Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 10 (1936)
- Issue
- Heft 535 (7.2.1936)
- Date
- 1936-02-07
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 DIE NEUE WELT Nr. 535 vom 7. Februar 1036 Körperliche und geistige Frische sind die kostbarsten Güter de^ Lebens in der Jugend wie Insbesondere im Alter Bewahren und mehren Sie diese Schätze durch ständige, sorgsame Pflege Ihres Körpers. Das beste Mittel für alte Zwecke der Körperpflege — Einreibungen, Packungen (Umschläge), Mundwässer usw. — ist DIANA- Franzbranntwein mit Menthol In jedem besseren Geschäft erhältlich. Verfangen Sie' ausdrücklich „Diana" und nehmen Sie nur „Diana". Minderwertige Nachahmungen sind energisch snrückzuweisen. hm fwchtefeit Baum und Menorah Von Dr. Israel Zvvi Kanner Ich kenne ein Festspiel zum Früchtefest am 15. Schewat. Chamischa-Assar tritt darin als greiser Herrscher auf, der in der Rechten, einen Lulaw als Szepter, in der Linken einen Ethrog als Reichsapfel trägt. Er läßt sich mit seinen ■ sieben Vasallen sehen: Weizen, Gerste, Wein, Granatapfel, Feige, Dattel und Olive. Am charakteristischesten aber ist die Olive kostümiert. Die Rechte hebt die Chanukah-Menorah, die Linke ein Fläschchen Olivenöl. Zwanglos ergibt sich hier die Zusammenstellung der leuchtenden Menorah und der blühenden Frucht. Herzl war es, der auf die Aehnlichkeit der Menorahform mit der des Baumes aufmerksam gemacht hat, und es ist wohl kein Zufall, daß Chamischa- Assar das auf Chanukah nächstfolgende Fest ist. Das Leuchtende und Blühende findet sich in der Bibel auf ein und denselben Gegenstand konzentriert: auf den Dornbusch. Die Feuerflamme, ein Bild der unnahbaren Erhabenheit der Gottheit, der Busch — ein Bild der von ihr in die Erde ausströmenden lebenswirkenden Kraft; beides kann nebeneinander bestehen — „der Büsch wird nicht verzehrt" —, das Feuer ist hier also nicht Bild einer von Gott ausgesandten vernichtenden Wirkung. Daß der Busch ein Dornbusch war, hat in diesem Falle keine besondere Bedeutung; gerade einen solchen mochte man häufig am Berge Horeb finden. Verbilligte Palästina ■ Reisen Konstanza - Konstansa ........ . S 236.— Triest—Triest Ca.............s 351.— RumSn. Visum gratis Große Bahnermäöigung Purim- und Pessach-Reisen Billige Landarrangements Wiener Reiseklub - Austro-Lloyd I, Weihburggasse 2 7, Telephon R-28-0-69 Es gibt wohl keinen Menschen, der nicht einmal stille stünde vor der wunderbaren Herrlichkeit des Baumes in seiner vollen Blüte und sich an dessen Anblick erfreute; keinen, den nicht die Erscheinung des Baumes anziehen würde. Hierin" liegt eine tiefe, geheime Ahnung von des Menschen Aehnlichkeit mit dem Baum. Wohl wiederholt sich das Leben des Menschen mehr oder weniger in allen Gebieten der Natur, nirgends aber sind an den Dingen der Natur unsere Lebensformen eindringlicher und klarer ausgeprägt als am Baume. An ihm sehen wir den getreuen Spiegel unseres Menschenwesens. Schon die Schrift vergleicht das Leben in seinen mannigfaltigen Beziehungen mit dem. Baume. David zum Beispiel vergleicht die Frommen mit der blühenden Palme, mit der grünenden Zeder auf dem Libanon, inde.m er sagt: Auch im Alter werden sie noch blühen, frisch und saftvoll bleiben (Ps. 92/13, 15). Jesajas spricht im Namen Gottes: Die Tage meines Volkes werden sein wie die Tage des Baumes (Jes. 65/22). — Unter dem Bild eines großen und starken Baumes, dessen Zweige sich weithin ausdehnen, an dessen Früchten und Schatten die