Mannheim
Compact Memory

Die neue Welt · 1936-02-28 · Heft 541 (28.2.1936) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 541 (28.2.1936)
Date
1936-02-28
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2711613-2712150-2712166--5638-2719282
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Seite 4 DIE NEUE WELT Nr. 541 vom 28, Februar 1936 '•• i' nfi wWMifW»imäkä^m*i*mim*mhmmm**m+**i Zeitongsketfe für den „Otar Hanoar " Moses Goldhirsch antwortet Dr. Felix Klug mit S 5.— und ruft folgende Herren zu Spenden auf: Theodor Grubner, Kasiel Glasberg, Dr. Gottfried Weidenfeld, Direktor A. Reich, Gustav Wilder, Jakob Schwarz, Dr. Salomon Wolf, Oberbaurat Robert Stricker. Erich Röger (Klagenfurt) antwortet Dr. Felix Klug mit S 5.— und ruft folgende Herren 2U Spenden auf: I. Weinreb, Klagenfurt; Ing. H. Schiller, Klagenfurt; Adolf Terner, Klagenfurt; Ferdinand Lustig, Klagenfurt; Georg Kramer, Klagenfurt. Spenden werden entgegengenommen im Büro des Sekretariats des Vereines „Ozar H&noar", I., Werdertorgasse 14. Ferner von allen Vertrauensleuten und von der Verwaltung der „Neuen Welt", IX., Universitätsstraße 8. Verb« d* Judenstaafszionisten Oesterreich* Sektion Lepoldstadt, H., Taborstr. 21 a. Freitag, den 28. d. M. halb 9 Uhr abends, Oneg Schabbat. Es spricht (Jn. Mendel Hager. Sektion Prater, IL, Kleine Zufahrtsstraße 166 (Cafe" Löfler). Samstag, den 29. d. M„ ^9 Uhr abends, Akademie mit Tanz. Reichhaltiges Programm. Ueberraschungön. Sektion Favoriten, X., Herndlgasse 23. Montag, den 2. März, 8 Uhr abends, wichtige Ausschußsitzung. Sektion XIV/XV, XV„ Schanzstraße 32. Dienstag, 3. März, halb 9 Uhr abends, Vortrag: Schlomo Auerbach: Allmenschliches und Nationales in Bialiks Werken. — Sonntag, den 1. März, 7 Uhr abends, Purim-Feier der Sektion XIV/XV im Heim, XV., Schanzstraße 32. Akademie und Tanz. Mitwirkend: Oberkantor .T. Feuer, M. Wachsmann und Karl Schönberg. Am Klavier: Lilly Halpern. Regiebeiträg 80 Groschen. Am 8. März findet in L e o b e n eine große Purim- Veranstaltung statt, zu der Gg. aus verschiedenen Orten der Umgebung ihren Besuch zugesagt haben. Voranzeige! Samstag, den 14. März, veranstaltet der Judenstaatsverband eine Purim-Redoute unter der Devise.,,Märchennacht im Galil" in sämtlichen Festsälen des Hotel Continental. Um der Devise mit besonderer Pracht entsprechen zu können, wird diesmal außer dem Festsaal auch der wundervolle Spiegelsaal hinzugezogen. Eine Jury, bestehend aus Kultusrat Max Schiffmann, Frl. Ella Kraus und Dr. O. Rosenfeld, wird die schönsten Kostümgruppen sowie auffallende und originelle Einzelkostüme prämiieren. In beiden Sälen werden erstklassige Jazzkapellen zum Tanz aufspielen. Judenstaatler! Erfüllt eure Pflicht! Kaufet den Machzith Haschekel! Erhältlich zum Preise von S 1.— im Zentralheim der Judenstaatspartei, I., Werdertorgasse 14, im Jugendheim der Judenstaatspartei, II., Untere Augartenatraße 38, in der Sektion II der Judenstaatspartei, IL, Taborstraße 20 a, in der Sektion Prater der Judenstaatspartei, IL, Kleine Zufahrtsstraße 166, in der Sektion X der Judenstaatsoartei, X., Herndlgasse 23, in der Sektion XII/XIV/XV der Judenataatspartei, XV., Schanzstraße 32, in der Sektion LX/XVHI/XIX der Judenstaatspartei, XVLTL, Semperstraße 19, sowie bei allen Ver-" trauensmännern. ' Voranzeige: Dienstag, den 17. März, Vortrag Oberbaurat Robert Stricker in Zwischenbrücken, Gasthaus Moser, XX., Dresdnerstraße. < - . - \px15Was0umgea iSöräiä-...