden. Die Erklärung, daß die Judenheit in Oesterreich dem deutschen Volk als fremde Nation gegenübertritt, sollte etwa die Distanz, die zwischen christlicher Religion und neuheidnischer (hakenkreuzlerischer) 'Rassenbetonung entstanden ist, wieder gutmachen. So ergab sich eine Begriffsverwirrung, #he Vernebelung der einzelnen Definitionen, ein Mißverstehen, das sich gerade bei wichtigen Vortragsstellen im Mangel an. Zustimmung (durch'Beifallsklatschen) kundtat. ' f Aehnlich erging es P. Bichlmair bei der Behanft hing der Konvertitenfrage. Die getauften Juden müßten* erklärte der Redner, als vollwertige Christen Betratst werte, tft rellgÄf Beziehung gäbe es hier keine - Christen zweiter Kläffte. Anders stehe es .um die V o 1 k 1 i c h 6 Eingliederllftg. Uttel wieder bekäJöi man den PieMeftiß zu sehen, tt h. eine Argumentatiön, die strehglogtecher Prüfling "nicht standhielte. P. Bichlmair kam nämlich zu def Folgerung, daß für die, p r a k t i s c h e Auf nahmö. getaufter Juden in die verschiedenen Schichtungeft Ufid Stellungen des -- deutschen Volkskörpers (!) die Unterscheidung zwischen sdicheti, die* schon '„Uegehd", d. h. im vofschüipflichtigen Alter, getauft worden seien und solchen, bei denen die Taufe erst im reifen Altef stattfand, notwendig sei. Also/auch hier1 die Sorge um den deutschen Volkskörper, dessen Beschützung in Deutschland dem katholischen Priester verwehrt wird! #' . P. Bichlmair sprach, wie es emem Mann seins^ Standes, seiner Bildung und Seiner Gesinnung entspricht, in vornehmem Ton und ebensolcher Aus-drucksweise. Aber auf dem Weg' zur Ordnung in der, Judenfrage , kam er nicht^ weiter..; Schuld daran trug nicht allein die These vom1 Acha-syertum der Judenheit, die eben nur durch „göttftche Gnade" erlöst werden könne, sondern — mehr noch'— die Terminologie des Nationalsozialismus, -die ^Vermischung von wissenschaftlich und metaphysisch, von „biologischen Rassenmerkmalen'' und geoffenbartem Glauben ... Auch wir wünschen Ordnung in der Judenfrage, aber als Juden und nicht als Werkzeug irgendeiner These. Wrenn Gott das .Volk Israel zum Träger eines hohen Ziels'auserwählt hat, dann wollte er — als Akt gött-t licher, undurchdringlicher Vorsehung —, daß das Volk Isräel dieses Ziel auch erreiche. .Und darum muß das .Volk. Israel . leben, a 1 s V o 1 k Israel leben und nicht anders. " o. r. SPENCER TRA<Y VIRGINIA BRUCE LIONEL AT Witt 0<H*f*NNUNG - 20.COOVOIT KRCUZk.noI Em Brsefwedisel Rings uns «9as Pal«Uiana*P«ir1ai2ient Zwischen dem' - Minister filr Kolonien, J". H. Thomas, und Lord Me Ich et t, der als Führer einer jüdischen Abordnung dem Kölonialmihister die Stellungnahme der englischen Judenheit zur Parlämentsfrage für Palästina darlegte, entstand ein Briefwechsel, der jetzt zur' Veröffentlichung - freigegeben wurde;- In diesem Briefwechsel prallen die Meinungen der Zionisteii" und- 'der britischen Palästina-Verwaltung aneinander;; sie lassen erkennen, daß noch ein harter und langer Kämpf um den Gesetzgebenden Rat bevorsteht. Minister Thomas bezieht sich in seinem Schreiben zunächst auf die Zusagen der englischen Regierung bezüglich . der, Errichtung eines "Gesetzgebenden Rates 'ün'd versucht, das jüdische Mißtrauen durch die Versicherung zu entkräften, daß das Mandat; unangetastet bleibe. Er beruft sich'in semer auf die im Jahre 