Tiere sich laben, wird im Traum Nebukadnezars die Größe und Lebensfülle des Königs von Babel dargestellt (Dan. 4/7 ff.).. Auch in allen übrigen heiligen Schriften begegnen uns die herrlichsten Gleichnisse mit dem Baum. Wie lebensvoll ist doch'die Gleichnisrede Jothams, der bei der Wahl zum Herrscher über Sichern durch seinen grausamen Stiefbruder verdrängt wurde: „Hört mich, sprach er, ihr Männer zu Sichern! Die Bäume wollten den Oelbaum zu Sichern zum König über sich salben, aber er lehnte ab; dann gingen sie zum Feigenbaum, dann zum Weinstock; aber keiner wollte ihr Herrscher sein. Doch zuletzt nahm ein Dornbusch die Königswürde an." (Richter, 9.) Der Sinn der Fabel besteht darin, daß die Bäume keinen König brauchen, well sie nicht eigensüchtig sind, sondern ihre Frucht andern opfern. Sie blühen im Frühling und reifen im Herbst nicht um sich eitel selbst zu schmücken, sondern um andere zu erfreuen. Als sie aber dennoch einen König wählten, mußte ihre Wahl schlecht ausfallen. Sie wählten den Dornbusch, der nichts zu geben, sondern nur zu verlangen hat. Auch im Mund der Talmudisten dient der Baum als Bild der verschiedenen Beziehungen. So sagen sie unter anderem: „Wer mehr Wissen besitzt als fromme Taten, der gleicht dem Baume, der mehr Zweige als Wurzeln hat; die heftigsten Stürme vermögen nicht, ihn aus seiner Stell« *U bangen." (Aböth, 3/32.) Doch Wozu noch weiterhin die Wichtigkeit des . Baumes durch Belege erweisen? Schlagen Wir die Bibel auf: Auf dem ersten Blatt, bei dem ersteh Menschenpaar tifid hei der ersten Sünde erseheint der Baum In der nächsten Bedeutung für die Menschheit: Am Baum entwickelte sich die Sünde! Durch den Baum der Erkenntnis kam der erste Erdensohn um sein Paradies, kam Übers .Menschengeschlecht der Tod —• aber auch die Pflicht zur mühe* Völlen Arbeit. Durch einen Baum haben wir das Eden verloren, durch ßäurrie können wir es wieder erlangen. Pflanzet Bäume in Palästina! Verlasset nicht die Bäume in der Siedlung, um in der Stadt zu leben... Versündigt euch nicht an den Bäumen! Sonst wird der Araber euch aus dem Dorf verdrängen und sich mit flammendem Schwert euch für immer entgegenstellen. Lasset euch nicht aus dem zweiten Paradies vertreiben! ChamisdiasAssarrFeiern Verband der Judenstaatszionlsten Oesterreichs, Sektion Prater Samstasr, 8. Februar» 9 Uhr abendd, im Helm, II., Kleine Zufahrtsstraße 1S6: Große Chamisch a- Assar-Feier, Akademie, anschließend Tanz. Kleiner Regiebeitrag. Sonntag, 9. Februar, 4 Uhr nachmittags, Im Helm, iL, Kleine Zufahrtsstraße 166: Kinder-Oharaischa- Assar-Feier. Jedes Kind wird beschenkt. Regiebeitrag S —.60. Bei Magen-, Darm- und Stoffwechselleiden führt der Gebrauch des natürlichen „Frariz-Josef'-Bitterwassers die Verdauungsorgane zu regelmäßiger Tätigkeit zurück und erleichtert so, daß die Nährstoffe ins Blut gelangen. Aerztlich bestens empfohlen. Kein Platz ♦ ♦ ♦ In Kanada Aus London: Der Londoner „Morning Post" wird aus Ottawa (Kanada) gemeldet, daß es keine Einwanderung von Juden aus Deutschland nach Kanada in großem Umfang geben wird, da die neue linke Regierung die gegenwärtige Einwahderungspolitik nicht ändern will. Derzeit können nur englische Untertanen, von denen nicht zu erwarten, ist, daß sie der OeffentUchkeit zur Last fallen werden, nach Kanada kommen. Für jpersonen aus-anderen Ländernäst in, jedem Fall eine besondere Kabinettsorder erforderlich. Eine wei- ,;. ,«,-,.:-,. y-yl'-Jf ,tere Ausnahme besteht für La n d