Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 10 (1936)
- Issue
- Heft 537 (14.2.1936)
- Date
- 1936-02-14
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 DIE NEUE WELT Nr. 537 vom 14. Februar 1936 Je saftiger die Orangedesto besser ist sie i Verlangen Sie daher ausdrücklich Jaffa - Orangen Diese prächtige Frucht, so groß, so süß und voll Saft, kommt aus den sonnigen öranßenhalnen des Helligen Landes Der Saft der Jaffa-Orangen wirkt vorzüglich auf den ganzen Organismus — erhält Sie frisch, kultiviert Ihren Teint und verleiht Ihnen neue Lebenskräfte. Ueberzeugen Sie sich, daö die Sonne, der Boden und das Klima von Palästina die schmackhaftesten Orangen, die Sie je gegessen haben, hervorbringen. Verlangen Sie daher stets Orangen und Grapefruit „Jaffa" sind Säftiger Ein Produkt aus Palästina RUNDSCHAU Worte für Max Nord au Des 13. Todestages Max Nordaus ist in der jüdischen Presse nicht sehr eindringlich' gedacht worden. Herzls Weggenosse und Mitkämpfer in den schwersten Tagen des politischen Zionismus bedarf allerdings nicht kalendarisch bedingter Würdigungen, denn sein Name ist im Gedächtnis des jüdischen Volkes fest verankert. Nahum' S o k o 1 o w, dessen schriftstellerische. Bedeutung dem deutschen Leser fremd ist, widmet seinem großen Freund Max Nordau einen längeren Aufsatä, dem wir nachstehende. Teile entnehmen.- , Ich habe Max Nordau vom Tag an, da ich ihm begegnete, als prächtigen; außergewöhnlich kräftig gebauten Mann in Erinnerung. Er sah schon alt aus — 25 Jahre, bevor er starb; aber mehr wegen seines silberweißen Kopf- und Barthaares als wegen, seiner - Gesichtsfarbe, die frisch, wie- Milch und Blut, fast blühend aussah, nirgends Runzeln und Rinnen aufwies, bis auf ein paar Fältchen rings um die großen, faszinierenden Augen, obwohl er damals bereits 60 Jahre alt war. Ich sehe ihn in seinem altmodischen, ungebügelten Zylinder und in dem schwarzen, hochgeschlossenen, ein wenig eng ge- Verbilligte Palästina-Reisen Konstanxa Konstanza . . ....... . S236.- Trie«t—Triest ca............ ..s351.~ Rumän. Visum gratis Große Bahnermäßigung Purim-und PeasaehreIsen Billige Landar ra n g e tnents REISEBÜRO W. SCHED2WY, Sit): Wiener Reiseklub - Austro-Lloyd I, Weihb urggasie 2 7 Teephon wordenen Schlußrock vor mir, die Hosen etwas zu kurz, mit den enganlie'genden Gamaschen und hellen Strümpfen. Auf dem ersten Kongreß bedurfte es Herzls Autorität, um ihn zum Anlegen eines Fracks zu bestimmen... Was Herzl als Führet and Organisator war, das bedeutete Nordau als Propagator der Idee, als Wecker, Rufer und Lehrer. Der Siegeszug des Herzischen Gedankens im jüdischen Volk, hauptsächlich in den deutschsprachigen Gegenden, wäre ohne Nordaus Mitarbeit nicht möglich gewesen, der es verstand, mit seinem Talent Herzls Edelmetall in literarische Münze umzuschmelzen... Will man die Gedankenwelt des unvergeßlichen Meisters kennenlernen, dann möge man seine „Zionistischen Schriften" lesen. Darin ist der ganze Nordau komprimiert enthalten — der Weltweise, der Wissenschaftler, der Renaissancemensch. Bei. solchen Menschen gelten nicht einzelne Aussprüche und Wendungen, sondern die Gesamtmelodie des Lebens und Schaffens... Sein eifriger Kampf gegen die Assimilation entspringt einem einzigartigen warmen Herzen, reinem Fanatismus für die Wahrheit, aus seinen Reden gegen die Assimilanten klingt der Ton unserer einstigen Propheten. Herzl und Nordau! Das Werk, das diese Männer begannen, konnte nicht das Werk einzelner Menschen oder einer Generation