Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 10 (1936)
- Issue
- Heft 547 (20.3.1936)
- Date
- 1936-03-20
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Preis 20 Groschen Freitag, den 20. Mäix 1930 ■UEIIE IV Hiw H8 10 lahrgang Nf« 547 V. b«!*♦ «i Zeitung vom Verleger versendet „Journal expldiö par l'Mlteur'1 m T/«. Vm Vef^hihU{ R E U HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER BEZUGSBEDINGUNGEN: Oesterreich monatlich 8 1.40, »ierteljänrtg ö 4.—, ganzjährig. 8 16.—; Polen monaUlch Zloty 1.60» vierteljährig Zloty 4.50: Tschechoslowakei monatlich Ko 6.—. vierteljährig Kö 16.—i Jdföslawlen monatHch Dinar 14.—.vierteljährig Dinar 40.—; Bomanien monatlich Lei 40.—. yiertelianrig Lei 120.—: Deutschland monaUlch Mark 1.—, vierteljährig Mark 3.—j Bnlgarten monatHch Lewa 80.—. viertelftnri* Lewa 80.—: Italien, monatHch Lire 5.—. vierteljährig Lire 14.—: Schwelm und die übrigen Länder monatHch Schweizer Franc« 1.50. vierteljährig Schweizer Franca 4.50. Mit E bezeichnete Anzeigen sind entgeltlich. Redaktion u. Verwaltung: IX» Universitäfsstr. 8,1et, A-20-2-78 — Erscheint Dienstag u, Freitag le Noch keine Entscheidung r. ■" **<J^' '"»'^C Aus -Warschau wird'"gemeldet:.In der Sitzung* des polnischen Sejm am Diens.tag, 17. .März,: abends, stand das von . der Sejm'depütierten Frau "!4r"y st ör'' eingebrachte Gesetzprojpkt, betreffend. JJänfiJnrung des. BetäubungszWangear'bei<•'••Schlachtungen*'-'von' Vieh, und-,-Verbot'."-des Schächtens nach jüdische^-i^us, ,v jatßeüagtttfigen «Ah.-- s£immüngv 2ür Enttäü^ ■, aetaes^vprlage- ]|cam':;'e$^ber.\zu. ^eiA5jBoJc$en» nicht..; -~ vpie Regierung hat im.'^ letzten^Augenblick durch den Ackerbaumiuister. P.onxatowsky ihrerseits eine Vorlage eingebracht, die dahin' geht,: zwär' den Betäubungszwahg bei der Schlachtung von' Vieh .einzuführen, davon aber; ein Viehkontingent, daszur Koscherschlachtung speziell für die Bedürfnisse der jüdischen ^Bevölkerung bestimmt ist, auszunehmen. Die 'Regierung ging bei dieser. Antragstellurig: von; der Erwägung aus, daß ein g e'n e r e 11 e s S chä c h t v.e r bo-t; gegen die Freiheit des religiösen Gewissens der; Judenheit und also .auch gegen "die, polnische Verfassung, verstoßen würde. Der Re^ierungsantrag sieht vor,; ' <}aß eine von der Regierung eingesetzite Kommission jeweils das ,'zu rituellen : &:&1xt&Q\x$u'a:gGTL-:- bestimmte Viehquantum •.- nach dem; .Älaßev: des Bedürfnisses festsetzen solle, wobei das Fleisch? des rituell geschlachteten Viehs' durch besonders kon- . zessionierte Firmen zum Verkauf^ gelangen soll. > Bei der Abstimmung. beschloß der'Sejm mit einer Mehrheit, sowohl das.- Regieruhgsprojekt .als auch, das. ein generelles Schächtverbot vorgehende' Projekt der.:Frau Prystor. . " ' .< Spanien naturalisiert Spaniolen? <Aus ■ M'adr i d: Der; spanische-* liünisterpräsident S*rpfessor Manuel Azana-'hat in einem. Interview, das er dem Vertreter der J. TVA.'gewährte, erklärt/die-neue spanische Regierung habe dem/ juristischen 'Beiratv den Artikel 23 der spanischen Verfassung' vom 9. Dezember 3,^31 mit dem Auftrag zugewiesen, entsprechende; Malinahmen, für die Durchführung dieser Verfassungsanweisung zu treffen. Der Artikel betrifft die Naturalisierung im Ausland;lebender Personen spanischer- Herkunft undvhät folgenden Wortlaut: „Es ist ein Gesetz zur Erleichterung der ' Erwerbung der spanischen .Staatsangehörigkeit durch im, Ausland lebende Personen spanischer Herkunft zu erlassen." Der Erlaß ' eines