w i r t e, die schon in ihrer! "Heimat den landwirtschaftlichen Beruf ausgeübt haben und tausend Dollar für .Vorbereitungszwecke besitzen. Bei allem Mitgefühl Aus Kopenhagen: Der Folkething nahm die erste Lesung des von der Regierung eingebrachten Abänderungsvorschlags zum Gesetze über Ausländer vor, welcher neue, verschärfte Bestimmungen über Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung für Ausländer enthält. In der Begründung des Abänderungsvorschlags sagte der sozialdemokratische Justizminister S t e i n c k e offen, daß er die Verantwortung dafür nicht Übernehmen könne, wenn Tausende, ja vielleicht Zehntaüsende jüdisch er Flüchtlinge in das Land einströmen würden. In der Aussprache wurden nur vom komm ü n i s t ischen Redner Einwendungen gegen das Gesetz gemacht und Asyl- und Arbeitsrecht, allerdings nur für die politischen Flüchtlinge, gefordert. Von allen anderen Parteien wurde das Gesetz gutgeheißen und auch von sozialdemokratischer Seite wurde darauf hingewiesen, daß nach den Nürnberger Gesetzen ein neuer Zustrom von jüdischen Flüchtlingen zu erwarten sei und daß bei allem Mitgefühl mit den Opfern des Nazismus ihnen die Aufnahme aus wirtschaftlichen Gründen versagt werden müsse. Die Frage sei nur im internationalen Maßstabe durch den Völkerbund zu lösen. Üensio* Uksteto- SetHutemg- In Holland Haag, 31. Jänner. Aus Amsterdam: Durch einen königlichen Erlaß ist das Erfordernis einer Arbeitserlaubnis für ausländische Arbeitnehmer auf eine große Zahl weiterer Gewerbezweige ausgedehnt worden, so daß jetzt wohl kaum noch ein Arbeitszweig besteht, in dem Ausländer ohne vorherige behördliche Genehmigung tätig sein dürfen. Dies bedeutet eine weitere Verschärfung der Lage der aus Deutschland ausgewanderten Juden, da die Erteilung der Arbeitsgen ehmiguog nicht nur eine Formalität ist, sondern erst nach* genauer Prüfung erfolgt und nur in seltenen Fällen erteilt wird. Ein weißer Rabe ,. Aus New York: Die jüdische Wander- und Hillsgesellschaft „Hias" teilt mit, daß die Regierung der süd* amerikanischen Republik Paraguay die Einwanderungsbestimmungen gemildert und jetzt die Einwanderung von Juden, mit einem Besitz von 50 Golclpesos, erlaubt hat. Bisher durften nur Landwirte ins Land kommen. Nunmehr geht die Regierung davon aus» daß Im Hinblick darauf, daß Handel und Industrie im Lande noch nicht voll entwickelt sind, das Bedürfnis nach Einwanderern besteht, die sich Huf diesen Gebieten produktiv betätigen können, es besteht , Bedarf u» &. riäeh Z^mnierleuten, Schuhmachern, Schneidet*}, Strickern ürtd ähnlich Berufstätigen; sie . alle haben die Möglichkeit» durch Errichtung kleiner Werkstätten ihren Lebensunter* hält ÄU verdienen. * ■• Paraguay — ein weißer Rabe! Wie lange. es einer bleiben wird, ist leider fraglich. Alle Nachrichten über Nichtzulassung von jüdischen Flüchtlingen haben sich bisher als fest erwiesen, alle Meldungen über Zulassung wurden abgeschwächt oder dementiert. Mißlungen — ein Unglück In der „New York Times", einer der größten Tageszeitungen Amerikas, schreibt der politische England-Kör- «•espondent des Blattes über die Bedeutung der jüdischen Siedlung in Palästina für das Prestige des britischen Reiches im Orient. Die palästinensischen Juden sind ein isolierter Vorposten Europas in dem Meer der eingeborenen Bevölkerung Arabiens und, wenn man sie richtig behandelt, ein Element der Stärke für das Weltreich. Trotz der Obstruktion der Beamten des englischen Kolonialdienstes