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Die neue Welt · 1935-12-06 · Heft 519 (6.12.1935) · page 5

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Journal
Die neue Welt
Volume
9 (1935)
Issue
Heft 519 (6.12.1935)
Date
1935-12-06
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 519 vom 6. Dezember 1935 DIE NEUE WELT Seite 5 Die Handelsbilanz Palästinas Export und Iniport Im ersten Halbjahr 1935 Wir veröffentlichen nachstehend eine vorläufige Zusammenstellung des Handels mit den einzelnen Ländern. Hierbei ist zu berücksichtigen, daß die Handelsbilanz Palästinas sich im ersten Halbjahr für das Land verhältnismäßig günstig stellt, da die Monate Jänner-März die wichtigsten Orangenexportmonate sind. Infolgedessen ist z. B. die Handelsbilanz mit England im ersten Halbjahr 1935 für Palästina sehr stark aktiv geworden. Dieser Zustand muß sich im Verlaufe des zweiten Halbjahres ändern. Insgesamt hat Palästina im ersten Halbjahr 1935 Waren um 8,608.000 Pfund eingeführt und um 3,357.000 Pfund Waren ausgeführt. Die entsprechenden Zahlen für das erste Halbjahr 1934 sind 7,047.000 und 2,580.000. Das Passivum hat also gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr um 784.000 Pfund zugenommen. Nach den wichtigsten Ländern geordnet, ergibt sich folgendes Bild (in Tausend Pfund) 1. Halbjahr 1935 Import aus Export nach 1. Halbjahr 1934 Import aus Export nach England........... Deutschland ......... Vereinigte Staaten ....... Rumänien.......... Syrien........... Japan........... Tschechoslowakei....... Polen.......... . Belgien........... Aegypten .......... Italien........... Oesterreich ......... Frankreich ......... Türkei.......... . Schweiz........... Holland........... Irak.......... . * Bulgarien.......... Rußland.......... Schweden.......... Jugoslawien......... Ungarn........... Norwegen.......... Während die Handelsbilanz mit England im 1. Halbjahr 1934 ziemlich genau ausgeglichen war, ergibt sich im 1. Halbjahr 1935 infolge des vergrößerten Orangenexports ein Aktivsaldo von palästinensischen Pf. 655.000. Der Export Englands nach Palästina hat sich gegenüber dem 1. Halbjahr des Vorjahres nur um rund pal. Pf. 60.000 erhöht. Das genau umgekehrte Bild ergibt sich bei der palästinensisch-deutschen Handelsbilanz, die mit pal. Pf. 834.000 passiv für Palästina ist gegenüber einem Passivsuldo von nur pal. Pf. 266.000 im 1. Halbjahr 1934. Der palästinensische Export nach Deutschland ist um pal. Pf. 345.000 zurückgegangen, während der deutsche Export nach Palästina um pal. Pf. 228.000 g cstiegen ist. ZW gute Iflaßmiedee - u. doch nicht Uucw! Wien i. Plankonq. 6 / Salzburt!%rlesgasso 21 ANNA Z^nfÜLFER 1441 2096 1380 1383 1082 248 859 593 825 11 591 26 616 73 381 51 571 144 355 117 341 — 308 — 325 36 234 7 318 67 212 17 302 64 245 18 298 98 226 90 230 9 228 12 189 9 170 3 166 67 191 24 147 — 306 — 132 17 79 7 129 159 112 71 125 8 83 6 124 5 68 4 118 8 119 6 113 38 87 18 113 11 75 2 105 2 52 — 13 57 12 22 Auch der Export der Vereinigten Staaten nach Palästina ist um pal. Pf. 234.000 auf pal. Pf. 825.000 gestiegen, während der palästinensische Export nach den Vereinigten Staaten auf weniger als die Hälfte "isunken ist und sich auf nur pal. Pf. 11.000 beläuft. Sehr stark hat sich ferner der Export Rumäniens und Syriens nach Palästina erhöht, der rumänische ist gegenüber dem Vorjahr um pal. Pf. 235.000, der syrische um pal. Pf. 216.000 gestiegen. Der palästinensische Export nach den beiden Ländern hat sich um pal. Pf. 20.000 bis 30.000 erhöht. Der japanische Export nach Palästina hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht mehr sehr stark erweitern können und ist von pal. Pf. 308.000 auf 341.000 gestiegen. Ein