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Die neue Welt · 1936-01-10 · Heft 527 (10.1.1936) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 527 (10.1.1936)
Date
1936-01-10
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 DIE NEUE WELT Nr. 527 vom 10. Jänner 1936 BIA1IK-KLUB, WIEN I, BRXUNERSTRASSE 7/10 Der berühmte Dichter SCHALON ASCH die fetsUgeu BesUehuqeH du Juden und des Judentum Präsident des jüdischen Pen-Klubsund Ehrenmitglied des Welt-Pen-Klubs sprichtals Gast desBialik-Klubs Samstag, den«5.Jäntieri936,um8UhrabendsimCroß«ii Koniort* hauitaal, Wien HI, Lotfiringerstr. 20, über das Thema: Karten von J bis 6 Schilling erhältlich: Äerea Kajemeth, Wien, I., Mare-Aurel-Straß© ß, Tel. Nr. U-20-1-29; Zionistischer Landesverband. I., Marc-Aurel-Straße 6, Tel. Nr. U-22-2-11; „Wlzo", I.. schottenring 26. Tel. Nr. A-ll-6-26; Jüdische Kulturstelle. I., Franz-Josefs-Kat 3, Telephon Nr. R-28-2-86; Bücherstube Rath. II., Tabörstraße 20&. Tel. Nr. 45-305: Bücherstube Lattyi. I.. Kärntnerstraße 4A, Tel. Nr. B-25-6-75: Kart*nbüro Gronner. I., Graben 28. Tel. Nr. U*22-4-45; Bücherstube Löwit. I., Wollzeilft 6. Tel. 21-2-45; und am Vortragsabend bei der KonzerthausRasse, Iii., Lothringerstraße 20. Verband der Judenstaafs* zfomsten Oesterreichs Hehneröffnung Im XVIII. Bezirk. Am 5. d. M. fand die feierliche Heimeröffnung des Heimes der Judenstaatsjugend der Sektion IX/XVIII statt. Namens der Leitung der Judenstaatejugend sprach deren Obmatm Ch. M. Hager, der in einem kurzen, aber inhaltsreichen Referat das Programm der Judenstaatsjugend auseinandersetzte. Er führte aus, daß in dieser Organisation die Jugendlichen in traditionell-religiösem und im Sinne des Herzl-Zionismus erzogen werden. Den Chawerira Adler und Neger dankte er für ihre aufopferungsvolle Tätigkeit, die die ganze Vorarbeit leisteten. Als Hauptredner skizzierte Oberbaurat Robert Stricker die Entwicklung der Judenstaatspartei. Die Aufgabe der Judenstaatszionisten ist es, Schloß der Redner, für Erez Israel zu kämpfen und auch in Oesterreich den würdigen und einzig vernünftigen nationalen Standpunkt zu wahren. Das Anschlagen der Mesueah nahm Oberkantor Postolov in feierlicher Weise vor. Oberkantor Wahrmann sang jüdische Lieder, die mit großem Beifall aufgenommen wurden. Ch. Abend beendete dürch Rezitationen den künstlerischen Teil der gelungenen Feier. Ch. Adler dankte hierauf allen Mitwirkenden, die sich in uneigennütziger Weise zur Verfügung gestellt hatten. Das neue Heim, welches sich im Hause Semperstraße 19 befindet, wird nun unseren Mitgliedern und Freunden Gelegenheit geben, die Juden des DX. und XVIII. Bezirkes auch organisatorisch für den Verband der Judenstaatszionisten zu gewinnneh. Der erste Vortrag findet Donnerstag, den 16. d.. statt; Referent ist Vizepräsident Fritz Richter. Die Hebräischkurse haben bereits begonnen und finden jeden Dienstag um 8 Uhr abends statt. Anmeldungen werden am Kursabend entgegengenommen. Veranstaltuiigskalender. Sektion XIV/XV, Schanzstraße 3 2. Dienstag, den 14. d.. halb 9 Uhr abends, Vortrag Oberbaurat Robert Stricker. Sektion Brigitten au. Dienstag, den 14. d., halb 9 Uhr abends, im provisorischen Heim, II., Untere Augartenstraße 38, i Mittwoch, den 15. d., Vortrag im Zentralheim.; I., Werdertorgasse 14. Voranzeige! Sektion XIII/XV, Samstag, den S. Februar, im Gambrinussaal, XIII.. Schanzstraße 31, Gesellschaftsabend (Akademie, Tanz und Tombola). Erstklassige Jazz. Entree S 1.50. * Aus Luxemburg wird uns geschrieben: | Mit großem Interesse sahen die hiesigen jüdischen Kreise den beiden angekündigten Vorträgen des Herrn . Th. G r u b n c r entgegen. Beide