- WERBEPREIS m Schweiz Die B e r n e r Ortsgruppe der Judenataatspartei veranstaltete einen Vortrag des Herrn Leo S c h 1 a p obersky über das Thema „Die politische und ■wirtschaftliche Situation in Palästina". Der Referent, der Ende 1935 Palästina besuchte, entwickelte zuerst die Grundzüge der Britischen Politik in Palästina und kam auf die heutige, für den Zionismus ungünstige politische Situation zu sprechen. Die Einführung des Parlaments, die neue Emwanderuhgsbehinderung, die Bodengesetzgebung, stellen für das jüdische Aufbauwerk eine große Gefahr dar. Im weiteren Verlauf des Vortrages kam der Redner auf die heutige wirtschaftliche Lage in Palästina zu sprechen, wies auf die bestehende Krise hin und analysierte dann die Ursachen, die zur heutigen Wirtschaftsstockung . geführt haben. Zum Schluß wies der Redner auf die fehlerhafte Politik der leitenden zionistischen Instanzen hin, welche direkt und indirekt an der ungünstigen politischen und ökonomischen Entwicklung schuld seien. * Die Adresse der Schweiz. Landeszeatrale der J. St. P. lautet: Dr. M. Kimche, SpitaJgasae 35, Berner Gesinnungsgenossen und Sympathisierende werden gebeten, mit der Landeszentrale in Verbindung zu treten PALÄSTINA-REISEN Ab 1. April starK reduziert« Preise zu Ostern, zur Hesse und zu Pfingsten Trieit'Haifa-Triest, Touristenklasse ca. S 250." » » » I. Klasse » $590 - PALESTINE und ORIENT LLOYD Oeneralvertretung Nord. Reisebüro (Reiseleiter N. M. Racker). Wien I, graben 10. Telephon R-?4-2-3i Junges Madchen sucht Stelle zu Kind oder als StubenmiUichen. Unter „Anfängerin" an die Administration des Blattes. Voraus muß man denken/ sich sichern — versichern ni." * Phönix Allgemeine Versicherung«« Oes*/ Wien IX/ Äf serptatz 3 Eine Richtigstellung In einem Artikel „Assimilation kontra Zionismus" in unserem Blatt wurde auch eines Vortrages des bekannten katholischen Schriftstellers Joseph August Lux Erwähnung getan, den dieser über Einladung der „Union österreichischer Juden" gehalten hat. Ueber diesen Vortrag sind in den Wiener Tageszeitungen Berichte erschienen, welchen man entnehmen mußte, daß Herr Lux im Sinne seiner Gastgeber von der „Union", d. h. gegen den Zionismus und gegen die Zionisten gesprochen und die Vaterlandstreue der Zionisten angezweifelt hat. Auf diese Berichte hat sich die Bemerkung in unserem Blatte bezogen. %m!Tltm 8. bis 14. März 19S6 Technische and Landwirtschaftliche Messe bis 15. Marz Luxus- und Gebrauchsartikel / Möbel / „Gas im Haushalt" „Elektrizität im Haushalt" / „Kunst im Handwerk" österreichische Zeitungs- und Zeitschriftenschau Textilien und Bekleidung / Wiener Strickmode / Pelzmode TECHNISCHE MESSE Erfinderin esse / , ,Der Realitäten-Vermittler und -Verwalter" Bau- und Straßenbaumesse / BUrobe darf »messe INTERNATIONALE AUTOMOBIL- UND MOTORRADAUSSTELLUNG Gewerbliche Kollektiv-Ausstellungen / Österr^Tabak-Regle Ungarische Ausstellung / Lebensmittel-Ausstellung Land- und forstwirtschaftliche Musterschau Bundesweinkost MASTVIEHSCHAU (Rinder u. Schweine) : IS. bis 15. März BEDEUTENDE FAHRPREISERMASSIGUNGEN; Messeausweise ä S 6.