Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 10 (1936)
- Issue
- Heft 543 (6.3.1936)
- Date
- 1936-03-06
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 548 vom & Mir* lto6 DIE NEUE VHELt Seite 8 fifctffc wmmk ... im Haushalt von zehntausenden Wiener Juden zu FESSACH immer wieder km „SdmiM-Hkunotk" und Schmidls Ma22oth«Grieß sowie Mazzoth'E'arvel verwendet werden? die unter streng orthodoxer Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Babad erzeugt werden, den verwöhntesten Ansprüchen genügen und den nebenstehenden ZEHN GEBOTEN entsprechen. VectoHQ&t Sie die Heue, Hesöttdec* sch*tackUafte Speziafon&fo ,H.B/ U% alten testeten QesckäfteH! ZtiNTRALEi . BRODETZKY I«, LeopoZdsgasse 43, Tel. A-40-0-90, A-60-2.63, A-48«4*48 Die 10 Gebote: „Schmidt-Mazioth" 1. Sind seit mehr als 40 Jahren beliebt. 2. Haben einen besonders feinen Geschmack. 3. Sind sehr leicht verdaulich und bekömmlich. 4. Werden nur aus den feinsten Mehlen erzeugt. 5. Sind hygienisch und in Kaschruth einwandfrei! 6. Werden nach einem besonderen Verfahren hergestellt. 7. Werden in peinlichst reinen Räumen erzeugt! 8. Von Facharbeitern deren Sauberkeit überwacht. 9. 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Dr. Emil Sommerstein., Wirtschaftliche Auswirkungen icJine Aussprache über das Schächtproblem fand in einer für die Parlamentsjournalisten veranstalteten Pressekonferenz unter" dem Vorsitz des Pressechefs beim Ministerratspräsidium, Hauptmann Ltonczkowski, statt. Als Referent für den Schächtverbotsantrag führte der Warschauer Magist ratsdirektor P a b i e rk i e w i c z als wirtschaftliche Argumente gegen die Schechita an, daß dieses eine Monopolisierung des. Schlachtviehzwischenhandels durch die jüdischen. Aufkäufer bewirke und eine Preisverteueruhg herbeiführe. Die jüdischen Korreferenten Ing. Seidenmann und Bornstein wiesen die NichtStichhaltigkeit dieser Argumente nach. Im Falle eines Schächtverbots wäre die jüdische Bevölkerung gezwungen, sich des Fleischgenusses zu enthalten. Das würde eine wesentliche Herabsetzung des allgemeinen Fleischkonsums und damit einen schweren Verlust für die Viehproduzenten bedeuten. Im Schlußwort faßte Pressechef Lonczkowski die Ergebnisse der Debatte zusammen: Die Schächtgebühr beträgt maximal 8 Zloty, in Warschau nur 4 Zloty. Nach den Aufstellungen des Ministeriums für Kultus und Unterricht machen die Gesamteinnahmen der Gemeinden aus der Schächtabgabe etwa 13 Millionen Zloty aus. 1034 hatten 817 jüdische Gemeinden ihre Etats in der Gesamthöhe von 38 Millionen Zloty festgesetzt. Die Schächtabgabe deckte somit 3 4 Prozent des Gesamtbudgets der Gemeinden. Unter den Ausgaben figurieren auch 5K Millionen Zloty für die von den jüdischen Gemeinden geleistete soziale Hilfe. Die Anhänger dea Schächtverbot« erwarten nicht eigentlich von dem Verbot des Schächtens als vielmehr von einer neuen Organisierung des Fleischmarktes wirtschaftliche Vorteile. Angenommen, das Verbot wird erlassen: dann wird die Jüdische Bevölkerung zum Konsum von Geflügel und anderen landwirtschaftlichen Produkten, Fischen usw. übergehen, das würde zu durchgreifenden Veränderungen in der gesamten landwirtschaftlichen Produktion führen, Der sinkende Fleischkonsum würde eine Einschränkung der Viehzucht mit sich bringen. Dies wäre wieder nicht ohne Einfluß, auf die Milchproduktion; bei kleinerem Viehstand müßte der Milchpreis steigen. Wenn man dies alles berücksichtige, dann sei es