Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 10 (1936)
- Issue
- Heft 533 (31.1.1936)
- Date
- 1936-01-31
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 533 vom 31. Jänner 1936 die -aflüg wpaff feit* t 9er 6djUIing freut UotUap Stka&ctH Ascit Heber den Sinn des Judentums Das jüdische Wien folgte in. Müssen der Einladung des neu gegründeten Bitdik-Klubs, der als ersten in der Reihe einen V ort rag von Schalom Asch angekündigt hatte. Das Interesse der Wiener jüdischen Gesellschaft, den ebenso populären wie eifrigst gelesenen Dichter sprechen zu hören, toar ein natürliches. Erwartete sie doch oon einem Mann, der in allen seinen Werken um die Gestaltung jüdischen Wesens und jüdischer Charaktere rang, gerade in einer schweren Stunde des Schicksals Aufschluß über den Sinn des Judentums uiid seine geistig-ethischen, Werte zu bekommen — in einer besonderen, neuartigen Prägung; in einer Deutung, die dem Autor etwa des „Gott der Rache" oder der Trilogie „Petersburg-Moskau-Warschau" entsprach.. Schalom Aschs Vortrag fügte sich dieser Voraussetzung nicht. Dadurch, überraschte er., dadurch stieß er sogar auf Widersland, auf eine Mauer von Mißverständnis u.nd Befremden. Er gab dem [Judentum, dem Judesein keine neue Deutung, er entging der Gefahr, mit Geistreicheleien. find nichtfundierten Formulierungen zu blenden. Nur wer für geistigschöpferische Bezirke Verstätuhvis hat. konnte hegreifen, daß mit einem „naturalistischen" Dichter ein unerhörter innerlicher Prozeß der Selbstbesinnung norgegan.gen war. ein Ringen um die Emanzipation oon angenommenen äußeren Formen und. Geboten, ein Läuterungskampf, an dessen Ende der schmererrungenc Sieg stand und das Resultat: Die E rk c n n. t n i s o o n d e r U nzer s l ö r b a r k e i t des Judentums. (Iiis kraft des einziges Gottes, seiner Lehre und seiner messianischen Hoffnung lebt. Der Weg. der zu dieser Erkenntnis führte, nmr. nicht leicht. Asch konfrontierte die Antike mit dem Geist des Judentums, setzte die Kontraste des diesseitigen römisch-griechischen Kults und der jüdischen Auf fussung von W erden-Sein-V ergehen nebeneinander, und indem er dem ■ sinnlich-materialistischen Lebensraum der antiken Gölierwelt. den unbedingten Glauben des 'Judentums gegenüberstellte^ drang er zu den Wurzeln jener einzigartigen Konzeption oom Bündnis Abrahams mit Göll oor. ..Nur Gottes Knecht ist ein wahrhafter freier Mensch" (Jehnda Thdeoij) und „Nur ein geheiligt, jüdisches Leben gibt unserem Streben nach einem jüdischen Palästina die sittliche Berechtigung" (Schalom Asch) sind die letzten Konsequenzen der jüdischen Glaubenslehre. Asch oersuchte durch Hinweise auf Stellen bei unseren Weisen, Propheten und- Dichtern Belege für seine Auffassung zu erbringen. Dadurch bekam sein V ortrag stellenweise einen — ungewollt — theologischen Charakter, aber die Inbrunst, mit der er seine Erkenntnis vom ewigen, eiiizigen Gott in den überfüllten Saal schleuderte, die Erschütterung, der. er zeitweise unter der Wucht der schmererkäinpften Argumente erlag, ließen erkennen, daß ein