— bei der Wiener Messe-Aktiengesellschaft, Wien, VII., Messepalaat. —• Eintrittskarten (zum einmaligen Besuch der Rotunde oder des MessepalAstes und der Neuen Burg) ä S 2.50 bei den Kassenschaltern der Messehäuser. Demgegenüber legt Herr Lux Wert darauf, folgendes festzustellen: Er wurde von der Union nicht zu diesem Vortrag bestellt, sondern hat sich über Anregung von Freundesseite in völlig uneigennütziger Welse bereit erklärt, von seiner Idee über den Willen zu Oesterreich auch in jüdischem Kreise zu sprechen. Er hat nicht im Sinne seiner Gastgeber, sondern, wie er ausdrücklich betonte, als Katholik und Oesterreicher gesprochen. Er hat nicht gesagt, daß der Zionismus nicht die Haltung der bodenständigen österreichischen Judenschaft sei, sondern festgestellt, daß die Ablehnung des österreichischen Vaterlandes nicht die Haltung der österreichischen Judenschaft ist. Er hat nicht lauter getaufte Juden als Vorbilder genannt, sondern auch auf viele Koryphäen aus dem Judentum hingewiesen. Vor allem aber hat er erklärt, daß er sich nicht in den Familienstreit der Judenschaft einmengen wolle, daß er aber den von Theodor Herzl inaugurierten Zionismus als eine zweckmäßigeBewegung erachte. Das klingt freilich ganz anders, als was den oben erwähnten, tendenziös gegen den Zionismus eingestellten Berichten zu entnehmen war und worauf sich unsere kurze Kritik bezog. Deswegen bringen wir gerne die Feststellungen, auf welche der auch uns als äußerst hochstehender Schriftsteller bekannte Herr Josef August Lux Wert legt. Auch in Paraguay Aus Warschau (J. T. A.): Der Poln. Telegraphen-Agentur wird aus Asuncion telegraphiert, daß das Oberhaupt der RevolutlonBregierung, Oberst Puanco, ein Manifest mit 36 Punkten herausgegeben hat, in welchem als die Hauptursache des Aufstandes die. Ueberflutuhg Paraguays durch Ausländer, hauptsächlich durch Juden, bezeichnet wird. Während das Volk;an der Front kämpfte/hätten die Juden die besten Säfte des Volkes ausgesogen und die eingeborene Bevölkerung geknechtet und ausgeraubt. Die frühere Regierung mußte gestürzt werden, weil sie diese Menschen stützte. — In Paraguay leben nur sehr wenige Juden. Unter „Ausländer" sind Amerikaner aus U. S. A. zu verstehen« INuk&iqfoQel Eine groteske Lage Slowakische und andere Komitees arbeiten gegä* den Hunger in Kar p atho tu Bland. Es ist SM schwärende Wunde und wer weiß, ob sie heilbar ist. Mitten in diesem sozialen Elend gibt es noch ein andere» geistiges Elend von ungeheuerlichen Ausmaßen. Die Bevölkerung ist abergläubisch und fanatisch. Die Rabbis sind die unbeschränkten Herrscher der Metischen. Nicht alle Rabbis haben die politische Bedeutung und Gerissenheit des Rabbi Spiro in Muk'aczevo. Hier kämpft ein Wunderrabbi mit ätlen erlaubten und unerlaubten Waffen eines politischen Klerikers. Er ist der unumschränkte wirtschaftliche und politische Beherrscher des Ortes. Für unsere Vorstellung spielt sich diese ganz« Frage, welche um den Rabbi von Mukaczevo aufgeworfen wird, nicht auf dem Gebiete der Frömmigkeit ab, Sondern auf dem der Politik. Seine Ergebenheit dem tschechischen Nationalismus gegenüber paärt sich mit einer skrupellosen Politik den Juden gegenüber. Der Jude mit Kaftan und Peies ist der eigentliche politische Vertreter der Assimilation. Die Lage ist etwas grotesk, dennoch aber besteht sie. Rabbiner Joachim Prinz: „Europäische Reise", 1936. Die luden als Gaste ♦ * ♦ In einer Versammlung in Leeds erklärte Sir Oswald Mo sie y, wenn der Faschismus in England siegen würde, so würden die Juden, die das Wohl der Judenschaft in fremden Ländern über das Wohl Englands stellten, dessen