Mannheim
Compact Memory

Die neue Welt · 1935-12-24 · Heft 524 (24.12.1935) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die neue Welt
Volume
9 (1935)
Issue
Heft 524 (24.12.1935)
Date
1935-12-24
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2711613-2712049-2712148--5512-2719140
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Seite 2 Nr. 524 vom 24. Dezember 1935 Hans Jaray, Irene flgay in dem Wiener Großfilm Regie Max Neufeld ImperlaNKIno l. Tuchlauben-Kino I. Schwarsenbergplatt Löwen-Kino III. M ria.Th^reBlf r-K n© VH. Füeger-K no IX. trutn je 6 (die Q Mandate dos Zentrum*»: 3 Mandate Gruppe des Vi/rbürgrrrneister» Iiokiach, 1 Revisionist, 1 Misrachi. 2 Gruppe d<T Hausbesitzer). Das 13. und 14. Mandat wurde der Liste Dizen jtoff, bzw. Kosenblüth, zugesprochen. Das 15. Mandat wurde nach Erledigung verschiedener Proteste dem Listenfiihrer der Sephardim, Bcnvcnistc, zugeteilt. * Aus den vorliegenden Teilresultaten ist nicht mit Sicherheit festzustellen, welche Gruppe die Oberhand haben und den Bürgermeister stellen wird. Dizengoff hat im Jahre .1909 die Stadt aus dem Nichts gegründet und in genialer Weise bis heute geleitet. Unter ihm stieg die Zahl der Einwohner auf mehr als 150.000 und er hat es verstanden, die städtische Organisation dem unerhörten Wachstum anzupassen. Nur für kurze Zeit trat eine Unterbrechung der Amtstätigkeit Dizengoffs ein. Es gelang damals der Arbeiterpartei, die Majorität im Stadtrat zu erringen, Dizengoff zu stürzen und einen der Ihren zum Bürgermeister zu machen. Das Regime der Arbeiterpartei erregte aber solche Unzufriedenheit, daß die Wähler nach kurzer Zeit Dizengoff stürmisch begehrten und wieder einsetzten. Der Umstand, daß unter den obenerwähnten Listen die Judenstatspartei fehlt, ist darauf zurückzuführen, daß die Judenstaatler zugunsten Dizengoffs auf die Aufstellung einer eigenen Liste verzichteten. In einem Aufruf, der den Kampf gegen Dizengoff als schweren Undank und Zurücksetzung des berufensten Führers bezeichnete, forderte die Partei ihre Anhänger auf, für Dizengoff zu stimmen. mmmmmmaammamamammmmmmmm Uettsmtskstem - Setimemf Englische Seimrne über Deutschland Aus London: „Round Table", eine der bedeutendsten politischen Zeitschriften Englands schreibt in der Dezember-Nummer: „Bedingung für eine englisch-deutsche Zusammenarbeit ist bessere Behandlung der Juden und Christen im Dritten Reich. Uns Engländern erscheint es nicht fair, andere Staaten, mit deren politischen Systemen wir weit mehr sympathisieren als mit dem System Nazideutschlands, zu drängen, ihren deutschen Minderheiten eine bessere Behandlung angede'hen zu lassen, als sie Deutschland seinen Minderheiten zuteil werden läßt. Das Naziregime ist brutal-materialistisch, die Unterbindung der Freiheit als primäre» Regierungsziel ist dem englischen Charakter tief zuwider. Die Zertrümmerung der Gewerkschaften, die Degradierung der Juden, die politischen Morde, Geheünprozesse, Konzentrationslager, all dies erregt den Abscheu aller Kreise der Bevölkerung Englands. Wir dürfen unsere Augen solchen Dingen gegenüber nicht versehließen, sondern müssen alles, was In unserer Macht steht, tun, um