sein — selbst unter den günstigsten Bedingungen würden sie es nicht haben vollenden können. Dank ihnen dafür, daß sie es begonnen haben. Es zu Ende j führen — das ist schon Aufgabe des jüdischen Volkes, Anfijfidisdte Unruhen in Polen Aus Warschau; An dem letzten Markttag ist es in G;o s t y h: im Kreise Posen zu ernsten judenfeindlichen Ausschreitungen gekommen. Als die jüdischen Marktfahrer ihre Waren auslegten, wurden sie von einer Bande Exzedenten überfallen, die die Stände 2ü plündern begann. Der eingreifenden Polizei setzten die Aufruhrer Widerstand entgegen. Zwei Polizisten und ein Gendarm wurden getötet. Auch in anderen Ortschaften, insbesondere in der Gegend von Czenstochau, fanden judenfeindliche Ausschreitungen statt. Die Untersuchung der Vorfälle in Truskolas hat zu der Verhaftung des Mannes geführt, der in die dortige Synagoge eine Bombe geworfen hatte. Außerdem wurden siebzehn Nationaldemokraten als Rädelsführer der Unruhen in Truskolas verhaftet. Während der pogromartigen Ausschreitungen in Pszystan bei Czenstochau wurden der Händler Herschel Szumbrowicz und die Händlerin Rachel Rubin von Huligaus niedergeschlagen und lebensgefährlichverletzt, ihre Stände wurden zerstört. Auch die Stände anderer jüdischer Händler wurden zerstört und ausgeraubt. In Zigorow bei Lodz fiel die von Agitatoren aufgehetzte Bauernschaft während des Jahrmarkts über die Juden her. Die Exzedenten plünderten alle jüdischen Geschäftsläden aus. Die Polizei verfügte die Plünderer in die umliegenden Ortschaften. Im Dorf Szetiewek wurde die Polizei aus dem Hinterhalt von einer großen Bauernmenge angegriffen. Die Polizisten sahen sich gezwungen, von der Schußwaffe Gebrauch zu machen. Drei der Angreifer wurden getötet, acht verletzt. In Sochaczow, Kreis Warschau, wurde der Laden von Mendel Walfisch durch Bombenwurf vollkommen zerstört. In Zagorow hat die gesamte Judenschaft mit dem Rabbiner an der Spitze den Ort verlassen, weil weitere Unruhen befürchtet werden. Eine lebhafte judenfeindliche Propaganda geht auch in der Gegend von W i 1 n a vor sich. Oesterrei'dier in Palästina Das Österreichische Wanderungsamt veröffentlicht soeben einen Bericht über seine Tätigkeit während des Jahres 1935. Die Ziffern, die der Bericht in bezug auf die österreichische Auswanderung enthält, sind für uns dadurch bemerkenswert, daß neuen den bisherigen Immigrationsländem nunmehr auch Palästina erscheint. Unter den außereuropäischen Ländern stehen die Vereinigten Staaten mit 709 österreichischen Auswanderern in den etfsten elf Monaten des vergangenen Jahres an der Spitze. Nach Brasilien gingen 230, nach Argentinien 158, nach Paraguay 100, nach dem wichtigen Einwanderungsland Australien insgesamt 5 Oesterreicher. Mit um so größerer Ueberraschung muß die Tatsache vermerkt werden, daß unmittelbar auf U. S. A. Palästina folgt, das sich — wie der Bericht bemerkt— im Zusammenhang mit der jüdischen Kolonisationsbewegung, d. h. mit .dem JZ to.h i,s m ü s,: zu^ einem wichtigen Zielpunkt der österreichischen Auswanderung entwickelt. Es.sind nämlich in den ersten elf Monaten 1935 nicht weniger als 502 Personen nach: Palästina ausgewandert.