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Die neue Welt · 1936-02-14 · Heft 537 (14.2.1936) · page 2

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 537 (14.2.1936)
Date
1936-02-14
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite, 2; DIE,NEUE WELT Nr. 537 vom 14. Februar 1938 Körperliche und geistige Frische sind die ko9tbftfsten Güter des Lebens in der Jugend wie insbesondere v ■ ■ im Alter Bewahren und mehren Sie diese Schätze durch stftnd ge. Sorgsame Pflege Ihres Körpers. Das beste Mittel für alle Zwecke der Körperpflege —'Einreibungen; Fackungen (Umschläge), Mundwasser; tisw. — Ist DIA NA- Franzbranntwein mit Menthol r° '^diW. besseren Geschäft erhältlich. Verlaneen Sie atosdrücldrcH „Diana" und nehmen Sie nnr „Diana". Jlinderwcrtlge Nachahmungen sind energisch zurücktu weisen. Außer dem Verbot Kulturbünde haben ihrem Bereich ein¬ Juden verfügt, mit der Hunderte von Fememorden' als politische Heldentaten gefeiert hat, ein Staat, in dessen Namen Unmengen von deutschem Blut vergossen wurden — dieser Staat hat nicht das Recht, sich auf den E ntrüsteten aufzuspielen. Dieser Staat hat nur das Recht, sein Haupt zu senken und sich selbst schuldig zu sprechen an dem Mord von Davos." Repressalien Aus Berlin, 11. Februar: der Veranstaltungen der jüdischen verschiedene Städtverwaltungen in schränkende Mäßnahmen gegen die der Begründung, daß die Empörung über den „jüdischen Mord" zur Ausschreitungen führen könnte. Der Oberbürgermeister von Düsseldorf hat den Juden den Eintritt in die Düsseldorfer E ä d e r und Schwim mschulen verboten und dies mit der Notwendigkeit, „Unannehmlichkeiten vorzubeugen", begründet. Die Strafe für Frankfurter Aus Zürich wird berichtet- .. Die Schweizer Presse weist mit aller Schärfe die von reich s deutschen Zeitungen aufgestellte Forderung, daß David Frankfurter zum Tode verurteilt werden müsse, zurück. t „N e u e Zürcher Zeitung" schreibt: „In der Schweiz haben Wir noch die Trennung der Gewalten." Die Justiz wird Ihren Lauf nehmen, aber einstweilen hat unsere Regierung die Pflicht, ebenso höflich wie energisch alle Eine notwendige Richtigstellung In der palästinensischen Tageszeitung „Haarez"" (Abendausgabe Vom 23. Jänner 1936) ist ein Bericht aus Wien enthalten, betitelt „Die Hetzre der Katholiken gegen die Juden in Oesterreich", in weichem ca u. a. heißt: <• ..In den zionistischen Zeitschriften Oesterreichs, sind sehr heftige Artikel gegen die katholischen Führer, welche schon seit langer Zeit als Judenfeinde und Juden4bedrücker bekannt sind, erschienen. Die zwei zionistischen Zeltungen „Die Stimme" und „Die Neue;Welt". kritisieren lebhaft die Rede des ehemaligen Ministers Prof. Czermak, welche voll Haß und Drohungen gegen die Juden war, die den Bestand der Katholiken in Palästina „gefährden". Dieser Haß ist eigentlich dem Grunde nach ' nicht nach J e r u s a 1 e rrf gerichtet,' sondern soll eine umfassende Tätigkeit gegen die Juden Oesterreichs selbst zum Ziele haben. Die Benützung, des katholischen Schildes in Palästina soll nur bezwecken; den Haß weiter katholischer Kreise in Oesterreich gegen die Juden zu schüren." Soferne aridere zionistische' Zeitschriften in., diese Meldung einbezogen wurden, bleibt es natürlich; diesen überlassen. Stellung zu nehmen. Für „Die Neue Welt" soll festgestellt werden, daß sie weder der Form noch dem Sinn nach in einer Weise geschrieben hat, welche den Bericht in „Haarez" auch nur hn geringsten rechtfertigen könnte. Der „Neuen Weit" ist es ferngelegen,. dem