schwer, einzusehen, welchen' Nutzen der Bauer aus einem Sehächtverbot ziehen könnte. Dagegen wäre eine Umwälzung in der Produktion unvermeidlich. Katholische Priester greifen ein Der antisemitischen nationaldemokratischen Fraktion im Stadtrat von Wilna ist es durch ein Ueberrumpelungsmanöver gelungen, ein lokales Sohächtverbot durchzusetzen. Wilna, eines der Hauptzentren Suche TEILNEHMER mit ca. äoe.ooo Kc. Hanffabrik Zilzer, Vinkovcl, Jugoslavlja der orthodoxen Judenheit, ist somit nach Posen und Kalysz die dritte große polnische Stadt, in der ein Schächtverbot in Kraft getreten ist. Einige kleinere Städte haben ebenfalls Schächtverbote erlassen. Die jüdischen Stadtverordneten sowie der russische Stadtverordnete Krestianow wandten sich vergeblich gegen den antisemitischen Antrag. Als dieser angenommen wurde, verließen die jüdischen Stadtverordneten zum Zeichen des Protestes unter dem Johlen der Nationaldemokraten den Saal. Ihnen schloß sich der Russe Krestianow an. 35ei r tyeuntatif d)en 33ef cfy n) er en aller SIrt tjafcen ftö) XoQahXabteiten gans Ijetoor* ragenb fcetDäljrt. 3a^re^c ütonfjdjtetben üfcer logal Bei nerafteien ßeiben, htl benen fein anbercs ÜÖtittet Balf. Gin Sßerfudj ü&etjeugi! 3n oöcn Slpotljefen bes 3ns unb SUisIanbes exljältlidj. $teis S 2.40. Auf einer in Wilna abgehaltenen Konferenz katholischer Priester wurde eine Resolution zugunsten des geplanten Schächtverbots für ganz Polen gefaßt. An die Abgeordnete Frau Prystor, die diesen Antrag im Sejm eingebracht hat, sandte die Konferenz ein Telegramm, in dem das Vorgehen der Abgeordneten begrüßt und diese aufgefordert wird, „sich durch das jüdische Kapital nicht terrorisieren zu lassen". Englische Juden protestieren In London fand eine vom englischen Rabbinerverband und dem Verband der jüdischen Gemeinden einberufene Konferenz statt, der etwa 250 Delegierte von Synagogengemeinden beiwohnten. Der Vorsitzende erklärte, das Geschick von mehr als drei Millionen Glaubensgenossen in Polen werde von den 15 Millionen Juden überall in der Welt mit Sorge verfolgt. Ueber neun Jahrhunderte lang hätten das polnische und das jüdische Volk freundschaftlich zusammengelebt und niemand habe sich mehr gefreut als das jüdische Volk, als Im November 1919> das neue Polen erstand. Wir, die wir immer Freunde Polens waren, können nicht ruhig zusehen, wenn dieser noch nie dagewesene Versuch gemacht wird, der polnischen Judenheit ihre historischen religiösen Rechte zu nehmen und in ihre Gewissensfreiheit einzugreifen. Das Mitglied des Board of Deputies Morris Myer erklärte, er sei in der Lage mitzuteüen, daß das e n glische Außenministerium auf Ersuchen des Oberrabbiners des Britischen Reiches durch die Warschauer Botschaft geeignete Vorstellungen bei der polnischen Regierung in der Schächtfrage erhoben habe. Bücher ss ~~ Schwedenbrücke! BUCHHANDLUNG SCHNEIDER * CO-, MIEN lf Franx-Josefs-Kal 7 Reichsie Auswahl neuer Bücher bester Autoren zu billigsten Preisen! Katalog gratis Purim-Feler. Mittwoch, den 11. März 1. J., um %9 Uhr abends findet eine vom Cafetier Buchsbaum in seinem Kaffeehauslokal, II, Kleine Pfarrgasse 21, veranstaltete große Purim-Feier mit Konzert und Kunstkräften statt. Albert F e 11 e r, Simon F o 81 e l und der 10jährige Chansonkünstler Mundi Hausknecht Verschiedene Belustigungen und Ueberrasohuhgen. GRABSTEINE In würdiger Form aus den Werkstätt n WULKAN & NEUBRUf N III, Rennweg 110 St. Marx Seit 18 S l&dfodte