Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 9 (1935)
- Issue
- Heft 517 (29.11.1935)
- Date
- 1935-11-29
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 DIE NEUE WEiar Nr. 51T Mittlerer Konzerthaussaal Montag, den 2 Dezember, um 8 Uhr abends, Vortrag Dr. Sammy Gronemann, über Das jüdische Volk?» Geschichte Veranstaltet vom Keren Hajessod aus AnlaS seiner Füntzetan-Jahr-Feier. Karten ä S S.-, 1.50, 1.— und -.50. Vorverkauf: Jüdische Kultursteüe. I.. Knuu-Josofs-X.ti :j (R--:S-2-3n>: Rath. II.. Taboi>'trai5c 20a (R-I5-3H5): R. Löwit. I., Wollzeile 6 (R-25-4-33); Wizo, I.. fclch->ttcnrincr 25 uV-ll-6-2«). und steht übrigens in einem unerhörten Verhältnis zum jüdischen nationalen Vermögen im Land. Zu den Erscheinungen, welche eine Stagnation auf dem Geldmarkt und zu der sogenannten Krise in Palästina herbeigeführt haben, gehören auch die Massenreisen ins Ausland und die Geldsendungen an die Verwandten. Man sagt, daß 20.000 palästinensische Juden diesen Sommer ins Ausland gefahren sind. Vielleicht ist die Zahl übertrieben. Tatsache ist, daß laut der offiziellen Statistik der englischen Regierung über 5000 Palästinenser im heurigen Sommer die Kurorte des Libanon besucht haben. Unter ihnen sind zweifellos nicht weniger als 4000 Juden gewesen. Vorsichtig gerechnet, sind nach Europa (Schweiz, C. S. R., Jugoslawien, Frankreich, Oesterreich und Polen) ungefähr 12.000 Personen gefahren. Auf diese Weise wurde sicherlich aus Palästina ins Ausland ungefähr 1 Millionen Pfund Bargeld ausgeführt. Für solch ein kleines Land wie Palästina ist das ein schwerer Verlust an flüssigen Geldmitteln, insbesondere im Verlauf von vier Monaten. Weiters: Laut der Nachricht der offiziellen zionistischen Agentur ,,Palcor" schicken die Juden von Palästina durchschnittlich zirka 25.000 Pfund jeden Monat an ihre Verwandten in die osteuropäischen Länder. Das macht im Jahr die Bargeldsumme von 300.000 Pfund aus. Die großen palästinensischen Banken werden dies zweifellos bestätigen. Man hat also wiederum in den letzten zwei Jahren ins Ausland mindestens eine halbe Millionen Pfund gesenickt. Noch ein Kanal, aus dem Bargeld von Palästina ins Ausland fließt. * Unter diesen Umständen war die kleine sogenannte ,.Krise" geeignet, auf unsere palästinensische Wirtschaft eine solch große Wirkung zu üben. Dazu kommt noch, daß kein Land der V/elt sich den Luxus einer solch hohen Regierungsreserve erlauben, daß kein Land mit solch einer Defizitwirtschaft sich solch kostspielige Auslandsreisen leisten kann. Die Juden leben über ihre Verhältnisse. Sie verbrauchen rasch das mitgebrachte Kapital und rechnen zu viel mit Krediten, und Wechseln und arbeiten ohne Reserven. Unter solchen Umständen genügt ein Stoß, um das Land aus dem Gleichgewicht zu bringen. Es gibt kein größeres, Uebel für', einen: Geschäftsmann, als keine Bücher zu führen. Auch für uns ist es von Uebel, daß wir uns selten die Rechnung machen. Filme der Woche (Nach den Herstellungsländern zusammengestellt.) Palästina: Land der Verheißung. Amerika: Land des Lachens — Becky Sharp — Intimitäten — Sturm über Gran Chaco — Jungen der Paulstraße — Nach Büroschluß — Kleines Mädl. England: Kardinal Richelieu. — Bosambo. — Der Millionenprinz. Filme unter Arierparagraph: Herbstmanöver — Familie Schimek — Das Abenteuer der Lady Windermeere — Mädchen vom Moorhof — Die blonde Carmen — Unsterbliche Melodien — Ich liebe alle