Vortragsabende waren glänzend besucht. Am Freitag, den 3. d.. sprach Herr Grubner im Rahmen eines Oneg Schabbath vor der gesamten jüdischen Jugend. Sein Referat betraf hauptsächlich Fragen des Barak, des Nationalen Arbeitsdienstes und das soziale Programm der Judenstaatszionisten. An das Referat schloß sich eine rege Debatte, in der Vertreter der verschiedensten Richtungen sprachen, unter anderen auch drei Kommunisten. Das Schlußwort Herrn Grubners wurde oft mit großem Beifall unterbrochen. Nur die Kommunisten verließen, in die Enge getrieben, demonstrativ den Saal. Zahlreiche Jugendliche wurden für die Judenstaatsidee gewonnen. Samstag, den 4. d.. sprach Herr Grubner im Hotel Cless im Rahmen der Föderation de Luxembourg über „Judennot und Judenstaat". Die Versammlung war von zirka 250 Personen besucht, was für hiesige Verhältnisse sehr viel ist. Der Referent behandelte ausführlich das Programm der Judenstaats-Zionisten, ihre Haltung auf dem Luzerner Kongreß und insbesondere die Frage des Boykotts, des Transfer und des Legislativen Rates. » Von Luxemburg begab sich Gg. Grubner Uber Anvers. Brüssel und Liege nach Amsterdam. In den belgischen Städten hatte Herr Grubner Besprechungen mit dortigen Zionisten und wird auf der Rückreise öffentliche Vorträge halten. Ein Buch über Josef Trumpeldor Die Gestalt Josef Trumpeldors ist so populär, daß sein heldisches Leben zur Darstellung geradezu herausforderte. Eine Reihe von Schriften, Trumpeldor betreffend, gab es bereits: Die Geschichte der jüdischen Legion (Jabotinsky, Ljubes), einen biographischen Abriß von Propes und einige Schriften über Tel Chay. Aber die Gestaltung der Figur Trumpeldor als .des Arbeiters von Daganjah und des Soldaten von Tel Chaj in romanhafthistorischem Sinn verdanken wir Dr. I. Z. Kanne r, der soeben ein Buch „Josef Trumpeldor, ein jüdischer. Heid" im Verlag Josef Belf (Wien) erscheinen ließ. Der Autor hält sich streng an die Geschichte, aber er baut sie wie ein Romancier auf, vor allem das rein Menschliche in Trumpeldors unvergeßlicher Gestalt zeichnend. Er bringt uns, wenn man das von Rezensenten abgebrauchte Wort anwenden darf, das einzigartig Edle und Heroische Trumpeldors nahe, den wunderbaren jüdischen Kern, das Unzerstörbare des jüdischen Wesens, als hätte die Geschichte Juda Makkabls sich nach 2000 Jahren — als Entgelt für so viele jüdische Leiden — wiederholt. Einzelne Bilder (Das Löwendenkmal für die Helden von Tel Chaj, Trumpeldors Mitkämpfer u. a.) und die schöne Ausstattung erhöhen den inneren Wert des mit patriotischem Enthusiasmus geschriebenen Buches. — Wir bringen an anderer Stelle einen Ausschnitt aus I. Z. Kanncra Trumpeldor-Buch unter dem Titel „Trumpeldors Heldentod", r. RUNDSCHAU Apparat für Vernichtung Araber, Juden und das ralästiua-Parlament Ueber den jetzt errichteten „Legislativ Council" in Palästina schreibt „The New Judea", das englische Organ der Zionistischen Exekutive: „Von jüdischer Seite wurde die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den Arabern immer wieder betont. Sogar nach dem Massaker des Jahres 1929 erklärte Dr. Weizmann auf dem Baseler Kongreß: „Die Araber müssen fühlen und müssen Uberzeugt werden durch Tat und durch Wort, daß, welches immer das künftige numerische Verhältnis der beiden Völker in Palästina sein mag, wir für unseren Teil keine politische Beherrschung pianeu. Aber sie müssen auch dessen eingedenk sein, daß wir unsererseits uns niemals einer politischen Herrschaft unterwerfen werden. Unter der selbstverständlichen Voraussetzung der Geltung und Anerkennung des Mandats wünschen wir eine Verständigung zwischen zwei alten, miteinander verwandten