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Die neue Welt · 1935-12-13 · Heft 521 (13.12.1935) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
9 (1935)
Issue
Heft 521 (13.12.1935)
Date
1935-12-13
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Stefte * DIE NEUE WEL1 Nr. 521 vom 13. Dezember 1935 Neueröffnung! oaa unu vvimerKurort mit pracn Hofgastein Am l'l Dezember wird in dem weltberühmten Thermalbad und YViuierkurort mit prachtvollem J kigelänue (Oesterreich) eine stieng rituelle *,V2~ _ Pension untet Aufsicht derWiener„Adass-Jisroe'-Gemcinde" inhitfschul) im Kurhotel »Alte Pose« eröffnet. Wiener Küche, schöneZimmer /.entrah eizung.Therrra bäderimHause Öbhrpreljermäfligungl An ragen an Frau H. Wo ff, Hofgasiein. „Ai e P -8ta, oder G Wolff, Wien!, Freyung 6, 6. St ece Tel. U-°3 Macht schlagen. Aber wo es sich um Juden handelt, wird sogar diese Brücke schwach verteidigt. Das Gift des Antisemitismus fließt zu uns von unserem westlichen Nachbarn, mit dem wir eben ein Handelsabkommen geschlossen haben. Es ist das Gift blutigen Wahnsinns, welches die Seele des deutsehen Volkes bereits verkrüppelt hat. Wißt ihr aber nicht, daß nicht allein für die Judon, sondern für alle Völker, die sich als schwächer als die Deutschen erweisen sollten, ein Gift gebraut wird? Während Herr Dr. Goebbels das Gift zur Tötung von uns Juden fabriziert, stellen die deutschen Fabriken Giftgas gegen alle Länder und Völker her, um sie tu unterjochen- Die Zukunft Polens aber ist nicht an brutale Gewalt, sondern an den Sieg der Idee der Gerechtigkeit in der Welt gebunden. Auf diesen Sieg hoffen auch wir Juden. Eine andere Hoffnung gibt es weder für uns noch für Polen, welches schon einmal ein Opfer dieser brutalen Gewalt gewesen ist. Wegen der Ausführungen Rabbiner Rubinsteins in bezug auf einen „benachbarten Staat" wurde ihm vom Sejmvorsitzenden der Ordnungsruf erteilt. Ein eigenartiges „Abkommen" Aus Posen: Freitag fand hier eine Konferenz zwischen Vertretern des Restaurateurverbandes und der nationalistischen Studentenschaft statt, in der sich die Studentendelegierten verpflichteten, alle Restaurationen und Gaststätten bei Judenfeindlichen Ausschreitungen zu schützen, die ihre Waren ausschließlich von arischen Unternehmungen beziehen werden. Die Restaurateure stellten die Bedingung, daß sich dieser Schutz auch auf die in ihren Lokalen weilenden Juden beziehen müsse. Im obigen Sinne wurde ein gegenseitiges Abkommen unterzeichnet. Die polnischen Jaden in Deutschland preisgegeben Aus Warschau: Wie der J.-T.-A.-Vertreter erfährt, hat die polnische Regierung in ihrem kürzlich mit Deutschland abgeschlossenen neuen Handelsvertrag dem Wunsche der deutschen Unterhändler nachgegeben .und auf die Klausel des gegenseitigen Niederlassungsrechtes verzichtet. Sie hat auf diese Weise die in Deutschland lebenden polnischen Staatsangehörigen, insbesondere die Juden, auf Gnade und Ungnade den Nazi-Behörden ausgeliefert. Radiolehrer Moderne Markenempranger für f 2*50 Wochenraten Tmch"1'' ♦ II« SCdFffl&HfQrplSltZ 1 Te!^ohon°?^4^»7 Daraus ist der Energiemangel, den die polnischen diplomatischen Vertreter in Deutschland In der Wahrnehmung der Interessen ihrer jüdischen Staatsangehörigen bekunden, erklärlich. * Aus Berlin: In der allerletzten Zeit wurden in Berlin etwa 400 polnisch-jüdische Markthändler von den Märkten entfernt. Die NS.