solchen Gesetzes ' wäre von be-.. sonderer Bedeutung für die große Zahl st a a t e n 1 o s er Juden spanischer Herkun'ft (Sephardim)'. Im Laufe des . Gesprächs. mit dem Vertreter der. J. T. A. erklärte Ministerpräsident Azana weiter, er verurteile antisemitische S^ in SRanien, da sie dem spanischen Empfinden und dem spanischen Gefühl. der Ritterlichkeit widersprächen. REISEDUR O Billige IRUT-Retsen nach CZERNOWITZ Uber KR A K A U- L E M B E R Q mit Kollektivpaß am 29. März und 5. April Rückfahrt ai. April 1936 „IRUT", KARISPIATZ 1 Ref. Rosenkranz — Telephon U-44-5-79. Verband der JudenstaaUilonliten Oeeterrelchs, Wien J, Werdertorgasse 14 _ Samstag, den 28. März 1936, halb 9 Uhr abends, im Festsaal des Hotel „Continental" (II, Taborstr.2-4) GROSSE KUNDGEBUNG der Juden slaatsxio nisten Oesterreichs Zu den Juden Wiens werden sprechen: Oberb. Robert Stricker« Dr. Sal. Wolf, Frifs Richter, Dr. J. Z. Kanner« Theodor Grubner. Gegenstand: Jüdische Weltlage — Palästina - Judenstaat. // Die Juden sollen es wi§§en ♦ ♦ ♦: Ein Vortrag des P» Bi'dilmair §♦ I« // Es besteht kein Zweifel, daß in maßgebenden Kreisen Oesterreichs, in offiziellen und offiziösen, das Bedürfnis besteht,' O r drtung r i n - d i e J u d e nfrage zu bringen. Viele Ordnerelemente allerdings streben hiebei eine Ordnung an, die'in ihrem Resultat den reichsdeutschenZuständen nicht unähnlich, sein soll. Denn wenn vom .nationalsozialistischen „Gedankengut" nur das e i n e, der Drang zur Lösung der Judenfrage, Wurzel geschlagen haben'soHte, dann ist dies e ine aus zahllosen Enunziationen, Vorträgen, Aufsätzen und Schriften herauszuhören.. Und in all diesen pogrammatischen .Erklärungen gab - es nur ein e, mOhroder minder verkleidete Pömte: ^VVie wer- . den wir die Juden los?;.^toe^.lbiUige;\P^inte.• Eineiattrak- 5iefonüole!jenten fUteblttUCt ät>tlia1^iinniw?.|B^fc. e^Wtett'':. :. '• Oft* .©(».ttet^rium.._ «r"r-'lj-"tii i | fj i /f;r ^Mrtf^trfnrrpffr i) -.V- '•• .- ' ' v;;:'!' -t . ,. . ... tjve. Vielleicht sogar lohnende. Während weltpolitische Entscheidungen yon größtem/;. Ausmaß reifen, versuchen. es,manche Menschen in Oesterreich, inoch rasch üir ' politischrantisemitisches . oder kultur-antisemiüsches oder religiös„-antisemitisches'■'■ Schäfchen ins Trockene zu. bringen. „Der Jud.' ist schuld" ist heute in.diversen.Kreisen in Oesterreich genau so-beUebt:wie zu Luegers. Zeiten. Die- Kinder, sie hören es^gerne. ""; ' Der. bekannte. Jesüitenpater Georg B i c h l'mair trug der derzeitigen Stimmung Rechnung,; indem: er innerhalb der von der Katholischen1 Aktion .veranstalwmm UU3H3iM S O N N.TA O t-\'J.i'J^:i;nKi-i.a^n FrANCOPOL nach polen ü. CZERNOWITZ Osterabfahrlen . tfigJfaiW Rückfahrt an: 29. März B11™J' " 31. März -5.;AprU : ' „„. 21. April ab.Noxdbaiinhof Ermäßigung 5., i9. Mai „PRANCOPOl", Wien III, Schwaizenbergolatz 7, Telephon U-16-4-90 „CBDOK**, Wien, 1. Bezirk, Kärntnerstraße 32, Telephon R-23-4.88 „QIRNQROSS**, Wien VII, Mariahilferstraße. 