Katholizismus oder der katholischen Gesamtheit eine systematische Hetze gegen die österreichischen Juden anzulasten. Nicht etwa darum, weil es ihr an Mut hiezü fehjt, sondern: weil -das -einfach. nicht„wahr (ist.rEsvgibt,in Oesterreich Politiker katholischen Bekenntnisses,' weiche Judenfeinde sind, undes wurde nie - unterlassen, . ihnen entgegenzutreten, .Aber ihren Antisemitismus und'Katholi-;zisniüs* zu identifizieren, lag -in. keinem Falle Anlaß vor! Was aber den Passus betrifft, der sich auf Minister jProf. Czermak und-die. „Neue.',Welt" bezieht, so ist er reine Erfindung. Die in Frage kommende Rede des Ministers Prof. Czermäk wurde im Blatte über haupt nicht behandelt. Aber nochmehr: N i e-.istin der „Neuen Welt" über Prof. Czermak etwas zu lesen ^gewesen, was ihn auch: nur andeutungsweise als „Juden feind" oder „Judenbedrücker" charakterisiert hätte. Im Gegenteil! Die „Neue Welt" hat oft über ihn geschrieben und dabei immer hervorgehoben, daß er eine der leider so seltenen Persönlichkeiten im öffentlichen Lehen ist, die Forderungen zurückzuweisen, die einer Einmischung. in unsere inneren Angelegenheiten verzweifelt ähnlich zu sehen; beginnen. Man hat den Eindruck, daß von deutscher . Seite ein ausgesprochen politischer Zweck verfolgt wird, da man uns indirekt den Vorwurf macht, daß wir noch eine Demokratie sind und auf gewisse Freiheiten Wert legen, die im Dritten Reich längst abgeschafft wurden. Die öffentliche Meinung der Schweiz wird sich nicht durch derartige Manöver beeinflussen lassen, die verschiedenen Ablenkungen gelegentlich eines Ereignisses dienen, das für die Machthaber des. Dritten Reiches selbst wegen seiner moralischen Ursachen peinlich ist." Üensm. tckstem - SetHtnemp Das Strafgesetzbuch des Kantons Graubünden, das für den Prozeß maßgebend ist, stammt aus dem Jahre 1851 und sieht dem Wortlaut nach für Mord noch Todesstrafe vor. Da aber Graubünden nach der Revision der Bundesverfassung im Jahre 1897 gegen die Todesstrafe Einspruch erhoben hat, gilt diese in Graubünden ais abgeschafft. Artikel 88 des Graubündnerischen Strafgesetzbuches sieht als Mindeststrafe für Mord 15 Jahre Zuchthaus vor. Allerdings gilt dieses Strafminimum nur bei Feststellung der vollen Zurechnungsfähigkeit des Täters. Zuständig für den Fall ist das. Kantonsgericht von Chur, das sich aus fünf Richtern zusammensetzt. Der Prozeß wird gemäß dem schweizerischen Verfahren wohl nicht vor drei oder vier Monaten beginnen. (J. T. A.) Polestine Shlpplna Co. Ltd., Haifa Die angenehmste Uebertahrt nach Palästina mit Elnklas.^en- Luxusdampfer „TEl-AVIV" Zu Purim Abfahrt 28. Februar von Priest Zu Osiem Abfahrt 27. März von Triest Zur Levante-Messe Abfahrt 23. April von Triest Auskünfte: „Universal", Wien 1, Kärntnerring 3 und in aiien anderen Reisebüros MagendarmbeKchwerden. Zahlreiche Aerzte wenden das natürliche „Franz-Josef'-Bitterwasser auch bei hochgradigen Gärungs- und Zersetzungsvorgängen im Magendarmkanal mit recht günstigem Erfolg an. E um eine gerechte Lösung der Judenfrage loyal bemüht sind. Professor Czermak hat Anträge zur Judenfrage erstattet, die auf 'dem von der „Neuen Welt" rückhaltlos anerkannten Prinzip 'des jüdischriatiönalen Autonomie und des nationalen Minderheitsrechtes beruhen. Manche seiner Vorschläge sind abgelehnt worden, aber viele und wesentliche haben im Blatte Zustimmung gefunden. Und immer wurden seihe Bemühungen um die Klärung der so schwierigen'Frage als Ausdruck des guten Willens anerkannt. Welche Motive der die Wahrheit entstellenden Meldung ah „Haarez" zugrunde liegen, ist wohl schwer festzu-' stellen. Jedenfalls muß aber ein Vorgehen, das geeignet ist,', .zwischen der Judenschaft und dem Katholizismus Mißverständnisse entstehen zu lassen und Feindschaft zu stiften, ganz entschieden verurteilt werden. Um die>JUdenfrage bestehen wahrlich genug Mißverständnisse und Feindschaften. Sie brauchen nicht durch abwegige Angriffe.' von jüdischer Seite her vermehrt zu werden. ._ ,:.