Frauen — Ein idealer Gatte. „Land der Verheißung." Seit der Festvorführung dieses einzigartigen Palästinafilms im Apollo-Theater ist das Interesse an ihm in allen Kreisen der Wiener Bevölkerung von Tag zu Tag gestiegen. Der Wunsch, das jüdische Palästina mit seinen neuen jüdischen Menschen an der Arbeit zu sehen, ist um so begreiflicher, als das Verständnis für die zionistische Idee bereits die periphersten Kreise des Judentums erfaßt hat. Das „Land der Verheißung" gelangt vorläufig in Sonntagsmatin6es zur Aufführung, und zwar zunächst am 1. Dezember im Flieger-Kino um i/2ll und 3/.jl2 Uhr. Restliche Karten bei: Tageskassa des Flieger-Kinos; Jüdische Kultur3telle, I., Franz-Josefs-Kai 3; M. Rath, II., Taborstraße 20a; Org. Hechaluz, XX., Kluckygasse 7; R. Lanyi, Kärntnerstr. 44; A. Mejstrik, I., Wollzeile 6; Druckmann, XVI., Ottakringerstraße 21; Dr. Goldschmidt, IV., Starhemberggasse 4; Prof. Dr. Schieber, II., Malzgasse 18; Kaufhaus Selzer, II., Kleine Sperlgasse la. (Siehe Inserat.) Franziska-Gaal-Film fertiggeHtellt. Soeben sind nach einer mehrwöchigen Arbeit in sämtlichen Wiener Tonfilmateliers unter Regie von Hermann Kosterlitz die letzten Aufnahmen für den Franzi ska-Gaal-Film der Joe-Pasternak-Produktion der Universal „Katharina hat Ausgang" („Katharina die Letzte") gedreht worden. Weitere Hauptrollen: Otto Wal Iburg. Emst V e r e b e s, Dorothy P o o 1 e, Adrienne G e ß n e r, Fritz Imhof f u. a. Mitwirkend die weltberühmten Comedian Harmoniats. Die Uraufführung des Films findet demnächst im Apollo statt. AUS PALÄSTINA Völkerbundsarikti'onen, Italien und Palästina Tel-Aviv. (Palnews.) Durch die. Inkraftsetzung der Völkerbundsanktionen gegen Italien wird Palästina nur als Importland italienischer Produkte wesentlich betroffen. Der gesamte palästinensische Export nach Italien ist außerordentlich gering und belief sich 1394 auf nur 18.707 pal. Pfund. Als Lieferland ist Italien für Palästina auf dem Gebiet einer Reihe industrieller Fertigwaren von Bedeutung. Der italienische Lebensmittelexport nach Palästina hat keinen sehr großen Umfang, er stellte sich 1934 auf knapp 45.000 pal. Pfund und bestand aus Aepfeln und anderen frischen Früchten (9127 pal. Pf.;., Olivenspeiseöl (4627 pal. Pf.), Makkaroni (3217 pal. Pf.), Reis (1944 pal. Pf.), Bier (1614 pal. Pf.). Fleischwaren (1522 pal. Pf.) und einer Reihe anderer Produkte. Als Lieferland industrieller Rohstoffe wird Italien mit Marmor (11.649 pal. Pf.) und Schwefel (982 pal. Pf.) ausfallen. Der Schwerpunkt des italienischen Exportes nach Palästina liegt auf dem Gebiete der Textilwaren und Bekleidungsgcgenstände. Im Jahre 1934 lieferte Italien in Konkurrenz zu England und Indien die Hälfte des Baumwollgarnimportes (40.000 pal. Pf.), ferner für 12.899 pal. Pf. gebleichte und für 65.755 pal. Pf. gefärbte und bedruckte Baumwollgewebe. Italien folgte hier Japan und England am dritter Stelle. Bei Wollgarn steht Italien mit 9251 pal. Pf. ebenfalls an dritter Stelle nach England und Frankreich, bei Wollgeweben (43.287 pal. Pf.) an zweiter in allerdings weitem Abstand hinter England. An allen Seiden- und Kunstseidenv/aren zusammen exportierte Italien für 28.989 pal. Pf. nach Palästina, knapp acht Prozent des gesamten palästinensischen Seidenwarenimportes. Unter den Bekleidungsgegenständen steht Italien bei Hüten (13.498 pal. Pf.) an erster. Stelle. r SIEGM. KORNMEHL GROSSFLEISCHHAUEREI Zentrale: IX.. Berggasse 19. Tel. A-17-5-99 u. A-16-9-34 Lieferant für Heilanstalten J?i■» —r -"p,e,s!