eine Wendung herbeizuführen." Emigranten-Tragödie Aus Prag (J. T. A.): Am Mittwoch vormittag wurde der 63jänrige jüdische Justizrat Julius P r a g e r aus Fürth in Bayern in seiner Wohnung in Prag e rhängt aufgefunden. Die Leiche wurde zur Bestattung freigegeben. Das Motiv der Tat ist — wie der Sohn Pragers der Polizei mitteilte — Sehnsucht nach der Heimat. Bürgerliche Gerichte dürfen sich nicht auf jüdische Rechtslehrer berufen Aus Berlin: Der Präsident des Kammergerichts hat eine Verfügung gegen Zitate aus Kommentaren oder Abhandlungen jüdiacher Autoren erlassen. In der Verfügung heißt c3, es sei wiederholt beobachtet worden, daß noch heute deutsche Gerichte vielfach Aufsätze und Abhandlungen jüdischer Autoren sowie durch Nichtarier herausgegebene oder vornehmlich von solchen versorgte Fachzeitschriften zur Erhärtung ferichtlicher Entsc. -'düngen zitierten. Ein solches Verfahren sei nicht vereinbar mit der den deutschen Gerichten seit der nationalsozialistischen Erhebung obliegenden Aufgabe, aus sich heraus, ohne Anlehnung an nichtarische Theoretiker und Praktiker, i ->ter Berücksichtigung des nationalsozialistischen Gedankengutes, deutsches Recht zu sprechen. An Präsidenten Beneech Aus Paris: Dr. Stephen S. Wise, Präsident des „Cornite des Delegations Julve.s" und der Exekutive für den Jüdischen Weltkongreß hat folgendes Telegramm an den neugewählten Präsidenten der tschechoslowakischen Republik, Dr. Benesch, gerichtet; „Dem großen Europäer, dem Kämpfer für Recht und Frieden, dem Hüter der Demokratie und Gerechtigkeit, drücken wir anläßlich der Wahl zum Präsidenten unsere ergebensten Wünsche und unsere Freude aus." Zionistischer Sieg in Agram Aus Beograd (J. T. A.l: Bei den Wahlen zum Ausschuß der Kultusgemeinde von Zagreb (Agram) hat die Liste der Zionisten und der mit ihnen im Rühmen der Jewish Agency verbundenen Nichtzionistcn die große Mehrheit der Mandate auf sich vereinigt. Von 50 Mandaten erhielten die Assimilanten nur sechs, die Revisionisten vier. Jüdische Gemeinden für den Keren Hajessod Aus Berlin (.T. T. A.): Anläßlich des 15jährigen Bestehens des Keren Hajessod haben verschiedene jüdische Gemeinden in Deutschland die Mitglieder aufgefordert, den Keren Hajessod zu unterstützen, so die Synagogengemeinde Breslau und die Israelitische Gemeinde in Frankfurt, a. Main u. a. Rumänien verY etet Arbeit der I. €«A* (Kirschi Stillung) Aus Bukarest: Der Antisemitenführer Cuza richtete in der rumänischen Deputiertenkammer heftige Angriffe gegen die Tca wegen ihrer angeblichen Pläne, eine großzügige jüdische Kolonisation in Bessarabien durchzuführen. Namens der Regierung wies der Unterstaatssekretär für Inneres die Behauptungen Cuzas als ungerechtfertigt zurück, erklärte aber andererseits, die Regierung habe die der Ica erteilte Erlaubnis, in Kischinew eine Zweigstelle zu errichten, bewiesen. IUDENSTAATSPARTEI ÖSTERREICHS Donnerstag, den 26. d. M., halb 9 Uhr abends im Zentrailieim, I, Werdertorgasse 14 Makkabäer-Feier Festrede: Dr. Salomen Wolf Es wirken mit: Oberkantor J. Wöhrmann, Ernit Fiiedländer Ceilo), Jchuda Ehrenkranx, Viktor Schlesinger Ke n Visum für fabofinsky Aus London meldet