-Hago sperrte die Belieferung von Eiern und Geflügel an polnisch-jüdische Händler. Einem Beamten des polnischen Generalkonsulats, der bei d^m Bürgermeister von Berlin-Schöneberg wegen Wiedereinsetzung der aus den Märkten verwiesenen polnisch-jüdischen Markthändler intervenierte, erklärte der Bürgermeister ohne Umschweife, er werde diesem Ersuchen nicht stattgeben: ,J.n Polen selbst behandelt man die Juden auch nicht anders." Die in Berlin lebenden polnischen Juden haben sich entschlossen, eine Abordnung an die Regierung in Warschau zu entsenden und diese zu ersuchen, die Sache der polnischen Juden In Deutschland, deren ganze Existenz in Frage steht, energischer als bisher zu verfechten. Nichtpolnische diplomatische Beobachter in Berlin haben sich in inoffizieller Form dahin geäußert, daß die von der polnischen diplomatischen Vertretung bei der deutschen Regierung zugunsten der polnischen Juden unternommenen Schritte der erforderlichen Energie ermangeln, und daß, falls die polnische Regierung sich nicht zu nachdrücklicheren Schritten entschließt, eine Massenrückwanderung polnischer Juden nach Polen die unausbleibliche Folge sein wird. Ein Wunsch ist in Erfüllung gegangen. Sie hören die neuesten hebräischen und jüdischen Aufnahmen auf Lukraphon-Schallplatten in Ihrem Heim. Das jüdische Lied, die Klänge des palästinensischen Horra und neuhehräische Kinderlieder. Jüdische Kunst in höchster Vollendung von jüdischen Künstlern. Anfragen: Richard Herzog, Franz-Joseiskai 15. E Judenstaatsparte. Oesterreichs Die Landeskonferenz der Judenstaatspart.ci Litauens findet am 25. und 26. Dezember in Kaunas statt. Aji ihr wird als Vertreter der Exekutive Herr B. Weinstein (Tel-Aviv) teilnehmen. Herr Meir Oroßmann, der Vorsitzende der Judenstaatepartei, begibt sich am 2. Jänner 3936 auf eine länger Propagaudatournee nach Amerika. Herr Theodor Orubner (Wien) wird Ende Dezember eine Propagandareiso nach der Schweiz, Frankreich und Luxemburg unternehmen, um in den genannten Ländern die Organisationen der Judenstaatspartei auszubauen und zu festigen. Samstag, den 14. d., findet, in Mo r.-Ostrava eine große allgemein zugängliche Versammlung statt, in welcher die Herren Oberbaurat Robert Stricker, Fritz Richter und Dr. T. Z. K a n n e r sprechen werden. — Im Anschluß daran wird Herr Dr. I. Z. Kanner eine Vortragstournee durch die C. S. R. unternehmen. Oesterreich Sektion X I V - X V., Schanzstraße 32. Dienstag, den 17. d., halb 9 Uhr abends, Allgemeiner Vortrag. Sektion Brigitt.enau: Dienstag, den 17. d., halb 9 Uhr abends, im provisorischen Heim, II., Untere Augartenstraße 38, Vortrag Hans Kolb. — Voranzeige! Samstag, den 28. d.. große Chanukafeier in der Toynbeehalle, XX.. Denisgasse 33. Es wirken mit Ober-! kantor J. L. Müller (Pazmanitentempel), Prof. Zimbler, Frau Anny Gold, Kinderchor, usv Die Judenstaatspartei Oesterreichis spricht ihrem Parteiratsmitglied Herrn Bernhard S t e i n k 1 e i n, der durch das Ableben seiner Mutter einen unersetzlichen Verlust erlitten hat, tiefgefühltes Beileid aus. Das Provinz Sekretariat berichtet: Daa Provinzsekretariat, das auch weiterhin unter der Leitung des Herrn Dr. Felix Klug verbleibt, wurde nach Wien verlegt. Zuschriften sind nunmehr ausschließlich an das Provinzsekretariat, Wien, I., Werdertorga.ise 14. zu richten. Für Steiermark wurde ein Kreissekretariat mit dem Sitze in Graz eingerichtet. Leitung: Herr I. Gelbart, Graz, Feuerbachgasse 10. Zuschriften sind dorthin zu richten. Der Sitz der Ortsgruppe Graz der Judenstaatspartei befindet sich im Restaurant