Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 10 (1936)
- Issue
- Heft 535 (7.2.1936)
- Date
- 1936-02-07
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 535 vom f. Februar 1936 DIE NEUE WJELl Seite 5 lÖMOeluden... So verschieden die Ansichten und Ueberzeugungen der Wiener Judenheit in allen religiösen und wirtschaftlichen Fragen auch sein mögen, in e i n e m Punkte gibt es bei vielen Zehntausenden nur e i n e Ueberzeugung: &&&&i%H£BeU£4fo6dccfot£$cltt!iüUcU/ ©b reich oder arm ... auf den Pess ach -Tisch des Kenners und Feinschmeckers kommen seit mehr als 40 Jahren nur die bei allen beliebten, von allen bevorzugten Besonders delikat ist die Spezialmarke „N. B."-Mazzoth, Grien und Farvel, welche Sie in allen besseren Geschäften bekommen. ZENTRALE: N. 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Die britische Regierung hält es darum für nötig, ein Oesetz zu schaffen, welches den Bodenverkauf im Lande innerhalb eines gewissen Rahmens begrenzt." WIEN- H AIFA-WIEN n Schiff II Klasse JJ ■ tittiVß&Sßif* I, Kärntnerring 3 Als Antwort hat die Zionistische Exekutive eine „Erklärung an das jüdische Volk" erlassen, in welcher betont wird, daß das angekündigte Gesetz den Bestimmungen des Palästina-Mandats und des Briefes des früheren Premiers Ramsay Macdonald an Dr. Weizmann direkt widerspricht. Art. 6 des Palästina-Mandats verpflichtet die Regierung, die jüdische Kolonisation in Palästina zu ermutigen. Die Erklärung des High Commissioner enthält aber keinerlei Hinweis auf positive Schritte zur Kolonisierung von Juden im Lande, sondern sie kündigt lediglich negative Mittel an, die die jüdische Kolonisation hindern sollen. Die Exekutive erklärt, es bedürfe durchaus keiner Mittel, um. die kleinen arabischen Bodenbesitzer zu schützen. Durch den Verkauf von Teilen ihrer Böden erhalten die Araber erst die Mittel zur Verbesserung ihrer ökonomischen Lage. Die Behauptung der Shaw-Kommission vom Jahre 1929, daß es eine große Zahl landloser Araber gibt, ist später durch eine Untersuchungskommission der Regierung als nichtig erklärt worden. Es wurde festgestellt, daß in den letzten zehn Jahren lediglich 650 Araber landlos geworden sind, davon nur ein kleiner Teil faktisch, der größere Teil hat In anderen Zweigen des Wirtschaftslebens Unterkunft gefunden. Die Exekutive erklärt weiter, daß die wichtigste zionistische Bemühung in der Erwerbung von Boden besteht, und unterstreicht, daß das angekündigte neue Gesetz entmutigend auf das Judentum in der ganzen Welt wirken wird; dies in einer Periode tragischen Erlebens des Judentums, in der Palästina die einzige Rettung für große Teile des jüdischen Volkes bedeutet. Das Zusammenfallen der Pläne zur Einschränkung des Bodenverkaufs mit dem Plan der Schaffung des Legislative Council, und mit gleichzeitigen einschränkenden Maßnahmen gegenüber der Einwanderung bedeutet eine Hemmung der Entwicklung des jüdischen Nationalheims. Die Exekutive ist entschlossen, ihren Kampf gegen diese das jüdische Nationalheim schädigenden Beschrankungen aufzunehmen, und ruft das jüdische Volk auf, sie In diesem ihrem Kampf zu unterstützen. Auf Initiative der Exekutive fand am 4. Februar eine geschlossene Sitzung des Waad Leumi statt, die der Erörterung der neuesten politischen Entwicklung gewidmet war. Präsident Dr. Weizmann beleuchtete die Politik der Mandatarmacht gegenüber den vitalen jüdischen Fragen in Palästina und unterstrich die dringende Notwendigkeit, daß der gesamte Jischuw in der Opposition gegen diese Politik fest verharre. Es wurde mitgeteilt, daß sich Dr. Weizmann in kurzem nach Europa begibt, um die Führung des Kampfes gegen die Politik der Mandatsregierung zu übernehmen Letzte Nachrichten Ein militärisches NoftgeseCz Aus Jerusalem wird gemeldet: Mit Rücksicht auf die allgemeine Lage im Nahen Osten und die Verhältnisse in Palästina bereitet die Palästina-Regierung ein neues Gesetz für die Bereitstellung von Verteidigungsmitteln in Palästina für.den Notfall vor. Das Gesetz soll als ^Palästina-Verteidigung sgesetz 1936" bezeichnet werden. Es handelt sioh im Grunde um eine Erneuerung des 1923 zur Zeit der arabischen Demonstrationen gegen die englische Regierung erlassehen Gesetzes, des sogenannten Emergency Law, * durch das die Regierung Vollmacht erhielt, innerhalb von vierundzwanzig Stunden den Ausnahmezustand zu verkünden. Das Gesetz ermächtigt ferner die Regierung, ohne vorherige Verwarnung die strengste Pressezensur einzuführen. Der Zeitpunkt de,r Veröffentlichung des Gesetzes ist noch nicht bestimmt. Man rechnet jedoch mit seiner baldigen Inkraftsetzung. SwjMh (faßKM &iS sdiafmcui/esle &^pouo^ 3es$i(ifis inbtfvfacüilw Sföfikonvodix.' _ y*"^^. - 6' {kftJ^mHeßti Jibkcuio : deutsche Teraiott &towt~M-jfl^ . &rixH2§*ifckc Ojhis.ina€±astuHOi.i Vmperia0'3%uw S(kvärz£Hbergpeat&> Die Administration hat eine Registrierung aller ständig in Palästina wohnenden britischen Staatsangehörigen eingeleitet. Wie es heißt, sollen die britischen Staatsangehörigen zu einer Sonderpolizeitrupp c zusammengefaßt und im Notfalle eingesetzt werden, wie dies anläßlich der Unruhen in Palästina im Jahre 1929 der Fall war. (J. T. A.) Der Mufti stellt r/Gfünhemden" auf, Aus Jerusalem wird gemeldet: In Haifa fand am 3. Februar eine geschlossene Versammlung der vor kurzem geschaffenen „G rünhemden"- Verbände statt. Qie Organisation wurde von der palästinenslscharabischen Partei, deren Präsident Dschemal el Hussein! und deren eigentlicher Führer der Großmufti von Jerusalem Haj Amin el Hussein! Ist, näeh dem Muster der Waf diäten in Aegypten als Sturmtruppen verband Ins Leben gerufen. An der Versammlung nahmen Vertreter einer Reiho von Ortsgruppen, in Palästina und FUhrer der Bewegung aus dem ganzen Lande teil. Es wurde ein Arbeitsprogramm des Verbandes aufgestellt. Meldungen der arabischen Presse zufolge wird die Tätigkeit des neuen Verbandes von der Polizei aufmerksam überwacht. (J. f. Ä.) Liquidierung der Polizefatitfononue von Tel* Aviv I Aus Jerusalem: Die arabische Presse meldet, daß der Generalinspektor für die Polizei und die Gefängnisse Palästinas, Roy G. B. Spicer, sich demnächst nsek Tel-Aviv begeben wird, um die endgültige Liquidierung der Autonomie der Tel-Aviver Polizei vorzubereiten; die Autonomie werde im April 1Ö36 vollständig beseitigt sein. (J. T. A.) Die Araber in Palästina In der „Jüdischen Rundschau" wird eine Serie von Artikeln des palästinensischen Fachschriftstellers M. Kapeljok über die Araber in Palästina veröffentlicht, der wir folgendes entnehmen: Die palästinensischen Araber sind in der Hauptsache Nachkommen jener arabischen Stämme, die in den Anfängen des Islam die arabische Halbinsel verließen und große Gebiete in Asien, Afrika und Europa eroberten. Palästina nahmen sie den Byzantinern in der ersten Hälfte des siebenten Jahrhunderts ab (634 bis 640), das heißt also vor etwa 1300 Jahren. Ein erheblicher Teil der palästinensischen Bevölkerung, vor Hin Pqlxtetirai-'TgrtfiljnJ OketalUuet dt» David HmSdwrn^ spricht in der anläßlich des 40. Gedenktages seit Erscheinen von Herzls „JUdenstaat" Sonntag, den' 9. Februar 1936, vormittags 11 Uhr, im Imperial-Kino, I:, Rotenturmstraße; im Beiprogramm „Rund um den Luzerner Zionistenkongreß" Karten bei: „Jüdische Kulturstelle, I., Franz-Josefs- Kai 3. Tel. R-28-2-36 / Bücherstube Löwit, I., Wollzeile 6, Tel. R-25-4-53 / Lanyi, Kiirntnerstraße 44. Tel. B-26-3-83, und an der Kinokasse, Tel. U-22-1-12 allem der Fellachen, stammt jedoch von der Urbevölkerung des Landes ab, von Juden, Syriern usw., auch von Griechen, Römern und anderen Völkern, die im Laufe der Zeit das Land eroberten und eine Zeitlang besetzt hielten. Heute unterscheidet man in Palästina die arabischen Bevölkerungsgruppen nicht nach der A fast a m m u n g beziehungsweise Rasse, sondern vor allem nach ihrem Religionsbekenntnis: die Moslems (Mohammedaner) und die Christen, die verschiedenen Kirchen, in der überwiegenden Mehrheit aber der griechisch-orthodoxen (Orientalen) Kirche angehören. Die Zahl der Araber Palästinas beträgt nach der jüngsten offiziellen Schätzung, die sich auf die Volkszählung im Jahre 1931 stützt, 889.201, bei einer .Gesamtbevölkerung von 1,261.256 Seelen, das heißt mehr als 70 Prozent. Die arabische Bevölkerung gliedert sich in der Hauptsache in drei Schichten: die Fellachen, die Städter und die Beduinen. Fellach heißt auf Arabisch (und auch auf Hebräisch) der Pflüger und Bebauer des Bodens. Die Fellachen stellen zahlenmäßig die größte Bevölkerungsklasse im Lande dar. Nach der Volkszählung im Jahre 1931 befanden sich damals 57i.637 moslemische Fellachen in Palästina und 22.148 christlich-arabische. Ein Teil der Fellachen hat seinen Wohnsitz in den Kleinstädten: Ludd, Ramleh, Bet-Schan usw. Die städtischen Araber (arabisch: Ma'dani; Medina Stadt) sind Kaufleute, Krämer, Handwerker, Arbeiter; auch in freien Berufen sind sie zu finden als Lehrer, Beamte, Geistliche u. a. In der bereits erwähnten Volkszählung wurden in den Städten 188.075, Moslems und 69.250 arabische Christen gezählt. Die Zahl fefti dar Schweden brücke! BÜCHHANDLUNG SCHNEIDER & CO., WIEN lf Frdnx-Josefs>Kai 7 Reichste Auswahl neuer Bücher bester Autoren zu billigsten Preisenl Katalog gratis;