Export Palästinas nach Japan hat auch in diesem Jahre nicht stattgefunden. Die Tschechoslowakei hat ihren Export nach Palästina um pal. Pf. 91.000, Polen um palästinensische Pf. 106.000 erhöht. Beide Länder haben ihren Import aus Palästina, der im Verhältnis zum Export noch immer sehr gering ist, um das Mehrfache erhöht. Das gleiche trifft auch für Belgien zu. Die palästinensischägyptische Handelsbilanz hat sich weiter zuungunsten Palästinas verschlechtert. Der italienische und österreichische Export nach Palästina hat sich nur unwesentlich erhöht, der französische und t ü rkisch e ist sogar zurückgegangen, der türkische infolge der geringeren Getreideeinfuhr auf weniger als die Hälfte des Vorjahres. Der schweizerische, bulgarische und ungarische Export nach Palästina hat sich dagegen relativ stark erhöht. Bücher & Schweden brücke! BUCHHANDLUNG SCHNEIDER & CO., WIEN I, Franx-Joscfs-Kai 7 Reichste Auswahl neuer Bücher bester Autoren zu billigsten Preisen! Katalog gralis Bemerkenswert ist die starke Steigerung des palästinensischen Exports nach Holland, Schweden und Norwegen, mit letzterem hat Palästina überhaupt eine aktive Handelsbilanz. Vom palästinensischen Geldmarkt Tel-Aviv (Palnews): In den letzten Wochen sind die im September abgehobenen Depositen zu einem großen Teil zu den Banken zurückgekehrt, ein Teil wird jedoch noch zurückbehalten, er stellt in gewissem Sinne eine Liquiditätsreserve für die Zukunft dar. Ziffernmäßige Angaben über den Umfang der zu den Banken zurückgekehrten Depositen sind nicht mit Sicherheit zu machen, da die Banken darüber keine Einzelheiten publizieren. Der Wechseldiskont wird in gesunden Grenzen fortgesetzt. Das zum Diskont eingereichte Wechselmaterial wird auf seine Bonität hin wohl schärfer als früher geprüft, jeder bankfähige Wechsel mit einer Laufzeit bis zu sechs Monaten wird aber ohne jede Schwierigkeit diskontiert. Es ist allerdings die Beobachwmfyutz Wien spricht uoh dem Titntwm Das Land der Verheittung Der schönste Palästina-Film Nächste Aufführungen: Sonntag, den 8. Dezember, vorm. V311 und 3/412 Uhr SCIWEDEN-KinO Mitwirkend: Jüdischer Knabenchor. Dirigent Kurt Fuchsgelb Ansprachen: Dr. Josef Löwenherz Samy Gronemann, Berlin Vorverkaufsstellen: Zionistische ßezirkssektion Leopoldstadt, II, Praterstraße l. Tel. R-42-4u7 ab 5 Uhr nachmitt.; A Mejstrik, i. Wotlzeile 6, Tel. R-25-4-53; Bücherstube Rath, II, Taborstraße 20, Tel. R-45 305; Jüd. Kulturstelle, (. Franz Josefs-Kai 3, Tel R-26-2-3Ö; Buchhandlung Richard Lanyi. I, Kärntnerstr. 44, Tel. B-25-6- 75, B-26-3-33 tung zu machen, daß zur Bemäntelung von Zahlungsverzug und Illiquidität mancher Unternehmen vielfach behauptet wird, daß die Banken den Diskont in einer Weise einschränken, wie es tatsächlich nicht der Fall ist. Der Diskont ist lediglich eine Bonitätsfrage, hin und wieder macht sich sogar ein Mangel an gutem Wechselmaterial geltend. Der Geldmarkt ist ausreichend flüssig, allerdings werden etwas erhöhte Zinssätze verlangt. Was die Bautätigkeit und Baufinanzierung anbetrifft, so werden zur Zeit weniger neue Bauvorhaben in Angriff genommen, da die Mortgage Bank in der Gewährung neuer Hypotheken im Zusammenhang mit der augenblicklichen Stockung des Pfandbriefabsatzes zurückhaltend ist. Privathypotheken sind erhältlich, allerdings mit einem kleinen Disagio. Da die Neu- Angenehme ftfll EN f 1 Sinder-rULLIIll. LI fahrten nach aer |RUT (S. Rosenkranz) am 19. und 22. Dezember und 2. Jiinner Rückfahrt : 5. JUnner und freibleibend I, Karlsplatz 1 Telephon U-44-5-79 einwanderer das vorhandene Wohnungsangebot aufsaugen, kann in naher Zukunft mit der Neubelebung der Bautätigkeit gerechnet werden. Ein besonders bemerkenswertes Kennzeichen der Lage ist das Auftreten ausländischen Geldes auf dem Kapitalmarkt. Ausländische Einzelpersonen und Institute suchen günstige Gelegenheiten zu Kapitalinvestitionen. In bebauten Grundstücken finden stärkere Umsätze statt. Wer e«ne schäumende Zahnpasta liebt, verlange Chlorodont schäumend. Die Vorzüge dieser neuen Qualität werden diejenigen zu schätzen wissen, die an den Gebrauch einer schäumenden Zahnpasta gewöhnt sind. E mk ANTHRACIT wEffBw BESTE QUALITÄTEN! *^rfP° BÄSCH IV, ARGENTINIERSTR. 