die J. T. A.: Der Präsident der Neuen Zionistischen Organisation Wladlmler Ja ho« tinsky reichte um die Bewilligung eines Palästina- Visums c'n, se'n Ansuchen wurde, aber neuerdings abgelehnt. Frontkämpfer werden weggejagt Aus Frankfurt a. M.: Die „Frankfurter Zeltung" schreibt im Anschluß an einen Aufsatz über die Lage der Anwälte: „Diejenigen jüdischen Rechtsanwälte, die zugleich Notare sind, sind in dieser Eigenschaft Beamte und scheiden deshalb nach der Durchführungsverordnung zum Reichsbürgergesetz mit dem 31. Dezember 1935 als Notare aus. Bis dahin sind sie beurlaubt. Da der Anwalt jedenfalls in den größeren Städten erst im reifen Alter Notar wird, waren die bis heute und trotz dem Berufsbeamtengesetz von 1933 im Amt gebliebenen jüdischen Notare zum größten Teil nicht wegen ihres Dienstalters (Ernennung vor dem 1. August 1914), sondern als Frontkämpfer vom Berufsbeamtengesetz im Amt ehemals Cafe Residenz, I, Franz;Iosefs*Kai 29*31 Ecke Morzinplatz 5 Vollständig neu renoviert, modernst Bridge-Saal 0 Schachzimmer ■ 4 Selferf-Blllards ■ Klubräume ■ Asphalfierfe Kegelbahn B Kalte u. warme Küche ■ EVsfklpssige Weine Bier vom Faß Bürgerliche Preise Ludendorffs Sehnsucht Der Schauplatz der Operationen erstreckt sich auf das Gesamt gebiet sämtlicher Feinde. Der totale Krieg wird also nicht nur gegen die Heere, sondern vor allem auch gegen die Bevölkerung der feindlicheyi Länder gerichtet sein. Ludendorff, "Der totale Krieg", 1935. liddisdi in Amerika Selbstverständlich hört man auch heute noch Hunderttausende Jiddisch redent und die Auflage einiger jiddischer Blätter ist immer noch beachtenswert. Indessen: gerade die zahlreichen Leser des ,J?orwarä" und des „Tog", die in der Untergrundbahn leicht zu beobachten sindj zeigen nur zu deutlich, wie die Dinge sich entwickeln: Meistens ältere Leute, seltener Menschen in mittleren Jahren, fast nie Jugendliche; denn die lesen ihre Sportnachrichten usw. in der englischen Presse. Sprachlich, so scheint es also, dürfte trotz beachtens- Ein neues epochafes Buch JosefKasteini Herodes DIE GESCHICHTE EINES FKEMDEN KÖNIGS 380 Seiten / S 12.60 Zu den bisherigen Werken von Josef Kastein tritt der ..Herodea" als eine neue Spitzenleistung seines historischen und psychologischen Könnens hinzu. Alte Ge- Bchlchte und alte kulturelle Auseinandersetzungen werden mit einer erstaunlichen Kraft und Meisterschaft zum aktuellen Leben der Gegenwart in Beziehung gesetzt. Ein Werk voll Spannung, Vertiefung und glanzvoller Diktion. Ferner empfehlen wir; Ursel di Costa DIE TilAGODIK DER GESINNUNG 382 Seiten mit 12 Bildtafeln / S 12.60 Neue Auflage Utiel da Costas Geschichte ist von einer bis heute wahrenden Aktualität: Idee gegen Wirklichkeit, das schöpferische Ideal gegen das Beharrungsvermögen, Herz gegen Gehirn, der freie Einzelne gegen die gebundene Gesamtheit, der Mensch gegen die Masse. Alles in allem: die Tragödie der Gesinnung. Sabbafai Zewi DEK MESSIAS VON ISMIIt 385 Seiten mit 12 Bildtafeln / 8 12.60 Kaateiu hat hier ein Werk geschaffen, in dem die Dämonie des siebzehnten Jahrhunderts Gestalt angenommen hat in dieser seltsam bezwingenden, hinreißenden und hingerissenen Gestalt des großen falschen, des großen wahren Propheten. Juden in Deutschland 154 Seiten / Leinen S 7.35, kartoniert S 6.