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Die neue Welt · 1936-02-28 · Heft 541 (28.2.1936) · page 3

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 541 (28.2.1936)
Date
1936-02-28
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. »II Vöiri 28. Februar 1936 DIE NEUE WELT StitoS 1 PURIM REISEN nach PALÄSTINA vom 19. Februar bis 26. März auf Hin- und RUckfahtkarten 50% ERMÄSSIGUNG für die I. und II. Klasse 30% ERMÄSSIGUNG für die Touristenklasse Dies« Ermäßigung wurde bis End« Mai verlängert! Auskünfte: Generalagentur. Wien I, hsA Kärntnerring 6 und alte Reixebureaux m I ii'-i %m£ •"'> k&V •i<« W.*"-* // Die Herren „Nidhfarier Für den judenreinen Film In unserem Kampf gegen den „judenreinen" Film und deren jüdische sowie nichtjüdische Förderer ist nur nach' außenhin eine Pause eingetreten. Hinter den Kulissen gab es keinen Stillstand. Allerdings muß festgestellt werden, daß in dieser letzten Epoche die von uns Im Licht der Wirklichkeit gezeigten Faktoren ihr Vorgehen zu motivleren und unsere Redaktion teils persönlich, teils brieflich zu „versöhnen" versuchten. Natürlich war und ist solch ein Unternehmen zum Scheitern Verurteilt. Mehr noch: Wir fühlen die Berechtigung der Abwehr stärker als bisher. Im Verlauf unseres Feldzugs kam uns seitens informierter und am objektiven Sachverhalt interessierter Kreise wertvolles Material zu, insbesondere solches, das sich-auf jene Personen bezieht, die eine Hitler-Deutschland ignorierende Filmproduktion verhindern. Wie uns versichert wird, sind es zunächst die leitenden Herren der T.obis-Sascha (größtenteils Männer, die als Juden in der Filmbranche bekannt sind). Sie ..verlangen nämlich so hohe Atelierpreise, daß die Herstellung; von Filmen ohne reichsdeutschen Absatz unrentabel wird. '■ ■ , Würde die Ateliermiete in Wien nicht höher sein als beispielsweise in Budapest, Prag und War- ' . schau, könnte man ganz gut ohne Hitler-Deutschland auskommen. Es sind also Juden, welche den von der ganzen Kulturwelt freudig begrüßten Boykott „juden- ■ reiner" Filme beeinträchtigen. , Diese Herren wollen dem Publikum weismachen, daß .„auch" Juden bei den in ihren Ateliers gedrehten Filmen beschäftigt sind... Es gibt tätsächlich vereinzelt beschäftigte Juden — in den Büros der Sascha und einen jüdischen Musiker. Damit will man über die „Judenreinheit" hinwegkommen! . Und nun die Sachlage, wie sie sich heute ergibt: Kürzlich war eine österreichische Filmdelegation in Ber- 1 i n, um mit Hitler-Deutschland ein neues Filmkon tingent- Abkömmen zu treffen. Die Delegation bestand aus den Juden Dr. Pilzer, Dr. Grüß, Vidor, Reich und aus den zwei'Nicht juden Dr. Lebzelter (Seiephon) und Dr. Lanske (Handelsministerium). Das vorläufige Resultat ist für Oesterreich nicht gerade erfreulich, für die österreichische Filmindustrie nicht ermutigend. Oesterreich darf um zwei Filme jahrlich mehr nach Deutschland ausführen' als bisher, aber die bis- ' herigen Beschränkungen, d. i. Arierparagrapli, bleiben nach wie vor bestehen. Es sind also die ge- ' nannten „Nichtarler", welche sich dein hakenkreuz- Ierischen Filmdiktat unterworfen haben. , " Vergleicht man diesen Tatbestand mit der Behauptung der österreichischen Filmproduzenten (des erwähnten