Gastfreundschaft sie genießen, deportiert werden. Anderen Juden würde das Bürgerrecht entzogen werden, weil sie es vorgezogen hätten, Fremde in unserer Mitte zu bleiben. In Oxford hat der Stadtrat beschlossen, Mosleyt der hier sprechen wollte, die Stadthalle nicht zu vermieten, weil bei einer früheren faschistischen Versammlung Gewalttätigkeiten begangen wurden. Londoner Meldung vom Februar 1936. Vom arabischen Schulwerk Das Analphabetentum unter den moslemisclxen Arabern ist sehr weit verbreitet. Nach der Zählung von 1931 konnten nur 75.659 von 695.159 Moslems in Palästina lesen und schreiben, das sind weniger als 11 Prozent der Gesamtzahl. Unter den Christen ist der Prozentsatz, der lesen und schreiben kann, höher: Jf8 Prozent der Gesamtzahl.' Unter den mds"temischen\< Frauen könnenweniger als S Prozent lesen und schreiben (im ganzen 891(8 von allen moslemischen Frauen des Landes). Unter den Christinnen ist der Prozentsatz größer: 57 Prozent» Jedoch vermehrt sich die Zahl der Araber, die. lesen uipd schreiben können, von Jahr zu Jahr, wenn auoh das Tempo des Fortschritts nicht schnell ist. Die englische Regierung, tut — verglichen mit dem früheren türkischen Regime — viel, um das Analphabetentum unter den Arabern zu be-$ kämpfen. Während es zur türkischen Zeit nur wenige arabische Schulen im Lande gab, bestehen heute mehr als 300 Schulen in Palästina. Die Regierungsschulen reichen jedoch nicht aus, um das heute unter den Arabern sehr starke Bildungsbedürfnis zu befriedigen. Es. bestehen zwei Arten von Privatschulen: solche von relativ modernem Aufbau und solche nach altem, traditionellem Muster, die dem jüdischen „Cheder" ähneln (arabisch „kuttab" genannt). M. Kapeljok: „Die Araber in Palästina." Der Weg des Zionismus Wer sein jüdisches Schicksal, an diesem großen und kritischen Wendepunkt unserer Geschichte, und an diesem großen und kritischen Wendepunkt jeder einzelnen jüdischen Existenz, meistern will, kann versuchen, in die Enge zurückzukehren und der Weite, der Sehnsucht dessen zu entsagen, der Millionen umschlingen" und ,ßruder der ganzen Welt" sein möchte; das etwa ist, im großen ganzen, die Haltung des thoraverbundenen, orthodoxen Juden. Er kann den umgekehrten Weg zu gehen suchen, trotz allem; ja, er könnte, trotz allem, den Versuch machen, der Weite des Lebens, den allmenschliclien, über das Jüdische hinausragenden oder doch von ihm unterschiedenen Werten um den Preis einer immer weiter fortschreitenden Entfremdungder Väter verknüpft zu bleiben. Neben diesen beiden wegen steht der vom Zionismus als Lösung der Judenfrage geforderte: der Weg deäsen, der die Galuth durch den Wiederaufbau einer jüdischen Gemeinschaft auf dem historischen Boden zu überwinden hilft und sich und seinen Kindern damit die Möglichkeit zu schaffen hofft, den sehnsuchtsvollen Blick auch fürder in die Weite richten zu können, ohne sich von den Wurzeln seiner Krajr und den Quellen seiner jüdischen Substanz darum abzulösen* Dr. Abr. Goldthai: „Sinn der jüdischen Geschichte." Palästina und Diaspora Die Tel-Avlver Stadtverwaltung hat beschlossen, die Purim-Festlichkeiten im Hinblick auf die Lage der Juden in der Diaspora abzusagen. Nur die Kinderfestliohkeiten werden abgehalten werden. J.-T.-A.-Meidung aus Tel-Avlv, 1936. PURIM-BALL EINE NACHT IN TEL-AWIW 14, MÄRZ * SOPHIENSÄLE

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.