haben die Juden sich mannhaft an der Stelle festgesetzt, die das Nervenzentrum der Verbindungen des Reiches ist. Es zeigt, sich bereits die Möglichkeit, daß die jüdische Bevölkerung genügend physische Stärke nicht nur zu ihrem eigenen Schutz, sondern auch zur Verteidigung der palästinensischen Zitadelle gegen jeden von außen zu erwartenden Angriff aufbringen wird. MUitärische Fachleute erklären, daß eine jüdische Miliz von 50.000 Manu morgen Wirklichkeit werden könnte. Die englische Luftflotte kann n u r in Palästina das finden, was sie im I r a k, der als zentraler Punkt in Aussicht genommen war, nicht erlangen konnte: Sicherheit am Standort, eine Säule der englischen Luftmacht im Nahen Osten auf dem Hauptweg nach Indien und den Besitzungen im Stülen Ozean. Die Spannung zwischen England und Italien hat die Politiker in London von der Bedeutung des Palästina-Mandats überzeugt. Palästina ist ein Aktivposten des britischen Reiches. Es biete das einzige Beispiel einer erfolgreichen, groß-« zügigen europäischen Kolonisation nach dem Kriege. Der; Erfolg des palästinensischen";Unterriehtnens sei, wenn, dies auch noch nicht von allen klar erkannt wird, ein Erfolg fürEuropa. Er trage dazu bei, das Prestige der weißen» Rasse im Osten aufrechtzuerhalten. Unter dem Gesichtspunkt der Aufrechterhaltungdiesea- Prestiges wäre ein! Mißlingen ein Unglück. 1: KE Polen u. czemocsitz Abfahrt: 12. und 19. Februar 1936 Rückfahrt; 5. März 1936 FRANC0P0L" HI, Rennweg I, U-16-4-90 Die englischen Juden, bei Minister Thomas Aus London wird uns berichtet: Ueber Initiativeder Judenstaatspartei in England hat, wie bereits berichtet, eine große Konferenz aller engUsch-jüdlschenj Organisationen stattgefunden, um zum Plan der Errichtung eines Legislative Council (Parlament) in Palästina; Stellung zu nehmen. Nun wurde eine vom Abgeordneten) Sir Isidore Salmon und Lord Melchett geführte Abordnung der Konferenz vom Minister für die Kolonien! J. H. Thomas empfangen. Die Abordnung brachte deif Protest gegen den Legislative Council vor. Mr., Thomas nahm von den Vorstellungen Kenntnis nnd versprach, des Abordnung binnen angemessener Frist eine Antwort zu« kommen zu lasseh. In der Abordnung waren vertretenj Die Jewish Agency for Palestlne Foundation Fund, de« Board of Deputies of British Jews, die Zionist Federatiorf of ttreat Britain und Ireland, die Poale Zlon, die Mizrachi Zionist Party of Great Britain and Ireland, die Jewish; State Party of Great Britain and Ireland. Die Judenstaatspartei war durch Rechtsanwalt Dr. Maohower vertreten, der als hervorragendste]) Kenner des Palästina-Mandats und Speziallst in Völker* rechtlichen Fragen der Konferenz die juristischen Unterlagen für den Protest gegeben hatte.. Von ihm ist gerade jetzt ein Buch über Palästina-Mandat und Legislative Council erschienen, das in England größte Beachtung findet. Anti-IMlor-Boykotl Aus New York: Die von etwa 2500 Delegiertin»» nen aus allen Teilen der Vereinigten Staaten besuchte: Konferenz jüdischer Frauen-Organisation n e n nahm nach Ansprachen der Frauen Felix M. Warburg, Herbert Lehman, Ogden Reid und Fannie Hurst eine," Resolution für unentwegte Fortsetzung des Boykotts deutscher Waren und Dienste und] für den Boykott der Olympiade an. PALÄSTINA-REISEN Touristenklasse Schiff, iour-retour ca. $350 ca. S 595 I.Klasse Schiff, tour-retour. . , Purimreisen stark red uz i e r t Patte und Orient Lloyd / Miste Reise&flro I, Graben 10, R-84-3-31 i>