Kalibers), daß ohne reichsdeutschen Absatz die österreichische Filmindustrie nicht auf ihre Rechnung kommen könne, so wirkt das geradezu aufreizend. Zwei Filme im Jahr mehr — und die Herren Filmmagnaten fallen, vor Goebbels auf die Knie! Ein erhebendes Bild! Man erkennt die Unstichhältigkeit der Behauptung, daß die Lebensfähigkeit der österreichischen Filmindustrie vom, Wohlwollen des Dritten. Reiches abhängig sei.. Wobei außerdem noch die Verhältnisse in anderen, deutschsprachige Filme erzeugenden Ländern die Einwände unserer Herren Nichtarier Lügen strafen, beispielsweise in Ungarn. Der offizielle reichsdeutsche „Filmkurier" veröffentlicht am 20. Februar d. J. einen Artikel, aus dem zu ersehen ist, daß Ungarn sich dem Diktat des Dr. Goebbels nicht unterworfen hat und die Bevormundung durch Hitler-Deutschland mit dem Boykott deutscher Filme zu beantworten, entschlossen ist. Und Deutschland selbst — wenn seine Interessen es erfordern — druckt ein Auge zu und läßt . sich, beispielsweise amerikanische, französische und englische. Filme mit „nichtarische.n" Mitwirkenden (Schauspielern, Autoren, Regis- '! seuren, Kameraleuten), gefallen. Ein Beweis, daß unsere Filmherren eine falsche Taktik Deutschland gegenüber einschlagen und der österreichischen Film- Indusrtrie eher schaden als nützen, wenn sie, anstatt nach ungarischem Beispiel NacKensteife zu be^ zeugen, Herrn Goebbels in der Gegend seines verlängerten Rückenmarks besuchen . . . # Wem nützt diese Haltung? Den paar Juden gewiß nicht, die heute noch geduldet, morgen eliminiert werden. Und Oesterreich ebensowenig, da der sogenannte „judenreine" Film, mag er noch so geschickt getarnt sein, über kurz oder lang in den meisten Ländern boykottiert werden wird. Altes Testament und Hitler-Christen Aus Görlitz: In Görlitz sprach im Rahmen der reichskirchlichen Vereinigung Universitätsprofessor D. Duhm aus Breslau über das Thema „D a s Alte Testament in Verkündung und Unterrieh t". Das mosaische Gesetz, sagte Duhm, sei für Christen bedeutungslos. Es bedeute inofern geradezu eine Gefahr, als sich an dasselbe der Anspruch des Volkes Israel knüpfe, zur Weltherrschaft berufen zii sein. Dieser Anspruch gründe sich auch auf die sogenannten messianischen Weissagungen. Nach ihnen werden die Juden als das heilige Volk den Tempeldienst versehen, während die anderen Völker Knechtsdienste für das auserwählte Volk verrichten und ihm ihr Gold und Silber bringen. Wohl finden, sich in den messianischen Weissagungen auch sanftere Töne, aber sie sind bedeutungslos gegenüber dem Hauptbild: dem König mit dem Schwert in der Hand. Prof. •Duhm schloß: „Wir müssen diese Dinga ganz klar sehen üüd b e w u ß t ablehnen". Kleine Tube S —.90 Große Tube S 1.4p Ein jüdisches Sportfest — verschandelt? Unter der Ueberschrift: „Eine jüdische Sportlerin startet in Garmisch-Partenkirchen und in Banska Bystrica" erhielten wir folgenden Brief aus Brünn, der sich auf das vom* j ü dis chn a ti on al.en Makkabi veranstaltete Sportfest bezieht. Er lautet: „In den ,Lidove Novhiy' vom 22. d. M. wurde ein Artikel ,Zweite Winterwettspiele des Makkabi' veröffentlicht, dem zu entnehmen ist, daß die Sportlerin Enker, welche vor einigen Tagen für Polen in Garmisch- Partenkirchen