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Die neue Welt · 1936-01-31 · Heft 533 (31.1.1936) · page 3

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 533 (31.1.1936)
Date
1936-01-31
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. {533 vom 31. Jänner 1936 DJE NEUE WELT Seite 3 Einschränkung de§ Bodenkaufes in Palästina Zusammenstoß zwischen Aus Jerusalem wird gemeldet: (J.T.A.) Offiziell wird mitgeteilt, daß die Regierung Palästinas ein Gesetz vorbereitet, das den Verkauf von Boden durch Araber einschränkt. Bodentransaktionen werden nicht genehmigt, wenn der Teile seines Bodens verkaufende Araber nicht mindestens 120, bzw. 8 5, bzw. 50 T.eile Boden in seinem Besitz zurückbehält; der Umfang des minimalen Bodenbesitzes des Arabers ist abhängig von der Lage des Bodens, nämlich ob er In einem Hügelgelände oder in der Ebene gelegen und wie weit der Boden von einem Stadtzentrum entfernt Ist. Das Oesetz soll für den Beer-Sheba-Distrikt wegen Pflegen Sie Ihre Zähne mit ODOL- Zahnpasta und Sie erhalten sich gesunde Zähne bis ins hohe Alter. Kleine Tube S —.90 Große Tube S 1.40 Weltmann und Wauchope seiner Wasserarmut und des Fehlens jüdischer Kolonien in demselben keine Geltung haben. Der Präsident der Zionistischen Weltorganisation, Dr. Chaim Welzmann, stattete dem High Commissioner Sir Arthur Wauchope einen Besuch ab und legte in der energischesten Weise Protest gegen das angekündigte Gesetz, welches als ein Schlag gegen den jüdischen landwirtschaftlichen Aufbau empfunden werden muß, ein. Es wird berichtet, daß Weizmann Sir Arthur Wauchope folgendes gesagt hat: „Sie zwingen uns, gegen Sie zu kämpfen, wie wir gegen Lord Passfield gekämpft haben." * Die jüdische Einwanderung wird „nicht vollkommen" gesperrt Aus Jerusalem wird gemeldet: Sir Arthur Wauchope beantwortete heute ein Memorandum der arabischen politischen Parteien. Das Memorandum forderte eine demokratische Regierung, die Beendigung der jüdischen Einwanderung und ein Verbot des Landverkaufes an Juden. Der Hohe Kommissär beantwortete diese drei Forderungen in folgender Weise: Die' Forderung nach ' einer demokratischen Regierung Sei bereits durch den Vorschlag zur Errichtung eines Gesetzgebenden Rates beantwortet. Eine vollkommene Unterbindung der jüdischen E i nwanderung komme nicht in Frage. Leitender Grundsatz für die Frage der Einwanderung müsse die wirtschaftliche Aufnahmsfähigkeit Palästinas sein. Ein Grundbesitzer dürfe nur so viel von seinem Besitze verkaufen, daß ihm genügend übrig bleibe, um seine Familie ernähren zu können. Die syri§die Revolte und Palästina Aus London wird gemeldet: Die arabischen nationalistischen Unruhen in Syrien verbreiten sich in ungeahnter Schnelligkeit über das ganze Land. Die Regierung hat in größeren Städten starke Militärabteilungen und Panzerautos konzentriert. In Damaskus und Alepjib dauert der Belagerungszustand an. Im Verlauf der letzten zwei Tage wurden über fünfhundert Demonstranten verurteilt. In Damaskus nehmen auch arabische Frauen an den Straßenexzessen Anteil. In Beirut siiid Geschäfte nach wie vor geschlossen. Auch die jüdischen und christlichen Geschäftsinhaber haben es noch nicht gewagt, ihre Läden zu öffnen. Die Palästina-Regierung hat wegen der Unruhen in Syrien neue Militärabteilungen an die