22 - TEL SERIE U-47'5' das jüdische HuÜudUeaiet £crfau$ült€UHg> i/o*, Dtytnows „Wkz, Iwad" Hur ein empfindlicher Spürsinn konnte eine Situation richtig einschätzen, die an greifbaren Symptomen nichts aufweist — daß sich nämlich der jüdische Schaffens- und Lebensraum auch hier bei uns verengt und darum ein Bereich gebildet werden muß, in welchem die produktiven Aspirationen unserer Schriftsteller. Schauspieler, Maler. Uegisseure, Musiker, Plastiker loirksam werden könnten. Es gehörte also Intuition. Fingerspitzengefühl zur Errichtung solch eines Rahmens. Den Vorläufer bildete die Jüdische Kultur-(Kunst-)S(elle, die sich anfangs mit der Organisation des Theaterkarten- Verkaufes zufriedengab, allerdings den Keim breiterer Entwicklung in sich tragend. Die nächste Etappe hieß J ü d i s c h es Kult, u r t h e a l e r. Nun ist es da. Es beginnt seinen Weg zu gehen; denn es will der Sammelpunkt aller Kräfte werden, die für die nächste Epoche unseres künstlerischen und geistigen (jüdischen) Lebens bereitgestellt werden. Ein jüdisches Kulturlheater hat seinen Zweck oerfehlt, wenn es bestrebt ist, ein Herbarium jüdischer Werte zu werden, etwa ein Museum jüdischer Bühnenaltertümer, eine dramatisierte Geschichte unseres Seins von gestern. Erfahrung, Technik. Sammelfleiß oersagen im Geislig-Dprtumischen. Hier kommt es bloß darauf an. daß alles, was von der Bühne herab ins Publikum getragen wird, die tiefe Verbundenheit ans Judentum bezeuge, daß nichts oersucht wird, was außerhalb der absoluten Kunst steht. Der Respekt vor dem großen Werk, vor der Gnade des Schöpferischen thront über jeder anderen Forderung. Nur dann bekommen das Jüdische Kulturlheater den inneren Sinn, die Arbeiter an. ihm. das Recht, zu schaffen. Allmählich soll aus dem Kulturlheater — bei aller Wahrung seiner ursprünglichen Aufgabe — ein Bclh Am werden, ein Zentrum volklichen künstlerischen Strebens, worin die Sehnsucht des Schauspielers und Schriftstellers Erfüllung finden kann. Das Theater als moralische Anstalt wird zum Erzieher zur Form, für die leider im jüdischen Bereich noch wenig V erständnis vorhanden ist. Je deutlicher der Jude die Ausgliederung aus der Sphäre des Ummeltlebens empfindet, desto stürmischer und freudiger wird er dem kulturiheater dienen und zugetan sein. Das Jüdische Kulturlheater in Wien siellie sich mit einer Aufführung von Oxsip Dijmows. realistischem I orkriegsschuuspiel ..Höre. Israel!" (die Beibehaltung des Titels ..Sch'mu Jisroel" würde sich, empfehlen) vor. Das Stück bietet ohne t nlerhiß Anhaltspunkte für Analogien und ist vielleicht desivegen für den Start ausgewählt worden. Allerdings muß bemerkt werdet), daß der Hcbersetzer und Bearbeiter Dr. Sem Wolf das Bedürfnis empfand, dein Zuhörer das ..en>ige Judenschicksnl" durch l <:!"?rbelottung zeitnaher Stellen begreiflich zu machen und, um dieser Absicht gerecht zu werden, da und dort aus eigenem Zusätze machte und Pointen unterstrich. So wurde aus einem verisiischen Pogromstiic k etwas wie ein Zeugnis für die ( nzerstörbarkeit des jüdischen Volkes, des jüdischen Seins auf der Well, ein Denkmal für den Träger der Gottesidee, bei dem

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