1922 (unter Herbert Samuel) gemachten Vorschläge, und erklärt, daß die zwischen der Zionistischen Organisation und der Palästina-Verwaltung bestehenden ' Beziehungen infolge, der Einsetzung eines Parlaments nichttangiert werden sollen. Lord Melchietts Einwände gipfeln in der Behauptung, daß' durch die Machtbefugnisse des Parlaments, in welchem ' Gegner des Jüdischen Nationalheinnis sitzen, die Rechte der Jewish Agency schwer beinträchtigt wären, zunial die palästinensische Judenheit gegenüber irgend einem anderen Teil der Bevölkerung in eine inferiore Läge gebracht würde. Das vorgeschlagene Parlament anerkennen, hieße, sich formell mit der e n d g ti 1t1 g e'n ' ti c r a baetzung der jüdischen Bevölkerung Palästinas auf jenen Minder!» ei ts- Status zufriedenzugeben, der für die jüdische Lage In' vielen anderen Ländern bezeichnend l»t und dessen Beseitigung in Palästina einer der primären Zwecke der Baifour-Deklaration Und des Mandats waren. Es. werde die Annahme des 1922 vorgeschlagenen Legislative Council durch die Juden erwähnt. Es sei jedoch bemerkt, daß nicht nur der Council von den Juden damals unter großem Zögern und er« he:biichem Druck akzeptiert wurde, sondern auch, daß die heutige Lage sich von der4 damaligen wesentlich unterscheidet. Nicht nur war das Mandat selbst nicht ratifiziert, als der Council vergeschlagen wurde, sondern auch der Aufbau des Jüdischen Nationalheims in Palästina war hoch in einem frühen Stadium und vor allem hoffte man, daß Infolge einer solchen Politik weitgehende freundschaftliche Zusammenarbeit zwischen Arabern und Juden beim Aufbau des Landes zum gemeinsamen Wohl beider Völker sich entwickeln würde. Apgesichjts des ausdrücklichen Eingeständnisses Oster-Sond«rfahrt mit der Czern. Allg. Zeitung nach Polen und Cxernowitz Abfahrt: 31. fyUlf« und 5. April. Rückfahrt:. 19. April ttftd 4. Mai. Anmeldungen und AusKünft« ausschließlich Reisebüro „M«fl*nbrUekI, llot*nturmttraae3«, Tel.R 24-2-«»87 .....,.......r-^—-■ ■ ■ — Tmr-~t der arabischen Führer, daß sie den Gesetzgebenden ftat zur Üftwirksammachung der auf das JUdi-» sehe Natiohalheirh bezüglichen Klauseln des Mandats benützen werden, ist der Schluß gerechtfertigt, daß solch eine Körperschaft wahrscheinlich zu steten Reibungen und Spannungen führen würde. Auch sei der gegenwärtige Augenblick infolge -der itttefv nationalen Lage für die Einführung . eines Legislative Council ganz besonders ungeeignet und die Forderung berechtigt, daß ein Projekt, das mit so schweren Gefabren für die friedliche Entwicklung Palästmas verbunden sei, zwecks nochmaliger Erwägung zurückgestellt werdet : Das ist die gegenwärtige Situation. Sie ist zum Teil dadurch hervorgerufen worden, daß die zionistische Exekutive sich auf demütiges Ersuchen und auf 'Vertuschen wirklicher Gefahren verlegt hat. Erst die Wlederbeslnnung auf die Herzischen Methoden — Mobilisierung der öffentlichen Meinung und des jüdischen Widerstandes gegen Rechtsbeschränkungen — hat einen Erfolg gebracht, der zunächst als Stimmungsumschwung im englischen Oberhaus in bezug auf das Palästina-Parlament und die Palästina-Politik gewertet werden kann. WJe die J. T. A. aus London meldet, kommentiert die haihoff izielle englische Zeitschrift „Great B ritain, and the Bast" in sarkastischem Ton den Stiramungsumschwung in