— Das Schicksal der deutschen Juden wird hier mit aller KntKfhlossüidieit in die allgemeine Geschichte der Juden eingefügt. Durch jede gute Buchhandlung R. töwift Verla* Wien I. FLEISCHMARKT 1 und WOLIZEILE 6 werter Ausnahmen ih gar manchen jüdischen Gewerkschaften das gemeinsame Band schnell schwächer und schwächer werdßj\t(rnain&tttich wenn die Einwanderung weiter stockt. Ernst Kahn, New York, 1935. Er hat re-ht Hitler und Goebbels mächen einen . Rund,flüg über Berlin. „Was sind denn, das überall für Menschenansammlungen?" fragt der Führer. ,£)as sind die Leute, die sich um Butter anstellen. „Geht mich nichts an"} erwiderte Hitler. ,Jch habe ihnen Arbeit und Brot versprochen. Von Butter war nicht die Rede." In Berlin 1935 geflüstert. Von den luden in Südalrska Die Juden hüben in Südafrika die größten Erfolge erzielt, keiner beneidet sie darum, weil sie diese Erfogo verdienen. Mögen sie ihre Mittel und ihre Begabungen nach diesem Land bringen. Wir brauchen sie. Südafrika verspricht, eine ihrer bemerkenswertesten Leistungen zu werden. Sie sind ein großer Faktor in Südafrika und sie werden hier ein noch größerer Faktor werden. General Smits (Kapstadt). Privileg des Dritten Reiches „Man muß sich für die Anwendung dieses Vokabulars entschuldigen. Wir fühlen, wie unwürdig dicse Bezeichnungen auf Menschen angewendet sind, aber «rir sind unschuldig daran. Wir lassen dem Dritten Reich das Privileg, zum ersten Male, wenn es sich um Menschen handelt, die Fachausdrücke der Zuchtställc angewendet xu haben. Es trägt allein die Verantwortung für die Einfühlung der Zoologie in die Soziologie." Der kath. Schriftsteller Graf d'Harcourt (Paris). Schon wieder Leon!2lum ,Jch habe", erklärte Laval, „mit allen Regierungen verhandelt, die bereit waren, Opfer für den europäischen Wiederaufbau zu bringen. Deshalb habe ich in meinem Herzen dieses Ideal (Fried&nsideal) verankert, weil ich die Sicherheit unserer Heimstätten bewahren will." Der Soziälistenführer Le'on Blum weigerte sich, über die Außenpolitik in der Kammer zu debattieren, well der Ministerpräsident Laval Erklärungen abgegeben habe, die seine Gegner (die Sozialisten) der Kriegsbereitschaft beschuldigten. Le'on Blum verlangte weiters, daß Lax>al beauftragt werde, mit gebundener Marschroute nach. Genf zu gehen. Laval bestieg nochmals die Tribüne und rief: „Monsieur Blum, ich nehme es nicht an, unter erniedrigenden Bedingungen nach Genf zu gehen." Bericht des „Pariser Tageblatt", Dezember 1935. Getjen die panarabische Bewegung Die französische und die englische Regierung haben, beschlossen, mit gemeinsamen Kräften die immer mehr toachsende panarabische Unabhüngigkeitsbewegnng in Palästina und Syrien zu bekämpfen. Meldung der Poln. Telegr.-Agentur aus Beirut. Seit tausend Jahren «chon wird der Myrrhe-Extrakt, der alch gegen Lockerung* der Zähne und Blutung des Zahnfleisches besonders wirksam erwiesen hat, verwendet. Odol-Mundwasser enthält neben dem Odol-Antlseptlkum den Myrrhe-Extrakt.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.