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Die neue Welt · 1936-01-10 · Heft 527 (10.1.1936) · page 6

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 527 (10.1.1936)
Date
1936-01-10
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Mite 3 7 DOS NEÜE WELT Nr. 527 vom 10. Jänner 1936 mm m Von S 2 Wochenra(«n «r* halfen Sie all« GeganstHnde in gröBfar Auswahl uno baafar Qualität bis 20 Monat« Kradlt SCHLESINGER Vl|, Burggass« 122*124 Telephon B-32-2-24, B-35-6-55 Jüdische Aerzte in Palästina Aus Jerusalem (Palcor.): Die Gesamtzahl der Aerzte Palästinas betrug bis zum April 1935 rund 1500, darunter 1300 Juden, d. h. auf je 300 jüdische Einwohner Palästinas kam ein Arzt. Von diesen Aerzten kamen 331 aus Deutschland, 229 aus Sowjetrußland, 197 aus Polen, die übrigen aus anderen Ländern. Die Einwanderung von Aerzten aus Rußland war besonders stark in den Jahren 1919 bis 1923. Seit dem Jahre 1930 ist diese Einwanderung sehr gesunken und der Prozentsatz der Aerzte aus Sowjetrußland innerhalb der Gesamtzahl der in den letzten fünf Jahren neu eingewanderten Aerzte beträgt nur 9 Prozent. Dagegen hat die Einwanderung von Aerzten aus Polen und besonders aus Deutschland zugenommen. Aerzte-Quote in Palästina Aus Jerusalem (J. T. A.): Entgegen aller Er Wartung ist in der Neujahrsausgabe der „Offlcial Gazette die Verlautbarung der Quote für praktizierende ausländische Aerzte, denen im Verlauf des Jahres 1936 die Niederlassung erlaubt werden sollte, nicht er schienen. In informierten Kreisen nimmt man an, daß die Regierung sich entschlossen habe, die Einführung des einschränkenden Quotengesetzes überhaupt auf ein Jahr.-zu verschieben. Verstärkung der Palästina-Polizei . Aus Jerusalem: Arabischen Pressemeldungen zufolge plant die Palästina-Regierung eine V e r s t ä rkung der Landespolizei, Erhöhung der Gagen der Polizeiöffiziere und die Schaffung einer besonderen Grenz polizeiabteilung. Denselben Meldungen zufolge hat auch, der Oberkommandierende der Palästina-Polizei denjenigen arabischen Polizisten, die sich bei der Auf spürung „i 11 e g a 1 e r" j ü d i s c h e r Einwanderer besonders ausgezeichnet haben, Prämien gegeben. Andererseits ' seien in Tiberias zwei arabische Polizisten des Dienstes enthoben worden, weil sie ihrer Pflicht in Bezug auf das Anhalten illegaler Einwanderer nicht entsprochen hätten. Nagels erstklassiges Selchwarenrestaurant in der Praterstraßo 33 bietet täglich (streng orthodox-koscher) Menüs zu S 2.—. Ueberaus beliebt sind Nagels Pfefferkarpfen, Selchfleisch mit Ritscbert und der von allen gelobte frische Scholet. Aufmerksamste Bedienung und gediegene Hygiene bei bescheidenen Preisen. - Entdeckte HtrzIsManu§kripte Eine Richtigstellung Vor einiger Zeit erschien in vielen Zeitungen die Nachricht, daß Herr Dr. Tulo Nussenblatt (Wien) in der „Pariser Akademie" bisher unbekannte politische Manuskripte Theodor Herzls entdeckt habe und deren Herausgabe in Aussicht stelle. Die offizielle Korrespondenz der Zionistischen Exekutive „Palcor" versendet folgende Richtigstellung: „Zu den in Paris .entdeckten' Manuskripten Theodor Herzls: Zu der vor kurzem in einer Reihe von Zeitungen veröffentlichten Nachricht, daß in der .Pariser Akademie' bisher unbekannte Briefe und Manuskripte Theodor Herzls entdeckt worden seien, erfahren wir von autorisierter Seite: Die Tatsache, daß sich in Paris im Archiv des .Institute de France' (nicht, wie fälschlich berichtet, in der .Pariser Akademie') Manuskripte Herzls befinden, ist dem Kuratorium des Herzl-Archivs in Wien seit langem bekannt, da sich im Nachlaß Herzls eine Aufzeichnung darüber befindet, daß er noch