syrische Grenze geschickt und beabsichtigt, den Grenzschutz noch dichter zu gestalten, da in Jerusalem Nachrichten eingetroffen sind, wonach die syrischen Araber sich bemühen, auch in Palästina Demonstrationen zu veranstalten. Aus Jerusalem wird wiezu gemeldet: Die Nachrichten, welche am 27. und 28. Jänner aus Damaskus hier eingetroffen sind, besagen, daß sich die Lage in . Syrien noch immer nicht gebessert hat. Die Unruhen in Syrien haben bis jetzt auf die Lage in Palästina keinerlei Einfluß ausgeübt; dennoch besteht in Regierungskreisen eine gewisse Besorgnis, und es wurden alle Vorkehrungen zur Verhütung jedes Widerhalls dieser Unruhen bei den palästinensischen Arabern getroffen. Die Grenze nach Syrien wird scharf bewacht, die Grenzwachen wurden durch vierzig kleine Militärautos und vier bewaffnete Loren verstärkt. Die Regierung hat den arabischen Jugendorganisationen, von denen einige versucht hatten, Solidaritätskundgebungen für die syrischen Araber zu organiseren; eine ernste Warnung zugehen lassen und jede Art solcher Kundgebungen verboten. ErlosiiiMj .yon der;.täglichen QuaJ ist die sanft-scharfe Trotzdem wurde in Nablus eine Konferenz der I s t i k 1 al (nationalistische Jugend) abgehalten, der Delegierte aus ganz Palästina beiwohnten und in der beschlossen wurde, in Palästina eine an"tibritische und in Syrien eine antifranzösische Politik zu betreiben. An die arabischen Könige und an den Völkerbund wurden Telegramme gesandt, in denen der Völkerbund für die syrischen Unruhen verantwortlich gemacht wird. Rechenmaschinen Fritz Igel, III, Radetzkystraße gebraucht, mit Garantie, billiget 7 Telephon: U-19-4-95 Für Mittwoch, den 29. Jänner, wurde eine Sitzung der palästinensisch-arabischen Führer anberaumt, in der die syrische Situation besprochen und über die Haltung der palästinensischen Araber zu derselben beschlossen werden wird. ''•II Zum Einweichen — zum Waschen o c o 1,1 Kein Platz Aus Genf (J. T. A,): Der rumänische Außenminister N. Titulescu machte den Völkerbundrat darauf aufmerksam, daß in Rumänien Gerüchte verbreitet seien, denenzufolge ein gewiser Staat, der Mitglied des Völkerbundes sei, die Absicht habe, für 50.000 sogenannte „Fremde" in Rumänien Platz zu finden. Diese Gerüchte, erklärte Titulescu, wolle er durch die einfache Erklärung zerstreuen, daß es in seinem Lande nicht einmal für einen dieser, sogenannten „Fremden" Platz gäbe. Diese Bemerkungen des rumänischen Außenministers waren offenbar weniger an die Adresse des Rates als an die der antisemitischen Parteien Rumäniens gerichtet, die in ihrer Propaganda mit dem Argument arbeiten, es sei beabsichtigt, 50.000 Juden aus Deutschland nach Rumänien «u bringen und ihnen dort auf Kosten der einheimischen Bevölkerung Arbeit zu beschaffen, Obwohl es, abgesehen von einigen wenigen rumänischen Staatsangehörigen, die aus Deutschland in ihre Heimat, insbesondere in die Bukowina, zurückgekehrt sind, eine Auswanderung aus Deutschland nach Rumänien überhaupt nicht gegeben hat, wurde von den Agitatoren der extremen Rechtsparteien bei den Massen der rumänischen Landbevölkerung eine Fremdenfurcht großgezogen, die bald in eine Kampagne gegen die einheimische jüdische Bevölkerung umschlug. Bei Magenverstimmungen, heftigem Sodbrennen und saurem Aufstoßen, wirkt das