^ unter Aufsicht des Ehrwürdigen Rabbinate der Isr. Kultusgemeinde Wien Autozuatellung kostenlos IX. Berggasse 15 / XVIII., Währ Inger st r. 97 $ Sonst exportierte Italien (in pal. Pf.) sanitäre Artikel (11.162), Draht (8327), elektrische Artikel (18.773), Maschinen (11.238), Kistenreifen (15.048), Gummireifen (10.463), Drogen und Medizin (216) nach Palästina. Der geringfügige palästinensische Export nach Italien besteht aus Esrogim ,(2098. pal. Pf.), Eisenschrott (3781 pal. Pf.), Ziegen-, Schaffellen und -Eingeweiden (1303 pal. Pf.) und künstlichen Zähnen (1556 pal. Pf.). Von besonderer Bedeutung für Palästina sind die Konsequenzen, die sich aus den Sanktionsmaßnahmen für den italienischen Orangenexport ergeben. Italien exportiert in der Hauptsache Zitronen in ungefährer Höhe von jährlich 250.000 Tonnen. Der Export italienischer Orangen und Mandarinen schwankt sehr stark, er stellte sich 1932 auf 61.000 Tonnen, 1933 auf 141.000 Tonnen, 1934 auf 88.000 Tonnen. Von dem Export des Jahres 1933 nahm Deutschland 37 Prozent, Oesterreich 13 Prozent, die Tschechoslowakei 14 Prozent, die Schweiz 12 Prozent, Schweden 8 Prozent, Ungarn 7 Prozent, Jugoslawien 2 Prozent, Frankreich 3 Prozent und England nur 1 Prozent auf. Der italienische Orangen- und Mandarinenexport wird also fast vollständig in Mitteleuropa abgesetzt und zum großen Teil von den Ländern aufgenommen, die sich an den Sanktionen nicht beteiligen. Immerhin dürfte Palästina in einigen Ländern an Stelle Italiens als Verkäufer auftreten können. Der sich daraus ergebende Mehrat": '. ist aber ein sehr begrenzter. Arabische Aufsländler Aus Jerusalem: Die arabischen Aufrührer haben in Haifa bei den Kämpfen mit der Polizei anläßlich der Beerdigung der auch drei Polizeiwagen wurden zwei englische James, schwer verletzt. getöteten arabischen Banditen zerstört. Beim Zusammenstoß Polizeioffiziere, Ringe und Die arabische Presse berichtet, PARISER TAGEBLATT In Wien In folgenden VerichleiOjt« Wollzeile 15 Wipplingerstr. 16 Schottenring H Tuchlauben 4 Graben, Kiosk Seilergasse 2 Kärntnerstr. 12 und 31 Seilerstätte 19 F^eischmarkt 9 Rotenturmstr. 14 und 23 Freyung 1 Franz-Josefa-Kai 5 Stubenring 12 Biberstr. 4 Stubenring 22 Schubertring 10 Kärntnerstr. 43 Schwedenbrücke, Kiosk Schiffamtsgasse 5 Schreigasse 12 Untere Augarteristr. 35 Ober« Donaustr, Schmelzgasse 5 Prateratr. 35, 42 und 61 Heinestr. 42 Nordbahnhof, Ankunft Nordbahnstr. 50 Taborstr. 24 a, 41 und 63 Ausstellungsstr., Kiosk nach dem Viadukt Czernlngasse 9 Die Zeitung der Deutschen im Ausland Führende politische Tageszeitung Chefredakteur: Georg Bernhard len erhältlich: 35 Verlangen Sie In allen Kaffeehäusern Wiens dgs „PariaerTageblatt" Hedwiggasse, Kiosk Franzensbrückenstr. 21 Radetzkystr. 11 LöwengasBe 20 Favoritenstr. 14 und 2 Philadelphiabrücke, Kiosk Hietzlnger Hauptstr. 28 Klßlergasse 1/3 Lainzerstr. 119 Josefstädterstr. 