vor Beginn der Arbeit am ,Judenstaat' dem genannten Institut Manuskripte zur Aufbewahrung anvertraut habe. Ueber den Inhalt dieser Papiere ist bisher nicht das geringste bekannt, da bisher niemand zu ihnen Zutritt erhalten hat. Die in der zitierten Pressenachricht erfolgte Meldung, daß sich unter den Papieren ein Brief Herzls befinde, der erst 100 Jahre nach seinem Tode eröffnet werden dürfe, ist daher ebenfalls nicht authentisch. Das Kuratorium des Herzl-Archivs in W'i e n bemüht sich bereits seit langem darum, Näheres über den Inhalt der Manuskripte zu erfahren und sie eventuell dem Herzl-Archiv einzugliedern." Bialik-Klub, Wien, I., Bräunerstraße 7/10. Der berühmte Dichter Schalom Asch, Präsident des jüdl- Bchen Penklubs und Ehrenmitglied des Welt-Pen-Klubs, spricht als Gast des Bialik-Klub Samstag, den 25. Jänner 1936, um 8 Uhr abends im Großen Konzerthaussaal, mu Lothringerstraße 20, über das Tnema: „Die geistigen Bestrebungen der Juden und des Judentums." Karten erbältlich bei Keren Kajemeth, I., Marc Aurelatraße 5, Bücherstube Rath, II., Taborstraße 20 a, Und Jüdische KuitursteUe, L, Franz-Joflefö*Kai 3» l/ocUsung, Utid BitHfoutn Wenn die Einladung der Jüdischen Kunststelle an Urtel Birnbaum richtig gedeutet wird, so hatte sein Erscheinen am Vorlesepult nicht etwa rezitatorische Wirkungen zu versprechen. Denn nicht jeder Dichter ist ein geschickter Interpret seiner Schriften. Birnbaums persönliches Auftreten sollte wahrscheinlich bekunden, daß die Kulturstelle ihre Aufgabengrenze sehr weit gesteckt und gleich bei Beginn ihres Wirkens ihre Absicht, dem Besten, wenn auch Entferntesten, zu dienen, manifestiert habe. Es wäre bequemer gewesen, mit einem gangbaren Schriftsteller aufzuwarten: Zweifellos hätte „Publikum" sich eingefunden, Publikum, zu dem jeder gangbare Schriftsteller Besiehungen hat. Das gab es im Fall Birnbaum nicht. Es wurde klar, daß er kein ,JPublikum" und keine Beziehungen hat. Was nicht wundernimmt, wenn man weiß, daß er aus seinem frühen Gedichtband ,Jn Gottes Krieg" las, d. h., daß er immer noch zu diesen Gott und Krieg ergebenen Sonetten steht, also nirgends organisiert ist... Uriel Birnbaum las weiters ein Bruchstück aus einem noch unvollendeten Moses-Epos: Ramses1 Tod und Mösts Erwählung beim brennenden Dornbusch. Wer Birnbaums malerisches und graphisches Werk kennt, soweit es sich mit der Bibel beschäftigt, wird ob des unheroischen Tones dieser neuen Arbeit erstaunt sein. Moses1 Erdenwallen erscheint als Idylle. Die große, weitausholende Geste, der Pathos, das „erhabene" Wort, ohne das die Behandlung des Moses-Stoffes unmöglich schien, wird vermieden. Beides ist aus dem Glauben an den ßdischen Gott geboren: der Gedanke und die Form. Birnbaum denkt zyklisch, er hat Geduld. Auch dort, wo der Ablauf des Geschehens im einzelnen Gedicht (Sonett!) ausgeschöpft werden kann, drängt alles bei ihm zu zyklischen Gebilden — ein psychisch-technisches Phänomen, das liier nur angedeutet werden soll. Auch der „Gedichte in einer neuen Form" (einer von Birnbaum gefundenen, sehr schwierigen Form), die Birnbaum las, soll vorläufig nur Erwähnung getan werden. In diesem frühen Stadium mehr zu sagen, wäre dilettantisch. Birnbaum läßt sich — auch als Lesender — nicht zur Ueberbetonung einzelner Versstellen, dramatisch bewegter Wortfolgen hinreißen. Et liest nach innen, mit einem leichten Hang zu prophetischem Befehl. Ober- und Untertöne werden fallen gelassen, die Reime stellen sich wie Gruß und Gegengruß in Ewigkeiten ein. Die Wirkung? Jenseits der typischen literarischen Vorlesung, wo der Autor am Pult den Hörer zu überzeugen versucht, daß er zu dichten und