Kifltiiffsteife (Kiiitaffltcatfef) Die Musiksektion der Jüdischen KulUirslcllo (L. Franz- Joscfs-Kai 3) veranstaltet Montag, den n. d., 19 Uhr, einen Abend, an dem im Zyklus „Werke jüdischer Komponisten" Kompositionen von Hugo Kaudcr zur Aufführung gelangen. Karten von S —.80 bis 1.50. * Sonntag, den 8. d., 4 Uhr nachmittags, bei kleinen Preisen, „Die goldene Kett e", ein chassidisches Spiel mit Gesang und Tanz, von J. L. Pcrez, deutsch von Siegfried Schmitz, in der Inszenierung von E. J'ubal. « Montag, den IG. d., 13.30 Uhr, liest Eenno Weiser au9 eigenen Werken. Sonntag, den 8. d., 13.45 Uhr, gibt Alice Koch einen Rezitationsabend „Biblische Gestalten im Drama". Karten in der Jüdischen Kulturstelle, I., Frana-.Tosefs- Kai 3, R-28-2-36; bei Gromicr, I., Graben 28; Buchhandlung P. a t h, IL, Taborstraße 20a; Lanyi, L, Kiirntncrstraße 4t; Buchhandlung M e j s t r i k, I., Wollzeilc 6. Ermäßigte Karten für .sämtliche Privat- und Bundestheater, Konzerte sowie den Palüstina-Film „Land der Verheißung", in der Jüdischen Kulturstellc, L, Fran?.-Josefs-Kai 3, Tel. R-28-2-36. * Täglich 21 Uhr „Die goldene Kette" von J. L. Perez im Jüdischen Kulturtheater, L, Franz-Josefs-Kai 3. Tel. R-28-2-36. Führung: Sonntag, den 8. d.: Museum der Gesellschaft der Musikfreunde. (Im Zyklus „Wiener Musikstätten".) Leitung: Dr. Hedwig K r a u ß. Treffpunkt: L, Bösendorferstraße Nr. 12, vor dem Museum, 11 Uhr vormittags. Judfedie Kunsflerspiele IL, Praterötraße 34, Tel. R-45-4-94. Dem Purimfeste Rechnung tragend, hat Dir. J. GoldfHeß ein besonders heiteres Programm zusammengestellt. Freitag, den 6. d., „Die Schickerte", Samstag, den 7. d., und Sonntag, den 8. d., abends, neu einstudiert, das berühmte Purlmspiel unseres Volksdichters A. Goldfaden „Königin Esther". Die hochkömische Rolle des Weisusu spielt Sevilla Pastor. König Achaschwerosch — Dolly Nachbar; Königin Esther — Erna Siegler; Hamah — A. Bell; Mordechai — M. S i e g 1 e r. „Königin Esther" wird nur zweimal aus Anlaß des Purlmfestea gegeben. Sonntag nachmittags, bei ermäßigten Preisen, die letzte lustige Novität „Liebe zu verkaufe n". Montag, den 9. d„ „Getzl Sohlimasl", Dienstag, den 10., und Mittwoch, den 11. d., „Jankaie", und Donnerstag, den 12. d., „Liebe zu verkaufe n". Dnno Tendier (Bariton) veranstaltet Donnerstag, den 12. März, 8 Uhr, im Mittleren Konzerthaussaal ein einziges Konzert. Auf dem Programm stehen Lieder und Arien von Händel, Schubert, Mendelssohn, Verdi, Leoncavallo u. a. 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J., um %Q Uhr abends veranstaltet der allseits bekannte und auf dem Gebiete der Charitas ersprießlich wirkende Cafetier Buchsbaum eine Wohltätigkeits-Vonstellung im Theater Reklame, II., Praterstraße 34, bei der „J a n k e 1 e" mit Sevilla Pastor aufgeführt wird. Das Reinerträgnis wird einem zugrundegegangenen Kaufmann mit fünf Kindern und einer kranken Frau zur Gänze abgeführt. Touristik- und Skiklub „Hakoah". Juden und Jüdinnen! Betreibet Wintersport und Touristik, tretet dem Touristik- und Skiklub Hakoah bei. Nehmen Sie an Unseren Klubabenden, Wanderungen und Bergfahrten teil, Sie werden sicherlich passende Gesellschaft finden. Den Mitgliedern stehen an den Klubabenden drei Ping-Pong- Tische sowie einereichhaltige Bibliothek (alpine und Schöngeistige Literatur) zur Verfügung. Auch genießen Sie die gleichen Fahrbegünstjgungen auf den Oesterr. 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