Rassen auf dem Grunde politischer Parität." Aber jeder Appell der Juden zu besserer Verständigung ist von den arabischen Politikern nicht nur zurückgewiesen, sondern mit Holm, bösartiger Entstellung und von Zeit zu Zeit mit Blutvergießen beantwortet worden. Was seit den Unruhen von 1929 geschehen ist, kann kaum den Glauben an eine Sinnesänderung der Araber erwecken. Vor mehr als zwölf Praktische Neuheit! Sporthemd mit Reserve-Kragen aus feinstem Seiden - Poplin in allen Modefarben sowie alle Artikel in Wäsche u. Wirkwaren billigst bei BERGMANN Rabensteig 3, Tel. U-20-709 Himmelpfortg. 5, Tel. R-25-8-84 / Köllnerhofg. 1, Tel. R-26-8-99 9 Jähren haben die Juden trotz der schon damals erlittenen Enttäuschungen und unter schwersten Besorgnissen ihre Zustimmung zur Mitarbeit an einem dem heutigen ähnlichen Plane gegeben. Dieser Beweis der Selbstverleugnung und des guten Willens wurde von den Arabern kategorisch zurückgewiesen. Seit damals haben die Juden eine Unmenge von Enttäuschungen erfahren. Kommissionen, Experten, Untersuchungen, falsche Voraussetzungen und falsche Schlußfolgerungen. Ein dauerndes Ringen um Rechte, die klar und elementar sein sollten, ein Anwachsen unnötiger dauernder Behinderungen. Trotz alledem hat das Jüdische Nationalheim Fortschritte gemacht. Die Juden haben ein Maximum an Einkünften geschaffen und ein Minimum als Gegenleistung erhalten; sie haben große Entwicklungen eingeleitet, ohne irgend jemand anderem Schaden zu bringen, aber sie v/erden daran gehindert, die Früchte der eigenen Arbeit zu genießen. Die Juden begegnen bei der Errichtung des Nationalheims mehr Obstruktion als tatsächlicher Hilfe. Aber es gibt eine Grenze. Sicherlich ist es zu viel verlangt, wenn man von den Juden fordert, daß sie bei der Schaffung eines Apparats mithelfen sollen, der dazu bestimmt ist, sie zu vernichten." Unbelehrbar Nicht ungarische Juden, sondern jüdische Ungarn — Gegen Minderheitsr echte In einer Generalversammlung der Budapester Judengemeinde wurde der 40. Jahrestag des Emanzipationsgesetzes feierlich begangen. Präsident Hofrat Samuel Stern betonte, daß heute kein Fest gefeiert werden könne, da das Gesetz dem Buchstaben nach wohl weiterlebe, in ihm jedoch nicht mehr der Geist der Epoche pulse, in der das Gesetz entstand. Die ungarische Judenhelt betrachte auch heute Religion und Vaterland als eine heilige Einheit und bekenne sich nicht als ungarische Juden, sondern als jüdische Ungarn. Auch heute sind wir von tiefem Glauben und Vertrauen zur Heiligkeit des ungarischen Gesetzes und der ungarischen Verfassung erfüllt. Schwere Zeiten sind über uns hereingebrochen. Handel und Industrie haben gegen eine Krise anzukämpfen. Es stockt die geistige Arbeit. In den staatlichen Aemtern findet sich für die Staatsbürger jüdischen Glaubens kein Raum und auch in den Privatunternehmungen wird schon dem konfessionellen Zahlenverhältnis der Angestellten nachgeforscht. Die Lernfreiheit steckt in den Fesseln de« Numerus clausus, diejenigen unserer Söhne, die zum Studium zugelassen wurden, haben Erniedrigungen zu erdulden. Dieses verstümmelte Land kann, den Fluch Trianons nicht noch dadurch erschweren, daß es eine arbeitsame, nützliche Schicht der Bürgerschaft, das Judentum, von der dem Fortbestand und dem Ausbau der Nation gewidmeten Arbeit ausschließt. Als gleichberechtigte Bürger unseres Vaterlandes geben wir unsere staatsbürgerlichen Rechte um keinerlei Minder* heitertrechte willen auf. Unser Weg bleibt auch weiterhin der untrennbar miteinander verschlungene Weg" unseres Judentums und Ungartums. 