Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 10 (1936)
- Issue
- Heft 529 (17.1.1936)
- Date
- 1936-01-17
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 529 vom 17. Jänner 193G DIE NEUE WEL1 Seite» Mehr Kapitalisten als Arbeiter! Palästina-Einwanderung im November 1935 Jerusalem (Palnews). Nach den soeben veröffentlichten amtlichen Ziffern sind im November insgesamt 4640 Einwanderer registriert worden (darunter 377 nachträglich registrierte Touristen). Zum ersten Male übersteigt dabei die Zahl der eingewanderten Kapitalisten mit 691 Personen diejenige der eingewanderten Arbeiter mit 65S Personen. Kleine Tube S —30 Große Tube S 1.40 Für die ersten elf Monate 1935 hat sich infolge des Ueberwiegens der Kapitalisteneinwanderung im November das Verhältnis der Kapitalistenzur ArbcitcreinWanderung, das sich bis Ende Oktober auf ungefähr l:3Va stellte, auf 1:2>/<i erniedrigt, Durch die Verkürzung der Arbeiterschcdulo muß sich diese Entwicklung im nächsten Halbjahr weiterverschärfen. Ct Jüdisches Kapital ohne jüdische Arbeit! Ein unerträglicher Zustand. Er beraubt die zionistische Aufbauarbeit in Palästina des Sinnes und Zieles. Nach Hitlers Machtergreifung machten sich viele Staaten erbötig, die verfolgten' deutschen Juden aufzunehmen. Wenn man dann die Frage stellte, ob sich das hochherzige Anerbieten auf Juden aller sozialen Kategorien beziehe, erfuhr man eine schwere Enttäuschung. .Die Antwort lautete: Juden mit kapital — ja! -Juden, welche arbeiten wollen — nein! Die großmütige Gastlichkeit beschränkte sich darauf, Juden einzuladen, welche Industrien und andere große Unternehmen gründen und den einheimischen Arbeiter beschäftigen. Jüdische Arbeitsuchende sind unerwünscht. Eher kommt ein Jude ins Land der Vrebrechen begehen, als einer, der ehrlich und schwer arbeiten will. Und nun in Palästina, im Jüdischen Natio n a 1 h e i m, die gleiche Erscheinung. Jüdische Kapitalisten läßt die Palästina-Regierung noch gnädig ein, Arbeiter nur in minimaler Zahl. Da3 bereits groteske Verhältnis: „1 Kapitalist auf 2</f Arbeiter" wird noch verzerrter, denn für das nächste Halbjahr stehen der Zionistischen Exekutive noch sage und schreibe 2000 Arbeiter-Zertifikate zur Verfügung. Die Folgen sind leicht abzusehen. Die jüdischen Kapitalisten, welche nach Palästina kommen, werden keine Unternehmungen gründen und erhalten können, weil es an jüdischer Arbeit fehlt. Oder sie werden — was vom zionistischen Standpunkt ebenso arg oder ärger ist — arabische Arbeiter beschäftigen, d. h. sie werden jüdisches Kapital für Wr a b i s c h e Arbeiter investieren, also ein arabisches Nationalheim bauen. Nie wird den Juden das Land gehören! Denn ein Land mit jüdischen Firmenchefs und arabischen Arbeitern ist nicht jüdisch. Es wird für Araber aufgebaut, für Araber aus Palästina, aus Transjordanieh, aus Aegypten, aus Syrien, aus aller Welt. Nur nicht für Juden. Das ist die Folge der Politik einer englischen, antizionistischen Kolonial- Bürokratie, welcher seitens der Zionistischen Leitung leider nicht ein Widerstand entgegengesetzt wird, welcher der Größe der Gefahr entspricht. Audi Erschwerung der Einwanderung von Kapitalisten Aus Jerusalem (J. T. A.): Von zuverlässiger Seite wird