<•..: «,*"•.' •" . '■' ' Wir bringen nachstehend - zweider allgemeinen* österreichischen' Presse entnommene' Berichte Uber Versammlungen, in welchen Minister Prof. Czermäk referierte. * In . einer Versammlung des Christlichen Volksvereines Neubau hielt Mittwoch abend' Minister a. D. Dr. Czermak einen Vortrag,„in dem er zunächst ein Bild von der Entwicklung der Judenfrage inr Deutschen Reich entwarf. Die nationalsozialistische Partei' habe jene Ideen, die in Oesterreich vor der Jahrhundertwende stark waren,- reingezüchtet und den alldeutschen Rassenantisemitismus eingeführt. Die „Protokol 1 e der Weisen von Zion" wurden mit zum Grundsatz des nationalsozialistischen Antisemitismus erhoben, Aber es muß festgestellt werden, daß dieses Buch unzweifelhaft ein Machwerk ist, das verheerende Wirkungen, insbesondere In der Jugend und in jenen Kreisen angerichtet hat, die nicht imstande sind, zwischen Recht und Unrecht zu unterscheiden. Der Haß- -und Radauantisemitismus in' Deutschland hat mindestens bis zur gegenwärtigen Stunde die Oberhand. Man hat sich zu wenig mit dem Problem beschäftigt und hat die gerechte christliche Auffassung nicht mitsprechen lassen» Minister a. p. Dr. Czermak gab hierauf einige Ziffern über die Auswanderung der deutschen "Jüden bekannt turd' besprach die Schwierigkeiten, die sich der jüdischen Einwanderung in Palästina entgegenstellen. Abschließend schilderte Minister a. D. Dr. C?ermak kurz die L a g c d e r J u d e n s c h af t i n O e s t e r r'e i ch, die nach den Ergebnissen der letzten Volkszählung'in-' Wien um rund 30.000 abgenommen, hat. Man bemerkt. In, Oesterreich ebenfalls einen starken Zuzug zum Zionismus, der uns die Diskussion erleichtert. Je. mehr ein Jude zu seiner R e I i g to n und zuVseinem Volk hält, je mehr er es vermeidet, in Belange hineinzureden, die uns heilig sind, desto eher wollen wir ihm die Hand reichen, ich halte es für vei*abgeheuüngswürdig, der Schöpfung zu widersprechen, die uns alle g l eichberechtigt* und gleichwertig in dieses kurze Leben liineinschickt, ich bin der Meinung, daß der Streit der Höher- oder Minderwertigkeit in UnV Sefe katholische Auf f ä s s u ng n ic h-t hin ein-* gefrört. ' i * .. ... In einer Versammlung d^s katholischen;. S o 1 d ä t e n b u n d e s sprach Minister a. D. Professor Dr. Emmerich Czermak Über die Judenfrage. Vor kurzem habe er ein Schreiben Von einem jüdischen Schriftsteller« erhalten, in dem die Taufe aller Judenklnder als. einzig mögliche Beendigung des Kämpfes gegen das Judentum bezeichnet wird. Prof. Czermak sagte dazu: Ich bedäuere aufs tiefste,' daß in gewissen -jüdischen Kreisen die seelische Depression einen solchen Grad, erreicht hat, daß die Taufe als Rettungs ml 11 e 1 ange* sehen wird. Ich bekämpfe diese Bestrebungen, weil ich1 überzeugt bin, daß damit weder dem Judentum noch etwa' unserer christlichen Sache irgendwie gedient sein körinte. ' So oft in der Welt die Schein- und Zwangstaufe praktiziert, wurde, hat sich das immer bitter gerächt. Ich bekenne mich daher als ausgesprochener