Bendiener. Graz, Raubergasse 11. Die Judenstaatspartei hat in den letzten Wochen ihre Provinztätigkeit intensiviert. Die Herren Fr. Richter und Th. G r u b n e r haben die Ortsgruppen Linz, Innsbruck, Judenburg, Leoben, Graz und Klagenfurt besucht und Besprechungen abgehalten. Herr Theodor Grubn e r hielt im Rahmen der zionistischen Ortsgruppe Klagenfurt einen ausgezeichnet besuchten Vortrag ab und nahm Gelegenheit, über die Haltung der Judenstaatspartei am XIX. Kongreß zu berichten und das Programm der Judenstaatspartei zu entwickeln. Eine Debatte, an der sich politische Gegner beteiligten, gab dem Redner die Möglichkeit, der Judenstaatspartei neue Anhänger zu gewinnen. Tn Judenburg und Le oben fanden sehr gut besuchte Versammlungen statt, in denen Herr Fritz Richter eingehende Referate über die jüdische und zionistische Lage hielt. Die Anwesenden äußerten Ihre Befriedigung über die entschlossene, zielbewußte Haltung der Judenstaatspartei auf dem XIX. Kongreß. Am 7. Dezember sprach in einer Versammlung unter dem Vorsitz des Obmannes des Geselligkeitsvereines, Herrn Hahn, in S.tockeyjiu, su der nahezu die gesamte jüdische Einwohnerschaft erschienen war, Herr Fritz Richter über das Thema „Judennot und Judenstaa t". In einem ausführlichen Referate entwickelte der Redner das Programm der Judenstaatspartei. Lebhafter Beifall dankte dem Redner. Ueber Antrag vieler Zuhörer wurde der Beschluß gefaßt, in Stockerau eine Ortsgruppe der Judenstaatspartei zu gründen. Praktische Neuheit! Sporthemd mit Reserve-Kragen aus feinstem Seiden Poplin In allen Modefarben sowie alle Artikel in Wäsche u. Wirkwaren billigst bei BERGMANN, I.. Rabensteig 3, Tel. U-20-709 Himmelpfortg.5,Tfll.R-25-8-84 / Küllnerhofg.1,T»l.R-2Ö-&-99 Unerquickliches Wir haben bereits vor einigen Wochen auf beschämende Vorfälle hingewiesen, welche Sich aus dem Konflikt zwischen der Partei der Allgemeinen Zionlsten und ihrer Jugendgruppe „Gdud Zirim" ergeben haben, und im Interesse des zionistischen Ansehens gegen diesen Zustand Stellung genommen. Leider hat unser Appell nicht genützt und vor wenigen Tagen hat neuerlich ein Zusammenstoß stattgefunden, welcher zu Prügeleien, Anruf der Polizei, Angebereien, Verhaftungen und behördlichen Abstrafungen führte. Verschlimmert wird die ganze Angelegenheit noch dadurch, daß sie in den Spalten gewisser zionistischer Zeitungen tendenziös ausgebeutet und breitgetreten wird. Im Blatte der allgemeinen Zionlsten wird groß die Disziplinierung der Jugend, strafweise Absetzung der Leitung, Einsetzung von Kommis- DKR JÜDISCHE KLUB OER JUNGEN veranstaltet anläßlich seines zweijährigen Bestandes eine FESTAKADEMIE MIT TANZ HANDELSMUSEUM, IX, BERGGASSE 16 Samstag, den 14. Dezember 1935, 8 Uhr abends Au8 dem Programm: Sevilla Pastor, Hans Koliseher, Theatergruppe desJ. K.J. Karten im Vorverkauf täglich im Klubhelm, I, Gold« schmledtgasse 0 sären usw. verkündet. In den Blättern anderer Gruppen, welche im Streite mit der Leitung der Allgemeinen Zionisten, wird über diese und den Gdud Zirim hergefallen, wobei mit unschönem Behagen häßliche, ehrenrührige Beschuldigungen vorgebracht werden. Wir erheben neuerlich Einspruch gegen die Fortdauer dieses Zustandes, der alle Zionistcn tangiert. Mit Polizei und Maßregelungen erzieht man keine Jugend und Konflikte dieser Jugend parteimäßig auszuschlachten, politische Gegensätze auf ihrem Rücken auszutragen, ist unter allen Umständen verwerflich. Menschen, welche die Jugend erziehen und