Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 9 (1935)
- Issue
- Heft 521 (13.12.1935)
- Date
- 1935-12-13
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2711613-2712049-2712145--5492-2719117- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Safed 1× ep/1046078
OCR text
vorn 15. Dezember 1935 DIE NEUE WELT Seite 8 Jüdischer Verrat an der Arbeit Die Führer Oer arabischen Chauvinisten in Palästina nützen die politischen und wirtschaftlichen Spannungen, die sich als Folgen des italienischabessinischen Konflikts ergeben haben, aus, um eine Hetze gegen die Juden und die englische Mandatarmacht zu betreiben. Sie inszenieren politische Streikbewegungen und setzen terroristische Handlungen (Polizistenmorde, Bildung von Terrorbanden usw.). ßie werden, wie ihre Gesinnungsgenossen in Aegypten und Nordafrika, von deutschen Agenten mit Waffen und Geld versehen. In Palästina haben sie aber noch andere Helfer: die jüdischen Kommunisten, welche alles dazutun, um die Aufregung im arabischen Lager aufs höchste zu steigern. Die arabischen Teile in Palästina sind dieser Tage mit folgendem Aufruf der jüdischen Kommunisten überschwemmt: „An das unterdrückte arabische "Volk! Endlich habt Ihr dZe Niederträchtigkeit der zionistischen Besetzung des Landes erkannt, die offenen und geheimen Schändlichkeiten, durch welche es den Zionisten gelungen ist, den größten Teil des Bodens und den Ertrag Eurer Arbeit an sich zu reißen und die Quellen Eurer Existenz buchstäblich zu verstopfen. Die Zionisten haben sich nicht damit begnügt, ihr nationales Heim auf den Bajonetten des englischen Imperialismus aufzubauen und durch eine große Zahl hereingeschmuggelter Anhänger den Einwanderungsstrom zu vergrößern. Sie haben auch begonnen, das besetzte Gebiet zu befestigen und mit Waffen und Munition auszustatten. Die tausende Gewehre haben kein anderes Ziel, als die Herzen der Araber, welche endgültig vernichtet werden sollen. Schon oft hat die Palästina-Regierung die Juden bewaffnet und ihnen Instruktoren für den Gebrauch von Waffen zugeteilt, insbesondere in den Jahren 1920, 1929, 1938 — mit der Ausrede, daß dies für den Selbstschutz notwendig sei. Der Streik darf nicht früher abgebrochen werden, bevor nicht die jüdische Einwanderung gestopt ist, die Bodenkäufe aufhören, den Juden die Waffen abgenommen und die Araber selbst bewaffnet werden. Man muß unbedingt in Tel-Aviv und in den jüdischen Siedlungen die versteckten Waffen ausfindig machen und weiterhin alle zionistischen Punkte kontrollieren und durchsetzen, daß den arabischen Massen erlaubt wird, sich mit Waffen zu versehen." Jüdische Burschen und Mädchen tragen diese Aufrufe zur Vertreibung der Juden in die arabischen Dörfer und städtischen Quartiere. Jüdische Burschen und Mädchen arbeiten Hand in Hand mit Hitler-Agenten und arabischen Totschlägern daran, das jüdische Volk der einzigen und letzten Zuflucht, der einzigen Möglichkeit freien, normalen Lebens zu berauben. Es sind dieselben jüdischen Elemente, die nach dem Pogrom im Jahre 1929 die Abschlachtung von hundert jüdischen Kindern, Frauen und Greisen in Safed und Hebron als Befreiungskampf der arabischen Arbeiterbrüder verherrlicht haben. Es entstehen Fragen, denen man nicht ausweichen darf: Wo wurde diese Jugend zur Hingabe an fremde Ideale und zum Verrat an ihrem jüdischen Volke erzogen und wer hat sie ins jüdische Land gebracht? Wer ermöglicht ihnen ihr verderbliches Treiben in Palästina, wer läßt ihnen dort Duldung und Förderung angedeihen? Wir werden auf diese unabweislichen Fragen zurückkommen. Feinde unserer Zähne sind am gefährlichsten, wenn sie ihr Zerstörungswerk unbemerkt vollbringen können, wie das Mcllionenheer der Fäulnisbakterien. Wenn die Schäden sichtbar werden, ist es schon zu spät. Besser ist rechtzeitiges Vorbeugen durch regelmäßige Zahnpflege mit Chlorodont-Zahnpaste, die trotz größter Putzkraft den empfindlichen Zahnschmelz nicht angreift. Jetzt auch in schäumender Qualität erhältlich. Dsterr. Erzeugnis. Tube S. -.90. Drohbriefe Aus Jerusalem: Wie bereits