zu rezitieren versteht und Geschenke austeilt. o, r. Aus Hitler~Deut§diland Auf. Anordnung des Berliner Polizeipräsidenten Grafen Helldorff ist das Vermögen von 300.000 Mark einer wohltätigen jüdischen Stiftung, die im Jahre 1795 von Angehörigen der Familie Mendelssohn gegründet wurde, ohne Angabe des Grundes' beschlagnahmt worden. Reichsbankpräsident Dr. Schacht hat bis zum Jahre 1933 der Stiftung als Mitglied angehört. Die Polizeidirektion in München hat sämtlichen jüdischen Organisationen die Benützung von Sälen für Versammlungen und Veranstaltungen, die sich nicht in jüdischem Besitz befinden, verboten. Das fränkische Städtchen Roth bei Nürnberg ist seit dem 1. Jänner nach Meldung der „Fränkischen Tageszeitung" völlig judenfrei. Die Gemeinnützige Baugesellschaft „Heimat", früher vom Gewerkschaftsbund der Angestellten kontrolliert, hat sämtlichen jüdischen Mietern ihrer riesigen Wohnbaukomplexe gekündigt. Die betroffenen Hunderte jüdischer Mieter sind in eine um so schwierigere Lage geraten, als es sich durchwegs um Kleinwohnungen (1 bis 2 Zimmer) handelt, an denen es in Berlin noch sehr mangelt. In Stuttgart wurde der bekannte jüdische Bankier Karl Weil, Leiter des Württembergischen Bankhauses Weil & Co., Verhaftet. Das Stammhaus in Stuttgart und alle Zweiggeschäfte im Staate Württemberg wurden behördlich geschlossen. Die gegen das Bankhaus erhobenen Beschuldigungen sind sehr vager Natur und offenbar erdichtet. Es handelt sich hier um eine Maßnahme im Zusammenhang mit der angekündigten Aktion zur Liquidierung der jüdischen Privatbanken. Knapp vor Jahresende erließ die Regierung eine neue Bestimmung, die vorschreibt, daß arische Mädchen, die als Sekretärinnen, Stenotypistinnen, wie überhaupt als Bürokräfte bei Juden tätig sind, ihre Posten , sofort, gemäß den Nürnberger Gesetzen, verlassen müssen. Diese neue Interpretation der Judengesetze hat auf Tausende in jüdischen Büros beschäftigte weibliche Bürokräfte um so niederschmetternder gewirkt, als bekannt ist, daß von den über' 301000 arischen Hausangestellten, die allein in Berlin die jüdischen Haushalte haben verlassen müssen, nur ganz wenige auf neuen Posten haben untergebracht werden können. Die Verzweiflung und Mißstimmung unter den bisherigen arischen Angestellten jüdischer Büros und Haushalte ist außerordentlich groß. Ein seit vielen Jahren in Deutschland lebender amerikanischer Jude — sein Name muß aus naheliegenden Gründen verschwiegen werden — erhielt die behördliche Weisung» seine arische Hausangestellte zu entlassen. Aul seine Einwendung, er sei Amerikaner, wurde ihm geantwortet, ob Amerikaner oder sonstwer, Jude sei Jude, jeder Jude unterliege den Nürnberger Gesetzen. 358.059 luden in Warschau :Laut der letzten Volkszahlung leben In Warschau 352.659 Juden; davon gaben 833.554 ihre Muttersprache ah» Jiddisch, etwa 19.000 als polnisch an. Eine jüdische Familie ermordet Die J. T. A. meldet, daß im Dorfe Wola, Kreist Kielce, die Familie des jüdischen Kaufmanns Herscli Florenz, bestehend aus seiner Frau und seinen vier Kindern im Alter von 8 bis 17 Jahren, von Unbekannten in grauenvoller Weise abgeschlachtet wurde. Florenz selbst wurde durch Messerstiche verletzt, konnte aber noch die Polizei alarmieren. 