0 Wie schwer muß die Lage der Juden in Ungarn sein, wenn ihre Führer, die sich in hundertzwanzigprozentigem Magyartum gefallen und selbst in den Tagen des weißen Schreckens kein böses Wort gegen ihre Regierung zulassen wollten, nunmehr so schwere Klagen und Anklagen gegen die Führung des ungarischen Staates erheben! Die Not hat die ungarisch-jüdische Assimilation reden gelehrt, aber sie hat sie — leider — noch nicht richtig denken gelehrt. Nicht einmal der schauererregende Zusammenbruch des deutschen Judentums kann, sie veranlassen, ihre Anschauungen einer Revision zu unterziehen. Auch die Juden Deutschlands wollten keine deutschen Juden, sondern nur jüdische Deutsche sein. Auch sie haben sich an einer der größten Ideen unseres Zeitalters, an der Idee der Minderheitsrechte versündigt. Auch sie haben es abgelehnt, Minderheitsrechtc für sich in Anspruch zu nehmen, als man sie ihnen nach dem Weltkriege angeboten hatte, mit der lügenhaften Behauptung, daß Minderheitsrecht nichts anderes als „minderes" Recht bedeute. Lügenhaft, denn die Führer mußten es wissen, daß Miuderheitsrecht die einzige Garantie für Gleichberechtigung büdet. Höhnisch konnte der Delegierte Hitler- Deutschlands dem Völkerbunde, welcher für die Juden Deutschlands Gewährung von Minderheitsrechten forderte, erkläx-en, daß diese Juden selbst darauf verzichtet haben, als Minderheit angesehen zu werden. So war es die jüdische Assimilation, die, nach Hitler, dem Judentum den schwersten Schaden zugefügt hat. Die Lehre schreit zum Himmel, aber die Führer der ungarischen Judenschaft wollen nicht hören. Bekenntnis zum Zionismus Der Verband deutsch-jüdischer Jugendvcrelno tritt in di« Zionistische Organisation ein Aus Berlin wird berichtet: Auf einer Sitzung des „Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands", welcher bisher neutral war und vornehmlich nichtzionistische Gruppen umfaßte, wurde ein Antrag angenommen, wonach sich der Verband fortab zum Zionismus bekennt. Der Leiter des Verbandes, Dr. Paul Eppstein - Berlin, begründete die Stellung der Verbandsleitung, die in der Einordnung des Verbandes als eines selbständigen Bundes in die zionistische Bewegung die geschichtliche Erfüllung seiner gesamtjüdischen Haltung gewährleistet sehe. Der Zionismus sei kerne, jüdische Partei neben anderen jüdischen Partelen. Da der Palästina-Aufbau das Werk der zionistischen Bewegung ist, könne die gesamtjüdische Idee nur im Zionismus ihre geschichtliche und jüdisch-politische Erfüllung linden. Kurt Steinberg -Essen führte als Korreferent aus, bei aller Sehnsucht nach Zion sei das Judentum nicht nur volklich und territorial zu sehen. Daher sei der Zionismus nur eine Richtung im Judentum. Die zionistische Entscheidung sei für den Verband nicht notwendig und abzulehnen. In der Abstimmung wurde mit der satzungsgemäß erforderlichen Zweidrittelmehrheit (mit 35 gegen 15 Stimmen) beschlossen: „Der Verband bekennt sich zum Zionismus als der verpflichtenden Bindung an Gestalt und Geist des jüdischen Volkes. Er sieht in der Verwirklichung des zionischen Aufbaues in Palästina das entscheidende Werk jüdischer Erneuerung. Der Verband bekennt sich zur Zionistischen Organisation als der berufenen Vertretung des jüdischen Volkes. „Das Land der Verheißung", der große Palästina- Tonfilm der Fox mit dem Beifilm „Der Luzerner Zlonistenkongreß", wird Sonntag, den 12. d., 11 Uhr vorm., im Schweden-Kino im Rahmen einer Sondervorstellung gezeigt, die von der Leichtathletik-Sektion der Hakoah -veranstaltet wird. Für diese Vorstellung macht sich ein besonders großes Interesse bemerkbar, so daß es sich un* bedingt empfiehlt, Karten im Vorverkauf zu besorge«! .(Siehe lnjicr*t.&

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