Gegner der Scheintaufe zur Beseitigung des J^uclenproblems. , v Der Redner setzte dannaufeinander, wie er sich dfe Lösung der Judenfrage in Oesterreich, vorstelle, und erklärte--u. a.: Alle österreichischen Minderheiten, auch die Juden, sollen. die....völ 1 ige Freiheit in ihren eigenen Angelegenheiten besitzen. Ich. bin für eine weitgehende *Autö n b m i e. Ich bin dafür, daß; die. jüdischen; ■Kinder eigene Kindergärten und Schulen,. .daß die Juaen eigene kulturelle Organisationen und Einrichtungen besitzen; natürlich immer unter Respektierung des bekannten gemeinsamen Nenners: Nichts 'darf• geschehen, was den christlichen- Charakter des Staate« verletzen könnte. Das laugerwartete Filmereignis Amerikas preisgekrönter Sensationsfilm mit VIKTOR McLAGLEN Ul" auff4rung KßEUZaKI NO Ein RKO-FILM im Verleih Leop. Barth, Wien VII. Um die Wiener Jüdehgemeinde Der .Klub der zionistischen Mandatare, im . Wiener. . Koiltusvorstande. übermittelt folgende Erklärung: '._ . Die Uni ooi. .ö s t e r,-r ei c hi s c h e r Juden hat " an die Mitglieder der Gemeinde eine Flugschrift versendet, die vnach Schreibweise und Inhalt sich a\s ein Exzeß entarteter Parteileidenschaft darstellt. Dieses Pamphlet werden wir, nicht unbeantwortet lassen. Allerdings wollen^ wir hiebei nicht auf das von der Union bezogene Niveau .. hinabsteigen. Wir werden vielmehr an Hand des konkreten^ . von jedermann zu überprüfenden Tatsachenmaterials in sachlicher Weise die Haltlosigkeit der gegen uns mit beispielloser Skrapellosigkeit vorgetragenen Anwürfe erweisen. Vom Vorstande der Israelitischen Kultusgemeinde Wien Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde hat bei den am 6. und 7. d. abgehaltenen Plenarsitzungen, die infolge des Ausscheidens der der „Union österreichischer Juden" angehörenden Mitglieder des Kultusvorstandes notwendige Neukonstituierung vorgenomen. Das Präsidium der Kultusgemeinde wurde durch Zuwahl des langjährigen Mitgliedes. des Kuljusvorstandes, Rat der Stadt Wien Dr. Jakob Ehrlich, zum Vizepräsidenten ergänzt."Gleichzeitig wurde der einhellige Beschluß gefaßt, ehestens die Neuwahlen des Gesamtvor.standes auszuschreiben. Die durch das Ableben des Amtsdirektörs und Ersten Sekretärs, Regierungsrätes Guido Fuchsgelb, seit längerer Zeit vakante Stelle wurde provisorisch Herrn Dr. Josef Löwenherz verliehen. WcDxmann fähr* nach Europa Aus Jerusalem: Der Präsident der Zionistischen Organisation, Dr. Chaim Weizmann,'tritt am H. Februar die Reise nach London an, um in England die aktive- Führung der Gegenbewegung gegen die jetzige englische Palästina-Politik zu übernehmen. Diese Politik drückt sich in den Versuchen aus, einen . Legislative Council gegen den Willen, der jüdischen Einwohnerschaft zu errichten und Gesetze einzuführen, die die-jüd'isqhe Einwanderung und den Boden verkauf von Arabern an Juden beschränken. Weizmann wird auch" andere europäische Länder besuchen. Palästina-Einwanderung im IJczember 19Sp .., Aus Jerusalem: Offiziell wird mitgeteilt, daß im Dezember 1935 4312 Personen, davon 28ß zur K.a.p i t a-, istenkategorie gehörig, in Palästina eingewandert . sind....(DAe Einwanderung im Jänner 1936 wird bekanntlich, auf-2100 geschätzt.) Laut „Palestipe Gazette" wurden im«! Dezember 1935 295 Lizenzen an jüdische Aerzte ausgegeben. im' ''' '■';,i i Polen n. Francopol- Relsen nach Abfahrt: 19, Februar und nachher jeden Sonntagi Rückfahrt: 3. März 1936 J FRANCOP O L" Hl Renntag' i, Ü'.'i6^90' IV

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