20 und 66 daß Polizeiabteilungen, die ausschließlich aua Engländern bestehen, das Land nach Resten der geschlagenen Bande absuchen. Besonders wird nach einer Bande von Scheichs, die sich hauptsächlich aus radikalen arabischen Jugendlichen zusammensetzt und die im Gilboa-Distrikt arbeitet, gefahndet. Der arabische Agitator Akaram Zucitcr fordert in einer Zuschrift an die arabischen Zeitungen ein Nationalbcgräbnis für die getöteten Bandcnmitglicder und Teilnahme der Führer aller Parteien an dem Begräbnis. In Haifa wurden während der Bestattung der getöteten Araber die Fensterscheiben einer jüdischen Glasfabrik eingeworfen und jüdische Autos beschädigt, dabei ein Autoinsasse schwer verletzt. MITTLERER KONZERTHAUSSAAL Samstag, den 7. Dezember 1935, 8 Uhr abends REZITATIONSABEND leltuäa Sktettkwm I. Teil: Europäische Dichtungen Capek, Dostojewsky, R. M. du Gard, Lissuuer, Werfcl II. Teil: Palästinensische Dichtungen Berkowlcs, Schlmonovltz, Schlonski, Erna. Karten von 1 bis 5 Schilling bei Richard Lanyi, Wien, I. Bez. Karntnerstraße 44. / Telephon: B-28-3-33, B-29-3-65, B-25-6-75 Vereinbarung statt Wahlkampf in Tel-Aviv? Aus Jerusalem (J. T. A.): Von zuverlässiger: Seite wird mitgeteilt, daß Mitglieder der Zionistischen Exekutive den Vorschlag gemacht haben, im Hinblick; auf die gegenwärtige Lage auf die Austragung eines Wahlkampfes anläßlich der für den 15. Dezember festgesetzten Neuwahl des Stadtrats von Tel-Aviv zu verzichten und eine Parteienvereinbarung über die Verteilung der Mandate herbeizuführen Dem Beispiele Bürgermeister Dizengoffs folgend, hat nunmehr auch der Vizebürgermeister von Tel-Aviv, Israel Rokeach, erklärt, er werde bei den bevorstehenden Wahlen aus denselben Gründen wie Dizengoff (unfreundliche Haltung der Regierung gegenüber der Stadtverwaltung) nicht mehr kandidieren. Beginn des Orangenexportfes Aus Tel-Aviv (Palnews): Die Verschiffungs* saison, die am 15. November einsetzte, wird das quantitative Vorjahrsergebnis kaum überschreiten, vielleicht etwas zurückbleiben. Der Director of Agriculture and Forests teilt eine Schätzung von 6^. Millionen Kisten Orangen und l\i Millionen Kisten Grapefruit mit. In Pflanzer- und Exporteurkreisen hält man diese Schätzung eher zu hoch und rechnet mit einer Ernte von nur 6 Millionen Kisten Orangen und a/t bis 1 Million Kisten Grapefruit, die für den Export in Frage kommen. Die vorige Saison schloß mit einer Exportmenge von rund 6,6 Millionen Kisten Orangen und annähernd 700.000 Kisten Grapefruit ab. Die Vorverkäufe waren in dieser Saison außerordentlich geringfügig, was zum Teil auch mit der Unübersichtlichkeit der Verhältnisse im Mittelmeer, um das sich die Orangenanbauländer gruppieren, zusammenhängen dürfte. Die Inlandspreise schwanken für Früchte aus alten Pflanzungen zwischen 3 bis 4 sh. (englisch) für Orangen und um etwa 3K sh. herum für Grapefruit. Früchte junger Pflanzungen erzielen niedere Preise. Die bisherigen Grapefruitverschiffungen erzielten anfänglich in England bei kleineren Quantitäten hohe Preise von 13 bis 19^ sh., die sind aber inzwischen zurückgegangen und bewegen sich zur Zeit zwischen 9/6 und 14/6 ah. Es liegt durchaus im Bereich der Möglich* KINOrPROGRAMME KREUZ-KINO DAS LAND TelephonR-24-2-16 DES LACHENS Vorstellungen: «. fte, v.io mit Sinn Laurel & Oliver Hardy ROTENTURM I, Fleischmarkt 1 Telephon R-29-1-59 Beginn: 4, %6, VtB, «A10 Seine Hoheit, der Kammerdiener mit Charles Laughton SCHXFFER VI, Marlahilferstraße-37 Telephon B-20-203 deginn: Viö, %9, <A10 STAATSFEIND HR. 1 Lewis Stone, John Barrymoore, ehester Morris ST af A, Vit stan Laureu Oliver Hordy Mariahl 1 ferstraOe 120 ■gHHHBHHBBini i n dem g r a n d .i o s e n F i I m Telephon B-38-0-68 Wochentags: », 7, f Uht VOTIVPARK IX, Währingerstraße 12 Telephon A-18-3-96 Beginn: k, %6, Vit, ttio Das Land des Lachens!