Dichter und. nicht ein predigender Bädngog sich in die Untertänigkeit unter den Willen Gottes begeben hatte. Dadurch bekam der "Vortrag, in dem viel von den jüdischen Opfern für den Glauben ausgesagt war, eine grandiose Melodie eines metaphysischen O plimis ui us, ohne den das Judentum nicht bestehen könnte. „N i c h (. der Ratio n al i s m u s, s o nd e r, n d e r C h a s s i d i s m u s Ii a ( i in J u d e nl. u m gesiegt..." Die respektooll-siüi-mische Auf nah nie des Vortrags Heß einen Rest oon Zweifel übrig: ob der Dichter Schalom Asch (der sich demnächst nach Palästina begeben und gewiß vor den marxistisch., gesinnten Arbeitern sprechen wird) den endgültigen Sieg über sich errungen hat oder ob sein Bekenntnis im AViener Großen Konzerhaussaal bloß ein. Ausflug in. eine einsame, wenn auch rührend schöne Gegend war. . ' O s k a r Rosen f el d.!•*•', ' Den Vortrag leitete Dr. David R o t h b l u m, der Präsident des . Wiener . B i a I i k- K1 u b s, mit einer Charakteristik der' Persönlichkeit Bialiks ein, worauf Schalom Asch seinem Freund und Meister in> hebräischer Sprache Worte des Gedenkens-widmete, < . * Jüdisches VolksbildungshoMq „Biaük", Wien, VII., Kaiserstraße 30. Semiiurvorträge: Montag, den 3. Februar, um 8 Uhr abends: Seminarvortrag Heilige Schriften, Buch Hiob. Vortragender pr. Benjamin Klar. — Dienstag,' den 4. Februar, um 8.15 Uhr abends, Vortrag über: Ein .jüdischer Abenteurer. Vortragender Doktor Leo 'Goldhararaer, — Donnerstag, den 6. Februar, um 7.30 Uhr abends, Talmudvortrag:' Traktat Bawa Mezia. Vortragender Dr., Q. J. Glaser. -r~. Aviso: Engliachkurse ja Vorbereitung. toeil triefe ,,6$iffmattti'$teife" feine enorm große Äouttraft betoeifen! Wud) Sie wirb es freuen..., Daß Sie, jetjt alles oiel beffer, mti billiger... faufen tonnen — im „SB a r e rt t) a u <s tf e r S p a r f a m c n",. bei Sdjtffmann, ü., laborjtr. 48. So aum 93etfr»tel: IBA 2)amen«Set&en*9lttt)iköüjfcU, ■911 rüttert ' " Um S liW füttert ''~Mt\£e&&\moly Strümpfe für Samen, 2. Sßafjl — Scampoio* ober 5ßoIoä58Iufcn, für Damen unb Herren — paus* fd>ur)e mit (£l)romfoljle — Irtlot^ofc ober «ßcilidjeu für Herren 1 98 ^am<m ■■ * ■ «mk -........ Sdjafmott * ^uiloucr, Um S I firmcUo* — 35amcn*3IaiteIU 9tarf)tr)embcn mit Slufpufc — ßcber^anbtafdjen, Kibedjfenpreffintß, 18 cm — ©emuftertc ^aus* flciber — ömcnsglänells oöer <jiHfIagcs§cmben — fttnbcr*9JWc=5RuUü»er mit 9tctpcriff)!iiR ttfro. M „ Ä|| vSeiben * 3ephir * Dimbl - Um S «I'^W!Damen=Xupf:gIancU*$reffiita.~ £.=Seibcn=Scf)otten*£aftb!ufcit — DamcusglaneU* $njamot, fllatt unb gejtrcift — 35amen=Sd)afmonfJiobcs^iilIoüer mit langen 3lermcln — Irainingp* Stnjüßc für Damen unb Sjcrreit — ^Räudicn« XmcebsÄleibcr Urne Seideu-SetosotiMU*: „Lyon"-Maftseide Imprlme . (K.-S.), knitterfest, kleine Fehler .... Bemberg-Seiden-Imorime schöne Dessins kleine Fehler...... Reinseiden-Crepe> de- < hlna gute KleiderquahtHt, 90 cm.....S K.»Selden*Lame für Tanzkltidtr ... •....... . . S K.«reiden-Georgette reiche Farbenauswahl, Kleiderware. 90 cm ...... . . ».....S Crepe Habel .