42, Telephon B-38-2-68 teten Vortragsreihe („Standpunkt der Kirche.in dieser Zeit") über das Thema „Der Christ und der •Jud e" sprach. Es ist ein uraltes Thema, unzählige ■Male^ abgewandelt. „Die Juden sollen wissen, was wir Christen,, von ihnen denken und; wie wir entschlossen sind, ihnen im öffentlichen Leben zu begegnen"—das sei,; sagte P. Bichlmeir, der Zweck seines Vortrages; Wie nicht, anders zu erwarten, rückte der katholische Geistliche die religiöse Auffassung vom ■ Judentum. in den Vordergrund seiner Ausführungen. Das nationale und volkliche Problem leitete er von den religiöschristlichen Voraussetzungen ab. Das für heute Gegebene sei die Eigenart des jüdischen Volkes, die sogenannten typischen Eigenschaften, die ausschließlich vom Christentum her, zu verstehen seien. Hiebei; ging der Vortragende von der These aus, daß die Judenheit, von Haus aus. im Dienste des . übernatürlichen Er-!lösungsplanes als ein.Werkzeug.zur Vorbereitung des Messias Christus gedacht, durch s c h u 1 d h a f t e;Y\eT b 1 e n d u n g ihrer , Führ er der r e 1 ig i ö s e n A p o s t a s i e, d. I. der Nichtanerkennung . dea Erlösers, verfallen sei und von da an ziellos, wurzellos, ohne .weitere Berufung, in aller Welt herumirre und unaufhörlich von Gott zu einem ftVolk, zum Volk des < „Ewigen Juden" zusammengeschmiedet werde. P. Bichlmair erwähnte in diesem Zusammenhang, daß die, Gemeinsamkeit der rassebiologischen Erbmasse (siehe nationalsozialistische Rassenlehre a la Prof. Günther in Berlin!) keine wesentliche Rolle spiele, Es fehle der Judenheit die genügende göttliche Gnade, um die schlimmen Erbanlagen zu bekämpfen, und deshalb könne, das ungetaufte Judenvolk ohne Gnade . auf die Dauer nicht bestehen .., (Es gibt allerdings neben der christlichen Geschichtsauffassung und; Sittenlehre noch andere Betrachtungsweisen in der. Welt, die mit der des P. Bichlmeir nicht konform gehen, über die zu disputieren ein anderer Rahmen erforderlich wäre;X .'.....* . Die durch' die religiöse Apostasie bedingten schlechten jüdischen Eigenschaften haben sich für die nicht jüdische, also christliche, bzw. christlich-deutsche Umwelt sehr ungünstig ausgewirkt. Das - Judentum •hat" - einen -'unheilvollen Einfluß auf die• christlichdeutsche Kultur ausgeübt,— eben zufolge des Mangels an göttlicher Gnade -—, .insbesondere auf den Gebieten der Kunstf .Literatur, des Theater-, undv Khäw>sens, •^^e^^ii|el: Öi$iÜ-''und Völkserziehungswesens, der 4ieelVnneufeünde. (Psychoanalyse?) .und der Wirtschaft, liehen*.Praxis. Es sei daher, geboten, meint P. Bichlmair, sich zu einer entscheidenden Abwehr und Zurückdrängung des zersetzenden jüdischen Einflusses zu bekennen:. „Wie wir die Ueberzeugung hegen, die Quellen dieses zersetzenden Einflusses lägen in der geistigen Haltung sehr vieler heutigen Juden, soweit sie sich von jeglicher Bindung gelöst haben, begründet, so glauben wir auch, es müsse zunächst mit einer zahlenmäßigen Zurückdrängung und Verweisung der Juden aus einflußr e i c h e n und verantwortungsvollen Steilen begonnen werden." Es wird, weder jeder einzelne Jude zum Erbfeind des deutschen Volkes erklärt, noch jedem Christen ein Freibrief ausgestellt, nach Belleben den einzelnen Juden beschimpfen oder beleidigen zu dürfen, aber die geistigen Grundlagen des christlichen deutschen Volkstums müssen hinreichend gesichert werden. Die .Wege und Mittel zur Zurückdrängung des übermächtigen jüdischen Einflusses ■ können verschiedene-sein. Ob die Ordnung der Judenfrage In Oesterreich auf gesetzlichem Weg oder durch die praktische Ausnützung der im Rahmen der bestehenden Ver- Hlttelineer-OsterfaMäLuxusinotorsclilff vom t. bis SO. April m Palästina«Aegypten mit Besuch von Rhodus, Athen und Tripolis Luxusklasse / Touristenklasse / Dritte Klasse Gesellschaftsreise Wien-Wien _ In der-vorzüglichen Touristenklasse . . , , . S 750." LancJarrangement in Palästina und Aegypten . S 324." Itolto-Cosollch, Wien I, KOrnfnerrma 6, Tel. U-47-5-60 \