natürliche „Franz- Josef'-Bitterwasser schon in kleiner, kaum , ein Glas betragender Menge prompt lösend und reinigt sicher den Darm von Nahrungsresten. E Seit tausend Jahren schon wird der Myrrho-Extralct, der sich gegen Lockerung der Zähne und Blutung des Zahnfleisches besonders wirksam erwiesen hat, verwendet. Odol-Mundwa.ss er enthält neben dem. Odol-Antlseptikum den Myrrheextrakt* '" Hin Vcdäskina-^crifiim. fpstoüPtiilitiiiifi m WrlrWW^v^WrWrwWwwwßvWwvwm anläßlich des 40. Gedenktages seit Erscheinen von Herzls „Judenstaat" Sonntag, den 9. Februar 1936, vormittags 11 Uhr im Imperial-Kino, i, Rotenturmstraße festok$fe*Mke: OkmUiMt d&. David fmdUwakp Karten bei: Jüdische Kulturstelle, I, Franz-Josefs- Kai 3, Tel. R-28-2-36 / Bücherstube Löwit, 1, Wollzeile 6, Tel. R-25-4-53 / Lanyi, Kärntnerstraße 44, Tel. B-26-3-33 Tribüne Der Stephansdom trägt ein Hetzplakat Wir erhalten folgende Zuschrift: „Wien, 29. Jänner. Geehrte Redaktion! Ihr Blatt hat vor einigen Wochen' unter dem Titel „K atholische Jugend u n d Judenfrage" über eine Hetzschrift berichtet, welche vom „Reichsbund der katholischen deutschen Jugend Oesterreichs" verbreitet wird und Beschimpfungen des Judentums und die Aufforderung enthält, jüdische Kaufleute, Aerzte, Advokaten und Z ei tun g e n mit jüdischen Mitarbeitern zu boykottieren. Als ich heute : beim Stephansdom vorbeiging, bemerkte ich eine Menschenansammlung. Als ichnäher trat, sah ich, daß auf einer Anschlagtafel an der Mauer des Domes ein Plakat befestigt ist, das alle gegen die Juden gerichteten Stellen aus der von der „Neuen Welt" besprochenen Hetzschrift des „Reichsbundes" in großen Lettern und rot unterstrichen trägt. .Ich gestehe, daß ich im ersten Augenblick meinen Augen nicht traute. Der Stephansdom in dieser Weise mißbraucht! Das österreichische Judentum in dieser Weise beleidigt! Soll da nicht Abhilfe zu finden sein? Hochachtungsvoll F. K." * Bemerkung der Red.: Wir glauben annehmen zu dürfen, daß dieser wirklich unerhörte Streich, der verantwortlichen Leiter des „Reichsbundes" ohne Wissen der zuständigen kirchlichen Behörden erfolgt ist. Wir werden •für Verständigung dieser Behörden sorgen und ihnen •damit Gelegenheit geben, einen Unfug abzustellen und zu ahnden, der die Ehre der katholischen Kirche unserer Meinung nach schwerer verletzt als diejenige der Juden. Ein katholischer Bischof i Aus St. Gallen: Der Bischof von.St. Gallen Dr. Aloisius Scheiwiler hat einer Schweizer Kundgebung von Katholiken eine längere Botschaft zukommen lassen, die in folgenden Sätzen gipfelte:' „Die .katholische Kirche trat immer. jedem Versuch von Rassenhaß und Rassenverfolgung entgegen.,. Wir müssen je und je unsere Stimme erheben gegen die Verfolgung irgend eines Volkes und vorab der Juden, nicht bloß im Namen der Menschlichkeit und insbesondere der Nächstenliebe, die jede Art von Rassenwahn und Kränkung des Nebenmenschen ver« urteilt, sondern auch um der tiefen heilsgeschichtlichen Wurzel und Zusammenhänge willen, die zwischen Juden«* tum und Christentum bestehen." In-u« ausländische Hausbesitzer verwalten ihre | WIENER HÄUSER durch behördlich konz. Realitätenkanzlei 1 Dr. MAIR PAIS H Wien I, Franz Josefs-Kai 1, Tel. R-21.5-30 H Erstklassige Referenzen!

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