mitgeteilt, daß die Palästina-Regierung einschneidende Aendcrungen der Einwanderungsvorschriften durchzuführen beabsichtigt. Es soll der für die Einwanderung In der Kategorie A bisher als Eigenkapital geforderte Mindestbetrag von 1000 Pfund auf 2000 Pfund erhöht werden. Gleichzeitig wird die Erhöhung der von Touristen verlangten Kaution von 60 auf 80 Pfund erwogen. Außerdem wird erwartet, daß durch die neuen Vorschriften auch die Möglichkeit der Ausnützung von Einwanderungszertifikaten zeitlich begrenzt werden wird; und zwar sollen Zertifikate von Einwohnern europäischer Länder drei Monate nach ihrer Ausgabe, Zertifikate für Amerikaner nach vier Monaten und solche für Bewohner der fernöstlichen Länder nach fünf Monaten ihre Gültigkeit verlieren. $)ei ©rkältungsfcrankljeiteit, rtjeumas ttfdjeit unb gidjtifäjeit a-jefefimerben bringt Xogal taidje .unb, bauetnbc ^ifta,,,,. Äcin. Qn.bercs.. aTjitltcrjes ^täparat, mag iijm auä) uoä) [o. mel nacfigcrüfimt ujerbeu, befiijt über 6000 ftfjrtftlidje Slcrategutadjten. ein SBerfuä) überfleugt! ^n allen Sipotheten. S 2.40. §di£mc8e in Briefen Jüdische Geschäfte unterm Hakenkreuz Eine englisch-jüdische Mission geht nach Amerika, um ein neues Hilfswerk für die deutschen Juden zu schaffen. Aus diesem Anlaß tauchen wieder Pläne auf, mit Hitler-Deutschland Geschäfte zu machen. Ein Teil des jüdischen Geldes soll dadurch gerettet werden, daß man die Weit mit deutschen Waren versorgt. Die Juden in aller Welt sollen Agenten Hitlers werden. Es ist notwendig, immer und immer die Schande solcher Pläne aufzudecken. Wie tief Juden sinken, wenn sie sich in solche Geschäfte einlassen, beweist nachstehender Brief des Geschäftsführers der „Namico", einer jüdischen Handelsgesellschaft im Orient, welche durch die unter Kontrolle der Zionistischen Organisation stehende Transfer-Gesellschaft „Haawarah" arbeitet, an den Gesandten in Kairo. Der Brief war in der palästinensischen Tageszeitung „Hajarden" abgedruckt: Sehr geehrter Herr Minister! Tch erlaube mir vorerst Eurer Exzellenz vielen Dank für den freundlichen Empfang von heute auszusprechen. Entsprechend Ihrem Wunsche, wiederhole ich hier schriftlich das, was ich heute mündlich vorgetragen habe. In der Voraussetzung, daß entsprechend dem heutigen mündlichen Versprechen wir demnächst die Erlaubnis erhalten, unsere Tätigkeit zu beginnen, haben wir bereits die Organisierung-Vorbereitungen getroffen, um die Tätigkeit ohne Zeitverlust in Angriff zu nehmen. Wir haben uns die Mitwirkung von wichtigen Banken und Importfirmen in Kairo, Alexandrien und Port Said gesichert. Wir sind schon heute in der Lage, die konkreten umfangreichen Handelsmöglichkeiten zu verzeichnen, welche alle den Charakter von deutschen Uebersee-Exportgeschäften tragen, die man in Aegypten nur durch unsere Gesellschaft durchführen kann: 1. Die Gesellschaft „Siemens-Orient" teilt uns den Plan der Errichtung einer Papierfabrik in Aegypten mit, an der die Ortsbehörden großes Interesse haben. Die Maschinen und das andere Material, welche für die Fabrik erforderlich sind und welche Deutschland liefern könnte, betragen laut Meinung der Fachleute 4 bis 5 Mill. Mark. Dieser Plan ist schon weit vorgeschritten, da die ägyptische Regierung und die