-. Diese: Auswanderer sind durchwegs Juden, zumeist jüdische Arbeiter, und Kleinkapite.lisfcen, px 'denen sich noch eine gewiß erheb 1 i c'h'e An z ah 1 „Illegaler" gesellen dürfte, so daß zweifellos Pa 1 ästina für Oesterreich das Wichtigste Einwanderungsland geworden ist. Mit anderen Worten: das zionistische Aufbauwerk in Palästina nimmt Oesterreicher auf und entlastet damit den Österreichischen Arbeitsmarkt wesentlich. Wenn man welters bedenkt, daß Palästina als konsumkräftiger Abnehmer in Oesterreich auftritt, so liegt die Bedeutung Palästinas für das österreichische Wirtschaftsleben klar zutage. So wird z. B. Oesterreich auf der bevorstehenden TelrAviver Messe, mit einem eigenen Musterpavillpn vertreten, sein. ■Diese Tatsachen sprechen für sich. Es .erübrigt sich daher,/ im besonderen darauf hinzuweisen, daß die kompetenten Faktoren bei uns-dem jüdischen Palästina-Aufbau Rechnung tragen mögen.. Am 25* Marx „Interna? tonaJer Boykott«Taq" Aus New York: Der Präsident des American Jewish Congress, Dr. Stephen S. Wise, teilt mit, daß der Kongreß am 5. März 1936, dem Tage, an dem sich zum dritten Male die Einleitung der Judenverfolgungen, in Deutschland durch Hitler jährt, in allen Teilen der Vereinigten Staaten Amerikas einen „Nationalen Boykott-Tag*« abhalten wird. Die Veranstaltungen werden in Zusammenarbeit mit den nicht jüdischen Anti-Nazi- Gruppen vor sich gehen und der Intensivierung des Boykotts deutscher Waren und Dienste dienen. Antl- Hltler-Kundgebungen werden möglichst in allen Zentren der Vereinigten Staaten abgehalten werden. . Bei Erkrankungen des Magens und Darmes, der Leber und de* (Wienwege wirkt früh nüchtern ein Glas natürliches „Franz-Josef "-Bitterwasser sicher lösend und immer gelinde ableitend. Aerztl. empfohlen. Nur Arier erben Aus Berlin: Als eine „weitere Ausführungsbestimmung-zu den Nürnberger Gesetzen'' erließ der Reichsjustizminister Dr. Frank eine Verordnung, der zufolge Hinterlassenschaften in Familien, die* sich ,aus Ariern und Juden oder aus Ariern und Mischlingen zusammensetzen, automatisch den arischen Familienmitgliedern .zufallen. r :i Fachmann mit vollständiger maschineller Einrichtung suoht Teilhaber mit mindestens dreitausend Pfund Anfangskapital zwecks für Paliistina neuer erstklassiger IndustriegrUndung. Weltversand ohne Konkurrenz! ' "> :" Seriöse Zuschriften unter „Erstklassige I x I i 11 n x" an die .Redaktion dieses Biata <M<MM«MM.....»♦Mh>miMMm»MM».......... SIEGM. KORNMEI1L dROSSFUISCHHAUMtC! Zentrale; IX., Berggasse 19. Tel. A-l?-3-99 n. A-16-9-34 Lieferant für Heilanstalten Abteilungen für ■^■Flftlach unter Aufsicht des Ehrwürdigen Rabbinate der Isr Kultusgemeinde Wien Autoxustallung kostenlos IX. Berggasse IS ✓ XVIII., Währlngerstr. 97 Verb« d« Judeiistaatszioitfoten Oesterreädis Sektion Favoriten, X., Herndlgas9e 23, Montag, 17 d., 8 Uhr abends, konstituierende Sitzung der neugewählten Leitung. — Heute Freitag, 14. d., 8 Uhr abends», „Oneg Schabbat". Sektion XIII/XV, XV., Schanzstraße 32, Dienstag, 18. d, 149 Uhr abends, Vortrag: Th. Grubner „Galuth und Erez Israel", Zentralheim, I., Werdertorgasse 14, Mittwoch, 19. d., 1/>Q Uhr abends, Vortrag: Schlomo Auerbach „Nationales und Allmenschliches in Bialiks Werken". Sektion IX, XVIII, XVIII., Semperstraße 19, Donnerstag, 20. d., J^9 Uhr abends, Vortrag: Josef Fränkel. Thema: „40 Jahre Judenstaat". , Sektion Leopoldstadt, II., Taborstraße Nr. 21a, Freitag, 14. d.: „Oneg Schäbbat". Voranzeige: Samstag, den 14. März, große Purim-Redoute im Hotel Continental. Karten in allen Sektionen unseres Verbandes erhältlich. Sonntag, 16. d., präzise 10 Uhr vormittags, wichtige Parteiratssitzung. Gesellßchaftsaberid der .Tudcnstnatszlonlsten, Sektion XIII/XV. Bei glänzendem Besuch Tand Samstag, den 8. d. M., der erste Gesellschaftsabend dieser rührigen Sektion statt, der einen sehr stimmungsvollen