mitgeteilt, haben mehrere englische und jüdische Polizeifunktionäre, die die Untersuchung über das arabische Bandenwesen führen, Drohbriefe erhalten. In einem an den Leiter der Tel-Aviver Polizei, Rosenstein, gerichteten Brief heißt es: „Die Vereinigung der arabischen Jugend, die seit mehreren Jahren besteht und die Befreiung des arabischen Vaterlandes von den englischen und zionistischen Ketzern anstrebt, richtet ohne Furcht yor dem Tod und entschlossen, alles zu wagen, um unsere Feinde zu Fall zu bringen, an Sie, Rosenstein, die Warnung, nicht zu versuchen, die arabischen Briganten zu verfolgen." Der Brief war in Jaffa öffentlich angeschlagen. Die hebräische Presse weist darauf hin, daß die arabischen Terroristen ihre Tätigkeit offenbar auch auf Südpalästina ausdehnen wollen. Trotz des Dementis der Palästina - R e g i e« rung behauptet die christliche arabische Tageszeitung „Feiestin" weiter, daß in der Gegend von Jenin eine zweite Terroristenbande sich verborgen hält. Nach Meldungen der hebräischen Presse finden an der Südgrenze Palästinas militärische Uebungen der arabischen Jugend statt. Zahlreiche Jugendliche sind mit Waffen, hauptsächlich Jagdgewehren, ausgerüstet. Die Zeitungen bringen ihre Erstaunen über die Duldung dieser Uebungen seitens der Polizei zum Ausdruck. BESTE QUALITXTEN! ANTHRACIT KOHLE •KOKS BÄSCH iv, Argentiniers™. 22 - tel. serie U*47~5-40 Die Luge des Transfer Auf die Anklage, daß durch das Transferabkommen zwischen der deutschen Regierung und der unter Kontrolle der Zionistischen Weltorganisation stehenden Gesellschaft „Haawarah" der Jüdische internationale Boykott gebrochen, der Zionismus zum Agenten Adolf Hitlers erniedrigt und nicht nur 4er palästinensische, sondern der ganze orientalische Markt mit Hakenkreuzlerwaren Uberschwemmt wird, bekommt man von den Schuldigen die Antwort: Ja, aber nur der Transfer macht es möglich, deutsche Juden mit i h rem Kapital nach Palästina hinüber zuretten! Auch auf dem amerikanisch-jüdischen Gewerkschaftskongreß in New York hat der als Gast erschienene zionistisch-sozialistische Arbeiterführer Berl Locker so geantwortet, als sich dort ein Sturm gegen die Schande des Transfer erhob. Jüdische Menschen mit ihrem Gelde aus der deutschen Hölle retten! Leichtgläubige, gutherzige Menschen fallen nur allzu leicht auf diesen verlogenen Vorwand hinein und geben den Widerstand gegen den Transfer auf. Wir haben schon wiederholt darauf hingewiesen, daß die Zahl der „Geretteten" minimal ist und in keinem Verhältnis zu den großen deutschen Warenschiebungen der „Haawarah" stellt. Jetzt sind wir in der Lage, folgenden Bericht eines palästinensischen Wirtschaftlers an uns zu veröffentlichen: Das Wirken der „Haawarah" Unabhängig von den Fragen des Prinzips des deutsch-palästinensischen Transfer muß endlich gezeigt werden, wie kläglich seine Ergebnisse sind, sofern es sich um „Rettung von deutschen Juden" handelt. In den letzten Monaten betrug der deutsche Import nach Palästina durchschnittlich 180.000 Pfund und Überholte zum ersten Male den cnglischeu Import. Von dieser Summe gehen nach den vorliegenden Unterlagen 80.000 Pfund Uber die „Haawarah". Sie erfaßt also nicht einmal die Hälfte des Imports, was beweist, daß das Vorhandensein der „Haawarah" benutzt wird, um in riesigem Ausmaß deutsche Waren zu importieren und den Boykottbruca zu vertuschen, indem man natürlich erklärt, daß alle diese deutsehen Waren Uber die „Haawarah" kommen. Dieser ganze Import würde sofort fast ganz aufhören, wenn er nicht den schützenden Vorwand der „Haawarah" und des „Transfer" hätte. Da der Import fast zur Gänze aus Maschinen aller Art sowie Werkzeugen, Lastkraftwagen usw. besteht, so entsteht ein dauernder Ersatzbedarf nach deutscher Ware, wodurch für lange Zeit ein Import auf H H D.Ni TROCKEN MIT SCHICK DRY SHAVER Verkauf, Vorführung und Piospekte durch J. A. Hendteli, I, Kärntnersttaße 24; M. E. Mayer, I, Graoen 17, l,Lobkowiizplatz 1; PcrKlmerie Mit, I, Kärntnerstr. 