örtlichen Interessenten sich mit einem großen Betrag beteiligen wollen. E s w er d e n bereits ernste Unterhandlungen bezüglich der Lieferung der Maschinen mit nlohtdeutsoiien Pinanzsruppen geführt l und es ist zu fürchten, daß falls unsere Gesellschaft nicht schnell eingreift und nicht erleichtern wird die Bestellung von Maschinen aus Deutschland, dann wird dieser große Plan.für Deutschland als verloren gelten. Die Gesellschaft „Siemens-Orient" wird Eurer Exzellenz die Dringlichkeit dieser Angelegenheit bestätigen und Einzelheiten mitteilen. Die sanfte Klinge Die den sprödesten Bart wie im drübergleitcn wegwischt, ist nur 2. Wie ich von Herrn Blind, dem Vertreter der Röhrenvereinigung in Düsseldorf, erfahren habe, ist das Röhren- und Eisengeschäft von Deutschland nach Aegypten fast unmöglich geworden. Denn laut den Beschlüssen des internationalen vereinigten Röhrenverbandes kann die deutsche Ware nur mit einem Zuschlag von 10 Prozent zum internationalen Preis verkauft werden. Dieses Geschäft geht also in Aegypten für Deutschland verloren und gelangt in die Hände der Belgier, Tschechen und Franzosen. Wir sind bereit, die Preisdifferenz'durch eine niedrigere Berechnung der Mark von unserem „Sonderkonto" zu tragen. All dies, weil wir eine Gesellschaft t palästinensischer Nationalität sind und! deshalb können wir bei dieser und anderen Gelegenheiten, \ wo internationale Vereinbarungen auf dem deutschen I Export lasten, intervenieren durch billigere Berechnung [ der Mark, wodurch der international festgesetzte Preis gewahrt werden kann. Auch diesbezüglich besteht die Gefahr, daß, falls wir nicht sofort eingreifen, die wichtigsten ägyptischen Importeure des Eisen und Röhrenhandels beabsichtigen ihre Waren außerhalb Deutschlands zu beziehen. Ich möchte die Aufmerksamkeit Eurer Exzellenz auf den Umstand lenken, daß dank der Verwendung ähnlicher Systeme der Import von deutschen Röhren nach. Palästina in den Jahren 1933 und 1934 um 400 Prozent gestiegen ist. 8. Ich habe einige Importfirmen besucht, die seit April 1933 ihre Handelsbeziehungen mit deutschen Firmen unterbrochen haben. Diesen Firmen haben wir über die Tätigkeit unserer. Gesellschaft Aufklärung gegeben und besonders auf den Beschluß der Zionistischen Organisation aufmerksam gemacht, die nichts gegen unsere Tätigkeit in Aegypten und den damit verbundenen deutschen Import einzuwenden hat. Hätten wir bereits die schriftliche Erlaubnis, unsere Für die Besudierinneif der Elilebälle Ein Fingerzeig für Damen mit lästigen Haaren« Die früheren Methoden der Entfernung lästiger Haare ließen sehr viel zu wünschen übrig. Erst die hohe Technik der Radio-Industrie hat ein Inatrumentar geschaffen, da» schmerzlos und ohne Narben einen absoluten Dauererfolg verbürgt. Lästige l Gesichtshaare Warzen, entfernen galant« blftlbtnd, narbenfrei, schmerzlos, RadioslSme, Kostenlose Beratung/ „HEIIA" I, Heischmarkt Nr. 7 Tätigkeit in Aegypten zu beginnen, so hätten wir schon längst große Bestellungen für den deutschen Superimport. Wir bitten Sie deshalb, sehr geehrter Herr Minister, diese Angelegenheit dem Devisenamt mittels des Ministeriums für äußere Angelegenheiten vorzulegen. Der genaue Nachweis der in Aegypten möglichen Tätigkeit, den