„(Wolle jriit Seide), Kv Kleider u..Paletot. 100 cm ". •-.'". v'rrv r; ". . v . .s Matter epe»Flamlaol (K.-S.) schöne Keideifarben ... 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Feber beginnt WEISSE WOCHE mit vielen Ueberraschungen für unsere Kunden $ert"ouf — folanßc Vorrat. 315er mit-jebem (örofdjen rercfjnen .m.uö..... fauft Bei j;• iff mann n., Saftotfltnfte 48 Land der Vetheißüng - In diesen Tagen, die im Zeichen d<*» festUchen Gedenkens de« Erscheinens von Theodor Herzls ,,J u d c n- Staat" stiihen, ist es für jeden Freund der zioiiistischen Idee eine «rhebende Freude , zu ^hen, - wie-weit Herzls Wunschtruum in der Zwischenzeit Erfüllung geworden ist. Die am 0. Februar, yormittags 11 Uhr, im Imperial- Kino, i„ Kotenturmstmße, stattfindende Festaufführung des großen Palästina^Toufiims der Fox „Das Land der Verheißung" wird darum in besonderem Maße des Interesses aller zionistischen Kreise sicher sein können. Die festliche Ansprache an diesem Tage, hält O b efr a b b i n e r Dr. David F e u cht \\ a n g. Der Kartenverkauf bei der Jüdischen Kuuststelle, I., Franz-Josefs-Kai 3. Tel. Büehorstube Löwit, I., WoÜzeilo 6, Tel. It-25-4-58, Lanyi, Kärntnerstraße 44, Tel. B-.2Ü-8-38, und an der Kihokasse hat bereits begonnen. Verein für jüdische (ioschlchte nnd Literatur in Wien. Montag, den 3. Februar, im Khibsnnl der Hakoah. I.. Wieaingerstraße 11 (Caf6 Atlashof, eigener Eingang, Souterrain). Vortrag des Herrn Dr. Josef Löwy: „Die SchÖnlatern-Schul — ein WAiirzeichen aus dem jüdischen Alt- Wien." Beginn U-8 Uhr abends. Eintritt frei. Gäste willkommen! Der Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis, I., Kohl* mensergasse 4, Tel. U-27-0-65, sucht dringend st Stellen für: a) Kontoristen, Buchhalter, Handelshilfsarbeiter, ßeschäftsdiener, Packer, Inkasganten, Verkäufer, Auslagenarrangeure, Kellner, Krankenpflegerinnen, Masseure, Bademeister, Nachhilfelehrer und -lehrerinnen für Mittelschulfilcher, Musiker für Konzert-, Jazz- und Stimmungskapellen: b) Arbeit für gewerbliche Kräfte aller Art, darunter auch Chemiker. Elektrotechniker (Heizungstechniker). Installateure, Bau- und Maschineningenieure, Chauffeure, sowie ungelernte Arbeiter; c) handwerkliche und kaufmännische Lehreteilen für Knaben und Mädchen. — Im Ver* ein sind derzeit offene Stellen für Textllieichner, Absolventen der Textilschüle (Weberei) mit Praxis, Kinder* fräuleln mit und ohne Sprachkenntnlssen für In- und Ausland. Erzleherinnen mit Mlttelschulrtachhllfe und Fremdsprachen, gut eingearbeitete Konfektionsnäherinnen (Werkstätten- und Heim» arbeit), geschultes Hauspersonal jeder Art. Diverse A"si<'iulstellert für deutsche Emigranten. Unbemittelte jüdischen Glaubens behandelt unentgeltlich Montag und Mittwoch von 5 bis 6 Uln abends Doktor der gesamten Heilkunde Ludwig S t r c i m c r, II., Obere Augartenstraße 70. Predigten in den Gemeinde- und Bezirkssynagogen, Freitag, den 31. Janner, werden, bei den um 4.50 Uhr beginnenden Abendgottesdiensten in nachbenannten Gemeinde- und Bezirkasynagogen Predigten abgehalten, und