Verlauf nahm. Der Obmann Hermann H a 1p e r n begrüßte In launiger Welse die erschienenen Ehrengäste Und die zahlreichen Anwesenden, worauf die Akademie ihren Anfang nahm. Die Conference führte der junge Fritz Baum, ausgezeichnet disponiert sang Kantor Jakob Wahrmann einige Lieder, die Jazz-Boys aörgten für Humor, Paul T I m a n, dessen schön klingender, warmer Tenor das Publikum begeisterte, brillierte mit Gesangsvorträgen. Die Begleitung der Sänger besorgte die vorzügliche Pianistin Lilly Halporn. Nach den Vorträgen tanzte die Jugend bis In die frühen Morgenstunden. GRABSTEINE in würdiger Form aus den Werkstätten WÜLKAN & NEUBRUNN III, Rennweg 110 ... St. Marx - Seit 1892 Filme der Woche (Nachdruck nur .mitrj5enehmigung des .Blattes) O e s t e r r'e'i c h :" Katharina die Letzte — Hoheit tanzt Walzer — Csardas — Tagebuch der Geliebten. Palästina:, Land der Verheißung — Luzerner Kongreß. „, Frankreich: Die klugen Frauen — Fräulein Josette, meine Frau— Schwarze Augen. England: Les Miserables. Italien: Bezaubernde Augen. Amerika: Casirio de Paris ~ Falsche Gesichter — Informer — Anna Karenina — Land des Grauens — Golgotha — Die letzten Tage von Pompeji — Der Polizeibericht meldet — Ruf der Wildnis —; Die ganze Stadt spricht davon — Es geschah in einer. Nacht. — Daa letzte Fort — In den Opiumkellern von Schanghai — Caliente, die Stadt der Freude — Lady für einen Tag. Filme unier Arierparagraph Die letzten Vier von Santa Cruz Dschungel — Viktoria — Ich sehne mich nach Dir — Und es flüstert die Liebe — Seine letzte Nacht — Rendezvous in Wien. Nur ein Komödiant — Traumulus — Der Ammenkönig — Der Mann mit der Pranke — Henker, Frauen und Soldaten —Mazurka — Im weißen Rössel — Familie Sclümek — Herbstmanöver — Mädchen vom Moorhof — Die blonde Carmen — Unsterbliche Melodien 4- Ich liebe alle Frauen —T Zirkus Sarau — Frauen um den Sonnenkönig — Der. höhere Befehl —Vergißmeinnicht Heute: „Informer." Heute findet Im Kreuz-Kino die Uraufführung des großen Abenteürerfilms „Informer" statt. Die Hauptrolle dieses spannenden, mit drei ersten Preisen ausgezeichneten Films spielt Victor McLaglen. Warum AI Jolnön so lange nicht filmte. Der berühmteste Jazzsänger der Welt hat noch seinem FUmdebüt mit „Slnging Fool", dem ersten Tonfilm, nunmehr zwei Filme gemacht: „Caalno de Paris", der In dieser Woche; erscheint, und ,/Die Wunderbar". Er erklärt dies damit, daß man einen Sänger nicht Öfter als höchstens einmal in ahderhalb Jahren aIngen sehen könne; ohne ihn satt zu bekommen. Uraufführung Freltag.im Schweden-Kino. Oberbaurat Ing. Robert Stricker hat sich bereit erklärt, in der Aufführung des Palästina-Films „Das Land der Verheißung", dl© am Sonntag, den. 23. d. M„ um U Uhr vormittags im Löwen-Kino stattfindet, zum Publikum zu sprechen. Bei der nächsten Aufführung des Falftstlna-Tonfllms „Das Land der Verhelflung", die,am Sonntag, den 16. Februar, 11 Uhr vormittags, im Kolosseum- Kino, IX., Nußdorferstraße, stattfindet, wird Dr. Josef Kastein zu den Besuchern dieser Vorstellung sprechen. Im Beiprogramm wieder die Tonfllmreportage „Rund um den I<uzefnir OnIßtehkongreß". Bei dem besonderen Interesse für diese Aufführung empfiehlt es'Sich, die Eintrittskarten im Vorverkauf zu1 besorgen. Ideologie der jüdischen Renaissance. Uqber dieses . Thema spricht Herr David Nebenzahl irii (Rahmen der ' Jüdischen Volkshochschule, L, Franz-Jo^efsnKaV 8, jeden > Montag von 8 bis 9 Übi abends. Der erste Vorträg findet Montag, den 17. Februar, um 8 Uhr abends statt.