22; M. Woilace, vil" Wesibahnstraße 26, und In sämtlicnen Filialen; A. Antono« vidi, I, Stock-im-Eisen-Platz 2; Josef Hehler, VII, Neubaunasse 26. und in einschlägigen Geschäften. Europäische Generalvertretung der Schick Dry Shaver Inc., Wien VI, Dreihufeisengasse 11, Tel. A-33-3-34. Generalvertretung für Palästina: J. Sealtiel, Tel-Aviv, P. B. 950 Deutschland erzwungen wird, da sonst die gekauften Sachen nicht betriebsfähig bleiben. In jedem dieser Importe liegt der Keim zu weiteren großen Importorders, bei denen wir nicht mehr die Handlungsfreiheit, wie bei dem ersten Auftrag, haben. Nun müßt« man annehmen, daß die „Haawarah" mit ihren 80.000 Pfund pro Monat achtzig Familien auf Zertifikate A1 (1000 Pfund Minimalkapital) nach Palästina bringt, um damit ihre einzige Entschuldigung, Da* aute> Wurfbni&Ut - u. d&cU nicld teuccc! spezial st n fiüHA yuffinsiCCD Wien I, Plankeng. 6 / Salzburg, Griesgasso 21 #*WWM fcWWWfcrfc** daß man jüdische Menschen aus der deutschen Hölle rettet, zu beweisen. Dies ist aber keineswegs so. Es kommen seit vielen Monaten monatlich nur zwölf bis fünfzehn Familien aus Deutschland heraus, da die Reichsbank nur Beträge in dieser Höhe zuteilt und sich die „Haawarah" welter nicht darum kümmert. Es ist also festzustellen, daß statt achtzig Familien, die auf Grund der „Haawarah"-Gelder monatlich herüberkommen müßten oder statt 180 Familien, die auf Grund des gesamten Imports pro Monat übersiedeln sollten, nur zwölf bis fünfzehn sogenannte Kapitalistenzertiflkate ausgenützt werden können. Woraus sich die Tatsache ergibt, daß man wohl jüdisches Kapital, notabene unter schwersten Verlusten für die Einzahler, transferiert, jedoch die jüdischen Menschen drüben in der „Hölle" sitzen läßt. Bisher hat die „Haawarah" Uberhaupt den Uebertrag von Sonderkontengelder abgewickelt, also, mit Aus« nähme von Geld fyrrpalästincnslsch6 Papiere und die sogenannten „nationalen" Fonds, nur die Gelder, die ein Kapitalist in Deutschland über 1000 Pfund hinaus aufbringen könnt«. Sie hat sich also nur um die größeren Kapitalisten und nicht um die Mlttelständlor Oesterr. Frauenbund P r i v a 11 e h r a n s t a 11 für Haushaltkunde Mädchenheim / Stellennachweis nach England und Holland Koch- (Wiener-, ert-lische und Diät-Küc e). Servier-. Näh-, Sluben mädchen una Sprachkurse. Kurse iür Körperpfleg, und Ko;metiK. Auch Abendkurse! Diese Kurse werden auch iür Hausfrauen «bRehalten und verbinden wir Nützliches mit Angenetimen / Beginn: 2. Jänner 1936 I, Wollzelle 9 Telephon R-26-0-58 gekümmert. Das Ergebnis ist, daß mau einigen vermögenderen Juden größere Beträge transferiert hat, wobei man sie außerdem auch oft noch veranlaßte, Investitionen für sozialistische Zwecke, wie etwa „Bank Hapoaltm" und „Nir" zu raachen, für die sie freiwillig, als gegen ihre privaten Interessen gerichtet, nie Geld gegeben hätten. Hingegen sind heute noch die Anmeldungen der kleineren Mittelständler mit 1000 Pfund seit mehr als einem Jahre unerledigt. Bei dem jetzigen Tempo der Abwicklung, etwa 150 bis 180 Zertifikaten pro Jahr, liegen also für acht bis zehn Jahre Anmeldungen vor. Als weiteres Resultat Ist festzustellen, daß die „Haawarah" nicht nur diese Menschen an der Auswanderung verhindert» sondern es auch bewirkt hat, daß sich niemand mehr für Kapitalistenzertiflluite meldet, da es sinn- und aussichtslos geworden ist. Bei dieser Art der Transferabwielilnng ist die Ehre des jüdischen Volkes nicht für jüdische Monsohcn, sondern fast ausschließlich für Kapital sehr reicher Juden geopfert worden. Es muß daher mit den Methoden und Prinzipien der „Hawaarah" und der mit Ihr verbundenen Zionistischen Exekutive ein Ende gemacht werden. Jüdische Unternehmer! Denket an die jüdischen Arbeitslosen und fordert anläßlich der Wintersaison den Bedarf an Angestellten und Arbeitern aller Kategorien beim jüdischen Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis, I., Kohlmessergasse 4, Tel. U-27-0-65 an. Bücher %t Schwetfenbrficke! BUCHHANDLUNG SCHNEIDER * CO.« WIEN I, Franz-Josefs-Kai 7 Reichs'e Auswahl n e u e i B ü c I' e i bester Autoren zu billigsten Preisen! Katalog gratis i