wir uns verschafft haben, hat gezeigt, daß eine große Zahl von sehr wichtigen Importüberschußgeschäften vorhanden ist, die man sofort durchführen könnte und di« nur durch Vermittlung unserer Gesellschaft möglich gemacht werden könnten. «> So wird der jüdische Name in den Kot getreten. Auf dem Luzerner Zionistenkongreß haben die Judenstaatszionisten vergeblich gegen die Schande des Tran»» fers und der „Haawarah" Protest eingelegt. Die Schande in Palästina geht weiter. Soll sie durch die von Sir Herbert Samuel, dem alten Schützer arabischer Chauvinisten und jetzigen wohlwollenden Freund Hitler-Deutschlands, geführte englisch-jüdische Delegation in alle Welt getragen werden? Watke**$täe$el „Olympischer Geist" „Mit Interesse muß man abwarten, wie weit Deutschland gehen muß, bis seine Haltung vom Ausland als mit dem „Olympischen Geist" vereinbar betrachtet wird. Der Olympische Geist scheint sehr viel vortragen zu können." „Haagsche Post", 1936, Eine edle Propaganda „Gerade die unbedenkliche Ausbeutung der vufa garsten Instinkte und Geschmacksrichtungen durch die Propagandaapparate der Gewaltregimes könnte intelligent und geschickt geleiteten WCrbestellen freiheitlicher Län* der — durch Betonung und Verbreitung strikte gegen* teiliger Grundmeinungen — eine glänzende Chance geben:, die Anpreisung von lichter Vernunft gegen dumpfen In* stinkt, von Liebe gegen Haß, von Schötilieit gegen Schund, von Recht gegen Macht, von Qualität gegen Quantität, von geistiger Größe gegen räumliche Größen Aus Fritz Jellineks „Die Krise des Bürgers," Liebedienerei „Die Betäiigungsmöglichkeiten für Juden sind toi tschechoslowakischen Film außerordentlich gering, zw» mal da auch jüdische U n t er nehme r aus Liebe* dienerei Juden zu leitenden Positionen zum Teil nur sehr, ungern zulassen." „Selbstwehr" (Prag), 1936, An den Viieköm'g von Indien „Mahatma G a n d h i hat an Lady Reading, di9 Witwe des kürzlich verstorbenen Lord Reading, eint Beileidstelegramm geschickt." Reutermeldung (London). Was ein Gelehrter sagt „Der Antisemitismus ist die Gesinnung der Kanaille. Er ist wie eine schauerliche Epidemie, wie dil Cholera — man kann ihn weder erklären noch heilen/' Theodor M o m m s e n, „Auch ein Wort über unser Judentum". Oesterretdusche Abwehr „Den nationalsozialistischen Gegnern, die mit Wortbruch begannen, mit Meuchelmord endeten und durch Lausbubenstücke tätiges Leben vortäuschen, die über Naderertum jammern und selbst die Hauptlieferanten anonymer Verdächtigungen sind, diesen Gegnern kommt man nur durch Härte bei." „Der Heimatschützer", Wien, 1936., GoelhevlVfledaille wird nicht angenommen „Was heute in Deutschland vorgeht: die Zerschlagung der Freiheiten, die Verfolgung der Oppositionsparteien, die brutale und verleumderische Aechtung der Juden, ruft bei der Welt und mir Empörung hervor. EiiW derartige Politik ist ein Verbrechen gegen die Menschheit. Es ist mir unmöglich, von einer Regierung, deren Ideen- und Aktionsprogramm diese Politik bildet, eine Ehrung anzunehmen." Romain Rolland an den deutschen Konsul in Genf, BIlCllGP der Schwedenbrücke I BUCHHANDLUNG SCHNEIDER & CO., WIEN \, Franz'Josefs-Kai 7 Reichste Auswahl neuer Bücher bester Autoren zu billigsten Preisenl Katalog gratis!