gestartet war, nunmehr auch bei der Makkabiah angetreten sei. ist es schon eine Schande, daß es eine Jüdin mit ihrer Ehre vereinbar hielt, vor Hitler zu defilieren, gerade einige Stunden nach seiner Rede beim Sarge Güstloffs, so ist es Bei Stuhlträgheit und Verdauungsbeschwerden entleert und desinfiziert das natürliche „Franz-Josef- Bitterwässer den Nahrungskanal sicher und regelt dabei die Darmtätigkeit, stärkt den Magen, verbessert das Blut, beruhigt die Nerven und schafft so allgemeines Wohlbefinden und klaren Kopf. Aerztl. empfohlen. Schluß m Banska Bystrica Die letzten Spiele Nach dem Ruhetag am Samstag wurden am Sonntag vor über 6000 Zuschauern die Sprungkonkurrenzen ausgetragen. Der, Sprunglauf mußte infolge schlechten Zustandes der Stefanik-Schanze auf der Trainingsschanze ausgetragen werden, die nur Sprünge von maximal 30 Meter gestattet. Killigc Kliiifjeu sind billig-. Sauft, gründich, rassig- und preiswert ist natürlich nur Die Ergebnisse waren: 1. Kur« (CSR.) 199,7 Punkte, 2. Bognansky , (CSR.) 184,4, 3. Tauber (Jugosl.) 152,2 Punkte. Die Kömbinatkmsbewertung ergab: 1. Kürti (CSR.) 439,7, 2. Tauber (Jugosl.), 3. Bognansky (CSR.), beide 295,3, 4. Schulz (Jugosl.) 284,6 Punkte. * Nachdem die offizielle Schlußfeier der II. Makkabl- Winterspiele bereits am Sonntag abend im Festsaal des Närodny dam abgebalten wurde, wurde am Montag, als letzte Konkurrenz, der 30-Kilometer-Lauf mit dem Start bei der MakkabkHütte ausgetragen. Dichter Schneefall gestaltete, das Rennen überaus schwierig und hatte auch eine Verzögerung von zwei Stunden zur Folge, bevor mit Hilfe von Soldaten die Strecke hergerichtet wurde. ' ' v. Die Ergebnisse waren: 1. Warenhaupt (Polen) 2:12.58, 2. Schwaribart (Polen) 2:14.15, 3. Neu (CSR.) 2:16.59, 4. Rothschild (Jugosl.) 2:20.43, 5. Bezner (Polen) 2:20.54, 6. Schiffelbrünn (Polen) 2:21.24, 7. Bloch (Dtschl.) 2:31.30, 8. Wiener (Polen) 2:34.13, 9. Petschau (CSR.)2;35.31, 10. Bloch F. (Jugosl.) 2:45.54, 11, Goldreich (CSR.) 2:40,58, 12. Schwarz (CSR.) 2:53.10. Die Spiele waren sehr gut besucht, Banska Bystrica und Umgebung zeigten ein sehr lebhaftes BUd. Die Leistungen der Spieler wurden mit starkem Interesse verfolgt, doch hatten die Spiele im ganzen unter der U ngunst des Wetters zu leiden. Außer dem Eisschnelläufen mußten auch sämtliche Hockey- Spiele infolge schlechten Zustandes des Eises abgesagt werden. Im Durchschnitt weilten ungefähr 5000 Gäste in Banska Bystrica. Aus Polen Schächtverbot Der polnische Sejm hat am 21. Februar die erste Lesung des von der Abgeordneten Janina Prystor eingebrachten Gesetzentwurfes, der ein allgemeines Schächtverbot für Polen aus „humanitären und wirtschaftlichen Gründen" vorsieht, vorgenommen. Der Schwerpunkt der Verhandlungen über den Entwurf wird in der Verwaltungskommission liegen, der das Gesetzprojekt nach seiner ersten Lesung im Plenum des St&iVA zugewiesen, wjurd©, eine ganz unglaubliche WürdeloSigkeit, dieser Sportlerin den Start in Banska Bystrica zu gestatten. . Was nützen alle Beschlüsse, alle schönen Reden beim Begrüßungsabend, wenn Funktionäre des Makkabi-Weltverbandea zu einer solchen Handlung ihre Zustimmung geben. Ich richte daher an diesen Verband die öffentliche Anfrage, wer diesen Start erlaubt