bezug auf die Palästina-Frage, der anläßlich der letzten Debatte über den Legislative Council im Oberhaus zutage getreten sei. Der. Sprecher der Regierung habe in der Verteidigung der Pläne alleingestanden, es sei ihm jedoch nicht schwer gefallen, auf die vielfältige Kritik zu antworten. Nach Zitierung ,vön Aeußerungen von Lord Snell und Lord Melchett heißt es in dem Artikel: „Die Debatte war so reich an Stellen, die man zitieren könnte, daß Leser, die die Haltung der Kritiker der Regierungkennenlernen möchten, sich den offizellen Parlamentsbericht verschaffen sollten. Einige von ihnen mögen sich wundern, wö denn d e r Schnee vom vergangenen Jahr geblieben sein mag, als das House of Lords söviel'Feindseligkeit gegenüber der Balfour-Deklaratlon zeigte." Damit soll gesägt sein, daß, im Gegensatz zu früher, das englische Oberhaus zu einer dem jüdischen Standpunkt'1'günstigen St'eHungnahmc"gelangt sei. pMsfoh teksteik- Setutoemp Meir Großmann in Amerika Er fordert amerikanische Intervention Aus N e w Y o r k wird uns berichtet: In der amerikanischen Tagespresse wird ein Interview, welches der gegenwärtig dort weilend6 Präsident des Weltverbanöes der Judenstaatszionisten, Meir Großmann; dem Vertreter der J. T. A. gewährt hat, verbreitet und besprochen. Meir Großmann fordert eine freundschaftliche Intervention der Vereinigten Staaten in Palästina zugunsten desjüdischen Nationalheims, . welches öuren die jetzige Politik der, Palästina-Regierung in seiner Entwicklung bedroht wird. Großmann verweist auf den Plan SONDERZUGE Sil OSffiFII iiacli P0l6n u. Czernowifc Abfahrt 31. Marz und 5. April „ORBIS", I., Kärntnerstraße 41, Telephon R-21-5-78 Oesterr. Verkehrsbüro, t, Friedrichstraße 7, Telephon B-27-800, und Oesterr. Verkehrsbüro, I., Gräben 20, Telephon. Nr. U-29-0-85 Nene FahrpreisbegünfitigungenJ des Legislative Council (Parlament nüt arabischer Majorität), auf die Einschränkung der Einwanderung, Behinderung des, Bod.cn Kauf es durch Juden, Ausschluß der. Juden von den öffentlichen Arbelten. Nur dem Mangel einer entschlossenen zionistischen Organisation in U. S. A. ist es zuzuschreiben, daß es bisher zu einer .solchen Intervention nicht kam* denn die U. S. A. haben ein Recht und ein Interesse, in den Gang der Ereignisse 'in Palästina einzugreifen. 1. Die ti. S. A. haben die stärkste jüdische Bevölkerung. 2.; Sie .haben ein Interes.se au den Bedingungen, unter welchen die europäischen Juden leben müssen. 3. Palästina ist ein Markt für, amerikanische Waren. 4. Amerikanisch*» Bürger und Gesellschaften haben viel Kapital in Palästina investiert, 5. Die U. S. A. haben offiziell "für die Errichtung des jüdischen Natjoualbeims wiederholt, Stellung genommen.. — .Die Ü.. S. A. sind auch zufolge der mit England im Jahre, 1P25. abgeschlossenen. Konvention zu einer Intervention berechtigt. Diese Konvention sleh't vqr, daß in allen Palästina-Fragen die u. S; A. so zu behandeln sind wie ein Mitglied des Völkerbundes. Daß geht schon daraus hervor, daß' alle Berichte, welche seitens der Palästina-Regierung, an den Völkerbund erstattet werden, auch, nach" Washington übermittelt werden müssen. All das berechtigt die U. S. A. zu Verstellungen gegenüber der Palästina-Regierung, 'die' gewlö Seacfctung finden, wurden..

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