führen wollen, müssen das begreifen. Die letzten Sieben Aus Berlin: Die letzten jüdischen Redakteure in der deutschen Presse haben nun ihre Tätigkeit einstellen müssen. Es handelt sich um sieben Mitglieder der Redaktion der „Frankfurter Zeitung", die wohl das einzige deutsche Blatt war, das noch bis in die letzten Tage Juden beschäftigte. Bei Hämorrhoidalleiden, Verstopfung, Darrorissen, Abszessen, Harndrang, Stauungsleber, Kreuz« schmerzen, Brustbeklommenheit, Herzpochen, Schwindelanfällen bringt der Gebrauch des alterprobteu „Franz-Josef-Bitterwassers immer angenehme Erleichterung. Aerztlich bestens empfohlen! Eine jüdische Ackerbauschule in Ungarn Aus Budapest: Wie „Zsido Szemle" meldet, hat anläßlich der Generalversammlung des VJJX Israelitischen Gemeindedistrikts der Kongreßgemeinden in Szombathely (Steinamanger) Dr. Franz Kauders die Notwendigkeit der Umschichtung der jüdischen Jugend und die Errichtung einer landwirtschaftlichen Fachschule für die Chaluzim betont. Die Versammlung nahm eine Resolution in diesem Sinne an. kistik Der Lippenstift wie er sein soll kußfest — dauerhr U Theorie und Praxis Aus Kaunas wird gemeldet: In einer Pressekonferenz betonte der Generalsekretär der litauischen Regierungspartei, daß die Partei an dem Grundsatz der Gleichberechtigung aller Bürger Litauens festhalte und eine Hetze gegen bestimmte Nationalitäten nicht zugelassen werden dürfe. Der Antisemitismus müsse aus dem öffentlichen Leben Litauens verschwinden. Und gleichzeitig wird aus Kaunas gemeldet: Das Budget der Stadtverwaltung von Kaunas für das kommende Jahr enthält keine einzige der Beihilfen, die bisher jüdischen kulturellen und sozialen Einrichtungen von der Stadt gewährt wurden. Aus der Provinz wird gemeldet, daß auch dort „j u d o n r e i n e'* Etats aufgestellt wurden. Es scheint somit eine einheitliche Tendenz nach dieser Richtung befolgt zu werden, Bisher haben die jüdischen Institutionen in ganz Litauen aus städtischen Budgets hunderttausende Lit an Subventionen erhalten. Ein jüdischer Gemeindebund in Griechenland Aua Athen (J. T. A.): Die Jüdische Gemeinde Athen gibt bekannt, sie werde darauf bestehen, daß der Verband der jüdischen Gemeinden Griechenlands wiederhergestellt werde. Dies sei eine dringende Notwendigkeit in bezug auf die Abwehr des Antisemitismus, die Organisierung des hebräischen Erziehungswesena im ganzen Lande und die Vereinheitlichung der religiösen Gebräuche. Die Gemeinde Athen hat die Verhandlungen zur Neubildung des Verbandes mit der Salonikier Gemeinde, der bedeutendsten des Landes, aufgenommen. Dr. Nahum Blauer gibt bekannt, daß die Bar- Mi z w a h seines Sohnes Gideon Samstag, den 14. Dezember, im Tempel, I., Seitenstettengasse 4, um 9 Uhr vormittags, stattfindet. Heue (facUtHkßücUec __ZU CWANUKJIM__ ADOLF BÖHM Die zionistische Bewegung Die beste Geschichte des Zionismus 700 Selten Ganzleinen 8 20. Das neueste Wirk des berühmten jüd schtn Historikers JOSEF KASTEIN Heroües Die Qeflchichie eines fremden Königs Ein Werk voll Spannung, Vertiefung und glanzvoller Diktion uunzMnen b 12.— S A M U IL LE WIN ... und er kein te heim Roman Mit einem Vorwort von FRANZ WERFEL 350 Seiten _ Leinen S 8.- D a s jüdische Kinderbuch! MIRIAM SINGER (DACANIAH) Benni fliegt ins gelobte Land 308 Selten ml* 4 farhUen und 61 aenwarzen Bildern Stattlicher Oes' henfclelnenband S 0.60 BUCHHANDLUNG R1ÖU/I7 Wien I, Wollselle e Telephon R-as-4-s;

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