hat und in welcher Weise er dafür zur Rechenschaft gezogen werden wird. Ich kenne manche Würdelosigkeit, die sich auf sportlichem Boden zugetragen hat. Ab©r das Stück, das man sich jetzt geleistet hat, übers eigt doch alle Grenzen. Prof. Ernst Vogel, Brünn. * Dem Brief ist , nichts hinzuzufügen, als die Aufforderung an die Leitung des Makkabi, sofort und ausreichend zu antworten. Sie wird einer Handlung beschuldigt, die von allgemein-jüdischen und besonders vom jüdischnationalen Standpunkt, den ja der Makkabi vertritt, als ehrvergessen zu bezeichnen ist. .Die Leitung des Makkabi muß Stellung nehmen. Der Stadtpräsident von" Posen, Oberst Wjenckowski, hat auf Grund eines alten „preußischen Gesetzes betreffend aUgemeine Verwaltung" ein Verbot der Schlachtu n g vo n Tieren ohne vorherige Betäubung erlassen, womit praktisch /für die Stadt Posen das Schächte verbot eingeführt ist. Unter der Judenschaft von Posei? herrscht über diesen Beschluß große Aufregung. Der Minister schweigt sich aus Warschau, 24. Februar. Bei Beratung des Budgets des Unterrichtsministers im polnischen Sejm erklärte der Deputierte Rabbiner Rubinstein, er könne nicht anders, als ein sehr trübes Bild der Benachteiligung der Juden auf dem Gebiete des Schulwesens entwerfen. Die Seele des Volkes ist im Läger des Herrn Glombinski, des Führers der Nationaldemokraten. In der Schule werden die Kinder direkt zu Angriffen auf die Juden gehetzt. In einer Stadt haben Schulkinder jüdische Pa ssanten Überfällen und einem derselben ein Auge a u s g esc h l a ge ri. In einem anderen Orte haben christliche Jungen ihrem-jüdischen Mitschüler mit Steinen den Schade 1 e i n g e's c,h lagen, so daß, er an Ort und Stelle starb. Wie es. an den Universitäten zugeht, weiß jeder. Was tut die Regierung, um die Schule von diesem Gift zu befreien? Leider befindet sich heute ein Teil der polnischen Gesellschaft in den Krallen jener finsteren Kraft, die bei unseren westlichen Nachbarn zu Hause ist. Dort werden grauenvolle Taten verübt, die die Welt nicht erfährt. Von dort aus geht die Propaganda zum Verbot des Schachtens auch in Polen. Abg; Rubinstein erklärte weiter, die Regierung kümmere sich gar nicht um das jüdische Schulwesen und lasse es zugrunde gehen. Unterrichtsminister, Prof. Szwyentoslawski ging in seinem Schlußwort zur Debatte über das Unterrichtsbudget auf die Auslassungen der einzelnen Redner ein, berührte aber mit keinem Worte die von Abg. Rubinstein aufgeworfenen Fragen. In-u* ausländische Hausbesitzer verwalten ihre WIENER durch behördlich konz. Realitätenkanzlei 1 Dr. M AIR PA IS H Wien I, Franz Josef»-Kai 1, Tel. R 215 3Q Hl Erstklassige Referenzen äl Die täglich» Reinigung des Mundes mit einem antiseptischen Mittel ist für die Mundhygiene und Gesundheit gleich ■wichtig. Das O d o 1 - Mundwasser wird in der ganzen Welt seiner antiseptischen Wirkung und seines starken, dabei aber angenehmen Qeruches wegen, der auch unreinen Atem beseitigt, bevorzugt. Auch reinigt es zwischen den Zähnen sehr grUndlidk Außerdem enthält, das Odol-Mundwasser neben dem Odo!« Antiseptikum den Myrrheextrakt, dar gegen Lockerung d«f MUM un& Blutung dos. gahnfleisebes i&iom wnwjtfet. jrtr&.

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