20 Dorfbauern wurden verhaftet, die beschuldigt sind, an der Familie Florenz Rache geübt zu haben, weil diese sich weigerte, das Dorf zu verlassen. Kurse zur Ausbildung jüdischer Samariterinnen. Begeisterte junge jüdische Mädchen hatten vor zwei Jahren im Anschlüsse an den Jüdischen Sport- und Schützenverein „Haganah" Saraaritc rinnenkurse für junge jüdische Mädchen (vom 18. Lebensjahre an) eröffnet, in welchem in einjährigen Wochenkursen eine vollständige Unterweisung in der Leistung „Erster Hilfe" unter erfahrener ärztlicher Leitung erzielt werden konnte. Im R.ahmen solcher Kurse wird den Mädchen alles Wissenswerte für die künftige Mutter gelehrt, damit sie Helferin in ihrer Familie, und wenn es nottut, auch in der jüdischen Oeffentlichkeit sein können. Die jungen Teilnehmerinnen an den Kursen pflegten stets gute Kameradschaft und es wird hier Erziehungsarbeit für das Ideal der jüdischen Mutter geleistet Der dritte Jahreskurs hat bereits begonnen. Anmeldungen im Heime der „Haganah", IX., Hörigasse 14, jeden Montag und Donnerstag von 8 bis 9 Uhr abends. Die Makkabi-Winterspielc in Banska Bystrica. Das tschechoslowakische Eisenbahnministerium hat mit Erlaß vom 14. Dezember 1935 50 Prozent Fahrpreisermäßigung für alle Teilnehmer an den II. Makkabi-Winterspielen auf den tschechoslowakischen Elsenbahnen bewilligt. Die Ermäßigung wird auf Grund von Legitimationen gewährleistet, die beim Sekretariat der Winterspiele und in allen Filialen des Reisebüros Cedok für tsch. K 10.— erhältlich sein werden. Alle Informationen erteilt gerne das Sekretariat des Sportklubs Hakoah, I., Wiesingerstraße 11, Telephon R-25-0-10. Misrachi-Landosvcrband für Oesterreich, Wien, II., Praterstraße 60. Am Freitag, den 10. d. M., um 8 Ubr abends, findet in unserem Heim ein großer Oneg-Sc habbat statt Bs spricht Herr Oberkantor Emanuel F r ä n k e 1 über d°.n Wochenabschnitt. Ferner seine berühmten Chorknaben Schwarz, N Munlu Hausknecht und Bobby Grünwald sowie der berühmte Oberkantor Herscheie. Gäste willkommen! Akademischer Verein jüdischer Mediziner, IX., Alserstraße 26. Am 15. d. um 8 Uhr abends Vortrag des Herrn Prlm. Dr. J. B o r a k über „Moderne Rassenprobleme". Gäste willkommen. — Am 2. Februar großer Ge sollschaft sabend mit Mitternachtsakademie (Sima Adlersberg, Volksoper; Fritz Grünbaum u. a. m.) in den Festsälen des Hotel „Metropole". Erstklassige Jazz. Hug Akadenü Ivri (des Gesamtverbandes jüdischer Hochschüler Oesterreichs „Judäa"). Freitag, den 10. d. um 8 Uhr abends im Chajes-Saal des Zentralheimes. IX., Alserstraße 26, „Mendele-Mocher-Sefarim-Feier". Gäste willkommen! Gesamt verband jüdischer Hochschüler Oesterreichs , Judäa'. Am 14. d. findet um 19 Uhr 30 Min. ein Vortrag des bekannten Psychoanalytikers Dr. J. S a d g e r Uber das Thema „Vom unbewußten Schuldgefühl" statt. Gäste willkommen! Histadruth Iwrith, II., Kleine Mohrengasse 3. Samstag, den 11. d., 8.15 Uhr abends, spricht ira Heim, IL, Kleine Mohrengasse 3, Herr S. Auerbach über das Thema „Berkowicz ben chamischim". — Seminare der Histadruth: Samstag, den 11. d., 6.30 Uhr abends: Literaturseminar. 7.30 Uhr: Seminar für Publizistik. Der Verein für unentgeltliche Ausspeisang „Ohe! Rachel", II., Kleine Pfarrgasse 8, veranstaltet am 11. d. um 8 Uhr abends in der Festhalle des Hotel „Continental", II., Taborstraße, eine Akademie mit Tanz zugunsten seiner Schützlinge. Mitwirkend: Conferencier Erwin Engel, Violinvirtuose Dr. Otto Kaperl, Operrettensänger Max Lichtegg, Frau Sevilla Pastor u. a. Karten bei allen Damen und Herren des Vorstandes sowie an der Kasse. K.^SeideivZephüvDirndl Mode-Schotten...........• «S Fesche Salzburger Dirndl AA originelle i'assons.......• « » .S » aW Kombinierte TanzOirndl gatte Cotsage unu Kuroscnoß . . « . ,S Crepe MongoIOirndl mit schöner Blumenstickerei ...••..SB *Yai lilegante TrachtenfDirndl aus K.-S.-Mongol oder Taffet, glatt und' schottisch, mit tichluze oder Bluse. . . ,S K.fSXjeorgette/Tanzkleid in allen Mouefaiben ....... . . 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