zwar: II., Tempelgasse 5, Oberrabbiner Dr. I. Taglicht; VI., Schmalzhofgasse 3, Rabbiner Dr. J. Drobinsky; VIII., Neudeggergasse 12, Rabbiner Dr. M. Bauer; IX., Müllner? gasse 21, Rabbiner Dr. Ä. Z. Schwarz: X., Humboldtgasse 27, Rabbiner Dr. A. Weiner; XVI.. Hubergasse S, Rabbiner Dr. J. M. Bach; XIX., Dollinergasse 3, Rabbiner Dr. A. Frankfurter; XX., Kluckygasse 11, Rabb'.ner Doktor B. Murmelstein. — Samstag, den 1. Februar, beim Vormittagsgottesdienst Schrifterklärungen: XX., Kluckygasse 11, Rabbiner Dr. B. Murmelstein; XXI., Holzmeistergasse 12, Rabbiner Dr. M. Rosenmann. Israelitische Jugendgottesdienste,. 1. Jugendgottesdienst für Volks-, Haupt- und Mittelschüler (-Schülerin« nen): Samstag, den 1. Februar, 3 Uhr nachmittags, in allen Gemeinde- und Vereinssynagogen. — 2. Besondere .Tugendgottesdienste für Mittelschüler und -Schülerinnen für Unterklassen im 2.. 9. und 20. Bezirk: Samstag, den 1. Februar. '/i!5. Uhr nachmittags, im Leopoldstädter- Tempel, IL, Tempelgasse 5, und in den Vereinssynagogen, IX., Müllnergasse 21, und XX.. Kluckygasse 11. 3. Gottesdienst für die reifere Mittelschuljugend: Freitag, den 31. Jänner, ]A1 Uhr abends, im Stadttempel, I., Seitenstettengasse 4. (Ansprache Rabbiner, Prof. Doktor Kaiman Kiipfer ~ über „Aufgaben "' der jüdischen Jugend".) , Alle bevorzugen die mit Recht so beliebten „Schmldl-Mazzoth'V Dieses österreichische Qualitätserzeugnis ist mit änderen Mazzoth n i ch t z.u y cf g l e i c h c n, weil diese sie .in, Hygiene, BekömmÜchkfiit und erlesenem .Geschmack" nicht erreichen.' Der ausgezeichnete Ruf, den die „Schmidl-Mazzoth"; seit. Jahrzehnten genießen, hat sich in den letzten Jahren zu einer Popularität und Beliebtheit gesteigert, die nicht nur alle Bezirke Wiens, sondern auch, viele Provinzorte umfaßt. Es ist dies das Verdienst des neuen Inhabers der „Schmidl-Mazzoth"-Fabrik, Herrn Nathan Brodet z k y s, . den Wiener jüdischen Haus* frauen seit Jahrzehnten als der liebenswürdige und tüchtige Chef der großen Lebcnsmittelhandlung, IL, Leopoldsgasse 43, bekannt. Herr Brodetzky hat seine große Fachkenntnis und vielseitige Erfahrung in den Dienst des neuen Unternehmens gestellt. Neue Rezepte, Verwendung nur erstklassiger Mehlsorten, Veredlung des Erzeugungsprozesses, neue maschinelle Vorrichtungen, strengste Reinlichkeit und Ausnützung der modernsten Errungenschäften ha.beri dazu geholfen, ein Produkt zu schaffen, das an Qualität, Geschmack und Bekömmliche keit einfach unübertrefflich ist. Elegante neue Badeanlagen, eine durchgehende Reinigung und Adaptierung der Fabriksräume, bieten Gewähr für unbedingte Reinlichkeit und einwandfreies Kaschruth. Die religiösen Vorschriften werden Unter Aufsicht des Herrn Oberrabbinera Babad strenge eingehalten. Die Wiener Juden werden heuer mit den beliebten „Schmidl-Mazzoth", insbesondere mit der bekannten Spezialmarke „N. B," - Mazzoth, -Grieß und -Fa'r.vel, besonders zufrieden sein. G. W, ENSIONS-VEREIN Versicherungs-A.-G. WIEN I, SCHELLINGG. 1 Telephon R-22-M0 Invalldifats", Alters* u. Hinterbliebenen- Renten